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  • This War of Mine: The little ones: Bedrückende Überlebensimulation

    [b]Mein Charakter:[/b] Wer Lust darauf hat, sein Alter Ego in das Kriegsgebiet zu schicken, darf das tun. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Deep Silver bringt den vielfach prämierten Indie-Hit auf PS4 und Xbox One. Dass als Neuerung nun auch Kinder dabei sind, macht den strategischen Überlebenskampf noch intensiver.

    In dem außergewöhnlichen Strategiespiel der polnischen 11 bit studios erlebt ihr den Schrecken des Krieges ausnahmsweise nicht als Soldat an der Front. Stattdessen steuert ihr mehrere Zivilisten, die in einer Baracke hausen und nur ein Ziel verfolgen: überleben. Das Belagerungsszenario ist angelehnt an den Bosnienkrieg, der von 1992 bis 1995 über 100.000 Todesopfer forderte.

    Tagebucheinträge vermitteln euch die Gedanken der Bewohner, wobei die große Sorge um das Schicksal der Liebsten ebenso zum Ausdruck kommt wie die Fassungslosigkeit darüber, dass so unvermittelt und mitten in Europa ein Krieg ausbrechen konnte. Auch Erinnerungen an das Leben vor den schrecklichen Ereignissen werden niedergeschrieben, sodass man sich als Spieler nach und nach ein Bild von der jeweiligen Persönlichkeit machen kann.

    This War of Mine ist aber kein interaktiver Antikriegsfilm, sondern eine spielerisch anspruchsvolle Lebenssimulation, die man am ehesten mit Die Sims vergleich kann, wobei das Indie-Game natürlich den viel ernsteren Story-Hintergrund hat. Tag für Tag müsst ihr durchhalten, bis sich irgendwann ein Ende der Belagerung andeutet. Kopf einschalten: Euer Rucksack bietet nur begrenzten Platz, also solltet ihr euch vorher überlegen, welche Gegenstände ihr am dringendsten braucht - und den Rest erst mal liegen lassen. (PS4) Kopf einschalten: Euer Rucksack bietet nur begrenzten Platz, also solltet ihr euch vorher überlegen, welche Gegenstände ihr am dringendsten braucht - und den Rest erst mal liegen lassen. (PS4) Quelle: Games Aktuell Meine Geschichte: In diesem Spielmodus dürft ihr die Ausgangssituation nach eurem Gusto konfigurieren. (PS4) Meine Geschichte: In diesem Spielmodus dürft ihr die Ausgangssituation nach eurem Gusto konfigurieren. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Bei Tag: Bauen und Essen

    Die 24 Stunden sind jeweils in zwei Phasen unterteilt: Bei Tag befindet ihr euch in der Baracke und versucht, die Mängel von Gebäude und Bewohnern zu beseitigen. In Betten schläft es sich natürlich besser als auf dem Boden, auf dem Herd gekochte Mahlzeiten sind nahrhafter als rohes Essen und mit einer Schaufel ist Wege versperrender Schutt schneller entfernt als mit bloßen Händen. Das sind nur einige Beispiele für eine Vielzahl von Gegenständen, die ihr bauen könnt und für deren Herstellung ihr Ressourcen benötigt.

    Ständig stellt ihr euch die Frage: "Was ist jetzt am wichtigsten?" Beim Spielen merkt man schnell, dass der Schutz vor Plünderern anfangs über allem stehen sollte. Denn was hilft es, wenn man einen Herd, eine Metallwerkstatt oder einen Kräutergarten baut, die Ressourcen zum Herstellen von Essen, Waffen oder Medizin aber ständig von Plünderern gemopst werden? Also: Schließt die Löcher in der Fassade und stellt eine Waffe her! Solche Lerneffekte habt ihr ständig und das ist ein großer Motivationsfaktor. Wir geben zu: Die ersten paar Durchgänge haben wir es nicht über Tag 15 hinausgeschafft, aber dass kein Frust aufkam, sondern der Anreiz, es wieder und wieder zu versuchen, immer größer wurde, spricht eindeutig fürs Spielkonzept.

    This War of Mine informiert euch mit Texteinblendungen über die Bedürfnisse eurer "Helden". Wenn's schlimmer wird, seht ihr das auch anhand der Animationen. Wer "sehr müde" ist, schlurft nur noch über den Boden, wer deprimiert ist, lässt den Kopf hängen. Der ständige Mangel an Ressourcen bringt schwere Entscheidungen mit sich. Ist zum Beispiel jemand schwer krank und ihr könnt partout keine Medizin auftreiben, dann fragt ihr euch unweigerlich, ob ihr ihm von dem wenigen Essen etwas abgebt - oder ihn seinem Schicksal überlasst. Aber wenn jemand stirbt, hat das natürlich negative Auswirkungen auf die Psyche der übrigen Bewohner. Die Nacht planen: Wenn nicht gerade heftige Schneefälle oder Scharfschützen den Zugang verhindern, bietet die nähere Umgebung eine Vielzahl von mehr oder minder gefährlichen Locations zum Plündern. (PS4) Die Nacht planen: Wenn nicht gerade heftige Schneefälle oder Scharfschützen den Zugang verhindern, bietet die nähere Umgebung eine Vielzahl von mehr oder minder gefährlichen Locations zum Plündern. (PS4) Quelle: Games Aktuell Stilvoll: Die farbarme Grafik und die reduzierte Musikuntermalung verstärken die schwere Thematik. Was nervt, sind die viel zu kleinen Texte. Wer ein paar Meter von seiner Glotze entfernt sitzt, der braucht schon 55 Zoll und mehr, um alles lesen zu können. Sprachausgabe gibt es leider keine. (PS4) Stilvoll: Die farbarme Grafik und die reduzierte Musikuntermalung verstärken die schwere Thematik. Was nervt, sind die viel zu kleinen Texte. Wer ein paar Meter von seiner Glotze entfernt sitzt, der braucht schon 55 Zoll und mehr, um alles lesen zu können. Sprachausgabe gibt es leider keine. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Nachts: Plündertour

    In der Nacht, also in der zweiten Phase, müsst ihr Rollen für eure Personen festlegen. Wer muss Wache stehen, wer darf sich ausruhen, wer geht auf Plündertour? Schule, Kirche, Tankstelle, Supermarkt, das sind Ziele im Umkreis, in denen sich Lebensmittel, Medikamente, Waffen und andere Utensilien befinden. Euer Rucksack ist - je nach Charakter - auf 10 bis 18 Slots begrenzt und hier müssen auch Gegenstände rein, die ihr vor Ort braucht: Sägeblatt, Dietrich, Waffe.

    Stoßt ihr beim Plündern auf feindselige Menschen, kommt es zum Duell. Das Kampfsystem ist simpel: Ihr aktiviert per L2/LT ein Fadenkreuz und schlagt mit R2/RT zu oder feuert eure Schusswaffe ab. Aha, selbst geht man plündern, während man seine Besitztümer so gut wie möglich schützt? Richtig, aber so geht Überleben eben. Wobei das Spiel einen Unterschied macht zwischen Gegenständen, die zurückgelassen wurden und niemandem gehören, sowie "Privatbesitz", der als solches gekennzeichnet ist. Wenn ihr andere bestehlt, dann kann das negative Auswirkungen auf die Psyche haben, wobei nicht jeder gleich tickt.

    Der eine kann mit dem Argument "Es geht nicht anders, wenn wir den Krieg überleben wollen" gut damit umgehen, der andere hat Gewissensbisse, weil "wir das Schicksal der armen Menschen besiegelt haben, indem wir ihnen alles genommen haben". Wie Hunger, Krankheit oder Verletzung kann auch Depression zum Tode führen. Erst ist der Bewohner buchstäblich "am Boden zerstört" - er sitzt nur da und lässt sich nicht mehr steuern. Mit Gesprächen, Bü­chern oder einer Gitarre kann man etwas gegen Depression tun. Ein wichtiger Gegenstand ist ebenso das Radio, da es euch über das Kriegsgeschehen auf dem Laufenden hält, aber auch beruhigende Musik spielt.

    Beim Test der PC-Version (siehe Zusatzinfo) kritisierten wir noch, dass die Interaktion zwischen den Bewohnern zu kurz kommt, keine Beziehungen aufgebaut werden. Hier steuert das neue Feature entgegen, das die Entwickler den Versionen für PS4 und Xbox One verpasst haben: Kinder. Habt ihr einen Jungen oder ein Mädchen in eurer Gruppe, will der/die Kleine bespaßt werden und stellt kindlich-naive Fragen wie "Sind das auch Menschen, die die Bomben werfen"? Logisch, Beschützergefühle entwickelt man allen Bewohnern gegenüber, aber dass sie bei Kindern noch intensiver sind, ist klar.

    Abwechslung kommt ins Spiel durch Leute, die ab und zu vor eurer Tür stehen. Das kann ein Händler sein, der Tauschgeschäfte machen will, oder auch ein Nachbar, der eure Hilfe benötigt. Auch hier kommt es immer wieder zu schwierigen Entscheidungen, wenn euch zum Beispiel jemand Medikamente für eine Freundin gibt, die sie in einigen Tagen bei euch abholen will. Wenn ihr die Medizin selbst benutzt, müsst ihr das mit eurem Gewissen ausmachen. Auch eure Umgebung verändert sich. Wenn der Winter hereinbricht, braucht ihr Heizofen und Brennmaterial, denn wenn's zu kalt ist, werden die Bewohner krank und Medizin ist rar.

    Im Spielverlauf nimmt auch die Kriminalität zu, spätestens dann sollte man gewappnet sein. This War of Mine besitzt dank vieler Personen- und Gebäude-Konstellationen, die ihr nach und nach freischaltet, einen hohen Wiederspielwert. Es gibt auch einen Spielmodus, in dem ihr "eure eigene Geschichte schreiben" dürft - ihr wählt Bewohner, Gebäude, Dauer des Kriegs und andere Parameter nach eurem Gusto aus.

    This War of Mine gibt es bereits seit 2014 für PC (auch auf Disc im Handel) sowie für Smartphones und Tablets mit iOSoder Android-Betriebssystem. Die untertitelgebende Erweiterung The Little Ones, die das Repertoire der Bewohner im Spiel durch Kinder ergänzt, ist vorerst den Versionen für PS4 und Xbox One vorbehalten. Ob es The Little Ones irgendwann als Add-on auch für PC, Smartphones und Tablets geben wird, ist nicht sicher, aber unserer Meinung nach recht wahrscheinlich.
    Auf PS4 und Xbox One kam es bei im Optionsmenü deaktiviertem Weichzeichner-Filter zu vereinzelten Rucklern.

    27:03
    This War of Mine: The Little Ones - PS4-Version angespielt

    This War of Mine: The Little Ones (PS4)

    Spielspaß
    8,5 /10

    This War of Mine: The Little Ones (XBO)

    Spielspaß
    8,5 /10
    Pro & Contra
    Extrem motivierendes Konzept mit toller Lernkurve
    Kinder machen das Spiel emotionaler, verstärken Beschützergefühle
    Moralische Entscheidungen
    Sehr viel Handlungsfreiheit
    Hoher Wiederspielwert
    Ohne Sprachausgabe und Cutscenes
    Steuerung leicht unpräzise
    Texte zu klein
    Fazit
    Ein besonderes Werk, das einem den Krieg mal aus einer anderen Perspektive näherbringt.
  • Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
    Von Johnny_Estacado
    Hmm, ich weiss nicht genau, was ich von dem Titel halten soll. Habe ihn mir kürzlich geholt, einfach, weil mich die…
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von Johnny_Estacado
        Hmm, ich weiss nicht genau, was ich von dem Titel halten soll. Habe ihn mir kürzlich geholt, einfach, weil mich die Art des Spiels interessierte...Aber leider sehe ich keine wirkliche Langzeitmotivation bei der ganzen Sache.

        Ich habe das Spiel normal begonnen (kein eigenes Szenario) und mich bis zum…
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Games Aktuell
This War of Mine: The little ones: Bedrückende Überlebensimulation
Deep Silver bringt den vielfach prämierten Indie-Hit auf PS4 und Xbox One. Dass als Neuerung nun auch Kinder dabei sind, macht den strategischen Überlebenskampf noch intensiver.
http://www.gamesaktuell.de/Games-Aktuell-Brands-230077/Tests/This-War-of-Mine-The-little-ones-Bedrueckende-Ueberlebensimulation-1192296/
19.04.2016
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2016/04/vlcsnap-2016-01-28-16h15m00s812-pc-games_b2teaser_169.jpg
this war of mine,xbox one,ps4
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