Forbidden Siren 2

Test

Wenn irgendwo eine Sirene ertönt, dann rennt so schnell es geht -- es könnte nämlich sein, dass ihr durchdringendes Heulen die Pforten zur Hölle öffnet!

Forbidden Siren 2 Stellt euch folgende Situation vor: Ihr seid alleine mit eurer Freundin. Ihr habt euch bislang stets von eurer besten Seite präsentiert und Süßholz geraspelt wie ein Blöder. Und endlich ist es so weit: Sie knöpft sich lasziv lächelnd die Bluse auf. Astrein, denkt ihr natürlich, endlich dürft ihr mal ran...! Doch was ist das? Statt sekundärer Geschlechtsmerkmale erblickt ihr ein riesiges Gesicht, das eure Liebste auf der Brust trägt und das darüber hinaus noch ein kleines Schwätzchen mit euch hält.

Derart bizarre Horrorszenen können sich nur völlig verdrehte Designer-Hirne ausdenken, meint ihr? Stimmt! Und schon wäre das Entwicklerteam von "Forbidden Siren 2" zutreffend charakterisiert -- denn im Sony-Schocker erwarten euch solche Grusel-Highlights zuhauf!

Ach soooo!

In der play-Ausgabe 04/2006 haben wir einen ersten ausführlichen Blick auf den infernalischen Inseltrip geworfen. Blöd nur, dass wir auf Grund der japanischen Sprachausgabe rein gar nichts von der wirklich hochinteressanten Story verstanden haben. Auch die überlebenswichtigen Tipps am Levelanfang waren für uns nicht mehr als hübsche, aber unlesbare Kanji-Schriftzeichen.

Jetzt endlich zeigte Sony ein Einsehen und schickte uns eine lokalisierte und somit auch verständliche Version des Sirenengeheuls zu. Das Tolle daran: Unabhängig von den deutschen Untertiteln könnt ihr entscheiden, ob die Dialoge stilecht in Japanisch oder doch lieber auf Englisch aus den Boxen kommen -- auf der Silberscheibe findet ihr nämlich beide Sprachfassungen! Unser gut gemeinter Ratschlag: Lasst das unpassende Oxford-Englisch einfach links liegen und genießt "Forbidden Siren 2" im Nippon-Original -- denn nur so spielt das Sequel seine Atmosphäre-Trumpfkarte voll aus!

Am Gameplay haben die Coder nicht mehr gefeilt: Ihr steuert elf unterschiedliche Charaktere über die verfluchte Insel Yamijima und versucht, das Geheimnis der Sirene zu lösen (und dabei natürlich generell am Leben zu bleiben). Der Clou an der Sache: Die Aktionen eurer Schützlinge finden in verschiedenen Zeitebenen statt. Mit jeder neuen Mission springt ihr also zu einem anderen Zeitpunkt innerhalb der Story.

Augen-Blicke

Eines ist den steuerbaren Überlebenskünstlern jedoch gemein: das Sightjacking. Das meint eine übersinnliche Gabe, mittels derer sie das Geschehen durch die Augen der untoten Shibito-Zombies betrachten können. Wie das funktioniert? Nach einem Druck auf die L2-Taste konzentriert sich euer Protagonist stark, der Bildschirm zeigt nur noch Rauschen. Durch gefühlvolles Drehen des linken Analog-Sticks sucht ihr die Umgebung nun nach den "Frequenzen" eurer stöhnenden Verfolger ab. Sobald die Sicht wieder aufklart, habt ihr einen der Shibito angepeilt -- und könnt fortan all das sehen, was diese Höllenkreatur wahrnimmt.

Das Tückische: Habt ihr die Feind-Frequenzen gefunden, liegt erst die halbe Arbeit hinter euch. Denn nur durch genaues Studieren der gegnerischen Verhaltensmuster könnt ihr ausmachen, wo die bleichen Schauergestalten gerade herumschlurfen. Beispiel: Zeigt euch die Shibito-Sicht immer wieder eine Fahrstuhltür, hält sich der angezapfte Moderkopp also gerade in der Nähe des Liftes auf.

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