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  • Filme zu Videospielen: Wie Publisher Verfilmungen selbst in die Hand nehmen

    [b]Auf dieses Werk blickt die ganze Gameswelt:[/b] Assassin's Creed ist der erste Kinofilm seit Final Fantasy: Die Mächte in Dir (2001), der von einem Spielehersteller selbst produziert wird. Quelle: Games Aktuell

    Spielepublisher nehmen die Sache jetzt selbst in die Hand - sind die Zeiten schlechter Videospiel-Verfilmungen damit endlich vorbei?

    Mortal Kombat, Tomb Raider, Super Mario Bros., Dead or Alive - seit den 1980ern habe ich Dutzende Videospiel-Filme gesehen, die mich bestenfalls gelangweilt, oft aber richtig geärgert haben, ob der dilettantischen Umsetzung. Und da spreche ich noch nicht einmal über die Machwerke von Uwe Boll, das ist ein Kapitel für sich.

    Fast alle Verfilmungen der letzten Jahrzehnte haben eines gemeinsam: Der Spielehersteller verkaufte die Lizenzrechte an einen Filmproduzenten und hatte dann kaum noch Einflussmöglichkeiten auf das, was letztlich auf die Kinoleinwand gebracht wurde. Man merkt vielen Spiel-Filmen an, dass es den Machern an Gefühl und Verständnis für die Zielgruppe und deren Wünsche an eine Kino-Umsetzung ihres Lieblingsgames mangelt. Der Vorwurf geht an die Filmstudios aber auch an die Spielehersteller. Denn oft wird hier nur an den schnell verdienten Dollar gedacht anstatt das große Potenzial zu erkennen, das wirklich in Marken aus der Spielewelt steckt, die sich teilweise über Jahrzehnte eine Fan-Schar aufgebaut haben. Doch so langsam scheint ein Umdenken stattzufinden, immer mehr Publisher nehmen das Medium Film selbst in die Hand.

    Vorreiter Ubisoft

    Bereits 2004 legte der französische Publisher den Grundstein für den ersten erfolgreichen Big-Budget-Film basierend auf einer Spielemarke: Prince of Persia: Der Sand der Zeit. Dabei hatte man das Glück, dass Produzent Jerry Bruckheimer, der soeben mit Fluch der Karibik einen Welterfolg mit einem auf einer Freizeitpark-Attraktion basierenden Film gelandet hatte, Interesse an einer weiteren Lizenzverfilmung zeigte. Bruckheimer konnte Disney Pictures ein Budget von 200 Mio. US-Dollar entlocken und fuhr schwere Geschütze auf: Das Drehbuch stammte von Prince of Persia-Erfinder Jordan Mechner, Regie führte Mike Newell (Harry Potter und der Feuerkelch) und als Haupt-darsteller wurden Jake Gyllenhaal (Donnie Darko), Gemma Arterton (James Bond 007: Ein Quantum Trost) sowie Oscarpreisträger Ben Kingsley (Gandhi) gecastet.

    2010 kam Prince of Persia: Der Sand der Zeit ins Kino, ist mit einem weltweiten Einspielergeb-nis von 335 Millionen US-Dollar die bis heute erfolgreichste Videospiel-Verfilmung und einer meiner wenigen Favoriten dieser Gattung. Ubisoft hatte gezeigt, dass durchaus gute und erfolgreiche Spiel-Filme möglich sind, wenn man sich nur die richtigen Partner sucht. Die Sache hatte aus Sicht des Publishers aber einen Haken: Der Großteil des Gewinns landete nicht bei Ubisoft, sondern beim Filmstudio Disney Pictures, die das finanzielle Risiko trugen.

    Vorbild Marvel

    Der Comicverlag Marvel hatte vor zehn Jahren ein ähnliches Problem, vergab zwar regelmäßig Lizenzen an Hollywood, diese brachten aber nicht genügend Geld ein, um die Rückgänge im Kerngeschäft mit gedruckten Comics kompensieren zu können. Am Rande zur Insolvenz entschieden sich die Marvel-Manager, mit viel geliehenem Geld ein eigenes Filmstudio zu gründen und Marvel-Comic-Helden künftig selbst ins Kino zu bringen. Wie sich herausstellte, ein äußerst kluger Schachzug. Filme wie Iron Man (2008), Thor (2011) und vor allem Marvel's The Avengers (2012) waren megaerfolgreich, da sie die Seele der Comic-Vorbilder in sich trugen und Marvel mit dem "Marvel Cinematic Universe" eine clevere Vernetzung der einzelnen Franchises gelang.

    Zwischenzeitlich gehört Marvel zu Disney, die sich den Kauf vier Milliarden Dollar kosten ließen. Zurück zu Ubisoft: Der Spielehersteller nahm sich Marvel zum Vorbild und gründete 2011 ein eigenes Filmstudio. Erstes Projekt von Ubisoft Motion Pictures war die animierte TV-Serie Rabbids Invasion, die seit 2013 auf Nickelodeon ausgestrahlt wird. Ende 2016 kommt mit Assassin's Creed der erste selbst produzierte Ubisoft-Film ins Kino.

    Ich bin sehr gespannt auf diese meines Erachtens längst überfällige Pionierarbeit. Vielleicht schafft man es ja ebenfalls, ein "Cinematic Universe" mit Ubisoft-Marken zu erschaffen, schließlich sind laut dem Publisher Kinofilme zu Splinter Cell, Watch Dogs und Ghost Recon bereits in Vorbereitung. Auch Far Cry soll erneut verfilmt werden. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich bei der Formulierung "Far Cry-Film" nicht mehr reflexartig an den furchtbaren Uwe-Boll-Streifen mit Til Schweiger in der Hauptrolle denken müsste.

    Im November vergangenen Jahres hat auch Activision Blizzard eine eigene Filmproduktionsfirma gegründet. Wie bei Ubisoft ist das erste Werk der Activision Blizzard Studios eine animierte TV-Serie. In Skylanders Academystehen Spyro the Dragon und die viele anderen Figuren der populären Toys-to-Life-Spiele-reihe im Mittelpunkt.


    Mittlerweile offiziell

    In diesem Jahr kommt kein Assassin's Creed-Hauptspiel - erstmals seit 2009. Dafür springt am 29. Dezember 2016 der erste AC-Kinofilm in die Bresche. Mit Michael Fassbender (X-Men: Zukunft ist Vergangenheit) und Marion Cotillard (Inception) wurde ein namhaftes Heldenpaar gecastet, das interessanterweise auch bei der im vergangenen Oktober in die Kinos gekommenen Shakespeare-Verfilmung Macbeth die Hauptrollen übernahm. Auch Regisseur (Justin Kurzel) und Drehbuchautor (Michael Lesslie) sind bei Macbeth und Assassin's Creed identisch. Dem eingespielten Team stellt Ubisoft Motion Pictures ein Mega-Budget von 150 Mio. Dollar zur Verfügung.

    Gedreht wurde 2015 in Malta, London und Spanien. Der deutschstämmige Brite Michael Fassbender, geboren in Heidelberg, mimt den im Todestrakt inhaftierten Callum Lynch, dem von einem Wissenschaftler die Teilnahme an einem wissenschaftlichen Experiment angeboten wird: Callum soll eine Maschine namens Animus testen, die es einem erlaubt, Erinnerungen von Vorfahren zu durchleben. Und so verkörpert Callum zur Zeit der Spanischen Inquisition den Assassinen Aguilar de Agarorobo. Unterstützung erhält er durch die Assassinin Lara (Marion Cotillard). Sein Gegenspieler, gespielt von Jeremy Irons, ist in der Gegenwart der Anführer der modernen Templer und im 15. Jahrhundert die rechte Hand des korrupten Rodrigo Borgia, der seinerzeit zum Papst aufstieg. Schlecht, schlechter, Uwe Boll: Er gilt als einer der schlechtesten Regisseure der Gegenwart und hat Videospielfans schon mehrfach einen Bärendienst erwiesen. Schlecht, schlechter, Uwe Boll: Er gilt als einer der schlechtesten Regisseure der Gegenwart und hat Videospielfans schon mehrfach einen Bärendienst erwiesen. Quelle: Games Aktuell


    Spiele-Verfilmergewaltiger Uwe Boll

    Der berühmt-berüchtigte Produzent, Regisseur und Drehbuchautor aus dem rheinischen Wermelskirchen hat bereits über 10 Video-spiel-Verfilmungen - ich muss es so sagen - verbrochen.

    Machwerke wie Alone in the Dark (Bild), House of the Dead oder Far Cry gehören zu den schlechtesten Filmen, die ich je gesehen habe. Interessanterweise hat es Boll geschafft, durchaus namhafte Darsteller wie Jason Statham (Schwerter des Königs - Dungeon Siege), Ben Kingsley (Blood Rayne) oder Til Schweiger (Far Cry) vor die Kamera zu bekommen.

    Traurige Wahrheit: Deren Gagen wurden auch von euch und mir bezahlt, denn zur Finanzierung nutzte Boll hauptsächlich deutsche Medienfonds, deren Verluste vom Steuerzahler ausgeglichen wurden, bis dieses Schlupfloch Ende 2005 vom Gesetzgeber geschlossen wurde.

    Zur Ehrenrettung von Uwe Boll möchte ich anmerken, dass ich die Verfilmung von Postal ganz amüsant fand und dass Boll für sein wohl bestes Werk, das Kriegsdrama Darfur, 2010 auf dem New York International Independent Film & Video Festival den Preis für den besten internationalen Film erhielt. Hier könnt ihr weiterlesen, welche Filme noch erwartet werden.

    04:00
    Assassin's Creed Chronicles - Russia: Testvideo zur Russland-Schleicherei
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http://www.gamesaktuell.de/Games-Aktuell-Brands-230077/Specials/Spielfilme-40-Immer-mehr-Hersteller-gruenden-Filmstudios-1193559/
30.04.2016
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