Gothic-Projektleiter Björn Pankratz im Interview
Nachdem unser Interview mit Kai Rosenkranz, Sound-Chef bei Piranha Bytes, so gut bei Euch angekommen ist, legen wir direkt nach: Mit Björn Pankratz, Projektleiter bei Piranha Bytes! Viel Spaß beim Lesen!
Was ist dein Job und was macht man da so den ganzen Tag?
Björn Pankratz
Mein Name ist Björn Pankratz. Ich bin Game Designer, Story Writer und Projektleiter bei den Piranhas. Meine Aufgabengebiete sind sehr anspruchsvoll und interessant. Konzepte und Spielsituationen entwerfen, Dialoge schreiben, Quests implementieren, Projektplanung, Arbeitsabläufe, Content-Assets und Features kontrollieren, etc. So kommt es, dass ich die eine Hälfte des Tages hier innerhalb der Firma unterwegs bin und die andere Hälfte vor meinem Rechner sitze um die mündlich erarbeiteten Ergebnisse in elektronische Form zu bringen und zu warten.
Projektplanung klingt sehr trocken und scheint ja eine ziemlich verschachtelte Sache zu sein. Der ideale Job für Autisten?
Gothic 3: Björn Pankratz war Game Designer, Story Writer und Projektleiter in einer Person
Autisten würden sicherlich mehr im Kopf behalten und reproduzieren können als ich, jedoch bleibt vieles nicht so, wie es am Vortag nach war. Unser aktuelles komplexes Projekt erfordert schon mehr Innovation und Flexibilität. Langeweile kommt eigentlich selten auf, da ich mich fast täglich einer neuen Herausfordeung stellen muss.Es gibt auch weniger anspruchvolle Zeiten in der Produktion, in der ich einfache Fleißarbeiten verrichte. Beispielweise das Verteilen von Gegenständen und Monstern in unserer simulierten Welt. Wenn wir erst einmal ein geeignetes Verteilungskonzept dafür entworfen haben, ist die Umsetzung dessen eine Phase, in der ich nicht mehr viel bedenken muss. Eine solche Phase kann doch recht entspanned sein und mache sie lieber selbst als sie einem Autisten zu überlassen. ;)
Was muss man können, um diesen Job zu kriegen?
Man sollte sich am besten auch schon sehr früh in seiner Jugendzeit mit Computern und Computerspielen beschäftigt haben. Beispielsweise haben die meisten Programmierer der deutschen Spielebranche irgendwann in ihrer Vergangenheit schon ein kleines Spielchen selbst programmiert. Eine staatlich anerkannte Ausbildung ist hilfreich aber nicht immer notwendig. Die wenigsten, der Piranhas haben eine abgeschlossene Berufsausbildung in dem Bereich in dem sie arbeiten. "Learning by Doing" ist bei einem Job dieser Art gefragt. Viele finden ihren Weg in die Spielebranche über die Community und Mod-Szene. Was jemand kann, das kann er. Wenn er dann noch anhand eines abgeschlossenen Projektes (ob privat oder gewerblich) belegen kann, dass er sein Wissen auch anwenden kann, sind die Chancen in der Branche Fuss zu fassen hoch.
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ABER.....
wieso wird da nix mehr über das neue Gothic 4 berichtet und wieso wird nicht gefragt ob er des Spiel
nicht auch gerne entwickeln würde?
Ps. Fand das mit dem Autisten auch nicht so schlimm, hab eher an den positiven Aspekt gedacht, eben das die Autisten gerade besonders gut bestimmte Sachen in Kopf behalten und man könnte sagen, monotone Sachen erarbeiten können.
Klar ist die allgemeingültige Vorstellung von Autisten (leicht seltsam, aber supertoll im Rechnen) seit dem Film Rain Man bestenfalls schemenhaft (ich habe mehrere Jahre mit Menschen mit Autismus betreut und weiß wovon ich spreche) aber die Frage ist doch zu keinem Zeitpunkt gegen Autisten gerichtet?! Eher im Gegenteil!
Ich finde das nicht verwerflich, es erinnert halt nur frappant an PCA-Bildunterschriften a la: "Autisten: zu doof zum [hier bitte irgendein pseudokomisches Substantiv ohne Bezug zu Screenshot einsetzen]"...und sorry, aber der Ton auf Cynamite nähert sich dem der PCA immer weiter an, siehe Podcasts etc.
Aber jetzt zurück zum Thema...
Was ist daran verwerflich?
Klar ist die allgemeingültige Vorstellung von Autisten (leicht seltsam, aber supertoll im Rechnen) seit dem Film Rain Man bestenfalls schemenhaft (ich habe mehrere Jahre mit Menschen mit Autismus betreut und weiß wovon ich spreche) aber die Frage ist doch zu keinem Zeitpunkt gegen Autisten gerichtet?! Eher im Gegenteil!