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  • Leitfaden für Entwickler: So muss das perfekte Spiel aussehen - Teil 2

    [b]Zu schön, um wahr zu sein:[/b] Der Master Chief, Nathan Drake und Super Mario in einem Spiel mit den Vortzügen eines GTA! Quelle: Games Aktuell

    Geile Grafik, super Sound, mächtiger Multiplayer, exzellente Einzelspieler-Kampagne: Thorsten Küchler bündelt seine 30 Jahre Zockererfahrung und skizziert den Traum aller Gamer - einen makellosen Software-Hit!

    Im ersten Teil haben wir uns mit Umfang, künstlicher Intelligenz und dem Multiplayer beschäftigt.

    Grafik & Physik

    Die Ausgangslage:
    Es kommt eben doch auf die Äußerlichkeiten an! Davon können Spieleentwickler mehr als nur ein Lied singen. Denn schon bei den ersten Screenshots reagiert die Kundschaft gerne mal ziemlich kritisch: Was nicht top modern aussieht, wird gleich als Flop abgetan. Physikalisch korrekte Animationen: Max Payne 3 Physikalisch korrekte Animationen: Max Payne 3 Quelle: Games Aktuell Ob Auflösung, Bildrate oder Physikspielereien - der Anspruch an heutige Software-Hits ist enorm. Kein Wunder also, dass große Studios nicht selten mehrere Hundert Menschen beschäftigen.

    Die Wunschvorstellung:
    Räumen wir die Sache mit den Pixelzahlen gleich mal aus dem Weg! Ja, Toptitel sollten mindestens Full HD, also 1080p-Grafik bieten. Und damit meinen wir eine native und keine geschummelte Auflösung. Denn besonders auf Fernsehern jenseits der 1-Meter-Diagonale fallen die groben Bildpunkte sonst negativ auf.

    Noch wichtiger ist jedoch die Framerate. Sie muss vor allem eines sein: konstant! Denn Ruckler stören nicht nur das ästhetische Empfinden, sondern auch die Direktheit der Fotorealistische Texturen: Star Wars Battlefront Fotorealistische Texturen: Star Wars Battlefront Quelle: Games Aktuell Steuerungseingaben. Deshalb bietet unser perfektes Spiel eben auch 60 Bilder pro Sekunde: Jede Nuance wird so beispielsweise bei Shootern oder Rennsimulationen direkt als grafische Information an den Spieler zurückgegeben.

    Und was man da zu sehen bekommt, das erfreut die Augen: Hochdetaillierte Texturen, realistische Beleuchtung, enorme Weitsicht - so loben wir uns das! Hinzu kommen Effekte (ob nun bei Explosionen, Feuer oder Wasser), die kaum von der Realität zu unterscheiden sind. Doch selbst die tollsten technischen Tricks bringen nur herzlich wenig, wenn Farbgebung und optischer Stil nicht passen.

    Wer zehn graubraune Levels anbietet, der kann noch so tolle Polygonfiguren herumrennen lassen - das wirkt einfach öde. Und wo wir gerade bei den Charakteren sind: Die virtuellen Schauspieler sollten nicht nur authentisch aussehen, sondern sich auch so bewegen! Ob die Animationen nun per Hand oder Performance Capturing erstellt werden, das ist schnurzpiepegal - geschmeidig, individuell und möglichst abwechslungsreich müssen sie sein.
    Totale Zerstörung: Crackdown 3 Totale Zerstörung: Crackdown 3 Quelle: Games Aktuell
    Ein großer Trend geht aktuell zudem in Richtung realistischere Physik. Und so bietet das perfekte Spiel ebenfalls kaputtbare Elemente - allerdings auch nur da, wo es Sinn macht. Wichtig auch, dass Objekte bei Berührung oder gar Beschuss nicht bloß stehen bleiben, sondern gemäß ihrer realen Vorbilder umfallen und zerdeppern.

    Und jetzt kommt das große ABER: Wir können auch auf viele dieser modernen Kniffe verzichten, wenn das Design in künstlerischer Hinsicht eine Augenweide ist! Denn auch handgezeichnete 2D-Spiele können wunderschön aussehen - ganz ohne Tessellation und anderen Schickschnack.

    Der Hoffnungsträger:
    Wenn nicht irgendetwas absurdes schief geht, dann setzt Uncharted 4 neue Maßstäbe in Sachen Grafik. Von den Zwischensequenzen über die Animationen und Effekte bis hin zur Texturqualität haut einen Nathan Drakes vielleicht letzter Auftritt glatt von den Socken. Schade nur, dass Naughty Dog aufgrund der vielen Details "nur" 30 Bilder pro Sekunde anbieten kann. Aber hey, man kann nicht alles haben. Sonst wäre Uncharted 4 ja schon das perfekte Spiel und wir könnten uns ein solches Special sparen!

    Das Negativbeispiel:
    Das hat der japanische Ursaurier nicht verdient! Namcos PS4-Lachnummer Godzilla inszeniert das Nippon-Vieh als eckigen Polygonklumpen, der sich durch öde Schauplätze randaliert. Auf den ersten Blick wähnt man sich glatt in einem Titel für die Playstation 2.

    Story & Präsentationen

    Die Ausgangslage:
    Okay, Tetris ist auch ohne packende Hintergrundgeschichte ein legendär wichtiges Spiel. Aber im Normalfall steht und fällt die Qualität eines Titels auch mit der Geschichte, die erzählt wird. Mit den Charakteren, die uns mitfühlen lassen. Und hier kommt es Feinfühlige Dramartugie: The Last of Us Feinfühlige Dramartugie: The Last of Us Quelle: Games Aktuell dann auch auf die Güte der Präsentation an. Denn selbst der beste Plot kann durch stümperhafte Erzählweise zum Flop werden.

    Die Wunschvorstellung:
    Im Mittelpunkt einer jeden Dramaturgie steht der Held, die Hauptperson - sprich: das Alter Ego des Spielers. Und dieser Herr oder diese Frau (oder manchmal auch dieses Etwas) sollte Sympathie bei uns wecken: Schließlich wollen wir uns mit dem Protagonisten, dessen Schicksal in unseren Controller-Händen liegt, identifizieren.

    Ein wichtiges Puzzleteil sind hierbei paradoxerweise Schwächen: Kleine Fehler machen die Heldenfigur umso greif- und nahbarer für den Menschen vorm Bildschirm. Makellose Muskelmänner sind viel öder als ein Abenteurer, der auch mal tolpatschig agiert und sich wieder aufrappelt.

    Selbiges gilt dementsprechend auch für Nebencharaktere und Schurken. Wobei Letztere natürlich gerne auch abstoßend wirken dürfen: Besonders der klassische Oberbösewicht ist erst dann perfekt, wenn er einen eigentlich nachvollziehbaren Zweck durch maßlose Mittel erreichen will - und dabei möglichst trotz aller Gemeinheit auch noch schlau rüberkommt.

    Verblüffende Wendungen: Bioshock Verblüffende Wendungen: Bioshock Quelle: Games Aktuell Ein Sonderfall sind in diesem Zusammenhang natürlich Lizenzprodukte: Batman, James Bond und Co sind in ihren Charakterzügen bereits durch die Vorlage festgelegt. Entwickler solcher Spiele müssen also den Geist des Originals herüberretten und ihn durch die Stärken des Mediums Videospiel ergänzen.

    Wie sehr wir virtuelle Figuren als reale Personen wahrnehmen, das hängt stark von ihrer Mimik ab. Ein perfektes Spiel bietet demnach Pixelvisagen, die Emotionen herüberbringen und nicht roboterhaft oder gar seelenlos vor sich hinzucken. Denn sonst werden auch die Gespräche zur Farce: Wenn zwei Spielfiguren miteinander plaudern, ist man zum Zuschauen und -hören verdammt, reagiert entsprechend sensibel auf Ungereimtheiten.

    Exzellente Entwickler lassen ihre Helden dementsprechend zwar gerne mal coole Dinge sagen, übertreiben es aber auch nicht mit den lässigen Sprüchen. Ein probates Mittel, um uns Zocker noch mehr Mittendrin-Gefühl zu verschaffen, ist eine (zumindest teilweise) interaktive Handlung: Wichtige Entscheidungen treffen, den Verlauf der Story maßgeblich mitgestalten und doch von Wendungen überrascht zu werden - das ist moderne Videospiel-Kunst.
    Moralische Entscheidungen: The Walking Dead Moralische Entscheidungen: The Walking Dead Quelle: Games Aktuell
    Den Ausdruck Kunst verdienen sich im Übrigen auch nur Spiele, die neben klassischer Action auch noch andere Nuancen bieten: Humor, Trauer, Freude - solche komplexen Emotionen nutzen viele Filme, warum also nicht auch mehr Games? In der Summe erzählt unser perfektes Spiel also eine Geschichte voller Wendungen, denkwürdiger Charaktere und mit ganz viel Spannung - ohne dabei die Gesetze der Logik zu vernachlässigen.

    Und diese optimale Handlung wird eben nicht nur durch Zwischensequenzen, sondern auch subtiler ausgeschmückt: Manchmal sagt ein zerrissenes Familienfoto mehr aus, als minutenlang streitende, fluchende Eheleute.

    Der Hoffnungsträger:
    Square Enix hat mit Deus Ex: Mankind Divided ein Science-Fiction-Rollenspiel in der Mache, das sein futuristisches Szenario dazu nutzt, auch mal unbequeme Fragen zu stellen. Die bislang gezeigten Szenen lassen auf ein Abenteuer voller zwielichtiger Figuren und überraschender Wendungen hoffen. Und technisch scheint auch alles im Lot zu sein!

    Das Negativbeispiel:
    Der Wii-U-Action-Nonsens Devil's Third befand sich gefühlte 12 Jahre in der Entwicklung. An der ausgeklügelten Story kann das aber nicht gelegen haben. Egal ob Charaktere, Dialoge oder Dramaturgie - hier wird der gute Geschmack mit den Füßen getreten. So schlecht, dass es fast schon wieder cool ist...

    Sound & Sprache

    Die Ausgangslage:
    Piep, piep, piep: So klangen die Videospiele der Frühzeit. Jahrzehnte später sind wir an exzellente Soundtracks und komplett vertonte Gespräche gewöhnt. Doch mit dem Fortschritt kamen auch die Probleme, denn alleine bei der Übersetzung von Texteinblendungen Rockige Lizenz-Songs: Brütal Legend Rockige Lizenz-Songs: Brütal Legend Quelle: Games Aktuell kann enorm viel schief gehen. Im Idealfall schafft die tonale Untermalung eine grandiose Atmosphäre - doch das bleibt oft Wunschdenken.

    Die Wunschvorstellung:
    Da steht er nun, der bärtige Kerl, holt tief Luft, macht den Mund auf - und klingt plötzlich wie ein zehnjähriges Weichei! So etwas kann in unserem fehlerlosen, perfekten Spiel nicht passieren: Denn die Sprachausgabe gehört zu den Königsdisziplinen in Sachen Sound. Jeder Charakter sollte also nicht nur mit einer passenden Stimme ausgestattet sein, sondern seine Äußerungen auch der Situation entsprechend vortragen.

    Berühmte Schauspieler oder andere Stars dürfen gerne eine solche Rolle übernehmen - wenn sie sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund spielen und somit für einen atmosphärischen Bruch sorgen. Es bringt herzlich wenig, einfach Arnold Schwarzenegger zu engagieren, ohne dabei an den Kern der Rolle zu denken. Fast genauso entscheidend: Die originale (zumeist englische, manchmal auch japanische) Tonspur muss neben einer hervorragenden deutschen Übersetzung ebenfalls auf der Spiel-Disc enthalten sein.

    Legendäre Titelmusik: Halo Legendäre Titelmusik: Halo Quelle: Games Aktuell Das Wechseln zwischen den Sprachen geschieht jederzeit per simpler Menüauswahl. Und damit meinen wir nicht dieses Gefummel in den Systemeinstellungen der jeweiligen Konsole. Selbiges gilt für optionale Untertitel sowie die Bildschirmtexte - die man idealerweise auch unabhängig von der Sprachausgabe verändern kann. Englische Sprecher, deutsche Texte, diese Kombination muss also möglich sein.

    Das Geschwätz der Gegner hat indes auch spielerischen Mehrwert: Wenn wartende Wächter zum Beispiel eindeutig verkünden, dass sie mal kurz auf die Toilette müssen, dann ist das eine enorm wichtige Information für den im Dunkeln kauernden Helden. Allerdings darf man es mit solchen Ankündigungen auch nicht übertreiben, sonst wird die Nummer reichlich albern.

    Es ist taktisch nämlich durchaus unklug, mitten im Gefecht "Meine Munition ist alle" herumzuposaunen. Musikalisch wünschen wir uns indes eine Mischung aus eigens komponierten, möglichst auf das Bildschirmgeschehen reagierenden Melodien und lizenzierten Songs. Letztere allerdings nur punktuell und überraschend eingesetzt.
    Sprachsausgabe mit Witz: Portal 2 Sprachsausgabe mit Witz: Portal 2 Quelle: Games Aktuell
    Je nach Genre (also beispielsweise bei Sportspielen) empfiehlt es sich zudem, ein Playlist-Feature anzubieten und die Spielerschaft selbst über die Reihenfolge der Lieder entscheiden zu lassen oder gar eine MP3-Importfunktion einzubauen. Was in der heutigen Zeit gar nicht mehr geht, das sind billige Synthesizer-Orchester: Wenn man schon Streicher und Blasinstrumente einsetzt, dann bitte auch echte und nicht dieses Retortengedudel.

    Abgerundet wird die exzellente Klangkulisse von satten Soundeffekten, die in ihrer Abmischung jedwede Hardware berücksichtigen: Von einfachen TV-Lautsprechern bis hin zu megateuren 7.1-Surround-Systemen.

    Der Hoffnungsträger:
    Die Wahl mag ungewöhnlich sein, aber The Last Guardian könnte hinsichtlich seiner Soundkulisse ein überragendes Spiel werden. Denn die esoterische Inszenierung erfordert einen ebenso behutsamen Umgang mit Musik und Klängen - ein Spagat, den wir den japanischen Machern durchaus zutrauen. Hinzu kommt das ebenso eigenartige wie faszinierende Gekrächze des seltsamen Titelwesens. Seltsam, seltsam toll.

    Das Negativbeispiel:
    Unreal Tournament 3 gehört immer noch zu den besten Online-Shootern aller Zeiten, die deutsche Vertonung ist aber schlichtweg unterirdisch. Wer das peinliche Gelaber noch nicht gehört hat, der sollte unbedingt auf Youtube nach entsprechenden Videos suchen und sich diese zu Gemüte führen - einschalten und... äh... genießen.

    Spielwelt & Atmosphäre

    Die Ausgangslage:
    Was bringen die tollsten Typen, wenn sie durch eine langweilige Umgebung stapfen? Genau, gar nichts! Die inszenatorische Wucht eines Videospiels hängt nämlich stark von seiner Spielwelt ab. Ob diese nun realistisch, fantastisch oder futuristisch wirkt, d Voller Beschäftigung: Bournout Paradise Voller Beschäftigung: Bournout Paradise Quelle: Games Aktuell as ist letztlich schnuppe. Sie muss passen, unsere Fantasie anregen und den Rahmen für virtuelle Erlebnisse bilden.

    Die Wunschvorstellung:
    Widmen wir uns zunächst dem Aufbau der idealen Spielwelt: Ist sie nun lieber linear oder offen begehbar? Gigantisch groß oder eher kompakt? Die Antwort: alles davon! Denn das perfekte Spiel bietet sowohl spektakulär durch choreografierte Skript-Sequenzen als auch befreiende Erforschungselemente.

    Wichtig ist hierbei der Rhythmus, die Abwechslung: Bei einem Fantasy-RPG müssen beispielsweise düstere Kerker, mystische Wälder und verwinkelte Festungen für Vielfalt sorgen. Zudem sind die Größenverhältnisse an die Fortbewegungsoptionen des Spielers anzupassen! Kilometerlange Fußmärsche machen wenig Laune, Düsenjet-Reisen hingegen schon.

    Spielplatz für Superhelden: Batman Arkham Knight Spielplatz für Superhelden: Batman Arkham Knight Quelle: Games Aktuell Ach ja: Graue Industrieanlagen und Kriechpassagen durch Lüftungsschächte könnt ihr euch sparen, liebe Entwickler. Apropos: Die architektonische Nachvollziehbarkeit der virtuellen Bauten ist ebenfalls von großer Bedeutung. Es wirkt schlichtweg beknackt, wenn 20 Soldaten in einem Wachhäuschen leben, dass nur über eine 50 Zentimeter breite Leiter zu erreichen ist.
    Das Verhältnis zwischen Spielwelt und Personal muss einfach stimmen: Man sollte uns zumindest clever vorgaukeln, dass die Bildschirm-Schauplätze tatsächlich bewohnt sind - sonst geht die Illusion schnell flöten.

    Und die Taten des Spielers müssen entsprechende Reaktionen und Veränderungen bewirken: Wenn der tolle Held schon ganze Städte vor den Schergen des Bösen beschützt, dann darf man das gerne auch optisch nachvollziehen - sei es nun durch erleichtert lachende Zivilisten oder durch Plakate, die von der Befreiung künden.

    Eine ideale Spielwelt ist also nicht nur starre Kulisse, sondern Beschäftigungsangebot und Fortschrittsanzeige in einem. Vorzugsweise ohne störende Ladezeiten beim Wechsel in andere Abschnitte und mit veränderlichen Wetterbedingungen sowie Tag-Nacht-Zyklus. Und wenn man an ihre Grenzen stößt, dann sind diese dann auch bitte nachvollziehbar: Steile Felswände sind okay, unsichtbare Blockaden oder kleine Hecken, über die der ach so tolle Recke nicht hüpfen kann, hingegen grotesk.
    Belebt ohne Ende: GTA 5 Belebt ohne Ende: GTA 5 Quelle: Games Aktuell
    Das Durchbrechen der sogenannten Vierten Wand gehört hingegen zu den erwünschten Features: Wir lieben die Überraschung und Immersion, wenn die Welt des Spielers vor dem Bildschirm mit ins Gaming einbezogen wird - wie etwa beim ersten Metal Gear Solid, als Bossgegner Psycho Mantis seine Superkräfte zeigt, indem er den Controller per Vibration hüpfen lässt.

    Der Hoffnungsträger:
    Mafia 3 emanzipiert sich von seinen Italo-Vorläufern und wechselt das Szenario: Im New Orleans der 1960er-Jahre kämpft man als Vietnam-Veteran gegen zahlreiche Gangster und die Willkür der Polizei. Bereits in der Vorschau-Fassung wirkt der Schauplatz enorm dicht und vor allem authentisch: Passanten gehen ihrem Leben nach, zahlreiche Details laden zum Hingucken ein, aus den Bars erklingen Musikstücke der damaligen Zeit. Das könnte tatsächlich klasse werden...

    Das Negativbeispiel:
    Grand Theft Auto zu kopieren, daran sind schon viele Titel gescheitert. Nur wenige allerdings so grandios wie Ride to Hell. Die Motorrad-Action aus dem Hause Eutechnyx unterschreitet selbst niedrigste Erwartungen und bietet eine Atmosphäre, die man nur unter Drogeneinfluss als stimmig bezeichnen kann. Schön auch der Pressetext: "Cook hat tödliche Atombomben-Pläne: Versalze ihm seine Suppe im Bonus-Szenario!" Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Zur Hölle damit!

    Steuerung & Optionen

    Die Ausgangslage:
    Links ist links und rechts ist rechts: Die grundlegenden Prinzipien von Videospiel-Kontrollen sind eigentlich total simpel. Und doch haben die heutigen Gamepads mit ihren zahlreichen Knöpfen dafür gesorgt, dass hinsichtlich der Steuerung viele Fallstricke lauern - Viele Komfort-Funktionen: Rise of the Tomb Raider Viele Komfort-Funktionen: Rise of the Tomb Raider Quelle: Games Aktuell nicht nur für Gaming-Neulinge. Und dann sind da ja noch diese neumodischen Virtual-Reality-Headsets mit ihren revolutionären Möglichkeiten.

    Die Wunschvorstellung:
    Egal ob PS4, Xbox One oder Wii U: Alle Konsolen der aktuellen Generation verfügen über feinfühlige Analog-Controller - also sollte sich die jeweilige Spielfigur auch entsprechend geschmeidig bewegen lassen. Aktionen wie Schießen, Springen, Kombinieren, Einsammeln oder Schlagen sind indes mit Bedacht auf die verschiedenen Tasten des Controllers zu verteilen.

    Die Doppelbelegung von Knöpfen ist in unserem perfekten Spiel nur ausnahmsweise erlaubt (selbiges gilt auch für öde, halbpassive Quick-Time Events), seltsame Verrenkungen der Marke "L2 + R1 + R2" hingegen verboten. Darüber hinaus wünschen sich die Videospieler von heute mannigfaltige Einstellmöglichkeiten: Invertieren, Tasten neu belegen, Vibrationsintensität, Analogstick-Empfindlichkeit - all das wollen wir auch manuell verändern können.

    Hierbei kommen dann Menüs zum Einsatz, die ebenso übersichtlich wie schick und funktional sind: Wenn man beispielsweise nicht sofort erkennt, welcher Eintrag gerade ausgewählt ist, dann läuft was schief. Und Unglaublich Präzise: Super Mario 3D World Unglaublich Präzise: Super Mario 3D World Quelle: Games Aktuell die automatischen Default-Aktionen machen im Optimalfall auch Sinn: Nach dem Ableben der Spielfigur ist "Neu versuchen" der logische Schritt und nicht "Zurück zum Startbildschirm".

    Gespeichert wird übrigens sowohl automatisch (mit kleinem, aber deutlich zur erkennendem optischen Hinweis!) als auch jederzeit manuell. Die Bildschirmanzeigen sind auf ein Minimum reduziert, stattdessen nutzen die Macher des perfekten Spiels lieber pfiffige Projektions-Tricks, um Informationen wie Munitionsstands, Lebensenergie oder Missionsziel herüberzubringen.

    Fummeleien in irgendwelchen Inventar-Menüs sind auf ein Minimum reduziert - zumal es sowieso immer absurd wirkt, wenn Held oder Heldin 23 Schwerter und 12 Helme mit sich herumschleppt. Zwischensequenzen dürfen indes pausiert (man muss ja mal aufs Klo) oder auch ganz übersprungen werden. Allerdings erfordert letzterer Schritt einen längeren Knopfdruck - denn niemand will versehentlich eine Story-Wendung verpassen, weil er kurz auf die X-Taste gerutscht ist.
    Auf jedem System super: XCOM Auf jedem System super: XCOM Quelle: Games Aktuell
    Zum Schluss noch ein paar Worte zum Thema Kamera: Der virtuelle Blickwinkel folgt dem Geschehen ganz automatisch, lässt sich aber per Analogstick justieren. Eine andere Linse kann uns hingegen gestohlen bleiben: Kinect-Hampeleien? Nö! Nö! Nö! Ansonsten sollte das perfekte Spiel aber natürlich alle möglichen Eingabeoptionen ausschöpfen und unterstützen: Von Lenkrädern (bei Rennspielen) über Maus und Tastatur (warum nicht auch auf Konsole?) bis hin zu den aktuellen VR-Headsets.

    Der Hoffnungsträger:
    The Legend of Zelda ist einer der letzten großen Titel für die Wii U. Und wer die Serie kennt, der weiß: In Sachen Spielbarkeit macht Nintendo niemand was vor. Wir erwarten also ein Action-Adventure, dass sich ebenso komfortabel wie präzise steuert. Und vielleicht nutzt Links neues Epos dann auch den so vernachlässigten Touchscreen des Tablet-Controllers endlich mal sinnvoll aus.

    Das Negativbeispiel:
    Sorry, aber wir müssen wieder einmal auf Kinect herumhacken: Das Kamera-Mißverständnis ist einer der Hauptgründe, warum Fighter Within zu den vielleicht miesesten Prügelspielen aller Zeiten gehört. Denn die realen Verrenkungen vor dem Bildschirm werden entweder gar nicht erkannt oder einfach falsch interpretiert. Das nennt man dann wohl massiven Kontrollverlust.

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Geile Grafik, super Sound, mächtiger Multiplayer, exzellente Einzelspieler-Kampagne: Thorsten Küchler bündelt seine 30 Jahre Zockererfahrung und skizziert den Traum aller Gamer - einen makellosen Software-Hit!
http://www.gamesaktuell.de/Games-Aktuell-Brands-230077/Specials/Das-perfekte-Spiel-1197257/
15.06.2016
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