Gothic 3 - Leser-Test von [as]
Die ersten Gesichter und ein neues Kampfsystem. . .
Schon nach kurzer Zeit trifft man auf die ersten Bewohner von Myrtana, die einen, wie auch in den Teilen zuvor, in all ihre Probleme einweihen und dich ebenso offen überschütten mit Informationen und Aufgaben, die nach erfolgreicher Beendigung Erfahrungspunkte und fast immer auch ein paar Dukaten bringen. Am Anfang sind die Quests verhältnismäßig schwer zu erfüllen, da generell weniger Hirn als die pure Manneskraft gefordert wird und somit ist der Einstieg in Gothic 3 nicht einfacher als in die Vorgänger.
Sehr positiv, wenn auch nicht perfekt, fällt das neue Kampfsystem auf. Endlich klebt der Held nach dem (unfreiwilligen) Anvisieren nicht mehr am Gegner wie noch in den Vorgängern, also gestaltet sich eine zu erwägende Flucht sehr viel einfach, da es möglich ist sich vom Gegner abzuwenden und davonzulaufen. Doch auch wenn man den offenen Kampf sucht, bemerkt man schnell einige Verbesserungen. So ist es nun möglich bei dem Kämpfen gegen mehrere Gegner schnell vom einen zum anderen zu wechseln. Das sieht nur nur gut aus, sondern ist auch sehr effektiv um nicht von einem Gegner kontinuierlich maltretiert zu werden, während man sich von dem anvisierten nicht lösen kann. Somit erspart das neue Kampfsystem eine Menge Frust, auch wenn es nicht vollkommen ausgereift ist. Denn so, wie man selbst in der Lage ist, eine Schlagserie hinzulegen, sind es auch die Gegner, und nicht selten steht man vor einem Ork o.Ä. und ist Opfer einer Vielzahl an aufeinanderfolgenden Schlägen, denen man sich nun nur schwer entziehen kann. Erst recht wenn es den Held einmal zu Boden bringt liegt die Chance, diesen Kampf lebend zu überstehen bei maximal 1%.
Being everyone's darling . . .
Mißraten ist allerdings das neue Ruf-Feature. Da man sich in Gothic 3 nicht einer bestimmten Gilde anschliessen kann, bleibt es einem bis zum Ende des Spiels überlassen, sich nicht für eine bestimmte Partei zu entscheiden. So kann man Quests für alle verschiedenen Parteien erledigen und kassiert entsprechende Rufpunkte ohne, dass der Anstieg des Rufs bei Partei A einen Abfall des Rufs bei der gegnerischen Partei B bewirkt. Nun ist es also möglich der angesehenste Charakter bei Orks und Rebellen zu sein, ein Freund der Parteien, die in Gothic 3 die Hauptrolle spielen und zudem stark verfeindet sind.
Dies allein ist nicht, was ich letzendlich bemängele, denn es sind vielmehr die Konsequenzen, die dieses System mit sich bringt. Ist man klug, so wird man Freund aller Parteien und sammelt entsprechend viele Erfahrungspunkte. Möchte man aber bereits zu Anfang des Spiels klar Stellung beziehen und für eine bestimmte Partei das Schwert schwingen, so gehen einem im Laufe des Spiels unheimlich viele Erfahrungspunkte verloren, da man entsprechende Quests, die der Partei, mit der ich sympathisiere, schaden, nicht annehme. Aber auch das ist noch ein kleineres Problem, gemessen an dem was einem ansonsten noch widerfahren kann: In gewisser Weise ist es möglich klar Stellung zu beziehen. Nämlich dadurch, dass ich entweder eine Stadt von den Orks befreie oder ein Rebellenlager aushebel. Doch der Haken an der Sache ist, dass wenn ich z.B. mehr als drei Städte von den Orks befreie, mein Ruf bei den Orks nicht sinkt, mich aber sofort jeder Ork im gesamten Spiel angreift. So ist es möglich, dass ich die ersten vier Städte, die auch auch bereise, von den Orks säubere und dann vollkommen unerwartet ohne die fünfte Sadt betreten zu können von den ansässigen Orks angegriffen werde und somit sind fast alle möglichen Erfahrungspunkte dieser Stadt dahin, denn fast kein Quests befasst sich nicht mit Orks selbst oder Personen die für sie sympathisieren. Nachdem man die fünfte Stadt beim Betreten auch sofort gesäubert hat, bleibt im Idealfall eine Person über die einem noch ein Quest anbieten, das man auch erfüllen kann.