Freedom Force

Test

Echtzeit-Taktik mal anders: Bei diesem Clinch der Superhelden gibt's abartige Aliens, kommunistische Ketzer und terroristische Tenöre.

S pider-Man hat sein Kino-Comeback schon hinter sich, Batman legt im Sommer die spitzen Ohren an und auch Superman zwängt sich für ein neues Kinoabenteuer in sein Kostüm. Kurzum, klassische Superhelden sind wieder gefragt. So reaktiviert auch Irrational Games trotz schwacher Verkäufe des letzten Teils die "Freedom Force" auf dem PC.

Story: Alien-Ekel Dominion unterjocht das Universum. Nur die Erde -- ein unbedeutender Himmelskörper voller naiver Schäfchen, die sich ganz allein im Weltraum wähnen -- ist bislang verschont geblieben. Zu Dominions Belustigung soll sich die Menschheit nun selbst vernichten. Dazu schickt er besonders fiesen Erdenbürgern die Substanz Energy X, dank derer sie übermenschliche Kräfte entwickeln.

Glücklicherweise gerät Energy X aber auch in die Hände einiger rechtschaffener Menschen -- die Freedom Force ist geboren! Was folgt, ist klar: die ultimative Schlacht Gut gegen Böse.

Spiel: Ihre Truppe dirigieren Sie ähnlich wie in einem Echtzeit-Strategie-Titel. Um einen unübersichtlichen Einheiten-Overkill zu vermeiden, sind Sie stets mit maximal vier der insgesamt mehr als 20 Charaktere unterwegs. So können Sie jeden Einzelnen Ihrer Schützlinge im Auge behalten und mit Bedacht deren individuelle Spezialfähigkeiten nutzen. Hitzkopf El Diablo bereitet den Gegnern mit Flammenangriffen einen warmen Empfang, Insektenmensch Ant buddelt sich an Hindernissen vorbei und die lebende Rakete Bullet lässt Kugeln von ihrem Körper abprallen.

Mit Bärenkräften gesegnet, kann die Freedom Force viele Objekte innerhalb der liebevoll gestalteten Areale zweckentfremden: Während Straßenlaternen astreine Knüppel abgeben, eignet sich ein Kleinbus prima als explosives Wurfgeschoss. Personelle Neuzugänge rekrutieren Sie zwischen den kampflastigen Einsätzen im Hauptquartier, wo Sie auch erworbene Erfahrungspunkte für frische Fertigkeiten verprassen.

Fazit: "Freedom Force vs. The Third Reich" setzt auf ein gänzlich unverbrauchtes Szenario fernab vom Einheitsbrei. Der überdrehte und bewusst mit Klischees voll gestopfte Comic-Stil ist konsequent umgesetzt worden und zusammen mit den urkomischen Dialogen für viele Lacher gut.

Umso erfreulicher, dass hinter der kunterbunten Schwarz-Weiß-Malerei durchdachte und motivierende Echtzeit-Taktik steckt, die durch wohl dosierte Rollenspiel-Elemente abgerundet wird -- ein Geheimtipp! FK

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