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  • Far Cry Primal: Unvergessliches Steinzeit-Abenteuer?

    [b]Empfehlung des Schamanen:[/b] Ihr wollt die Steinzeit mal mit ganz anderen Augen sehen? Dann wählt das Tagesgericht "Blutsuppe mit Augapfel-Beilage"! (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Far Cry tauscht Schrotflinte gegen Keule und Snipergewehr gegen Bogen. Kann Ubisofts Open-World-Serie auch in der Steinzeit all ihre Stärken entfalten?

    Die Sonne strahlt kraftvoll zwischen saftig grünen Bäumen hindurch, das Vogel-Orchester trällert ein fröhliches Liedchen. Ein perfekter Tag, um gechillt auf seinem Säbelzahntiger auszureiten und riesige, langhaarige Mammuts beim Flora-Mahl zu beobachten oder Wölfe bei der Jagd nach Ziegen.

    Blöd nur, dass unser gemütlicher Ausritt von fiesen Udam- Kannibalen gestört wird, die "Leber und Niere" auf ihrem Speiseplan stehen haben. Doch das Leben ist manchmal gerecht und hat die Udam-Stammesmitglieder mit chronischem Schädelfeuer gestraft, das erst nachlässt, wenn man es durch ein Loch im Kopf entweichen lässt. Dabei sind wir doch gerne behilflich

    Als Vielspieler sehnt man sich nach neuen, einzigartigen Spielwelten und da kommt uns Ubisofts Steinzeit- Abenteuer nach dem gefühlt hundertsten Zukunfts-Shooter gerade recht. Hier ereilt uns noch ein Gefühl von Stolz, wenn wir den ersten selbst gebastelten Bogen in den Händen halten, das erste Mammut erlegt und vor allem den ersten Säbelzahntiger gezähmt haben. So eine Bestie an seiner Seite zu haben, verleiht in der Steinzeit etwa so viel Macht als hielte man heutzutage einen Granatwerfer mit Dauerfeuer-Funktion in Händen.

    Die Far Cry: Primal-Steinzeitwelt Oros ist riesig und vielfältig. Von idyllischen Wäldern über verwinkelte Höhlen bis hin zu verschneiten Gebirgen ist alles enthalten, was Abwechslung bringt. Der hohe Detailgrad und vor allem die brillante Soundkulisse sorgen dafür, dass eine dichte Atmosphäre entsteht, aus der wir uns beim Test vor dem Zubettgehen immer nur mit Mühe herausziehen konnten. Selbst Erkundungstouren ohne festes Ziel machen im von allerlei Tierarten bevölkerten Oros Spaß - zumindest für die eine oder andere Stunde. Willkommen in Oros: Es gibt viel zu tun und zu entdecken, einiges wirkt aber wie eine Beschäftigungsmaßnahme. (PS4) Willkommen in Oros: Es gibt viel zu tun und zu entdecken, einiges wirkt aber wie eine Beschäftigungsmaßnahme. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Simple Vervielfältigung

    Wir haben bis zum Finale rund 30 Stunden investiert und dabei nur etwa zwei Drittel der Nebenmissionen absolviert. Unsere Befürchtung, dass Primal beim Umfang nicht mit Far Cry 4 mithalten kann, war unbegründet. Allerdings müssen wir an dieser Stelle ein großes ABER in den Boden ritzen. Denn streng genommen haben die Primal- Macher den überschaubaren Kern an Missonsarten per Copy-Paste-Vorgang vervielfältigt.

    So viel Laune es anfangs macht, gezähmte Tiere wie Weißwolf oder Säbelzahntiger als Waffe einzusetzen, so viel Routine stellt sich mit der Zeit ein - und auch Langeweile. Zu den angesichts der mächtigen Spielzeit zu seltenen Highlights gesellen sich zahlreiche Wiederholungen und Standardaufgaben. Um zum Beispiel den Säbelzahntiger zu zähmen, müsst ihr erst per Jägerblick dessen Spuren folgen und dann im Zielgebiet mehrere Fallen errichten. Danach bekämpft ihr das Tier, bis es fast tot ist. Nun dürft ihr es per Knopfdruck zähmen. Auf dieselbe Weise funktioniert das beim Narbenbären und bei weiteren mächtigen Bestien. Kleinere Tierchen wie Rothund oder Dachs zähmt ihr per Auslegen eines Köders.

    Neandertaler: Da es in der Steinzeit noch keine Youtube-Workshops gab, sind die Udam taktisch eher schlecht ausgebildet. Sie laufen uns meist schnurstracks in die Keule. (Xbox One) Neandertaler: Da es in der Steinzeit noch keine Youtube-Workshops gab, sind die Udam taktisch eher schlecht ausgebildet. Sie laufen uns meist schnurstracks in die Keule. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Was uns bei der Stange gehalten hat, sind die besonderen Momente, die Überraschungen und die gute Inszenierung einiger Missionen. Wenn uns Schamane Tensay mal wieder einen Blut-Cocktail gemixt hat - auch gern genommen mit Augapfel-Beilage - folgt stets eine abgefahrene Traumsequenz. Einmal sind wir in das dicke Fell eines Mammuts geschlüpft und haben Jagd auf Nashörner gemacht. Dann mussten wir mit einem magischen Drei-Pfeil-Bogen den Mond zerstören.

    Auch manche Hauptmission bot Szenen, die uns im Gedächtnis haften bleiben werden. Auf dem Rücken eines Mammuts durch ein riesiges Tor zu brechen und danach mit dem langen Rüssel des mächtigen Tieres alles durch die Gegend zu schleudern, was uns in die Quere kommt, ist ein durchaus bemerkenswertes Erlebnis. Wenngleich wir zugeben müssen, dass sich die Passage spielerisch kaum vom Elefantenritt aus Far Cry 4 unterscheidet. Rüssel-Katapult: Im Nürnberger Zoo haben wir noch kein Mammut gefunden. Dank Ubisoft dürfen wir endlich mal auf einem Steinzeit-Elefanten reiten. (PS4) Rüssel-Katapult: Im Nürnberger Zoo haben wir noch kein Mammut gefunden. Dank Ubisoft dürfen wir endlich mal auf einem Steinzeit-Elefanten reiten. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Bewährtes Gameplay

    Wer den Primal-Vorgänger gespielt hat, wird viele Ähnlichkeiten entdecken. Auch in Far Cry 3 und 4 spielte bekanntermaßen das Jagen von Tieren eine Rolle. In Primal ist natürlich alles umfangreicher und besitzt mehr Tiefgang. Grundlegende Unterschiede zum Gameplay der letzten Far Cry-Teile bietet das neue Abenteuer aber kaum. Wir hatten zwar die Befürchtung, dass uns Waffenarmut erwartet, doch letztlich bietet das Spiel genug taktische Möglichkeiten. Per Eule etwa können wir separierte Wachen erledigen, ohne Aufsehen zu erregen. Oder wir werfen eine Tobsuchtbombe ab und lassen Feinde gegen ihresgleichen kämpfen.

    Zudem haben wir stets ein Tier dabei, das wir auf Widersacher hetzen können. Speziell mit einem Säbelzahntiger werden Kämpfe deutlich vereinfacht. Lobenswert: Ihr dürft jederzeit den Schwierigkeitsgrad ändern. Auf einem höheren Level erleidet ihr mehr Schaden. Neben den Hauptwaffen Keule, Boden und Speer erhaltet ihr im Spielverlauf auch Stachel­ (Bienenschwarm) und Feuerbomben, Fallen sowie verschiedene Splitterarten, die ihr auf Feinde schleudern könnt.

    An der Steuerung haben wir kaum etwas auszusetzen. Nur, dass man beim Durchsuchen von Leichen oder Aufsammeln von Pflanzen sehr nahe an das Objekt herantreten und auch noch nach unten schauen muss, hat auf Dauer Nerven gekos­tet. Ohnehin macht das Spiel ständig auf Sammelobjekte aufmerksam, die eure Taschen flugs aus allen Nähten platzen lassen. Was der F..k!? In dieser Traummission müssen wir den Mond mit einem Dreipfeil-Geschoss zerschlagen - zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Schamanen. (PS4) Was der F..k!? In dieser Traummission müssen wir den Mond mit einem Dreipfeil-Geschoss zerschlagen - zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Schamanen. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Lahme Geschichte

    Ihr trefft im Verlauf des Abenteuers auf rund ein Dutzend Charaktere, denen die Primal ­Macher jeweils eine eigene Story spendiert haben. Die meisten dieser Personen sind euch wohlgesinnt, etwa die forsche Sayla, die sich eine Kette aus Udam ­Ohren gebastelt hat. Oder der durchge knallte Urki, der gerne wie ein Vogel fliegen würde.

    Die Geschichten um den Kampf zwischen den Wenja, Udam und Izila haben jedoch eines gemeinsam: Sie wecken keinerlei Emotionen. Zwar bewegen sich die in Steinzeitsprache geführten und deutsch untertitelten Dialoge auf ordentlichem Niveau und sind technisch zeitgemäß dargestellt. Von Titeln wie The Last of Us oder GTA 5 ist das Storytelling aber so weit weg wie die Steinzeit vom 21. Jahrhundert.

    Hauptcharakter Takkar spricht auch. Seine klischeehaften Aussagen ermöglichen es aber nicht wirklich, sich mit dem Helden zu identifizieren. Und so haben uns die Primal ­Macher letztlich zwar ein gutes Abenteuer in einem frischen Setting präsentiert. Sie ließen jedoch die Chance ungenutzt, den Aufenthalt in der Steinzeit zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. Spaziergänger: Wer im echten Leben gerne die Schönheiten der Natur genießt, wird an Primal eine Extraportion Freude verspüren. Die lebendige Spielwelt ist herrlich anzuschauen. (PC) Spaziergänger: Wer im echten Leben gerne die Schönheiten der Natur genießt, wird an Primal eine Extraportion Freude verspüren. Die lebendige Spielwelt ist herrlich anzuschauen. (PC) Quelle: Games Aktuell

    Nebenaufgaben:

    Viel Masse, wenig Klasse In Oros gibt es Hunderte Fundstücke, Nebenmissonen und Tiere, die euch ans Leder wollen. Doch nur wenige der Aufgaben können dauerhaft motivieren. Unbehelligt die Steinzeit-Idylle genießen? Vergesst es! Ständig spornt euch eine Zufallsmisson an, Wenja-Stammeskollegen zu retten und auf diese Weise die Bevölkerungsanzahl zu erhöhen - dadurch erhaltet ihr Beute-Belohnungen. Auch Verteidigungsaufgaben gibt es jede Menge. Hier müsst ihr verschanzten Wenjas helfen, sich Feinden zu erwehren, die aus allen Richtungen angreifen - auf Dauer eintönig.

    Besser gefallen haben uns Missionen, in denen wir mächtige Tiere erledigen müssen. Gegen ein Mammut oder einen Großelch kämpt man nicht alle Tage. Darüber hinaus bietet Primal viele geheime Orte, was im Endeffekt aber nur abgelegene Plätze mit irgendwelchen Steingebilden sind.

    Schade: In eurem Dorf dürft ihr zwar mehrere Hütten durch das Sammeln von Holz oder das Häuten von Tieren upgraden. Doch da- durch schaltet ihr lediglich weitere Items frei oder führt die Story weiter. Viel interessanter wäre es gewesen, das Dorf zur Festung auszubauen und es regelmäßig gegen Angriffe feindlicher Stämme verteidigen zu müssen - eine vertane Chance.

    Meldet ihr euch innerhalb des Spiels im Ubisoft­Club an, erhaltet ihr als Gratis­ Belohnung einen besonders scharfen Kapala­Splitter zum Schleudern. Arbeitsteilung: Während wir dem Udam einen vor den Latz hauen, erledigt unser gezähmter Wolf den Rest. (Xbox One) Arbeitsteilung: Während wir dem Udam einen vor den Latz hauen, erledigt unser gezähmter Wolf den Rest. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell

    Systemunterschiede

    Die PS4 ­Version läuft in Full­HD­Auf­ lösung und mit konstanten 30 Bildern pro Sekunde. Sie steht der PC­ Fassung in nichts nach - wenngleich sich Primal auf dem PC natürlich auch in 4K spielen lässt. Auf der Xbox One musste Ubisoft eine Sub-­Full­HD-­Auflösung von 1.440 x 1.080 Pixel wählen, um die 30 fps kon­stant zu halten. Im Direktvergleich fällt zwar eine minimale Unschärfe gegen­über den anderen Versionen auf, gestört hat uns das beim Spielen aber nicht.

    Entwickler: Ubisoft Montreal | Hersteller: Ubisoft | Sprache: Steinzeitsprache (dt. Texte) | Altersfreigabe: Ab 16

    31:53
    Far Cry Primal - Let's Play zum Steinzeit-Abenteuer

    Far Cry Primal (PC)

    Spielspaß
    8 /10

    Far Cry Primal (PS4)

    Spielspaß
    8 /10

    Far Cry Primal (XBO)

    Spielspaß
    8 /10
    Pro & Contra
    Große, vielfältige Spielwelt mit jeder Menge Tierarten
    Einige bemerkenswerte Highlights
    Genügend taktische Möglichkeiten
    Coole Schamanen­Missionen
    Über 30 Stunden Spielzeit
    Klischeehafte Story und Charaktere wecken keinerlei Emotionen
    Gleichförmige Nebenaufgaben
    Dorf-­Upgrades unnütz
    Fazit
    Die Reise in die Steinzeit ist erlebnisreich, aber nicht so unvergesslich wie wir es uns gewünscht hätten.
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http://www.gamesaktuell.de/Games-Aktuell-Brands-230077/Tests/Far-Cry-Primal-unvergessliches-Steinzeitabenteuer-1193724/
02.05.2016
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