Alle Jahre wieder. Wir haben Grid 2 von der britischen Rennspielschmiede Codemasters im Test und sagen euch, welche Neuerungen und Verbesserungen ihr vom Arcade-Racer erwarten könnt. Neben den obligatorischem Grafik- und Streckenupdates bietet Grid 2 unter anderem einen motivierenden Karriere-Modus. Dafür vermissen wir einen Tuning-Part für Leistungsverbesserungen.
Wenige Rennspiel-Entwickler sind so produktiv wie Codemasters. Jährlich erschienen zuletzt ein F1, ein Dirt und nun schon der zweite Teil der Grid-Reihe. Bei so einem Pensum ist es nur verständlich, wenn erprobte Features und Spielelemente wiederverwendet werden. Beispielsweise sind der extravagante Yas Marina Circuit in Abu Dhabi aus F1 2012 und aus Dirt: Showdown der Pariser Stadtkurs in Grid 2 übernommen worden. Ob durch die gesparte Zeit andere coole Sachen ihren Weg in das Spiel gefunden haben, erfahrt ihr in unserem Test.
Quelle: Codemasters/game.co.uk
Die Karriere motiviert.
Euer übergeordnetes Ziel im Einzelspieler-Modus ist es, durch das erfolgreiche Absolvieren regionaler Club-Events in den USA, Europa und Asien die World Series Racing (kurz: WSR) bekannter zu machen und zu etablieren. Dieser Aufbau der Karriere motiviert ein bisschen mehr als das sonst häufige zusammenhanglose Abarbeiten von freigeschalteten Events. In der Übersicht weist euch die Stimme des WSR-Präsidenten auf neuen Einladungen zu Rennen, Duellen, Checkpoint-Events oder Überhol- und Drift-Orgien hin. Neben Standard-Modi stehen ansonsten die neuen Live-Route-Rennen als herausstechende Alternative zur Verfügung. Hier ändert sich die Streckenführung von Runde zu Runde, wodurch ihr die Kurse immer wieder neu kennen lernt. Das ist nett, mehr aber auch nicht.
Wie sehr ihr der WSR zur Popularität verholfen habt und wie wichtig diese zwischenzeitlich geworden ist, erfahrt ihr von Nachrichten-Sendungen aus dem ESPN-Studio, die zwischen den Seasons ausgestrahlt werden. Dennoch wäre diesbezüglich in Sachen Präsentation noch deutlich mehr Luft nach oben gewesen. Nach gewisser Zeit schaltet man nämlich leider auf Durchzug, wenn der Chef der WSR immer wieder die gleichen Sprüche von sich gibt. Der Fan-Counter, der nach jedem Rennen eingeblendet wird, hat uns auch kaum angetrieben. Letztlich betanken wie immer die typischen Tugenden und Kernelemente eines Rennspiels den Motivationsmotor von Grid 2.
Gameplay, Features und Fuhrpark
Vom Gameplay her ist Grid 2 mehr ein Arcade-Racer al seine Rennsimulation. Das merkt man nicht zuletzt am Fahrverhalten der maximal elf KI-Gegner. Eure Konkurrenten küssen durchaus mal euer Hecke, bugsieren euch mit einem Hüftschwung an die Leitplanke und fahren auch nicht immer fehlerfrei und drehen sich unfreiwillig wie ein Karussell. Diese aggressive Fahrweise hat uns gut gefallen, so werden die Rennen nicht langweilig und man wird stets zu Wachsamkeit gezwungen.
Einen Gummibandeffekt haben wir nicht ausgemacht. Wenn man perfekt fährt, kann man sich durchaus einen Vorsprung erarbeiten. Knallen wir jedoch zu häufig an die Leitplanke, sehen wir nur noch die sich entfernenden Rücklichter unserer Vordermänner. Zwar flucht man gelegentlich über ein gegnerisches Abschussmanöver. Doch die fünf Rückspulmöglichkeiten, die in jedem Event zur Verfügung stehen, dienen als Frustbremse.
Quelle: Codemasters
Eine schicke Cockpit-Ansicht fehlt leider.
Ab dem dritten von fünf Schwierigkeitsgraden wirken sich die Schäden nicht mehr nur optisch, sondern auch auf das Fahrverhalten aus. Euer Auto zieht dann bei Lenkmanövern zur Seite oder oder beschleunigt nicht mehr mit voller Leistung, was sich dann in einem ächzendem Motor äußert. Und das in einem Ausmaß, das Autoliebhabern fast schon reale körperliche Schmerzen zufügt. Generell sind die Motorengeräusche erstklassig umgesetzt und sind eine der absoluten Stärken des Spiels. Die teilweise völlig unpassenden Kommentare des Teamchefs dagegen gehen schnell auf die Nerven.
Fahrverhalten, Schwierigkeitsgrad und Umfang
Quelle: Codemasters
Der neueste Arcade-Racer Grid 2 von Codemasters im Test. (5)
Wenig realistisch ist das Fahrverhalten. Sogar wenn ihr ohne ESP oder ABS auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielt, lassen sich die Autos noch leicht per Controller steuern. Ein Lenkrad-Set wird nicht benötigt. Auf dem Profi-Niveau neigt euer Fahrzeug zwar viel mehr zum Übersteuern, eine authentische Fahrphysik eines Forza 4 oder Gran Turismo 5 solltet ihr von Grid 2 aber nicht erwarten. Immerhin habt ihr jederzeit ein gutes Fahrgefühl, da sich die Autos stets präzise dirigieren lassen.
Die Strecken sind dreigeteilt, in Stadtkurse wie Chicago oder Tokio, Überlandstrecken, etwa entlang der Côte d'Azur und originale Rennstrecken, zum Beispiel in Brands Hatch. Der Detailgrad ist erfreulich hoch, Nachtrennen überzeugen durch schöne Lichteffekte. Hervorzuheben sind auch die realistischen Raucheffekte beim Driften. Allerdings leiden die Konsolenversionen unter gelegentlichem Ruckeln und Bildzerreißen (Tearing), wenn viele Autos gleichzeitig im Bild sind.
Die Rennkurse sind eingeteilt in drei Kategorien: Stadtkurse wie Tokio oder Chicago, Überlandstrecken wie die Straßen entlang der Côte d'Azur sowie originale Rennkurse a la Brands Hatch. Der grafische Detailgrad ist dabei angenehm hoch und besonders in den Nachtrennen überzeugen die schönen Lichteffekte. Lobenswert umgesetzt sind auch die authentischen Raucheffekte beim Driften. Bei Szenen mit vielen Autos gleichzeitig auf dem Bildschirm leiden die Konsolenversionen jedoch unter vereinzelten Rucklern und Bildzerreißen ( Tearing ).
