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  • GT Legends

    Steve McQueen würde GT Legends fahren: Das jüngste Produkt aus der Simbin-Werkstatt simuliert Rennwagen aus einer Zeit, als echte Männer noch Brusttoupets trugen und Autos noch nicht mit ESP, ABS und Airbags weich gespült waren.

    Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Auch wenn die Ähnlichkeit der Namen und ein erster Blick es vermuten lassen, ist GT Legends keine Neuauflage der klassischen Rennsimulation Grand Prix Legends. Während GPL nämlich die historischen Autos in diesem Fall die Formel 1 des Jahres 1967 -- in ihrem historisch korrekten Umfeld wiederauferstehen lies, simuliert GT Legends »nur« drei aktuelle historische Rennserien. Das bedeutet, dass wir in GTL zwar mit echten Klassikern aus der goldenen Ära des Motorsports unterwegs sind, allerdings heizen wir über moderne Rennstrecken. Darunter finden sich zwar auch viele Parcours, die schon in den 60er-Jahren legendären Status besaßen, allerdings präsentieren sich Klassiker wie etwa Monza in ihrem aktuellen Look mit breiteren Auslaufzonen, entschärften Kurven und jeder Menge Schikanen. Und jetzt zu den vielen guten Nachrichten.

    Schreiende Kriegsbemalung

    Rein optisch gibt sich GT Legends altmodisch -- im positiven Sinne. Bereits in den ersten Menüs verströmt es den knallbunten Charme der 60er-Jahre. Wer sich mit GTR auskennt, sollte auch mit der Bedienung der GT-Legenden keine Probleme haben. Das Menüsystem wurde nämlich größtenteils vom Quasi-Vorgänger übernommen und der Ära entsprechend in den Farben des legendären Gulf-Porsche-Teams eingefärbt. Damit enden die Gemeinsamkeiten der beiden Simbin-Titel zwar noch lange nicht, allerdings geht GTL in vielerlei Hinsicht neue Wege.

    Dem Spiel fehlt der aus GTR bekannte Startbildschirm, in dem wir uns für einen von drei Schwierigkeitsgraden (Arcade, Semi-Pro, Simulation) entscheiden können. Während diese Einstellung im Vorgänger drei unterschiedliche Fahrmodelle und Spielmodi aktivierte, nutzt GT Legends stets die gleiche Fahrphysik. Stattdessen entscheiden wir uns vor jedem Rennen für eine von fünf Voreinstellungen (»Anfänger« bis »Profi«). Dies schaltet die zahlreichen Hilfen an oder aus, bestimmt den IQ unserer KI-Gegner und entscheidet, wie viel Schaden unsere Rennsemmeln bei einem Crash nehmen.

    With a little help from my friends

    Bei den Fahrhilfen bedient sich GT Legends erneut beim Vorgänger und bietet von der Schaltautomatik über ABS bis hin zum ausgewachsenen Stabilitätsprogramm zahlreiche elektronische Helferlein. Wenn wir alle aktivieren, verwandelt sich selbst die Big-Block-Corvette vom Feuer speienden Monster in ein handzahmes Miezekätzchen.

    Bevor wir uns jedoch daran machen, die ungefilterten Fahrmaschinen auf der Strecke zu zähmen, entscheiden wir uns für einen Rennmodus und besuchen den virtuellen Autohändler. Sie haben richtig gelesen: GT Legends verwaltet für uns ein Bankkonto, das wir durch den Gewinn von Einzelrennen oder Serien aufstocken können. Wir starten mit einem bescheidenen Betrag und müssen jeden Renner für mühsam erfahrene Credits käuflich erwerben. Für die heißesten Maschinen allerdings, wie etwa den Mercedes 300 SL oder den Über-Sportwagen Porsche 906, reicht schnöder Mammon alleine nicht aus. Um diese raren Raketen kaufen zu können, müssen wir zusätzlich bestimmte Herausforderungen gewinnen.

    Der Eventmanager

    Im Einzelspielermodus kommt GTL etwas anders daher als eine übliche Rennsimulationen. Zwar können wir uns -- wie gewohnt -- in schnellen Einzelrennen oder im freien Training austoben und mit den Autos vertraut machen, einen klassischen Meisterschaftsmodus allerdings gibt es nicht. Dabei handelt es sich natürlich nicht um einen Patzer der Entwickler, denn GTL bietet mit den so genannten Herausforderungen eine ganze Auswahl von Mini-Meisterschaften. Diese Events sind häufig auf Klassen oder sogar einzelne Autos limitiert und schicken uns hintereinander über unterschiedliche Rennstrecken. Während die ersten Serien nur die mäßig motorisierten Autos (Mini Cooper S, Renault Alpine) zulassen und auf recht zahmen Kursen stattfinden, geht es in den höheren Meisterschaften so richtig zur Sache. In den Ausdauer-Challenges etwa fahren wir je 60 Runden über die GP-Kurse von Monza und Spa Francochamp. Hier schlagen wir uns nicht nur mit den anderen Piloten herum, sondern müssen auch mit ungünstigen Lichtverhältnissen fertig werden. Wenn wir etwa in der Abenddämmerung starten, nimmt uns eine tief stehende Sonne mit einem ebenso realistischen wie irritierenden Blendeffekt die Sicht. Die ultimative Herausforderung schließlich stellen die Nachtrennen dar, in denen wir -- mit der dürftigen Lichttechnik der 60er-Jahre ausgestattet -- durch die Finsternis rasen.

    In medias res

    Wenn wir uns erst durch das Vorgeplänkel aus Spielmodi und Einstellungen geklickt haben, finden wir uns im Rennbildschirm am Kommandostand unseres Teams wieder. Auch hier werden GTR-Experten ein Déjà-vu erleben, denn wie gewohnt verfolgen wir das Geschehen zunächst über den eingebauten Videomonitor. Unter dem Videoschirm allerdings stoßen wir auf die nächste, eher unscheinbare Neuerung. Hier befinden sich drei Schieberegler, mit denen wir unser Auto in wenigen Sekunden abstimmen können, ohne uns in den umfangreichen Tuning-Modus stürzen zu müssen. Mit einigen Klicks regeln wir so das Handling von über- zu untersteuernd, stellen das Fahrwerk hart oder weich ein und wählen eine längere oder kürzere Übersetzung.

    Für ein schnelles Rennen oder eine grobe Einstellung unserer Schlitten reichen diese Regler völlig aus; wer es etwas genauer mag, klickt sich in die Garage und zum eigentlichen Tuning-Bildschirm durch. Hier erwarten uns aufgrund der technisch simpleren Fahrzeuge deutlich weniger Einstellungen als in GTR. Die gebotenen Optionen allerdings dürften die Schrauber- und Setupkünstler-Fraktion mehr als zufrieden stellen.

    Gib Vollgas!

    Der Wagen ist eingestellt und betankt, der Motor brabbelt gierig und zufrieden vor sich hin, und unser Mechaniker winkt uns aus der Box: Zeit, den Renn-Oldies auf der Piste die Sporen zu geben und sich von der Fahrphysik zu überzeugen! Bereits nach den ersten Kurven wird klar, dass GT Legends die Messlatte erneut ein Stück höher legen dürfte. Natürlich lässt sich das Fahrverhalten der rasenden Oldtimer nicht mit dem der hochmodernen GT-Boliden des Vorgängers vergleichen, aber die von uns probegespielte Betaversion fuhr sich bereits sehr geschmeidig.

    Während die kleinen Flitzer à la Mini Cooper dank Frontantrieb beinahe so unkompliziert zu fahren sind wie ein Golf GTi mit Straßenzulassung, fordern gerade die amerikanischen PS-Monster den ganzen Mann am Steuer. Besonders die große Corvette fühlt sich exakt so an, wie man es von einer solch archaischen Fahrmaschine erwartet. Mit fettem Frontmotor, langer Motorhaube, Stummelheck und beinahe 600 PS vermittelt dieser Klotz aus Chrom und Stahl den Eindruck, als müsse man ihn um jede Kurve prügeln. Selbst auf der Geraden ist das V8-Ungetüm nur mit Vorsicht zu genießen. Wer hier allzu ungestüm aufs Gas steigt, darf sich nicht wundern, wenn ihn die eigenen Hinterreifen ständig überholen wollen.

    Sie sind jetzt auf den Geschmack gekommen? Dann sollten Sie schon einmal anfangen, auf ein vernünftiges Force-Feedback-Lenkrad zu sparen. Mit der Tastatur alleine sind die Geschosse aus GTL nämlich nicht zu bändigen.

    Sascha Gliss

  • GT Legends
    GT Legends
    Publisher
    10tacle
    Developer
    Simbin Studios, AB
    Release
    06.10.2005

    Aktuelle Rennspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von F1 2016 Release: F1 2016 Koch Media , Codemasters
    Cover Packshot von Trials of the Blood Dragon Release: Trials of the Blood Dragon Ubisoft , RedLynx
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Steve McQueen würde GT Legends fahren: Das jüngste Produkt aus der Simbin-Werkstatt simuliert Rennwagen aus einer Zeit, als echte Männer noch Brusttoupets trugen und Autos noch nicht mit ESP, ABS und Airbags weich gespült waren.
http://www.gamesaktuell.de/GT-Legends-Spiel-4812/News/GT-Legends-715593/
01.08.2005
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