Far Cry: Instincts

Test Thorsten Küchler

Panik im Paradies: Ubisoft entfuhrt Sie auf eine Tropeninsel voller Animateure. Deren gastfeindlicher Auftrag: Tod allen Touristen!

Der Albtraum für jeden Reiseveranstalter: Da findet man ein wunderschönes Eiland mitten im Pazifik, will massig Urlauber dorthin karren und merkt irgendwann: "Mist, hier haust ein durchgeknallter Professor mit seiner ebenso irren Privatarmee!" Was Neckermann und TUI erschaudern lässt, kann Videospielern bloß recht sein. Schließlich dient die beschriebene "Ferien auf die tödliche Art"-Kulisse als Schauplatz für den Baller-Knaller "Far Cry: Instincts".

Mit ihrer erfolgreichen PC-Vorlage "Far Cry" hat die Xbox-Umsetzung übrigens nur noch den idyllischen Schauplatz und einige Story-Versatzstücke gemein. Ansonsten haben die Entwickler aus Ubisofts Montreal-Studio ganz tief in die Kreativschatulle gegriffen: Neue Spielelemente hier, ein Sack voller veränderter Levels dort -- im Sinne der Konsolen-Tauglichkeit blieb kein Polygonstein auf dem anderen. Notwendige Maßnahmen oder übermotivierte Verschlimmbesserung? Unser ausführlicher Test gibt die spannende Antwort!

Ein Seefahrer im Kreuzfeuer

Frauen bringen nur Ärger! Diese alte Macho-Weisheit wird bei "Far Cry: Instincts" neu untermauert: Gerät der Kutterkapitän Jack Carver doch nur deshalb ins Kreuzfeuer blutgeiler Söldner, weil er eine Dame namens Val Cortez zu einer einsamen Karibikinsel schippert. Das Mädel macht sich urplötzlich feige aus dem Staub -- und zurück bleibt ein knorriger Seemann, der sich von nun an alleine durchschlagen muss.

Die grosse Freiheit

Bereits nach wenigen virtuellen Metern in Carvers Stiefeln merken selbst Action-Verächter: Hier werden die Gesetze des Shooter-Genres mit Füßen getreten -- und zwar im positiven Sinne! Statt linearer Levelschläuche erwartet Sie eine gigantische Spielwelt ohne unsichtbare Begrenzungen -- nur natürliche Hindernisse, wie etwa Felswände, zäunen das begeh- und beschwimmbare Areal ein.

Damit diese Experimentierwiese nicht zum Spannungsvakuum verkommt, stromern überall KI-Schurken herum. Wie Sie den morbiden Mob um die Ecke bringen, bleibt allein Ihnen überlassen. Ob rabiater Frontalangriff der Marke "Ich Rambo, du chancenlos" oder subtile Schleichmethode -- das Spiel zwingt Ihnen keine Offensivoption auf, sondern fördert erfinderische Problemlösungen und Experimente.

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