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  • Final Fantasy 15 Test: Tokio Hotel auf Welttournee

    [b]Herausgeputzt: [/b]
Ob Charaktere storyrelevant sind, erkennt man an ihren Namen und der edlen Gewandung. Normale NPCs tragen gerne Polohemd und Jeans. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    In Final Fantasy 15 versuchen vier extravagant gekleidete junge Männer, ihre Heimat vor blutrünstigen Invasoren zu retten.

    Stellt euch vor, ihr seid der Prinz eines mächtigen Reiches und werdet von eurem Vater, dem König, gemeinsam mit drei Bodyguards, die gleichzeitig eure Freunde sind, mit einem Cabrio ins Nachbarland geschickt, um dort eure Jugendfreundin zu heiraten. Ziemlich schwierig, sich da hineinzuversetzen, oder? Final Fantasy 15 ist wohl das Final Fantasy mit der "realistischsten", also am ehesten an unserer Gesellschaft orientierten Welt. Umso deutlicher treten die Diskrepanzen zwischen dem teilweise alltäglichen Setting und dem extravagan­ten Erscheinungsbild der vier Hauptcharaktere zutage. Trotz der offensichtlichen Andersartigkeit des Quartetts - sogar ihre Namen sind klangvoller als die der regulären Einwohner der Spielwelt - erregen sie so gut wie keine Aufmersamkeit, werden zum Erledigen schnöder ­Jäger-, Sammel-, und Botenaufgaben aufgefordert.

    Selbst nach einem Angriff der Niflheimer Bösewichter auf die Hauptstadt des Königreich Insomnia, der überall im Fernsehen übertragen wird, kümmert sich niemand darum, dass Kronprinz Noctis wie ein Pfau im Hühnerstall durch die Gegend stolziert. Die mangelnde Glaubwürdigkeit der Prämisse ist aber nur eine von mehreren unschönen Narben, die die lange Entwicklungszeit bei Final Fantasy 15 hinterlassen hat. Dazu kommt, dass sich das Rollenspiel-Genre in den letzten Jahren weiterentwickelt hat, und auch, wenn ihr es schon oft gelesen habt: Am Maßstab The ­Witcher 3 gemessen wirkt Final Fantasy 15 altbacken und an vielen Stellen achtlos designt. Aber bevor das alles zu negativ klingt: Manche Etappen auf der Reise zum Ende dieses Rollenspiels haben uns dennoch gut gefallen. Das Venedig von Eos: 
Altissia, die Wasserfallstadt, ist sehr hübsch gestaltet, allerdings nicht so offen begehbar, wie man sich das wünschen würde. (PS4) Das Venedig von Eos: Altissia, die Wasserfallstadt, ist sehr hübsch gestaltet, allerdings nicht so offen begehbar, wie man sich das wünschen würde. (PS4) Quelle: Games Aktuell Alberne Verfolgungsjagd: 
Automatisches Lenken und dosiertes Gas machen das Autofahren zu einer sehr langweiligen Angelegenheit - selbst, wenn ihr einem Wagen folgen sollt. (PS4) Alberne Verfolgungsjagd: Automatisches Lenken und dosiertes Gas machen das Autofahren zu einer sehr langweiligen Angelegenheit - selbst, wenn ihr einem Wagen folgen sollt. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Bitte einsteigen

          

    Fantasy 15 mit einer offenen Spielwelt. Und diese ist tatsächlich toll anzusehen - eine Vielzahl der Texturen zwar nicht und hereinploppende Objekte stören auch, meistens besticht die Schönheit der virtuellen Natur in all ihren Klimazonen dennoch: Vom dampfenden Sumpf, durch den träge Saurier stapfen, bis zur staubtrockenen Wüste und fruchtbarem Waldgebiet, Abwechslungsreichtum ist vorhanden. Ebenfalls ehrfurchtgebietend sind die zahlreichen Monster- und Tierarten, die Eos besiedeln. Die riesigen Feinde sehen toll aus, reagieren überzeugend und bewegen sich realistisch flüssig. Natürlich gibt es auch JRPG-typische Langweilergegner wie die Puddings. Diese werden aber ausgeglichen durch gigantische Widersacher, die man teilweise erst nach dem Durchspielen in ­Angriff nehmen kann.

    Ein Leitthema des Spiels ist das Road-Trip-Gefühl. Die vier Freunde sind mit dem Edelschlitten Regalia unterwegs und halten während ihrer Reise an zig Rastplätzen, Ortschaften und Tankstellen. Musikalisch wird das unterstrichen von Country­Klängen, Latino-Rhythmen und anderen zu den jeweiligen Gebieten passenden Melodien.

    Mit dem Auto fangen die Probleme des Spiels jedoch bereits an. Alle Rennspiel-Fans, die sich darauf freuen, die Karosserie mit Staub und Dreck zu schmücken oder mit Vollgas über die Highways von Eos zu brettern, sollten sich nun hinsetzen und stark sein. Denn: Der Regalia fährt quasi von selbst. Wenn Noctis am Steuer sitzt, tippt ihr den Stick an Kreuzungen in Abbiegerichtung und gebt mit der rechten Schultertaste Gas. Gezielt dosieren könnt ihr den Bleifuß nicht und wie in einem Fahrschulauto wird man euch automatisch bremsen, sobald auch nur der Hauch einer Chance auf eine Kollision besteht. Abseits der Straße fahren? Unmöglich. Mit viel Gewalt und Willen kann man zwar durchaus Objekte (oder Fahrzeuge auf der Gegenfahrbahn) schrammen, die einzige Auswirkung davon ist jedoch, dass ihr horrende Reparaturkosten zahlen müsst.

    Gut versteckt: 
Das Schnellreisesystem ist recht unübersichtlich, Ziele werden unter drei verschiedenen Untermenüs angewählt, wenn ihr im Auto sitzt. (PS4) Gut versteckt: Das Schnellreisesystem ist recht unübersichtlich, Ziele werden unter drei verschiedenen Untermenüs angewählt, wenn ihr im Auto sitzt. (PS4) Quelle: Games Aktuell Alternativ lasst ihr euren Kumpel Ignis hinter das Lenkrad (der will aber nur tagsüber fahren), der euch automatisch zum gewünschten Zielort kutschiert, den ihr umständlich über drei Menü­stufen auswählt. Habt ihr das Reiseziel vorher schon einmal besucht, steht euch die "Schnellreise" zur Verfügung. Ihr müsst dem Quartett dann nicht beim Fahren zusehen, sondern einem Ladebalken beim Wachsen. Wer sich gedacht hat, dass es eine gute Idee wäre, den Spieler teilweise etwa zehn Minuten beobachten zu lassen, wie ein Auto behäbig durch die Landschaft brummt, der sollte in Zukunft nicht mehr als Spiel-­Designer arbeiten.

    Hühnerbeine: 
Chocobos könnt ihr mieten. Auf den Hühnern seid ihr schneller unterwegs als zu Fuß. Beachtet den reiterlosen Chocobo links - ein Glitch machte Ignis unsichtbar. (PS4) Hühnerbeine: Chocobos könnt ihr mieten. Auf den Hühnern seid ihr schneller unterwegs als zu Fuß. Beachtet den reiterlosen Chocobo links - ein Glitch machte Ignis unsichtbar. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    On the Road Again

          

    Anfangs ist die Alternative zum Fahren das Herumlaufen. Wie im Rest des Spiels kontrolliert ihr allein ­Noctis, alle anderen folgen selbstständig. Da interessante Orte und selbst Gegnergruppen oft relativ weit voneinander entfernt sind, macht das aber wenig Laune. Praktischer ist die Fortbewegung per Chocobo, doch die riesigen Hühner schaltet man frühestens im dritten Kapitel frei. Noch später wird der Regalia modifiziert, sodass er ­fliegen kann. Von oben ist der Ausblick fantastisch. Aber selbst dieser Modus, bei dem man doch frei wie ein Vogel sein sollte, ist beschränkt. Landen und starten dürft ihr nur auf Asphalt.

    Für eine offene Spielwelt ungewöhnlich ist die hohe Anzahl unüberwindlicher Objekte, vor allem in Städten und Siedlungen. Gassen werden versperrt von kniehohen Blumenkübeln, im Wasser kann man nicht schwimmen, auf Autos nicht springen und Häuser fast nie betreten. Durch die künstlichen Barrieren (teilweise auch unsichtbare Wände) wirken die Siedlungen, selbst die großen und hübschen, wie etwa Altissia auf dem Screenshot direkt über diesen Zeilen, beengt. Ortschaften bestehen mitunter aus einer Tankstelle, einem Diner und einem Wohnwagen, mit Figuren, die keinem Tagesablauf nachgehen, sondern stundenlang auf Bänken verharren und in die Sonne starren. Recht serientypisch, aber für ungewohnte Augen dennoch seltsam dürfte allgemein die Mischung aus hochtechnologisierter Gesellschaft mit Göttern und Magie anmuten. Serienkenner wissen in dieser Hinsicht, auf was sie sich einlassen. Stimmig ist die Fantasy-Sci-Fi-­Mischung nicht immer.
    Nützlich: 
Die verschiedenen Fertigkeiten der Mitstreiter helfen in Kämpfen. Wenn Ignis den Befehl zum Sammeln gibt, dann wird die Gruppe geheilt. (PS4) Nützlich: Die verschiedenen Fertigkeiten der Mitstreiter helfen in Kämpfen. Wenn Ignis den Befehl zum Sammeln gibt, dann wird die Gruppe geheilt. (PS4) Quelle: Games Aktuell Küchenchef: 
Ignis kocht für das Quartett, wenn ihr in der Wildnis lagert. Die Gerichte verleihen euch teilweise sehr nützliche Boni für den nächsten Tag! (PS4) Küchenchef: Ignis kocht für das Quartett, wenn ihr in der Wildnis lagert. Die Gerichte verleihen euch teilweise sehr nützliche Boni für den nächsten Tag! (PS4) Quelle: Games Aktuell Alarm, Alarm! 
Wichtige Geschehnisse wie der Angriff auf Insomnia werden nicht gezeigt, sondern erwähnt. Darunter leidet die Spannung. (PS4) Alarm, Alarm! Wichtige Geschehnisse wie der Angriff auf Insomnia werden nicht gezeigt, sondern erwähnt. Darunter leidet die Spannung. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Vier Helden sollt ihr sein

          

    Von der Welt zu den Charakteren: Prinz Noctis ist der Mittelpunkt einer bunt gemischten Truppe. Es gibt keine permanenten Neuzugänge für die Party, lediglich kurzzeitige Begleiter. Ihr solltet euch also an Gladiolus Amicitia, Ignis Scientia und Prompto Argentum als Sidekicks gewöhnen. Jungspund Prompto kämpft mit Revolvern, ist aufgedreht wie ein Teenager auf dem ersten Konzert seines Lieblings-Popstars und macht gerne Selfies. Ignis hingegen ist der ernste, pflichtbewusste Typ mit Hang zur Analyse von Situationen. Er kocht für das ganze Team, wenn man in der Wildnis das Lager aufschlägt, und ist der designierte Heiler des Quartetts. Der körperlich eindrucksvollste Body­guard und zugleich Vokuhila-Fan ist Gladiolus. In seiner Freizeit liest er gerne Bücher und nimm Noctis auf die Schippe.

    Prinz Noctis höchstpersönlich erinnert einen eventuell an die eigenen Jugendjahre als schmollender Teenager. Auf jeden Fall wirkt er ziemlich unreif und ungezogen, auch wenn er im Verlauf der Handlung eine gewisse Entwicklung durchmacht. Anderen Charakteren ist dies nicht vergönnt; ohne zu viel verraten zu wollen: ­Einige der Nebenfiguren verschwinden abrupt von der Bildfläche oder sind sehr viel unwichtiger, als ihre außergewöhnlichen Namen und schicken Klamotten vermuten lassen.

    Wahrscheinlich wurde bis kurz vor dem Release noch einiges am Spiel geändert und Story-Elemente wild umhergeschubst, denn anders lassen sich die eklatanten Erzählryhthmusprobleme des Spiels nicht erklären. Während die erste Hälfte des Spiels aus der offenen Welt besteht und die Story nur sehr träge vorantreibt, geht es in der zweiten, linearen Hälfte hektisch und konfus zu. Ereignisse werden erzählt statt gezeigt, wichtige Twists passieren beiläufig, Charaktere lassen sich nie mehr blicken. Inzwischen kündigte Square Enix an, einen kostenlosen Story-DLC nachreichen zu wollen, der die Handlung ausschmücken soll. Auch was das Gameplay betrifft, zeigt sich die zweite Spielhälfte gewöhnungsbedürftig. Die überlange Stealth-Mission etwa fühlt sich nicht nur deplatziert an, sie macht schlichtweg keinen Spaß.

  • Final Fantasy 15
    Final Fantasy 15
    Publisher
    Square Enix
    Developer
    Square Enix
    Release
    29.11.2016

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Final Fantasy 15
Final Fantasy 15 Test: Tokio Hotel auf Welttournee
In Final Fantasy 15 versuchen vier extravagant gekleidete junge Männer, ihre Heimat vor blutrünstigen Invasoren zu retten.
http://www.gamesaktuell.de/Final-Fantasy-15-Spiel-118/Tests/Test-1217815/
13.02.2017
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