Fight Night: Round 3

Test Alexander Bidell

Die beste Boxsportserie schafft den Sprung in die nächste Konsolengeneration. Wir haben uns für euch ein paar Runden lang geprügelt.

Der Detailgrad der Boxer ist schon enorm: Adern, Muskeln und Schweiß sind deutlich zu sehen. Der Detailgrad der Boxer ist schon enorm: Adern, Muskeln und Schweiß sind deutlich zu sehen. Früh fällt auf, dass "Fight Night: Round 3" auf der PS3 noch einen Tick schöner ist als auf den Konkurrenz-Plattformen: Schweiß rinnt deutlich sichtbar über die Körper der Athleten, ihre Muskeln zeichnen sich unter der Haut ab und sie atmen in den Ringpausen schwer. Weniger ansehnlich sind allerdings die Zuschauer - die sind nämlich nicht mehr als verpixelte, animierte Pappfiguren. Auch im Kampf bewährt sich der realistische Look der Kontrahenten. Ihr Zustand lässt sich auch ohne Anzeigen gut an den Gesichtern, der Körperhaltung und den boxerischen Fähigkeiten ablesen. Wenn ein Fighter mehrere Runden lang nur auf die Mütze bekommen hat, zeugen zahlreiche Cuts, rinnendes Blut und Erschöpfung von seinen Qualen. Außerdem baut er merklich ab, seine Aktionen werden langsamer. Wer es ganz genau wissen will, kann übrigens auch herkömmliche Bildschirmanzeigen einblenden lassen. Dann bleibt die einzigartige Next-Gen-Atmosphäre aber etwas auf der Strecke.

Mittendrin statt nur dabei

Die Schauplätze sind sehr atmosphärisch. Nur die Zuschauer aus Pappe enttäuschen. Die Schauplätze sind sehr atmosphärisch. Nur die Zuschauer aus Pappe enttäuschen. Richtig cool wird es im Ego-Modus Get in the Ring, dem Highlight der PS3-Version. Diese Spielvariante, die es nur auf der Edel-Konsole von Sony gibt, versetzt euch mitten ins knallharte Geschehen. Schmeckt ihr die Faust eures Kontrahenten, färbt sich der Bildschirm am Rand leicht rot. Schlägt der Gegner öfter auf dieselbe Stelle, wird der rote Fleck immer dunkler und vernebelt eurem Boxer schließlich die Sicht.

Da leidet man mit: Jeder harte Treffer sorgt für die entsprechende Reaktion. Das ist Next-Gen! Da leidet man mit: Jeder harte Treffer sorgt für die entsprechende Reaktion. Das ist Next-Gen! Werdet ihr niedergeschlagen, ist es Zeit für ein Minigame: Mit den beiden Analog-Sticks müsst ihr zwei herumzappelnde Kreise in die Bildschirmmitte bewegen. Schafft ihr das nicht binnen zehn Sekunden, heißt es "Game Over"! Ein zweites Minispiel gibt es in den Ringpausen. Dann nämlich könnt ihr euren Charakter optional als Cutman eigenhändig verarzten. Wer den Sanitätsdienst bravourös bewältigt, kann bessere Ergebnisse erzielen als die CPU und mit gestärkten Kräften in die nächste Runde gehen.

Werdet Champion!

Im Karriere-Modus bastelt ihr euch entweder einen eigenen Champ oder wählt einen von 32 lizenzierten Fightern aus, um euch bis an die Weltspitze hochzuboxen. Dann gilt es, zu trainieren und das Gelernte im Wettkampf abzurufen. Leider sind die Rivalitäten zwischen den Boxern sehr unrealistisch in Szene gesetzt: Selbst wenn ihr einen Erzfeind in mehreren Fights eindeutig auf die Bretter geschickt habt, geht der Kleinkrieg weiter - in der Realität undenkbar!

Selbst die Witzfigur in der Mitte kann nicht von der Werbe-Überfrachtung ablenken. Selbst die Witzfigur in der Mitte kann nicht von der Werbe-Überfrachtung ablenken. Bei eurem Weg an die Weltspitze kommt euch die hervorragende Analog-Stick-Steuerung des Titels gerade recht. Mit dem linken Stick bewegt ihr euren Boxer durch den Ring, den rechten nutzt ihr für seine Fäuste. Das Antippen des Analog-Sticks führt zu einem Jab oder Cross-Schlag. Seitliche Haken führt ihr mit einem Viertelkreis aus, Aufwärtshaken mit einem Halbkreis. Auch der Bewegungssensor wurde implementiert: Stoßt ihr den Controller nach vorn, führt euer Boxer einen illegalen Schlag aus, etwa einen Stoß mit dem Ellbogen oder dem Kopf.

Aus der Ego-Perspektive wirkt das Geschehen viel unmittelbarer. Ein genialer Spielmodus! Aus der Ego-Perspektive wirkt das Geschehen viel unmittelbarer. Ein genialer Spielmodus! Weiterhin gibt es drei Power-Schläge. Den Haymaker kennt ihr schon aus dem Vorgänger, der Flash-K.o. sorgt für ein sofortiges Ende des Kampfes, und nach dem Stun-Punch müsst ihr nachsetzen, um vorzeitig zu siegen. Das ist schwerer, als es sich anhört. Aus der umgekehrten Ego-Perspektive (ihr seht euch also aus dem Blickwinkel des Gegners) müsst ihr versuchen, den entscheidenden Treffer zu landen.

Alle extraharten Schläge bergen ein Risiko. Falls ihr nicht trefft, steht euer Charakter kurz ungeschützt da und lädt seinen Gegner quasi zum Konter ein. Kleiner Tipp: Die Powerschläge funktionieren am besten als Finisher, nachdem der Gegner schon mit zahlreichen Jabs und Haken malträtiert wurde und merklich abgebaut hat.

Auch zu zweit könnt ihr euch imSplitscreen-Mode auf die Mütze hauen. Auch zu zweit könnt ihr euch imSplitscreen-Mode auf die Mütze hauen. Wer keine Lust mehr hat, alleine zu spielen, der schnappt sich einen Kumpel und tritt im Splitscreen-Modus gegen ihn an - wahlweise auch in der Ego-Perspektive. Außerdem gibt's ein Online-Feature, das euch auch dann spaßige Multiplayer-Runden ermöglicht, wenn ihr mal solo zu Hause hockt.
Abgesehen von einigen kleineren Schwächen im Story-Modus ist "Fight Night: Round 3" ein erstklassiger Launch-Titel für die PS3. Wer die Reihe bislang mochte, wird auch diesmal nicht enttäuscht. Fans des Boxsports sollten auf jeden Fall mal in den Ring klettern.

Wertung zu Fight Night Round 3 (PS3)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Ausgereifte Analog- Stick-SteuerungTolle Optik und AtmosphäreLizenzierter SoundtrackçççDruckvolle Box-SoundsEinzigartiger Ego-Modus
Verdammt viel Ingame-WerbungDurchwachsener Story-Modus
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