Full Spectrum Warrior
Full Spectrum Warrior -- Ten Hammers wirkt auf den ersten Blick zwar wie ein Actionspiel, ist in Wahrheit aber ein realistisches Stück Militärtaktik. Nicht nur in dieser Hinsicht erinnert Ten Hammers stark an den Vorgänger, auch der Spielablauf ist quasi identisch: Unter Ausnutzung der Deckung arbeiten Sie sich mit Ihren je vierköpfigen Squads durch urbane Umgebungen. Feinde beseitigen Sie durch taktische Manöver, meist führt die Kombination aus Deckungsfeuer und Flankieren zum Erfolg. Neuerdings dürfen Sie in einigen der zwölf Missionen der Singleplayer-Kampagne auch andere Truppen lenken, darunter einen Bradley-Panzer und einen Späher; das ermöglicht zusätzliche Taktiken.
Präzisionsfeuer hilft
Sie steuern Ihre Truppen indirekt und mit der Maus. Im Unterschied zu anderen Genrevertretern lässt sich die Kamera nicht herauszoomen; dadurch haben Sie ein ähnliches Sichtfeld wie Ihre Soldaten -- ein Beispiel für Realismus. Für einige Aktionen übernehmen Sie aber auch die direkte Kontrolle, etwa um Rauch oder Splittergranaten zu werfen.
Neu ist das so genannte Präzisionsfeuer, das direktes Zielen und Schießen erlaubt -- sofern Sie eine entsprechende Schussposition haben. Dafür schlüpfen Sie kurzzeitig in die Haut eines Soldaten und erzielen je nach Waffentyp eine unterschiedliche Wirkung: Granatwerfer verursachen Flächenschaden, das Maschinengewehr nagelt Gegner durch heftiges Sperrfeuer an seiner Position fest, und als Scharfschütze schalten Sie Feinde gezielt aus. Damit kompensieren Sie das fehlende Zielwasser der KI, denn mitunter verfehlen Ihre Leute selbst aus nächster Nähe. Allerdings lassen sich mit der Präzisionsfeuer-Funktion auch einige Passagen zu einfach lösen, da ein paar gezielte Schüsse mit dem Sniper mitunter alle taktischen Manöver überflüssig machen.
Typischer Kriegsschauplatz
Die linearen Levels unterscheiden sich grafisch und architektonisch kaum vom üblichen Bild, das PC-Spiele von einem modernen Kriegsschauplatz zeichnen. Halbzerstörte Gebäude, Autowracks und braungraue Farben bestimmen das Stadtbild. Bei Grafik und Steuerung merkt man, dass Ten Hammers parallel für Konsolen und PCs entwickelt wurde. Das kann aber keine Ausrede dafür sein, dass bei den Tipps zur Steuerung oft nur auf die Gamepad-Tasten hingewiesen wird, statt auf die Belegung von Maus und Tastatur.
Im neuen Multiplayer-Modus treten Spieler entweder gegeneinander an (eher langweilig) oder lösen die Missionen der Singleplayer-Kampagne gemeinsam (ganz nett).
Georg Valtin