E ine Serie, die bereits die 90-Prozent-Schallmauer durchbrochen hat, mit einem Update zu bedenken, ist ein riskantes Unterfangen. Keine Neuerung darf die herausragende Qualität des Meisterwerks gefährden. Also schauen wir Electronic Arts diesmal ganz genau auf die Finger beziehungsweise auf die Fäuste. Lest, wie sich unser Schwergewichts-Champ "Fight Night" in diesem Jahr schlägt.
Dreifach auf's Maul
Die größten Neuerungen stellen zwei extraharte Punches dar, die sich zum bekannten Dampfhammer Haymaker gesellen. Dieser ist im Gegenzug langsamer unterwegs und somit nicht mehr das alleinige K.O.-Zünglein an der Waage. Gut so! Völlig neu sind diese beiden Schläge: Der Flash-K.O., der den Gegner ein für alle Mal umhaut, und der Stun-Punch, der einen Perspektivenwechsel mit sich bringt. Aus der umgekehrten Ego-Ansicht ist die Koordination der Schläge allerdings mehr als gewöhnungsbedürftig. Diese extrem harten Impact Punches bergen auch Risiken: Versemmelt man einen, steht der Boxer einen Moment lang mit offener Deckung da und ist unsteuerbar (!).
Ein weiteres Novum stellen die Rivalitäten dar, die sich wie ein roter Faden durch die Boxerkarriere ziehen. Prinzipiell eine gute Idee - doch ist es nicht realistisch, dass die von den Medien angeheizten Feindschaften auch nach drei klaren K.O.s weiter bestehen. Daran können auch die eher lächerlichen Raufereien bei Pressekonferenzen nichts ändern. Positive Erweiterungen hingegen sind der Hard-Hits-Modus und die nachspielbaren Box-Klassiker. In den Bereichen Sound, Grafik (abgesehen von einigen Rucklern), Analog-Stick-Steuerung, Create-a-Boxer und Training bietet "Round 3" beinahe die hervorragende Qualität des Vorgängers.
Unterm Strich: Der Einzelspieler hat wegen einiger Schnitzer im Karriere-Modus und der KI etwas weniger Spaß mit dem dritten "Fight Night" als mit dem Vorgänger. Steigt ihr aber zusammen mit einem Freund in den Ring, liefert EA hiermit das bis dato beste Boxen. PR
