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  • Gran Turismo 6: Mehr als nur ein Update? - Leser-Test von RoninXM

    Nun ist es also da: das wohl letzte große PS3-Spiel. Für Polyphony-Verhältnisse relativ zeitnah zum Release angekündigt, stellt sich nun für viele berechtigt die Frage: Handelt es sich um einen würdigen Nachfolger? Oder ist es doch nur ein lückenfüllendes GT 5.5?

    Der erste Eindruck

    Aufgeräumtes Hauptmenü Aufgeräumtes Hauptmenü Quelle: Polyphony Digital Nach dem schicken Intro (und kurzem Testevent) landet man sogleich im Hauptmenü. Dieses wirkt wesentlich schlichter und aufgeräumter als noch im Vorgänger. Viele Menüpunkte sind noch mit Vorhängeschlössern versehen. Kleine Infokästchen lotsen einen durch die ersten Karriereschritte.
    Was gleich auffällt: Die Aufteilung der Rennevents ist sehr sinnvoll. Man beginnt in der Amateurklasse und sammelt mit jedem Rennen Sterne. Diese ersetzen das Levelsystem des Vorgängers und schalten Lizenztest, Kaffepausenevents und Specialrennen frei. Um in die nächsthöhere Klasse aufzusteigen, muss man nun wieder zwingend den Test bestreiten. Diese bestehen aus 5 Prüfungen je Test.
    Specialevents (wie z.B. Markenrennen) sind nun den passenden Lizenzen zugeordnet, so dass diese auch immer zur aktuellen Fahrzeugklasse passen.
    Zwischenzeitlich werden dann auch Spezialevents wie der Goodwood Hill Climb oder die Mondmission mit niedriger Gravitation frei geschalten.
    Die Kaffepausenevents zwischendurch sorgen ebenfalls für reichlich Abwechslung. Mal müsst ihr unter Zeitdruck eine bestimmte Anzahl an Kegeln umfahren, ein anderes Mal eine möglichst große Strecke mit nur einem Liter Sprit zurück legen.
    Hinzu kommen Rennen auf unbefestigten Strecken, Nascar-Rennen, Cart-Events, Driftrennen und so weiter. An Abwechslung mangelt es also wahrlich nicht.
    Zur Erleichterung kann man sich im Menü nun auch zu jeder Lizenzkategorie passende Fahrzeuge anzeigen lassen. Und da ist die Auswahl groß.

    Gran Turismo 6: Mehr als nur ein Update? - Leser-Test von RoninXM Quelle: Polyphony Digital
    Die inneren Werte

    Im Vorfeld wurden ja vollmundig ein neues Physik-, Federungs- und Reifenmodell angekündigt. Die Entwickler haben da auch nicht zu viel versprochen. Die Wagen fahren sich großartig! Fliehkräfte und Streckenunebenheiten werden ebenso mit einbezogen, wie auch Radstand, Schwerpunkt und Streckenneigungen. Bremst man mit einem Fahrzeug in der Kurve über Curbs, dann schaukelt er sich realistisch auf. Bei Kleinwagen mit hohem Schwerpunkt kann dies sogar zum Kippen führen.
    Auch fahren sich Autos mit eigentlich gleichen Leistungsklassen durchaus sehr unterschiedlich. Während ein Subaru BRZ durch den niedrigen Schwerpunkt (Boxermotor) nur mit Nachdruck in einen gefühlvollen Drift zu bugsieren ist, verwandelt sich ein leistungstechnisch ähnlicher Honda S2000 durch den kurzen Radstand bei allzu optimistischem Gaseinsatz in der Kurve zu einer Heckschleuder par exellence.
    Auch hat man nun bei Geschwindigkeiten jenseits der 250km/h nicht mehr das Gefühl, dass jede Bewegung sofort zum Ausbrechen führen kann. Die Wagen sind wesentlich spurstabiler und besser kontrollierbar. In GT5 fühlten sich Supersportwagen beim Anbremsen vor Kurven gerne mal wie ein Schnellboot an. Selbst mit Pad ist es nun leichter, in höheren Fahrzeugklassen noch die Kontrolle zu behalten. Allerdings ist (wie in jedem Rennspiel) ein Lenkrad sehr empfehlenswert.

    Ebenfalls gab es bei der KI wesentliche Verbesserungen. Gegner fahren nicht mehr stur wie an der Schnur gezogen hintereinander die Ideallinie ab, sondern überholen sich gegenseitig, blockieren einander, machen Fahrfehler und regieren auch aggressiv auf Überholmanöver.
    Allerdings scheint es immer noch eine Art Gummibandeffekt zu geben, der allerdings meist erst in der letzten Runde sichtbar wird. Liegt man das gesamte Rennen über meilenweit in Führung, holen Position 2 und 3 in den letzten Minuten spürbar zu schnell auf. Zwar nie so sehr, dass sie gefährlich werden würden, aber einen Fahrfehler kann man sich auf den letzten Metern dann nicht mehr leisten. Andersherum kann man weit zurückgefallen sein, die Gegner werden in der letzten Runde weit hinter ihren Möglichkeiten fahren, um euch eine Chance zu geben. So ein System ist nicht mehr zeitgemäß und nimmt viel an Realismus. Forzas Drivatar-System zeigt da ganz klar, wie es wesentlich besser geht.
    Genauso unzeitgemäß ist der (in den meisten Rennen) fliegende Start vom letzten Platz.
    Beim Tuning sind einem dann aber wieder kaum Grenzen gesetzt. Egal ob Bodykits, Felgen, Turbolader, Chiptuning, bis hin zu Feintuning wie Winkel des Heckflügels, Dämpferhärte und Radsturz. Optimieren kann man wieder bis zum Umfallen. Selbst Lachgaseinspritzung lässt sich nun montieren (mit 100.000 Cr allerdings sehr kostspielig).

    Gran Turismo 6: Mehr als nur ein Update? - Leser-Test von RoninXM Quelle: Polyphony Digital Das Auge isst mit

    Eines kann man ganz klar sagen: GT6 quetscht das letzte Tröpfchen Leistung aus der PS3 heraus. Im Gegensatz zu GT5 legt man noch einmal ein kleines Schaufelchen drauf. Die Premiumfahrzeuge (ca. 400 Stück, davon 200 neu) sind wie gewohnt von sehr hoher Qualität und stehen selbst einem Forza 5 kaum nach. Anders sieht es mit den restlichen 800 Wagen aus. Diese sehen dank Tesselation jetzt wesentlich besser aus, als in GT5. Auf den ersten Blick sind sie im Autohaus auch kaum von den Premiumfahrzeugen zu unterscheiden, nur das der Showroommodus fehlt. Spätestens im Rennen sieht man dann aber den Qualtätsunterschied deutlich, vor allem wenn man nur ein schwarzes Pseudocockpit vorgesetzt bekommt.
    Auch die Strecken wurden mit einem neuen Rendering-Modell aufgehübscht, so dass auch Uralt-Strecken wie der Autumn- und Highspeedring mit neuen Details wie Spiegelungen und umherfliegenden Blättern aufwarten. Die neuen Strecken sehen durchweg sehr gut aus, genauso wie die Stadtkurse, die das optische Highlight darstellen. Obwohl man deutlich merkt, dass hier das Ende der PS3-Fahnenstange erreicht ist. Ein Next-Gen-Forza hat da wesentlich mehr Drumherum fürs Auge. Dafür ist der Umfang überwältigende. Über 30 Strecken mit insgesamt über 70 Variationen stehen dem Spieler zur Verfügung.
    Das Schadensmodell ist leider ein schlechter Witz. Zwar werden nach Kollisionen Dellen und Kratzer dargestellt, wenn man allerdings mit Tempo 200 gegen eine Mauer donnert, erwartet man ein Bisschen mehr. Selbst das rudimentäre Schadensmodell der Konkurrenz zeigt da mehr.
    Überarbeitet wurde auch der Fotomodus. Nun ist es auch möglich 2 Fahrzeuge gleichzeitig zu fotografieren und seinen Avatar zu platzieren. Es gibt neue Locations, welche wirklich schöne anzusehen sind und verschieden Lichtverhältnisse bieten.
    Trotz der wenig vorzeigbaren Standartautos handelt es sich hier also um eines der schönsten Spiele der dahinscheidenden Generation. Es läuft mit angepeilten 1080p60fps, wobei die 60FPS wohl in der Regel nie erreicht werden. Das merkt man ab und zu bei kleineren Framerateeinbrüchen. Auch gelegentliches Tearing stört das Gesamtbild, fällt allerdings nicht ganz so sehr ins Gewicht. Ein Highlight ist definitiv die Beleuchtung. Egal ob Lichtspielen auf den Fahrzeugmodellen, oder Blendungseffekten bei Tunnelausgängen. Dies hat schon fast Next-Gen-Niveau. Dazu kommen überarbeitet Wettereffekte und Nacht-/ Dämmerungsrennen samt korrekter Sternenposition am Himmel.

    Was gibt's so auf die Ohren?

    Um es gleich vorweg zu nehmen: an den Motorsounds hat sich wenig geändert. Einzig die Premiumfahrzeuge scheinen etwas kernigere Soundfiles erhalten zu haben. Der Großteil der Motorensounds klingt weiterhin nach Staubsaugerrudel. Hier ist auf jeden Fall Handlungsbedarf notwendig, da liegt die Konkurrenz weit vorn. Positiv ist allerdings hervor zu heben, dass sich Tuning wie Sportauspuff oder Turbolader akustische Auswirkungen haben.
    Dem Sounddesigner sollte man allerdings langsam mal erzählen, dass die Kollision zweier Fahrzeuge, deren Äußeres mittlerweile vorwiegend aus Kunststoff besteht, sich nicht so anhört, als würde man gegen eine Mülltonne treten. Und das egal ob mit 20 oder 200km/h.
    Äußerst gelungen ist diesmal der Sondtrack. Dieser ist vornehmlich Rock- und Electrolastig und wartet mit Bekanntheiten wie Beck, Depeche Mode, Underworld oder den Nine Inch Nails auf.

    Aus aktuellem Anlass

    Die gefürchteten Mikrotransaktionen sind derzeit in aller Munde. Auch vor GT6 machen sie nicht halt. Allerdings muss man sie erst einmal finden. Nur ein kleines Symbol im Menü weist auf die Echtgeld-gegen-Credits-Option hin. Zu keinem Zeitpunkt wird man als Spieler darauf Aufmerksam gemacht. Hat man zu wenig Credits, ein Auto zu kaufen, dann sagt einem das Spiel auch nur, dass man unzureichende Geldmittel hat. Allerdings könnte man nun darüber spekulieren, ob Dinge wie das fehlende Gebrauchtautohaus, kein Verschenken von Fahrzeugen oder verringerte Preisfahrzeuge eine Folge davon sind.
    Credit-Grinding war schon immer ein Teil des Spielprinzips, allerdings ist es höchst zweifelhaft, Abkürzungen durch Echtgeld zu bewilligen.

    Gran Turismo 6: Mehr als nur ein Update? - Leser-Test von RoninXM Quelle: Polyphony Digital Fazit:

    GT6 als GT5.5 zu bezeichnen, wäre nicht fair. Dafür wurden zu viele Eingriffe in die Spielmechanik getätigt, auch wenn diese optisch nicht erkennbar sind. Als PS3-Game ist es ein gelungener Abschluss der Last-Gen. Für die (nun) Current-Gen muss Polyphony sich allerdings gehörig ins Zeug legen, damit die Konkurrenz ihnen nicht davon fährt.
    Vor allem da Gran Turismo 7 mit Project Cars auch demnächst Simulations-Konkurrenz auf der eigenen Konsole bekommen wird. Die ungenügenden Sounds, das Zwei-Klassen-Fahrzeugsystem und Texturrecycling – alles Dinge, die man in der nächsten Generation nicht mehr sehen will. Genauso wie fliegender Start, unzureichendes Schadenmodell und Gummibandeffekt.

    Trotz alledem ist GT6 für jeden PS3 besitzenden Rennspielenthusiasten Pflicht. Es ist ein hervorragendes Spiel mit toller Physik und teils toller Grafik geworden.
    Der Umfang ist enorm und motiviert durch ständige Freischaltungen noch mehr, als bei GT5. Das Lizenzsystem wurde sinnvoll angepasst und Events wie Reichweitenfahrten geben dem Spiel auch ganz neue Richtungen. Trotzdem müssen fairerweise alle Defizite als Minuspunkte gewertet werden. Gran Turismo in der jetzigen Form hat langsam seinen Zenit überschritten.

    PS:
    Auf eine abschließende Wertung werde ich derzeit noch verzichten, da ich weder das Spiel zur Gänze durch habe, noch den Multiplayer ausführlich gespielt habe. Diese ist dann später wie gehabt unter dem Test zu finden.
    Meine derzeitige Wertungstendenz: 80-85%
    Allerdings darf man auch noch gespannt sein, was alles per Patch nachgeliefert wird. Da wären der GPS-Tracker, 26 Concept-Cars und der B-Spec-Modus, um nur Einige zu nennen.

    14:23
    Gran Turismo 6 im Test: Warum kleinere Grafik-Mängel den Spielspaß nicht trüben können
    Spielecover zu Gran Turismo 6
    Gran Turismo 6

    Gran Turismo 6

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: RoninXM
    83 %
    Multiplayer
    86%
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    10/10
    Sound
    7/10
    Atmosphäre
    9/10
    Gamesaktuell
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Gran Turismo 6
    Gran Turismo 6
    Developer
    Polyphony Digital
    Release
    06.12.2013
    Es gibt 15 Kommentare zum Artikel
    Von RoninXM
    Erst einmal danke für die zahlreichen Comments! :)Meine Wertungstendenz scheint sich zu erhärten. Mehr als Anfang…
    Von Hoernchen1234
    Na dann. Vielleicht bringen sie mit Forza 6 ja wieder ein vollständiges Spiel raus das ich dann kaufen werde...
    Von Fortinbras
    Soweit ich weiß nicht.Man muss das echt mal selbst spielen. Der Unterschied lässt sich nur schwer in Worten…

    Aktuelle Rennspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von World Rally Championship 6 Release: World Rally Championship 6 Bigben Interactive , Kylotonn Games
    Cover Packshot von F1 2016 Release: F1 2016 Koch Media , Codemasters
    Cover Packshot von Trials of the Blood Dragon Release: Trials of the Blood Dragon Ubisoft , RedLynx
    Cover Packshot von Dirt Rally Release: Dirt Rally Codemasters , Codemasters
    • Es gibt 15 Kommentare zum Artikel

      • Von RoninXM
        Erst einmal danke für die zahlreichen Comments! :)

        Meine Wertungstendenz scheint sich zu erhärten. Mehr als Anfang-80iger wird es auch von mir als GT-Fan nicht bekommen. Würde man die Konkurrenzprodukte ausblenden, wäre GT6 für mich locker eine 90er-Wertung wert. Es macht Spaß, es motiviert und ist extrem…
      • Von Hoernchen1234
        Zitat von Fortinbras
        Soweit ich weiß nicht.
        Na dann. Vielleicht bringen sie mit Forza 6 ja wieder ein vollständiges Spiel raus das ich dann kaufen werde...
      • Von Fortinbras
        Zitat von Hoernchen1234

        Braucht man dafür eigentlich ein Gold Abo?
        Soweit ich weiß nicht.

        Man muss das echt mal selbst spielen. Der Unterschied lässt sich nur schwer in Worten rüberbringen.
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1100923
Gran Turismo 6
Gran Turismo 6: Mehr als nur ein Update? - Leser-Test von RoninXM
Nun ist es also da: das wohl letzte große PS3-Spiel. Für Polyphony-Verhältnisse relativ zeitnah zum Release angekündigt, stellt sich nun für viele berechtigt die Frage: Handelt es sich um einen würdigen Nachfolger? Oder ist es doch nur ein lückenfüllendes GT 5.5?
http://www.gamesaktuell.de/Gran-Turismo-6-Spiel-1639/Lesertests/Gran-Turismo-6-Mehr-als-nur-ein-Update-Leser-Test-von-RoninXM-1100923/
10.12.2013
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2013/12/gt0.jpg
gran turismo,sony,rennspiel
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