Ein Gitarrengott mit trägen Wurstfingern -- das muss kein Widerspruch mehr sein! Guitar Hero lässt jetzt auch Saiten-Schussel ganz groß aufspielen.
G erissene Saiten, schiefe Töne, brummende Verstärker, blutende Finger -- Gitarrespielen macht Spaß, ist aber viel schwerer, als man es gern hätte. Nun können frustrierte Klampfenkäufer aufatmen: In "Guitar Hero" gelingen auch ihnen fette Riffs und blitzschnelle Soli -- dank der mitgelieferten, gut verarbeiteten Plastikgitarre sogar ganz stilecht.
Das Prinzip ist simpel: Vom oberen Bildschirmrand kommen Ihnen Symbole in fünf Farben entgegen. Mit der linken Hand drücken Sie im richtigen Moment einen oder zwei der fünf farblich entsprechenden Knöpfe am Hals der zierlichen Zupfgeige. Am Korpus des Instruments schlagen Sie parallel mit der rechten Hand einen Kippschalter an -- wie Sie es auch mit den Saiten einer echten Gitarre tun würden. Das so genannte Tremolo, ein Hebel in der Nähe des Kippschalters, dient hingegen zum stufenlosen Verändern der Tonhöhe. Die Gitarrenbauer von Harmonix haben sich viel Mühe gegeben: Das Spielgefühl ist wirklich authentisch.
Riesiges repertoire
Schon nach einigen Minuten Spielzeit fühlen Sie sich wie ein echter Gitarrist. Neben Klassikern wie Deep Purples "Smoke on the Water" und Motörheads "Ace of Spades" versuchen Sie sich auch an aktuellerer Gitarrenkunst à la "Take me out" von Franz Ferdinand oder "Stellar" von Incubus. Jedoch liegen die 30 Hauptsongs nicht in den Original-Fassungen vor, sondern wurden nachgespielt. Die Cover-Versionen klingen aber durchwegs ausgezeichnet.
Unangetastet blieben hingegen die 17 Bonus-Songs weniger bekannter Indie-Bands. Diese müssen Sie aber erst kaufen. Die nötige Kohle verdienen Sie im Karriere-Modus, wo Sie vom Underground-Tipp zum Festival-Headliner aufsteigen. Einen Quick-Play-Modus für den schnellen Gig zwischendurch gibt es natürlich auch. Mit einer zusätzlichen Gitarre können hier sogar zwei Zock-Rocker mitmachen. Haben Sie kein zweites Instrument zur Hand, behelfen Sie sich mit einem normalen Controller, was aber weit weniger Spaß macht.
Egal ob solo oder im Duett, es stehen stets vier Schwierigkeitsgrade zur Auswahl: Während Sie auf den ersten beiden Stufen nicht alle Knöpfe am Hals drücken und sich nur selten mit fiesen Notenfolgen herumärgern müssen, hält die härteste Variante selbst Profis auf Trab. So verbringen Sie viele Wochen vor der PS2, bis das letzte Solo gemeistert ist -- also rocken Sie los!fk n
