Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test für Switch, PC und PS4

Test Felix Schütz
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test für Switch, PC und PS4
Quelle: PC Games

Schönere Grafik, besseres Gameplay: Mit Final Fantasy 12: The Zodiac Age präsentiert Square Enix eine ordentlich aufpolierte Version seines PS2-Klassikers. Was sich hinter dem Namenszusatz verbirgt und warum der Remaster ein echter Tipp ist, klärt unser Test plus Video-Grafikvergleich. NEU: Unser Test umfasst nun auch die Switch-Fassung.

Mit Final Fantasy hat Square Enix schon häufiger abenteuerliche Richtungen eingeschlagen. Man denke nur an den kuriosen letzten Ableger Final Fantasy 15! Trotzdem genießt der zwölfte Teil, der im Jahr 2006 exklusiv für PS2 erschien, immer noch den Ruf eines Sonderlings. Viele lieben den JRPG-Brocken bis heute für seinen westlichen Stil, sein ungewöhnliches Kampfsystem und dafür, dass er mit Traditionen brach. Andere dagegen wurden mit Final Fantasy 12 einfach nicht warm - aus genau den gleichen Gründen. Manche behaupten, das JRPG war sei seiner Zeit schlichtweg voraus. Ob da was dran ist, lässt sich nun nachprüfen: Elf Jahre nach der Erstveröffentlichung spendiert Square Enix dem Rollenspiel einen gelungenen Remaster für PC und PS4; ein Jahr später landet die Neuauflage dann endlich auch auf Switch und Xbox One. Die frische Fassung trägt den Untertitel "The Zodiac Age" und bietet neben aufgehübschter Grafik auch spielerische Neuerungen und nützliche Komfortverbesserungen. Ob das reicht, um sich auch heute noch gegen die Konkurrenz behaupten zu können, klären wir im Test zu Final Fantasy 12: The Zodiac Age (jetzt kaufen 29,99 € ).

UPDATE #2: Der Artikel umfasst nun auch die nochmals überarbeitete Switch-Umsetzung!


Auf einen Blick: Ihr kennt das PS2-Original bereits und interessiert euch ausschließlich für die Neuerungen der Remaster-Version? Dann klickt hier zu unserem Special Die 10 wichtigsten Neuerungen von Final Fantasy 12: The Zodiac Age!


Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Remaster, kein Remake

Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test Quelle: PC Games Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test Final Fantasy 12: The Zodiac Age ist kein Remake, sondern ein Remaster - also eine Neuauflage - eines elf Jahre alten PS2-Spiels. Es kommen also alle alten Charaktermodelle zum Einsatz und das Gameplay ist weitestgehend identisch. Trotz der stark veralteten Technik sieht der Remaster aber überraschend gut aus: Das hässliche Kantenflimmern des Urspiels gehört der Vergangenheit an und viele Texturen wurden durch knackigere Varianten ersetzt, die zusammen mit der Full-HD-Optik für ein klares Bild sorgen, ohne den Look des Originals zu verwässern. Vor allem die etwas klobigen Charaktermodelle profitieren davon, denn viele Details in Frisuren und Kostümen kommen erst jetzt richtig zur Geltung. Außerdem werfen alle Figuren nun hübsche Schatten.

Viele Texturen wirken allerdings immer noch etwas matschig, Popups erlebt man genauso wie im Originalspiel und auch die Effekte wurden kaum verbessert - grafisch haben die Entwickler also längst nicht alles aus dem Remaster rausgeholt. Da Final Fantasy 12 aber seinerzeit eines der mit Abstand schönsten Spiele der späten PS2-Ära war, kann sich die Neuauflage sehen lassen! Auch die langen, stimmungsvollen Rendervideos wurden hochskaliert, sie wirken dadurch zwar nicht gestochen scharf, sehen dank toller Schnitte und edlem Design aber immer noch sehr gut aus.

Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Starke Story, wenig Kitsch

Am spielerischen Kern hat sich nichts geändert, gut so! Final Fantasy 12 war bereits vor elf Jahren ein umfangreiches, stark designtes Abenteuer, das mit seinem westlichen Grafikstil und interessanten Figuren auch heute noch gut unterhält. Es erzählt von der Fantasy-Welt Ivalice, in der die Großmächte Rozarria und Archadia im Krieg stehen. Um seine Grenzen zu erweitern, greift Archadia zu Beginn das neutrale Dalmasca an und zwingt es unter seine Kontrolle. Zwei Jahre später beginnt dort unsere Geschichte, in deren Zentrum der rebellische Straßenjunge Vaan steht. Der junge Mann lässt keine Gelegenheit ungenutzt, sich gegen die Besatzungsmacht aufzulehnen und setzt dabei prompt Ereignisse in Gang, die seine Fähigkeiten zunächst weit übersteigen. Zum Glück heuert er im Laufe der Handlung aber fünf Helden an, die ihn auf seinem Abenteuer begleiten, darunter der charismatische Gauner Balthier und die mysteriöse hasenohrige Fran.

Final Fantasy 12: The Zodiac Age Quelle: PC Games Charaktere und Story sind zwar kein Highlight der Final Fantasy-Serie, aber auch nicht sicher nicht schlecht! Zwar verraten die Autoren nur wenig zu den Beweggründen der einzelnen Figuren, die dadurch manchmal etwas blass wirken, verzichten aber dankenswerterweise auch auf übertrieben schwulstige Dialoge, kindisches Gehabe und albernes Gekicher - wer das heftig umstrittene Final Fantasy 13 gespielt hat, weiß, wie dankbar man dafür sein muss. Stattdessen inszeniert Square Enix ein weitestgehend erwachenes Fantasy-Märchen mit einer Handvoll Überraschungen und viel politischem Geplänkel, eingebettet in ein liebevoll umgesetztes Universum. Das Ergebnis ist kein erzählerisches Glanzlicht, aber eine gelungene, oft spannende Geschichte, die obendrein mit üppigem Umfang glänzt: Wer nur der Handlung folgt, ist gute 60 Stunden beschäftigt, man kann aber auch 100 Stunden und mehr aus dem Spiel rausholen. Zum Beispiel durch freiwillige Monsterjagden: An Anschlagtafeln erhalten wir Bonusaufträge, in denen es stets darum geht, ein besonders gefährliches Biest in der Wildnis zu jagen. Als Belohnung winken höhere Ränge bei der Kopfgeldjägergilde und natürlich Belohnungen in Form von Geld und Ausrüstung.

Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Turbomodus macht den Helden Beine

Eine neue Kartenfunktion sorgt für viel bessere Übersicht als im Original. Quelle: PC Games Eine neue Kartenfunktion sorgt für viel bessere Übersicht als im Original. Auf ihren Abenteuern steuern wir die Heldengruppe durch abwechslungsreiche Landschaften, Tempel, Paläste, Kanalisationen und vieles mehr. Zwar sind die Innenlevels ziemlich langweilig gestaltet, doch dafür glänzen die Stadtumgebungen mit stimmungsvollen Kulissen, in denen eine Vielzahl von NPCs für Leben auf den Straßen sorgen. In den Außenumgebungen gibt es leider nur wenig zu entdecken, die meisten Erkundungsanreize beschränken sich auf gelegentliche Schatzkisten und andere Behälter. Auch Nebenaufgaben sind extrem selten und spannende Zufallsereignisse sucht man vergebens. Dafür behält man nun aber stets die Orientierung: Ein Druck au den linken Analogstick blendet im Remaster nun eine Karte ein, die sich halbtransparent über das Bild legt und stets den nötigen Überblick liefert.

Das ist nützlich, denn in Final Fantasy 12 verbringt man viel Zeit damit, durch die weitläufigen Außenlevels oder durch die verschlungenen Straßen prächtiger Städte zu latschen. Schade: Wie im Originalspiel sind die größeren Gebiete in mehrere kleinere Teile aufgetrennt, die durch kurze Ladebildschirme verbunden sind. Doch dieses Manko gleicht der Remaster mit einer klasse Neuerung aus: Per Schultertaste wird ein Turbomodus aktiviert, der das Spielgeschehen auf zwei- oder sogar vierfache Geschwindigkeit erhöht! Dadurch sind die weitläufigen Gebiete im Nu durchquert und auch langwierige Kämpfe lassen sich auf diese Weise in Rekordzeit schaffen. Die vielleicht beste Neuerung im Remaster.

  1. Seite 1 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Grafik, Story, Levels und Turbomodus
  2. Seite 2 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Kämpfe, Gambits und Klassen, Wertung und Fazit
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