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  • Rainbow Six Siege im Test: Online-Shooter mit taktischem Tiefgang

    [b]Reinkommen:[/b] Auch Betonwände können zerstört werden, allerdings nur von wenigen Spezialisten. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Polizei-Spezialeinheit gegen Terroristen: Dieses derzeit leider allzu realistische Szenario ist in Ubisofts Taktik-Shooter Rainbow Six Siege allgegenwärtig.

    Wenn es ein Spiel gibt, das Online-Shooter weltweit als Genre bekannt gemacht hat, dann ist es wohl Counter-Strike. Valves Ausnahmespiel begeistert bereits seit über einem Jahrzehnt Millionen von Spielern und sorgt dafür, dass noch heute Hunderttausende Shooter-Fans regelmäßig an den nervenaufreibenden Gefechten teilnehmen - und das, obwohl sich Counter-Strike auch in seiner dritten Iteration namens Global Offensive hinsichtlich Spielmodi, Waffenauswahl und Karten kaum von seiner Ursprungsfassung aus dem Jahr 1999 unterscheidet. Etwas ungewöhnlich ist auch, dass nur wenige Publisher den riesigen Erfolg der taktischen Polizei-gegen-Terroristen-Gefechte streitig gemacht haben. Zuletzt versuchte es Electronic Arts mit Battlefield: Hardline, das aber keinen großen oder nachhaltigen Anklang bei der Spielerschaft fand. Nun ist Ubisoft an der Reihe und schickt mit Rainbow Six: Siege einen vielversprechenden Konkurrenten ins Feld.

    Ruckelfrei: Auch auf den Konsolen läuft Siege im Multiplayer mit konstanten 60 fps (im Koop sind es 30 fps), aber richtig schick ist die Grafik nicht. (Xbox One) Ruckelfrei: Auch auf den Konsolen läuft Siege im Multiplayer mit konstanten 60 fps (im Koop sind es 30 fps), aber richtig schick ist die Grafik nicht. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Im Gegensatz zu Counter-Strike bietet der Taktik-Shooter des französischen Publishers neben den Mehrspielergefechten auch einen Einzelspielermodus mit insgesamt elf Missionen sowie einen Koop-Modus für bis zu fünf Spieler. Trotzdem ist der Kauf von Rainbow Six: Siege für Offline-Spieler eher ein schlechter Deal. Wie in Star Wars: Battlefront dienen die Einzelspielermissionen vor allem dem Training für Online-Gefechte. Sie sind schlicht inszeniert und machen allerhöchstens für wenige Stunden Laune.

    In den Aufträgen lernt ihr etwa, wie man als Angreifer Wände sprengt, Geiseln befreit sowie Bomben entschärft oder sich als Verteidiger gegen Eindringlinge zur Wehr setzt. Außerdem bringen die Missionen den Spielern bei, welch hohen Realismus-Grad Rainbow Six: Siege an den Tag legt. So reicht etwa bereits ein Treffer aus, um Gegner auszuschalten oder selbst das Zeitliche zu segnen. Zudem lernt man schmerzlich, dass einen nicht alle Wände vor feindlichen Schüssen schützen, geschweige denn nach Explosionen stehen bleiben.

    Solo eher für die Tonne

    Vorsicht: Die richtige Deckung ist die halbe Miete in Rainbow Six: Siege. (PC) Vorsicht: Die richtige Deckung ist die halbe Miete in Rainbow Six: Siege. (PC) Quelle: Games Aktuell Da die KI-Gegner eher dümmlich agieren, die Umgebungen vergleichsweise detailarm daherkommen und eine Handlung gänzlich fehlt, kann sich der Einzelspielermodus also nicht mit bombastisch inszenierten Story-Kampagnen Marke Black Ops 3 messen. Je nach Schwierigkeitsgrad (es stehen drei zur Auswahl) braucht man vier bis sechs Stunden, bis man alle Missionen erledigt hat. Eine positive Seite haben die Aufträge allerdings: Sie geben euch Erfahrungspunkte, mit denen ihr neue Charakterklassen (Operators) für die Mehrspieler- und Koop-Modi freischalten könnt.

    Apropos Koop-Partien: Auch hier müssen wir konstatieren, dass der für bis zu fünf Spieler angedachte Terrorist-Hunt-Modus zwar einige Stunden unterhält, aber aufgrund der nach dem Motto "Masse statt Klasse" programmierten KI schnell Langeweile einkehrt. Es macht natürlich Laune, wenn man mit fünf Freunden, die viel Erfahrung mit Shootern haben, Reihen der Computerschergen niedermäht, aber so richtig Stimmung kam beim Test in diesem Modus nicht auf. Wie die Singleplayer-Missionen wirkt auch der Terrorist-Hunt-Modus nur wie eine nette Dreingabe. Es schadet jedoch auf keinem Fall, die (Koop)-Missionen zu absolvieren, da sich das Gameplay von Rainbow Six: Siege ziemlich stark von anderen Online-Shootern unterscheidet und man deshalb eine Weile braucht, bis man es gegen erfahrene menschliche Spieler aufnehmen kann.

    Herzstück: Multiplayer

    Genre-Standard: In den Einzelspielermissionen sind wir auf denselben Karten unterwegs wie in den Mehrspielergefechten. Mal müssen wir Bomben entschärfen und mal - wie hier - eine Geisel befreien. (PC) Genre-Standard: In den Einzelspielermissionen sind wir auf denselben Karten unterwegs wie in den Mehrspielergefechten. Mal müssen wir Bomben entschärfen und mal - wie hier - eine Geisel befreien. (PC) Quelle: Games Aktuell Ob es sich um eine Geiselnahme oder eine Bombenentschärfung handelt, es kämpfen stets zwei- bis fünfköpfige Teams abwechselnd als Verteidiger und Angreifer in den Partien gegeneinander. Innerhalb von rund drei Minuten muss die eine Seite zum Beispiel ein Areal erstürmen oder eine Geisel befreien, die andere Seite muss dies verhindern. Die Besonderheit von Rainbow Six: Siege liegt jedoch in den zwei Phasen der Partien: Als Verteidiger müsst ihr vor einem Gefecht dafür sorgen, dass ihr eure Umgebung innerhalb von 30 Sekunden zu einer kleinen Festung ausbaut.

    Dafür verbarrikadiert ihr Türen und Fenster, legt Stacheldrahtzaun auf den Boden und könnt sogar - je nach Operator-Klasse - fiese Sprengfallen platzieren oder die Technik-Gadgets der Feinde durch EMP-Wellen lahmlegen. Die Angreifer haben in dieser Phase dagegen die Aufgabe, mittels kleiner Drohnen die Umgebungen nach Feinden und Zielen zu durchsuchen. Falls man als Eindringling hierbei Erfolg hat und zum Beispiel die Geiseln findet, spart man nicht nur wertvolle Zeit in der sogenannten Aktionsphase, sondern weiß zu einem gewissen Teil auch, welche Fallen und Barrikaden auf einen warten.

    Qual der Wahl: Es gibt zehn unterschiedliche, freischaltbare Operatoren für die Verteidigung. Ein russischer Spezialist bringt sein eigenes Stand-MG mit in die Gefechte. (PC) Qual der Wahl: Es gibt zehn unterschiedliche, freischaltbare Operatoren für die Verteidigung. Ein russischer Spezialist bringt sein eigenes Stand-MG mit in die Gefechte. (PC) Quelle: Games Aktuell Nach der Befestigungsphase geht dann die Aktionsphase los. Dann haben die Angreifer rund drei Minuten Zeit, ihre Ziele zu absolvieren oder wahlweise das gesamte feindliche Team auszuschalten. Wie bereits beschrieben: Rainbow Six: Siege hat einen relativ hohen Realismusgrad, was für sehr spannende und zugleich nervenaufreibende Mehrspielergefechte sorgt. Damit geht stets einher, dass man damit rechnen muss, innerhalb weniger Sekunden zu sterben - natürlich ohne eine Respawn-Möglichkeit. Wenn man zum Beispiel nicht auf seine Deckung achtet oder hinter einer Pappwand steht und denkt, dass man dort sicher ist, nutzen erfahrene Spieler das schamlos aus.

    Ebenfalls für Überraschungen können Angriffe von oben sorgen: Die Operators sind in der Lage, an bestimmten Stellen Dachluken zu sprengen und von dort aus die Gegner mit Granaten oder Gewehrschüssen auszuschalten. Wir gehen davon aus, dass die Spieler noch viele weitere Taktiken finden werden, mit denen sie ihre Gegner übertölpeln werden, alleine weil die verschiedenen Charakterklassen so viele unterschiedliche Gadgets mit sich führen. Überrascht waren wir übrigens, wie gut man Rainbow Six: Siege auch ohne Teamspeak spielen kann. Da die Angreifer und Verteidiger stets feste Rollen haben und man mit ein bisschen Erfahrung weiß, was man zu tun hat, reicht es oft tatsächlich aus, den Gruppenmitgliedern zu folgen und gelegentlich Feinde zu markieren.

    Natürlich haben Squads, die sich über Voice-Chat absprechen, einen gewissen Vorteil, aber wir finden, dass auch die Gefechte mit unbekannten Leuten im Internet viel Laune machen können. Neben der Befestigungs- beziehungsweise Erkundungsphase sind die freischaltbaren Operators die zweite große Besonderheit von Rainbow Six: Siege. Die Mitglieder von weltbekannten Spezialeinheiten wie etwa der deutschen GSG 9 oder der russischen Speznas verfügen über unterschiedliche Waffen und Talente. So könnt ihr etwa mit dem deutschen "Bandit" als Verteidiger Stacheldrahtzäune unter Strom setzen oder mit dem Russen namens "Kapkan" Sprengfallen an Türen oder Fenster legen. Auf Angreiferseite kann die Amerikanerin "Ash" dagegen Wände mit einem Granatwerfer sprengen und der Franzose mit dem Decknamen "Montagne" ist mit einem Schutzschild ausgestattet, der ihm jegliche Kugeln vom Leib hält. Ergo: Jeder Operator sorgt für neue Taktiken und damit für ziemlich viel Abwechslung. Daher motiviert das Freischalten der Spezialisten deutlich mehr als etwa das Freispielen vom nächsten Scharfschützengewehr oder einer Pistole in einem anderen Online-Shooter. Bis einem alle Klassen zur Verfügung stehen, vergeht auch eine Weile. Wir hatten nach rund 20 Stunden erst die Hälfte der insgesamt 20 Spezialisten freigeschaltet und ihre Waffen mit passenden Visieren und Aufsätzen ausgestattet.

    Gute Karten im Spiel

    Andere Prioritäten: Selbst bei maximaler Detailstufe setzt Rainbow Six: Siege keine Grafikmaßstäbe, sieht aber ganz gut aus. (PC) Andere Prioritäten: Selbst bei maximaler Detailstufe setzt Rainbow Six: Siege keine Grafikmaßstäbe, sieht aber ganz gut aus. (PC) Quelle: Games Aktuell Auch die Karten des Spiels haben uns überzeugt. Zwar muss man sich vielleicht anfangs mit der etwas detailarmen Grafik zurechtfinden, aber wenn es ums Leveldesign geht, haben die Entwickler unserer Meinung nach sehr gute Arbeit geleistet. Die Größe der Maps ist für die Menge der Spieler optimal und sie bieten genügend markante Stellen, an die man sich erinnert. Außerdem sind sie so fair gestaltet, dass keine der beiden Seiten etwa eine perfekte Camping-Möglichkeit hat. Ebenfalls schön: Von den Orten her wird fast alles angeboten, was man sich als Schauplatz eines terroristischen Anschlages vorstellen kann - von Flugzeugerstürmungen über den Kampf in einer Wohnhaussiedlung bis hin zu einem Gemenge im Hamburger Hafengelände.

    Auch die Anzahl der Karten stimmt für den Anfang, jedoch könnte es gut sein, dass es einem spätestens nach einem Monat nach neuen Maps dürstet. So könnte man eigentlich sagen, dass wir sehr zufrieden mit den Mehrspielergefechten von Rainbow Six: Siege sind, die Einzelspieler- und Koop-Modi aber eher als eine nette Dreingabe zum Gesamtpaket ansehen. Doch dann hätten wir eine große Problematik des Spiels nicht erwähnt: die Bugs. Auch Tage nach dem Release hatten wir mal mit leichten, mal mit massiven technischen Problemen zu kämpfen. Zu der Sorte "ziemlich ärgerlich" gehörten Bugs, die unsere Drohnen noch vor dem Start der Erkundungsphase ins Nirgendwo stürzen ließen. Ubisoft hat bereits einen Patch angekündigt, aber noch keinen Termin genannt.


    Rainbow Six: Siege (XBO)

    Spielspaß
    8 /10

    Rainbow Six: Siege (PC)

    Spielspaß
    8 /10

    Rainbow Six: Siege (PS4)

    Spielspaß
    8 /10
    Pro & Contra
    Packend umgesetztes Konzept aus Angriff und Verteidigung
    Überragende Soundkulisse
    Zerstörbare Umgebungen
    Kompromissloses Gameplay
    Gutes Balancing auf 11 interessanten Maps
    Solo- und Koop-Modus mit geringem Umfang und wenig Spaß
    Zum Release noch nicht bugfrei
    Fazit
    Ein gut ausbalanciertes Freudenfest für Online-Shooter-Experten – wenn nur nicht die Bugs wären.

    07:19
    Rainbow Six Siege Testvideo: Online-Shooter für Experten
  • Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
    Von Sil3ntJul86
    Ich muss es wirklich bald mal anfangen....
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

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Games Aktuell
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Polizei-Spezialeinheit gegen Terroristen: Dieses derzeit leider allzu realistische Szenario ist in Ubisofts Taktik-Shooter Rainbow Six Siege allgegenwärtig.
http://www.gamesaktuell.de/Games-Aktuell-Brands-230077/Tests/Rainbow-Six-Siege-Test-Review-1184213/
28.01.2016
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2016/01/RainbowSix_PS4_Barrikade-pc-games_b2teaser_169.jpg
rainbow six siege,action,shooter,ubisoft
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