Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Grotesque

    Elfen haben spitze Ohren, Helden tragen riesige Schwerter, und Auserwählte leiden an Gedächtnisverlust: Grotesque feuert aus allen Klischee-Kanonen. Und zwar mit Absicht.

    Roger Sun hat ein Problem. Quasi die Mutter aller Probleme. Er kommt nämlich in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt zu sich und kann sich nicht daran erinnern, was zum Teufel er dort eigentlich macht. Also schrillen die Alarmglocken -- nicht, weil er um seine Zurechnungsfähigkeit fürchten würde, sondern weil er genug Rollenspiele gezockt hat, um zu wissen, dass die Kombination junger Mann, bunte Märchenwelt und Gedächtnisverlust eigentlich nur eins bedeuten kann: Er muss der Auserwählte sein, der das Böse vertreibt ... was auch immer das Böse sein mag.

    Die Story von Grotesque beginnt wie das restliche Spiel: grotesk, aber viel versprechend. Ein Held aus der Gegenwart, der die kitschige Welt mit humorvoller Distanz und Rollenspiel-Erfahrung betrachtet, das ist neu. Und bleibt nicht das einzig Neue. Denn hinter der amüsanten Prämisse verbergen sich genug offene Fragen, um die Handlung auch über die ersten Lacher hinaus spannend zu halten. Was mache ich hier? Wo ist »hier« überhaupt? Und wer ist das hübsche Mädel, das gerade von zwei psychopathischen Vampiren entführt wird und behauptet, meine Frau zu sein?

    Französische Vampire

    Die skurrilen Charaktere gehören zweifellos zu den großen Stärken von Grotesque. Rene Darkclaude zum Beispiel. Der Vampir mit dem französischen Akzent ist ein ausgesprochen charmanter und höflicher Zeitgenosse. Schade eigentlich, dass er auch richtig einen an der Klatsche hat. Oder Holy Avatar. Der ist zwar nicht verrückt, dafür aber so von seinen Fähigkeiten als Held überzeugt, dass er nur noch in der dritten Person von sich spricht und auf die Anrede »halbgöttliche Wenigkeit« reagiert. Als Waffe dient ihm ein etwa drei Meter langes Schwert, das auch genau so heißt: Etwa Drei Meter Langes Schwert.

    Auch die Spielwelt ist konsequent überzeichnet. Der erste Abschnitt führt Sie in einen bonbonfarbenen Märchen-Landstrich, in dem es neben putzigen und bisweilen borderline-psychotischen Killer-Karnickeln mit deutlichen Monty-Python-Anleihen auch gigantische Mohrrüben gibt. Später verbringen Sie unter anderem Zeit in einer Klapsmühle für geistesgestörte Helden oder im malerischen Dorf Hintersee.

    Magischer Rock'n'Roll

    Unter der satirischen Oberfläche versteckt sich ein durchaus ernst zu nehmendes Rollenspiel. Im Laufe der Zeit können Sie sich zum Beispiel für eine von drei Klassen entscheiden. Zur Wahl stehen Held, Piratenkapitän sowie Metal-Magier. Bei letzterem handelt es sich übrigens um ein recht exzentrisches Mitglied einer Gruppe von Zauberern, die ihren Hokuspokus mit magischen E-Gitarren veranstalten. Ähnlich wie bei Gothic 2 müssen Sie sich zu den fortgeschrittenen Klassen langsam hocharbeiten. Bevor Sie sich nicht als Zauberlehrling bewiesen haben, ist es also Essig mit dem Rocken und dem Rollen. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe mehr oder weniger lukrativer Nebenjobs. So können Sie sich beispielsweise als Türsteher eines Dungeons verdingen und jedem auf die Schnauze hauen, der sich an Ihnen vorbeischleichen will.

    Apropos auf die Schnauze hauen: Das Kampfsystem von Grotesque ist an World of WarCraft angelehnt. Roger teilt also normale Schläge und Tritte automatisch aus, Sie kümmern sich unterdessen um den Einsatz der Spezialfähigkeiten, die sich per Mausklick oder Tastenkürzel aktivieren lassen. Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel darin, den Gegner mit einem gekonnten »Hat dieses 30-Meter-Monster irgendetwas zu bedeuten?« abzulenken. Auf diesen Uralt-Trick fallen natürlich nicht alle Monster rein -- manchmal kann es auch, Gothic lässt grüßen, cleverer sein, verschiedene Gegner aufeinander zu hetzen.

    Farbenfrohe Grafik

    Technisch macht Grotesque einen sehr ordentlichen Eindruck. Die Vision-Engine sorgt für realistische Beleuchtungen und hübsche Lichteffekte; an den stellenweise sehr abgehackt wirkenden Animationen wollen und müssen die Entwickler allerdings noch arbeiten. Bis zum Release haben sie dazu aber auch genug Zeit -- im Augenblick verhandelt Silent Dreams mit mehreren Publishern, eine Veröffentlichung vor Ende 2006 erscheint unwahrscheinlich.

    Martin Deppe

  • Grotesque: Heroes Hunted
    Grotesque: Heroes Hunted
    Developer
    Silent Dreams
    Release
    2008

    Aktuelles zu Grotesque: Heroes Hunted

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

    • Aktuelle Grotesque: Heroes Hunted Forum-Diskussionen

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
715519
Grotesque: Heroes Hunted
Grotesque
Elfen haben spitze Ohren, Helden tragen riesige Schwerter, und Auserwählte leiden an Gedächtnisverlust: Grotesque feuert aus allen Klischee-Kanonen. Und zwar mit Absicht.
http://www.gamesaktuell.de/Grotesque-Heroes-Hunted-Spiel-4752/News/Grotesque-715519/
01.12.2005
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/v_grotesque_01_12eps.jpg
news