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Unknown Identity: Der Berlin-Thriller mit Liam Neeson und Diane Krüger - Leser-Review direkt von der Berlinale

03.03.2011 12:47 Uhr
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Ein Berlin-Film auf der Berlinale: In Unknown Identity verliert Liam Neeson sein Gedächtnis und wird daraufhin von Killern quer durch die deutsche Hauptstadt gejagt. Hier gibt's die Eindrücke von der Premiere und die Filmkritik zur europäischen Version von Jason Bourne.

Die Premiere von Unknown Identity war eines der großen Highlights der diesjährigen Berlinale. Zumindest was den Star-Auflauf vor dem Kino betraf. Neben der Filmcrew gaben sich im Berlinale-Palast auch Sebastian Koch (Das Leben der Anderen) und Diane Kruger (Inglorious Basterds) die Ehre, zwei der großen Stars des deutschen und des internationalen Kinos. Ich hatte das Glück, die Premiere aus nächster Nähe erleben zu dürfen. Blöd nur, dass ich nachher im Berlinale-Palast auf dem 2.Rang in der aller-aller-letzten Reihe sitzen musste. So hatte das Theater mehr was von Heimkino.

Aber Unknown Identity war auch der passende Film dazu. Als europäische Produktion rangiert der Thriller irgendwo zwischen US-Blockbuster und deutschem Mauerblümchen-Krimi. Auch wenn mit Liam Neeson ein echter Weltstar mit an Bord war. Dieser spielt in dem Film den berühmten Wissenschaftler Dr. Martin Harris, der mit seiner Frau zu einer bedeutsamen Tagung nach Berlin eingeladen wird. Nach einem Unfall im Taxi der illegalen Einwanderin Gina (Diane Kruger) laet er im Koma. Als er Tage später im Krankenhaus aufwacht, erlebt Harris die unangenehmen Spätfolgen des Crashs: Er hat sein Gedächtnis verschloren. Doc: Zurück auh es kommt noch härterf der Tagung, will ihn auf einmal kein Mensch wiedererkennen. Nicht einmal seine Frau, mit der er seit Jahren verheiratet ist. Wo es im echten Leben sicher Schlimmeres gibt, als die Erinnerung an seine Ehefrau zu verlieren, erlebt Martin Harris einen wahren Alptraum, als er kurz darauf auch noch von Killern verfolgt wird. And there it goes...

Zugegeben, dieses Erlebnis ist sicher nicht ganz so alltäglich wie die Nutella zum Frühstück. Aber im Thriller-Genre gehören Gedächtnisverlust und Verfolgungswahn zum guten Ton. Tatsächlich hat das Spektakel etwas von europäischem Bourne. Sowohl was den Plot angeht, als auch was das Setting (Berlin) und die Besetzung der weiblichen Nebenrolle mit einer deutschen Schauspielerin betrifft. Für ein ordentliches Thrillererlebnis ist also gesorgt?Hm, jein. Leider steht – was zu erwarten war – mal wieder die Handlung solch einem Genrefilm im Weg. Es gibt zahlreiche Logik-Lücken und auch wenn der Plot-Twist für mich unerwartet kam, hinterließ er einen faden Beigeschmack. Zudem gelingt dem Regisseur kein guter Spannungsaufbau. Der Film geht gerade zu Beginn eher psychologisch und charakternah an die Figuren ran, bevor die Geschichte endlich Fahrt aufnimmt. So schwankt der Film einige Zeit zwischen Hollywood-Action und der graffitiverschmierten Tristesse Berlins und der Zuschauer wälzt sich träge im Kinosessel, bis endlich jemand hervorschleicht, um Liam Neeson oder Diane Kruger den Garaus zu machen… also, im Film jetzt.

Das eigentliche Highlight von Unknown Identity sind – Überraschung – die Verfolgungsjagden und Action-Szenen. Diese machen tatsächlich einiges her, gehen quer durch die Berliner Innenstadt und lassen auch Crashs und Explosionen nicht vermissen. Das lag teilweise über Hollywood-Niveau und erhielt zu Recht beachtlichen Szenenapplaus vom Berliner Publikum.*

Liam Neeson spielte seinen Part routinert, Diane Kruger wie gewohnt etwas hölzern. Am überzeugendsten war sicherlich die Darbietung des großartigen Bruno Ganz (ihr wisst schon, Hitler aus Der Untergang), diesmal als ehemaliger Stasi-Mann, der dem verfolgten Doktor Harris zur Seite springt. Ganz glänzte als empathische Figur mit zwiespältiger Vergangenheit und verleiht dem ansonsten ziemlich spröden Geschehen eine gewisse Portion schwarzen Humors.

Nach der Premiere sagte Regisseur Jaume Collet-Serra, der "eigentliche Star des Films sei Berlin". Das schmeichelte nicht nur dem Publikum, sondern stimmte auch irgendwo. Unknown Identity wurde an etlichen Originalschauplätzen gedreht und als Neu-Berliner fand ich es immer wieder toll, wenn bekannte Straßen und Plätze auf der Leinwand zu sehen waren ("Hey, das Taxi fährt rückwärts die Friedrichsstraße neben Dussmann entlang", "Cool, über die Brücke an der Warschauer Straße bin ich erst diesen Montag gelaufen", "Oh, Liam Neeson hat dieselbe Straßenbahnlinie wie ich eben genommen"). Wer Berlin kennt, hat sicher noch etwas mehr Freude an dem Film als der Durchschnittszuschauer. Für den Rest bietet Unknown Identity gutes Actionkino, das insgesamt aber nicht wirklich an die großen Vorbilder heranreicht.

Unknown Identity läuft ab heute in den deutschen Kinos.

Wertung: 6.5/10

*Apropos Szenenapplaus (Achtung SPOILER): Den meisten Beifall gab es, als in einer Szene die oberste Etage des Hotel Adlon gesprengt wurde. Das Berliner Publikum hat einen charmanten Humor.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Philipp Sickmann

0%
GamesAktuell.de
Spielspaß-Wertung
8/10
Spielspaß Multiplayer
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Grafik
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Steuerung
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Sound
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Atmosphäre
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03.03.2011 12:47 Uhr
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Dein Kommentar
Mitglied
Bewertung: 0
04.03.2011 06:14 Uhr
Zitat: (Original von GenX3601966)
Als Berliner Ur-Gewächs und Ex-Taxifahrer habe ich mich mit Grausen kopfschüttelnd abgewandt. Das war wohl eine Homage an Lola rennt auf vier Rädern! Miese Schauspieler obendrein. 3/10


Wo0t? Miese Schauspieler? Liam Neeson?? Ok, die dt. Schauspieler sind scheiße - alle -, aber Liam Neeson?
Kicktipp-Gewinner 2011/2012
Bewertung: 0
04.03.2011 01:07 Uhr
werde ich mir auf jeden fall anschauen, allein schon wegen liam neeson
Mitglied
Bewertung: 0
03.03.2011 20:57 Uhr
Als Berliner Ur-Gewächs und Ex-Taxifahrer habe ich mich mit Grausen kopfschüttelnd abgewandt. Das war wohl eine Homage an Lola rennt auf vier Rädern! Miese Schauspieler obendrein. 3/10

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