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  • Grim Dawn: Alpha-Version angespielt - Düsterer Titan-Quest-Nachfolger in unserer Vorschau

    Ein flüchtiger Blick auf Grim Dawn genügt, um die Ähnlichkeiten zu erkennen: Grafik, Stil und Interface erinnern verdächtig an Titan Quest, ein beliebtes Action-RPG aus dem Jahre 2006. Kein Wunder: Grim Dawn soll nichts weniger als sein geistiger Nachfolger werden.

    Daran hatte man schon fast nicht mehr geglaubt: Nach zig Verschiebungen ist es Crate Entertainment endlich gelungen, eine erste spielbare Version von Grim Dawn zu veröffentlichen. Für Backer, wohlgemerkt - jene Fans, die das Spiel bereits in der Hoffnung vorbestellt haben, dass es den Quasi-Vorgänger Titan Quest würdevoll beerbt. Auch wir haben die Alpha-Version ausgiebig gespielt und berichten, was bereits gut funktioniert - und wo es noch hapert.

    Was bietet die Alpha-Version?

    Vorab: Die Alpha-Version umfasst nur einen kleinen Teil des Spiels. Außerdem sind viele Features derzeit nur grob oder schlicht gar nicht implementiert. Natürlich treten manchmal noch Bugs auf, aber damit muss man in einer so frühen Version einfach rechnen. Auch das Balancing sitzt noch nicht richtig und ein Intro fehlt ebenso wie Sprachausgabe. Der geplante kooperative Mehrspielermodus ist ebenfalls noch nicht eingebaut. Mit anderen Worten: Das hier ist keine Demo, die bereits die fertige Spielqualität widerspiegeln soll. Es handelt sich um eine frühe Alpha-Version, ein Grundgerüst, wie es normalerweise nur Publisher und Journalisten zu Gesicht bekommen. Im Fall von Grim Dawn gibt's jedoch keinen Publisher, es finanziert sich allein durch Vorbestellungen und Crowd Funding - darum beschloss Crate Entertainment, die Fans schon früh in den Entwicklungsprozess einzubinden und ihr Feedback in die laufende Produktion einfließen zu lassen.

    Die Alpha-Version umfasst mehrere Stunden Spielzeit, die man in den Startgebieten des Spiels zubringt. Drei von fünf geplanten Klassen sind enthalten, die maximale Levelstufe liegt bei 25 – im fertigen Spiel soll sie bei 75 liegen. Das gesamte Levelsystem ist übrigens bis zu einer Grenze von 200 vorgesehen, denn Crate Entertainment möchte Grim Dawn nach seinem Release mit Add-ons erweitern und ausbauen. Wann das Hauptspiel fertig sein wird, ist noch unklar – wir rechnen aber nicht mehr mit einer Fertigstellung in diesem Jahr.

    Düstere Monsterschlachtplatte

    Grim Dawn spielt in einem viktorianisch angehauchten Fantasy-Setting, in dem es deutlich rauer zugeht als im geistigen Vorgänger: Stellt euch einfach Titan Quest vor, nur eben viel, viel dunkler. Mit seinem Helden – wahlweise männlich oder weiblich – prügelt, schießt und zaubert man sich durch Unmengen an Untoten und Monstern, die das Startgebiet von Grim Dawn bevölkern. Braun, grau, schwarz – das sind die dominierenden Farben in diesen Spielabschnitten. Passend zum bedrückenden Grafikstil untermalt Crate Entertainment das Geschehen mit einem richtig gelungenen Soundtrack, der dem Spiel eine schwermütige, erwachsene Stimmung verleiht. (Tipp: Gratis-Hörpoben gibt's auf der offiziellen Seite.)

    04:58
    Grim Dawn: So spielt sich die Alpha-Version des Hack & Slays


    Das Hack & Slay beginnt in einer steinernen, hübsch gestalteten Festung, wo der Spieler erste NPCs antrifft und sich seine Anfängerquests abholt. Die Aufgaben in der Alpha sind noch sehr simpel gestrickt, denn meist sollen wir nur irgendein Vieh tothauen, was wir vermutlich eh irgendwann angetroffen hätten. Interessanter finden wir, dass Dialoge nicht starr verlaufen, hier und da können wir nämlich zwischen Antwortsätzen wählen. Das hat zwar noch keine spielerischen Auswirkungen, doch für's fertige Produkt soll sich das noch ändern. Grim Dawn soll nämlich ein einfaches Fraktionssystem bieten, durch das man Boni und Nebenaufgaben je nach Ruf-Level freischaltet. Davon merkt man in der Alpha zwar noch nix, doch immerhin gibt's im Charakterbogen schon entsprechende Fortschrittsbalken, die das Ansehen des Spielers messen.

    Was uns noch gänzlich verschlossen bleibt, ist die Handlung: Wo und wer wir sind, warum wir uns bald von Zombies umringt sehen und warum wir es uns überhaupt zur Aufgabe machen, das Böse zu bekämpfen – das verrät die Alpha kaum. Eine stimmungsvolle Einführung in Form eines Intro-Videos oder wenigstens ein paar erklärende Texte sucht man noch vergeblich, im fertigen Spiel sollen sie aber natürlich drin sein.

    Die Kämpfe – Höhen und Tiefen
    Grim Dawn: Wir haben die Alpha-Version des Titan Quest-Nachfolgers angespielt. (10) Grim Dawn: Wir haben die Alpha-Version des Titan Quest-Nachfolgers angespielt. (10) Quelle: Crate Entertainment Grim Dawn ist härter und blutiger als das vergleichsweise "saubere" Titan Quest. Wo Schwert, Axt und Kolben hinlangen, fliegen hier buchstäblich die Zombie-Fetzen. Das Trefferfeedback ist für Nahkämpfer daher schon jetzt ziemlich befriedigend, Fernkämpfer hingegen fühlen sich noch etwas schwach an: Ob mit Pistolen, Gewehren oder magischen Geschossen, so richtig knallt das noch nicht, da fehlt es noch an Tempo und Wucht. Möglich, dass sich diese Klassen auf hohen Levelstufen etwas zackiger spielen, doch bislang ist davon noch nicht viel zu merken. Dies liegt zum Teil auch daran, dass man aktive Skills aus der Talentleiste nicht direkt auslöst - stattdessen wird zunächst ein Zielcursor eingeblendet, anschließend muss man den Angriff ein weiteres Mal bestätigen. Dabei handelt es sich um eine nervige Altlast der Titan Quest-Engine, die Crate Entertainment in Kürze aus dem Programmcode kicken will. Im fertigen Spiel werden Skills dann wie bei Torchlight 2 oder Path of Exile direkt per Tastendruck ausgelöst. Das dürfte den Fernkampf hoffentlich etwas spannender machen.

    Duales Klassensystem

    Zum Glück wird der Spieler nicht gleich in seiner Rolle festgelegt: Ganz ähnlich wie in Titan Quest kann man nach dem ersten Levelaufstieg eine Primärklasse wählen und später noch eine Zweitklasse hinzunehmen, wobei jede Heldengattung einen eigenen Talentbaum mitliefert. Fünf derart kombinierbare Klassen sind für das fertige Spiel geplant, die Alpha umfasst immerhin schon drei: den Soldier (klassischer Nahkämpfer), den Demolitionist (Fernkämpfer und Fallensteller) und den Occultist (Dunkelmagier und Pet-Beschwörer). Nach einem Levelaufstieg darf man eines von drei Grundattributen steigern und anschließend einen Punkt in einem der beiden Talentbäume verteilen. Wie in Titan Quest muss man zunächst einige Punkte investieren, um höhere Talentränge zu erreichen. Die so freigeschalteten Fähigkeiten lassen sich anschließend durch weitere Punktezugaben und passive Boni steigern. Ebenfalls in der Alpha-Version enthalten: Eine simple Respec-Funktion, dank der man seine Talentpunkte gegen Gold zurückkaufen kann.

    Motivierende Beutejagd

    Grim Dawn: Wir haben die Alpha-Version des Titan Quest-Nachfolgers angespielt. (14) Grim Dawn: Wir haben die Alpha-Version des Titan Quest-Nachfolgers angespielt. (14) Quelle: Crate Entertainment Typisch für gute Action-RPGs à la Diablo: Die Jagd nach Erfahrungspunkten und vor allem nach neuer Ausrüstung. Hier macht Grim Dawn schon einen guten, weil bewährten Eindruck. Es droppt zwar noch weit weniger Zeug als in Titan Quest oder Torchlight 2, doch die gefundene Beute motiviert trotzdem zum Weiterspielen. Gut gefällt uns, dass besonders seltene Items auch Bonusfähigkeiten mitliefern können – wir fanden beispielsweise ein einzigartiges Schwert, das im Kampf gelegentlich magische Druckwellen entfesselt. Auch schön: Man findet reichlich Upgrade-Steinchen, die man einfach auf Waffen und Rüstungsteile anwenden kann, um so ihre Eigenschaften deutlich zu verbessern. Noch nicht enthalten, aber für's fertige Spiel geplant: ein umfangreiches Crafting-System. Dazu wird man Baupläne und Rohstoffe finden, die man dann zu neuer Ausrüstung verabeitet.

    Das Inventar ist nahezu identisch mit dem aus Titan Quest, und das ist auch ganz gut so. Eine bessere DPS-Anzeige vermissen wir zwar noch, doch immerhin hat Crate Entertainment schon mal an eine praktische Sortierfunktion gedacht. So herrscht stets Ordnung im Rucksack.

    Bewährte Technik, gute Grafik

    Dass Titan Quest selbst sieben Jahre nach seinem Release noch ganz ordentlich aussieht, hat gute Gründe – die Engine war ihrer Zeit damals nämlich weit voraus. Für Grim Dawn erweist sich das als Glücksfall, denn die Entwickler kennen ihre Technik natürlich in- und auswendig und konnten zudem Verbesserungen an der angestaubten Engine einbauen. So ist die Kamera nun frei um die Figur drehbar, man ist also nicht mehr auf feste Winkel angewiesen. Dynamische Wettereffekte – etwa Regen und Gewitter – sorgen für Stimmung, außerdem gehen im Kampf manche Teile der Umgebung zu Bruch, etwa Möbel oder Grabsteine. Im Vergleich zu Path of Exile wirkt Grim Dawn natürlich trotzdem technisch veraltet und auch die extrem düstere Farbgebung dürfte manchen Spielern vielleicht zu eintönig werden. Uns gefällt der konsequent dreckige Look jedoch – die Landschaften mit ihrer hübschen Vegetaion und vielen begehbaren Häusern wirkt stimmig, die Treffereffekte sind (zumindest beim Nahkämpfer) satt und wuchtig und auch das Design der Items geht in Ordnung. Grafikpreise wird Grim Dawn zwar nicht gewinnen, aber das will es auch gar nicht. Es soll stimmungsvoll aussehen und sich geschmeidig spielen – beide Voraussetzungen darf man als erfüllt betrachten.

    Guter Eindruck, aber noch viel Luft oben

    Grim Dawn: Wir haben die Alpha-Version des Titan Quest-Nachfolgers angespielt. (8) Grim Dawn: Wir haben die Alpha-Version des Titan Quest-Nachfolgers angespielt. (8) Quelle: Crate Entertainment Obwohl sich Grim Dawn bereits erfreulich gut spielt, bleibt natürlich noch Vieles zu tun. Uns wurde das Gekloppe beispielsweise nach einer Weile zu eintönig, denn es fehlt noch an interessanten Quests oder kleinen Story-Ereignissen, die uns auch mal von den Zombie-Massen weglocken. Das Talente-Systeme dürfte wohl erst auf hohen Levelstufen seine Qualitäten zeigen, denn in den Alpha hat man nur wenige Skills zu Verfügung, wodurch die Kämpfe in den ersten Stunden stets nach dem gleichen Muster ablaufen. Außerdem haben wir noch echte Highlights vermisst – selbst die Bosskämpfe laufen recht unspektakulär ab und liefern noch nicht die nötige Abwechslung, die ein Hack & Slay einfach von Zeit zu zeit braucht.
    Nicht schlecht, aber ungewöhnlich: Es gibt keine Questzielmarkierung, die einem den Weg weist. Da die Levels aber sehr breit angelegt sind, kämpft man sich schlimmstensfalls eine ganze Weile durch Monstermassen, nur um festzustellen, dass man eigentlich in die ganz andere Richtung sollte – etwas mehr Spielerführung wäre da wünschenswert.

    Bei aller Kritik: Grim Dawn wird von einem winzigen Team entwickelt, das gar nicht die Absicht hat, mit modernen AAA-Produktionen wie Diablo 3 zu konkurrieren. Behält man dies im Hinterkopf, macht Grim Dawn schon jetzt einen überraschend guten Eindruck.

    Wie komme ich in die Alpha?

    Die Kickstarter-Kampagne zu Grim Dawn ist zwar vorbei, doch man kann das Spiel auch über die offizielle Website weiter unterstützen. Dort sind verschiedene Vorbesteller-Pakete im Angebot - zwei davon ermöglichen direkten Zugang zur Alpha-Version, sind mit 50 bzw. 85 Dollar aber auch entsprechend teurer. Für einen Alpha-Zugang benötiget ihr zudem einen Zugang im Humble Bundle-Store sowie einen Steam-Account. Das fertige Spiel soll hingegen komplett ohne DRM oder Steam-Zwang erscheinen.
    Wer sich noch gedulden kann und ohnehin lieber auf das fertige Spiel warten will, kann Grim Dawn natürlich auch ohne Alpha- und Beta-Zugang vorbestellen – dann kostet das DRM-freie Hack & Slay gerade mal 20 US-Dollar (ca. 18 Euro).

    Hintergrund: Wer entwickelt Grim Dawn? Und warum hat man bislang so wenig davon gehört?

    Grim Dawn: Wir haben die Alpha-Version des Titan Quest-Nachfolgers angespielt. (20) Grim Dawn: Wir haben die Alpha-Version des Titan Quest-Nachfolgers angespielt. (20) Quelle: Crate Entertainment Grim Dawn hat eine lange Geschichte hinter sich: Nachdem Iron Lore, das Studio hinter Titan Quest, im Jahr 2008 geschlossen wurde, rauften sich einige der Entlassenen unter neuer Flagge zusammen – Crate Entertainment war gegründet. Ein Jahr später erwarb das Team, dessen Mitgliederzahl zeitweise auf nur zwei Mann schrumpfte, die Titan Quest-Engine inklusive Entwicklertools zurück und kündigte 2010 sein erstes Projekt an: das düstere Grim Dawn.
    Lesetipp: Unser exklusives Interview mit dem Grim Dawn-Projekleiter Arthur Bruno

    Die Entwicklung von Grim Dawn verlief zäh, das Geld war oft knapp, es fehlte an Personal. Da man das Spiel schon 2010 vorbestellen und auf diese Weise finanziell unterstützen konnte, hielten die Entwickler immerhin eine ganze Weile durch. Im April 2012 jedoch wagte auch Crate endlich den Schritt auf Kickstarter, bat die Community um 280.000 US-Dollar – es kamen 540.000 zusammen. So konnte das Team mehr Personal anheuern, laut Projektleter Arthur Bruno waren die letzten 9 Monate dadurch wichtiger und ergebnisreicher als die gesamten zwei Jahre zuvor. Nun scheint sich die Mühe langsam auszuzahlen: Nachdem die Alpha-Version mit einiger Verspätung diesen Mai veröffentlicht wurde, hoffen die Entwickler, das restliche Spiel noch dieses Jahr fertigstellen zu können. Ein gewagter Zeitplan, der Zweifel aufkommen lässt – wir rechnen eher 2014 mit einem finalen Release. Doch seit der Alpha-Version wissen wir zumindest schon: das Warten wird sich lohnen.

  • Grim Dawn
    Grim Dawn
    Developer
    Crate Entertainment
    Release
    08.2013

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
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Grim Dawn
Grim Dawn: Alpha-Version angespielt - Düsterer Titan-Quest-Nachfolger in unserer Vorschau
Ein flüchtiger Blick auf Grim Dawn genügt, um die Ähnlichkeiten zu erkennen: Grafik, Stil und Interface erinnern verdächtig an Titan Quest, ein beliebtes Action-RPG aus dem Jahre 2006. Kein Wunder: Grim Dawn soll nichts weniger als sein geistiger Nachfolger werden.
http://www.gamesaktuell.de/Grim-Dawn-Spiel-4709/News/Grim-Dawn-Alpha-Version-angespielt-1071071/
26.05.2013
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grim dawn,indie game,action-adventure
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