Genji: Dawn of the Samurai

Test

Schon lange vor Nobunaga und Samanosuke ging es in Japan hoch her: Früher waren die Schwerter noch scharf und die Gegner zahlreich und ehrlos.

Alles trug sich zu vor etwa 800 Jahren... mithilfe finsterer Mächte bringt der Heishi-Clan Japan unter seine Kontrolle. Dank der mächtigen Amahagane-Steine kann keine Armee gegen sie bestehen -- nur zwei Krieger nehmen es mit dem finsteren Fürstenhaus auf: Der junge und agile Yoshitsune und der hünenhafte Kriegermönch Benkei.

Der Hüne und der Held

"Genji" ist ein klassisches Actionspiel mit leichten RPG-Einschlägen -- ihr rennt durch die Levels, schneidet die Gegner mit eleganten Manövern in Scheiben und kassiert Erfahrungspunkte, die euch stärker machen. Aber das ist nicht der einzige Weg zum Sieg: Achtet stets auf die Rumble-Funktion des DualShocks2: Wenn das Pad scheinbar ohne besonderen Anlass vibriert, ist ein Amahagane-Splitter in eurer Nähe. Ihr solltet euch umgehend auf die Suche danach machen, mit drei Splittern könnt ihr einen eurer Kampfwerte erhöhen.

Die Verbesserung der Werte funktioniert daneben auch auf herkömmliche Art: In diversen Läden kauft ihr Heilkräuter oder neue Ausrüstung, besonders starkes Equipment könnt ihr euch aus Teilen schmieden lassen, die ihr besiegten Gegnern abgenommen habt. Überlegt euch aber genau, was ihr wirklich wollt, die Rohstoffe reichen meist nicht für alle möglichen Waffen.

Held Yoshitsune ist nicht lange alleine unterwegs: Nach kurzer Zeit könnt ihr wählen, mit welchem der beiden Helden ihr in den Kampf zieht -- wo Benkei mit seiner Keule hinschlägt, wächst kein Gras mehr. Yoshitsune ist mit seinen beiden Schwertern hingegen so flink, dass er Gegner erst verwirrt und dann erledigt.

Gemeinsam stark

In fast jeder Szene könnt ihr eure Spielfigur wählen. Stetiges Wechseln lohnt sich, denn jeder Level weist Passagen auf, die nur für einen der beiden Helden zugänglich sind.

Eine wichtige Besonderheit des Spiels ist der Kamui-Modus. Auf Tastendruck verlangsamt ihr dabei die Zeit. Die Gegner springen zurück und ihr könnt jeden Angriff mit dem richtigen Timing kontern und so einen Todesstoß nach dem nächsten ausführen. Dank toller Choreographie gerät das zu einem Augenschmaus und stellt den perfekten Weg dar, die Erfahrungspunkte zu mehren und langwierige Kämpfe abzukürzen. Echte Highlights sind die Bosskämpfe: Sie sind meist angenehm kreativ und taktisch, außerdem belohnen sie klugen Kamui-Einsatz mit besonders wertvollen Bonusgegenständen.

Asiatisches Fest der Sinne

Die atemberaubende Grafik des Spiels erinnert stark an Filme wie "Hero" oder "House of the Flying Daggers". Was Game Republic aus der PS2 herauskitzelt, beeindruckt auf der ganzen Linie. Die Szenarios sind nicht nur enorm detailliert, man sieht ihnen auch an, dass die Künstler sehr viel von Farbgebung und Ausleuchtung verstehen. Dazu sorgen Effekte im Vordergrund, etwa Schneewehen oder fallende Blätter, für einen natürlichen Look -- die Welt von "Genji" wirkt niemals statisch oder künstlich. Einzig das typische Kantenflimmern erinnert noch manchmal daran, dass man vor einer PS2 sitzt. Ebenso harmonisch präsentiert sich die akustische Gestaltung: Die Musik stellt eine gelungene Mischung aus epischem Orchestersound (in den Story-Sequenzen) und dynamischen Percussions (in den Kämpfen) dar. Bei der Vertonung legt Sony wert auf Authentizität: Die Sprachausgabe erklingt entweder in Englisch oder im japanischen Originalton, deutsche Untertitel sorgen dabei für das nötige Verständnis.

Wenn man "Genji" überhaupt etwas vorwerfen kann, dann den geringen Umfang: Die einzelnen Szenarios sind zwar wunderbar anzusehen und teilweise auch recht ausladend, aber leider sind es halt nicht allzu viele.

Wertung zu Genji: Dawn of the Samurai (PS2)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
wundervolle Präsentationhervorragende Steuerungzwei völlig verschiedene Figuren
leider etwas kurz......und nicht besonders schwerweder 16:9 noch Progressive Scan
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