Half-Life 2

Test Andreas Szedlak

Endlich! Nach einem Jahr hat der Physiker und Hobby-Weltenretter Gordon Freeman den Weg vom PC auf die Xbox gefunden.

Selten haben Xbox-Besitzer sehnsüchtiger auf eine PC-Umsetzung gewartet, als im Fall von "Half-Life 2". Deshalb gleich mal die wichtigste Meldung vorweg: Der Einzelspieler-Part ist -- bis auf technische Abstriche -- mit jenem der brillanten PC-Fassung identisch. Auf Mehrspieler-Gefechte mit Gravitron oder Armbrust müssen Sie auf der Xbox aber verzichten.

STORY: Versehentlich ist Gordon Freeman in eine außerirdische Invasion geraten, als sich -- damals -- in Black Mesa ein Dimensionstor geöffnet hat. Tja, und jetzt nötigt ihn der G-Man doch tatsächlich, die Aliens zu vertreiben. Die widerum haben mitten in City 17 eine riesige Zitadelle errichtet, die ihre Grundmauern immer weiter über die Stadt ausbreitet. Also schlüpft Freeman wieder in seinen orangefarbenen Schutzanzug, rückt die Hornbrille zurecht und erhebt sein Brecheisen gegen die Invasoren.

SPIEL: City 17 wirkt wenig einladend: Ein alter Bahnhof, Plattenbauten und ein marodes Hotel prägen das Stadtbild. Bei genauerem Hinsehen beschleicht den Betrachter ein beklemmendes Gefühl. Straßen sind mit blau schimmernden Magnetfeldern versperrt, Soldaten mit Elektroschockern halten Passanten im Auge. Und da ist noch dieser schmale Turm, auf dessen oberstem Stockwerk Sie in spätestens fünfzehn Stunden selbst stehen werden...

Wenn es schließlich so weit ist, werden sich bereits mehr spektakuläre Szenen in Ihr Gedächtnis gebrannt haben als bei den meisten anderen Spielen: Mit dem Luftboot weichen Sie Granatenhagel aus und überspringen meterhohe Absperrungen. In Ravenholm schleudern Sie Sägeblätter mit Ihrem Gravitron auf Kopfkrabben-Zombies und zerteilen die kreischenden Bösewichter. Auf dem Weg zum Gefängnis Nova-Prospekt ballern Sie im Stile von "Starship Troopers" auf Horden von Ameisenlöwen. Wenig später hetzen Sie die Krabbelviecher auf feindliche Combine-Soldaten.

Und was ist mit der Technik? Klar, eine Xbox ist kein High-End-PC und so müssen Sie leider mit konstantem Ruckeln und mit sichtbarem Bildaufbau leben. So kann es sein, das sich das komplette Mobiliar eines Raumes erst entfaltet, nachdem Sie die Tür geöffnet haben.

FAZIT: "Half-Life 2" ist der Oberhammer! Nach dem Abspann haben Sie das Gefühl, gleich ein halbes Dutzend fesselnder Hollywood-Streifen gesehen zu haben. Nur dass Sie mittendrin waren! Würde die Grafik nicht ständig ruckeln, dann hätte es auch auf der Xbox für die Höchstnote gereicht.

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