Gothic 3 - Leser-Test von [as]
Ersteinmal ist sicher: Das, was sich auf der Gothic 3 DVD befindet ist kein Spiel im Goldmasterstatus. Die vielen Bugs der Ladenversion machten den ersten Käufern wirklich zu schaffen, denn so wurde nahezu jeder, der mit Euphorie am Launchtag eine Version ergatterte, schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ob es nun die Gegner waren, die bereits zu Anfang den namenlosen Helden schnell zu Fall und ebenso ins Nirvana brachten, oder die vielen Speicherbugs und Abstürze, die das Spielen zu einer Geduldprobe machten, eins steht fest:
Die Launchversion des Games wollte einfach keinen Spass machen.
Dumm gelaufen für das deutsche Entwicklerteam, das wahrscheinlich nach dem Launch mehr denn je unter Zeitdruck stand, denn nun befand sich das Spiel in den Läden und ein rettender Patch war das einzige was Gothic 3 davor bewaren konnte zum Ladenhüter zu werden.
Horrende Systemanforderungen für entprechend geniale Grafik. . .
Ca. ein halbes Jahr und 4 Patches nach dem Release traute ich mich nun endlich dieses Spiel zu erwerben und das Erste, was mir negativ auffiel waren nicht etwa irgendwelche Fehler, die nicht durch den neuesten Patch beseitigt wurden, sondern vielmehr die wahnwitzigen Systemanforderungen. Dabei dachte ich, dass ich mit meinem System nicht unbedingt schlecht dastehen würde. Immerhin bot ich dem Spiel 2 GB Ram, einen Prozessor mit 3,8 GHZ und eine NVidia 7600GT. Sicherlich gibt es auch jetzt(1. April 2007) schon sehr viel bessere Komponenten aber gemessen an den Anforderungen auf der Spielhülle, sah ich mich auf der sicheren Seite.
Zu früh gefreut, denn da das Spiel mit einem gewaltigen Kampf startet - etwa 40 sich bekämpfende NPC's - überschritt die Framerate nie die 20er-Marke und auch nachdem der Kampf beendet war erreichte ich die 30 niemals. Zugegeben, die Darstellung auf höchster Detailstufe zwang meinen PC in die Knie und so schraubte ich ein wenig hier, ein wenig da, las den ein oder anderen Tipp um die Performance zu steigern und siehe da: Es funktionierte !
Es war eine Einstellung Zwischen hohen und mittleren Details aber nun konnte ich das Spiel mit überaus wenigen Nachladerucklern genießen.
Die ersten Schritte ausserhalb des Anfangsdorfes waren fantastisch. Eine Landschaft, die schöner nicht sein konnte, wartete darauf entdeckt zu werden, und diese überaus große Liebe zum Detail merkte man der Vegetation sofort an. Keine lieblos sich ständig wiederholenden Texturen und keine Abschnitte von denen man meint, sie bereits gesehen zu haben. Jeder virtuelle Quadratmeter überzeugt durch das Gütesiegel "handmade" und das verleiht dem Spiel einen unglaublichen Scharm, sodass ich dieser unwirklichen Natur sofort verfallen bin. Besonders der grafische Überblendeffekt macht die Umgebung unglaublich Märchenhaft, sodass ich mir manches Mal gewünscht habe, real durch diese Welt spazieren zu können.
Orchestersound für müde Ohren
Eine unglaubliche Verbesserung bringt der neue Orchestersound mit sich. Ein wahrer Ohrenschmauß, der einen begleitet, während man durch die Welt von Gothic 3 rennt und der die grafische Pracht wundervoll untermalt und ergänzt. Die Musik ist sehr stimmig und passt sich der Umgebung perfekt an. So entfalten die drei geografisch verschiedenen Teile der Gothic Welt, Myrtana(gemäßigt), Varant(Wüste) und Nordmar(Polargebiet), erst durch die passende Musik ihren eigenen Scharm. Wer durch das digital erstellte gedudel der letzten Gothic-Games müde Ohren bekommen hat, kann endlich aufatmen.