Motorsport bekommt eine völlig neue Bedeutung: In diesem Action-Racer könnt ihr auch Football, Bowling oder Curling spielen!
W er sitzt denn da am Steuer? Eine Puppe? So ist es. Genauer gesagt, gibt hier ein Crashtest-Dummy Gas. Warum diese ungewöhnliche Besetzung auf dem Fahrersitz? Ganz einfach: In "Flatout 2" fliegt der Fahrer am laufenden Band durch die Windschutzscheibe. In den normalen Rennen, noch öfter in den Destruction-Derbys und im Stunt-Modus geht es gar um nichts anderes mehr, als die Puppe richtig fliegen zu lassen. Unzumutbar für einen normalen Polygon-Piloten. Übrigens: Den Dummy hat Deutschland exklusiv. In anderen Ländern schleudern "richtige" Menschen aus den Autos heraus.
"Flatout 2" hat viel mehr im Kofferraum als sein Vorgänger. So sind statt ehemals 16 nun 36 Rennsemmeln am Start: Muscle-Cars, Pick-up-Trucks, Kompakt- und Sportwagen stehen in der Garage. Mit der Knete, die ihr bei den Wettbewerben verdient, dürft ihr eure Wagen nach Lust und Laune tunen. Die Anzahl der Strecken wurde ebenfalls erhöht: 60 Kurse schlängeln sich nicht mehr nur durch die Prärie, sondern führen euch auch in amerikanische Großstädte. Auf den Pisten sind tausende zerstörbare Objekte wie Zäune, Gebäude, Masten, Fässer und nicht zuletzt sieben gegnerische Karren verteilt. Rammt ihr diese, werdet ihr mit einem dicken Boost-Bonus belohnt -- je doller, desto besser.
All das setzt Bugbear mit einer verfeinerten Physikengine wunderbar in Szene. Überall fliegen die Fetzen, sprühen Funken, fliegen Bretter von Zäunen durch die Luft. Die Karossen der Karren werden verbeult, verkratzt, demoliert. "Volle Pulle 2" hat grafisch einiges drauf. Aber auch abgesehen von der überragenden Physik können die Automodelle überzeugen. Es handelt sich zwar nicht um Original-Fahrzeuge, aber sie sehen ihren echten Vorbildern schon sehr ähnlich.
Wie erwähnt sind die Spielchen rund um die Plastikpuppe ein echtes Highlight. In "Flatout 2" sind ganze zwölf Minigames enthalten: Unter anderem katapultiert ihr die Fahrerattrappe zum Hochsprung vom Fahrersitz auf ein überdimensionales Netz, schleudert sie durch die Torstangen einer riesigen Football-Arena, oder ihr spielt Bowling. Zudem sorgen Destruction-Derbys für Abwechslung. Hier zählt nur eines: die schnellstmögliche Zerstörung der gegnerischen Fahrzeuge. Mehr zu den verschiedenen Spielmodi lest ihr im Kasten rechts.
Kolbenfresser Schwierigkeitsgrad
Nun aber zu den Schattenseiten des bis hierhin fast vorbildlichen Action-Racers: Eine ordentliche Delle im "Flatout 2"-Blech verursacht der frustrierend hohe Schwierigkeitsgrad.
Das hat vor allem drei Ursachen: Zum einen führen die Programmierer ihre Physikengine ein wenig zu aufdringlich vor. Zum anderen reagiert die Steuerung zu träge, was dazu führt, dass man sich nach einem Crash nur ganz schwer wieder fangen kann. In Kombination mit der allzu aggressiven KI der gegnerischen Fahrer bedeutet das den ultimativen Kolbenfresser für den Spielspaß.
Cool: Da der Titel in den USA über Vivendi Universal erscheint, konnte man auf den rockigen Sound von richtigen Universal-Music-Interpreten zurückgreifen. Und dieser Soundtrack passt wie die Faust aufs Auge. Schade: Der lange versprochene Online-Modus hat es dann doch nicht in die fertige PAL-Version geschafft. Schade, denn das hätte den ohnehin schon gelungenen Multiplayer-Part aufgewertet. pr
