Fable

Test

Peter Molyneux hat wohl einen Faible für Gewissensfragen: Nach Black & White unterstützt auch Lionheads Rollenspiel herzensgute oder bitterböse Spielweisen -- beide sorgen für ein höchst unterhaltsames Heldenleben.

Wenn ein kleiner Junge mit ansehen muss, wie Banditen seine Familie meucheln und sein Heimatdorf abfackeln, dann ist sein Lebensweg in PC-Spielen vorbestimmt: Er wird ein Held, sucht die Verantwortlichen und rächt sich. Damit wäre die Grundhandlung des Action-Rollenspiels Fable auch schon erzählt, das knapp ein Jahr nach dem Xbox-Release jetzt auch für PC erscheint.

Doch Sie werden schnell merken, dass das Spiel nicht die übliche klischeehafte Story erzählt. Vielmehr drückt Ihnen Fable einen Helden, ein Ziel und eine Spielwelt in die Hand. Was Sie daraus machen, bleibt Ihnen überlassen. Gut oder böse, Zauberer oder Dieb, treuer Ehemann oder Schürzenjäger, tätowierter Irokese oder langweiliger Topfschnitt-Träger -- das sind nur einige Entscheidungen, die Sie in Fable treffen können. Schade nur, dass das virtuelle Leben so kurz ist, denn nach knappen zehn Stunden mussten wir uns bereits dem Endkampf stellen. Immerhin bietet der Titel aufgrund der spielerischen Freiheit einen großen Anreiz, das Abenteuer ein zweites Mal zu erleben.

Beschauliche Fantasy-Welt

Fable spielt in Albion, hat aber nichts mit den Rittern der Tafelrunde zu tun. Vielmehr ist es eine größtenteils beschauliche Fantasy-Welt mit idyllischen Dörfern und grünen Wiesen. Natürlich führt Ihr Weg auch in gefährliche Höhlen, dunkle Wälder und trostlose Kerker, wo Ihnen naturgemäß allerlei übles Gesocks auflauert. Damit Sie Ihre wertvolle Lebenszeit aber nicht durch kilometerlange Wanderungen vergeuden, bringen Teleporter Sie augenblicklich in jeden Winkel des Landes. Eine Minimap zeigt Feinde, wichtige NPCs und Gebäude, zudem verraten blinkende Pfeile den Weg zur nächsten Quest. Die Orientierung geht angesichts der kleinen Areale nie verloren. Allerdings lädt das Spiel beim Gebietswechsel entsprechend oft nach -- das stört auf Dauer.

In den Dörfern gehen NPCs ihrem Tagwerk nach: Händler bieten ihre Waren feil, der Schmied formt Metall am Amboss, Kinder tollen durch die Gegend. Je mehr Ruhm Ihr Held hat, desto begeisterter empfangen ihn die Einwohner, klatschen in die Hände und reagieren auf »Emotions« wie Tanzen und Flirten, die der Held im Laufe seines Lebens lernt. Falls Sie Trophäen erledigter Boss-Gegner dabei haben, können Sie die dem versammelten Volk präsentieren, um noch berühmter zu werden. Außerdem bieten Gaukler in fast jeder Stadt Minispiele wie Black Jack an. Am besten hat uns dabei »Chicken Kicken« gefallen; eine Kostprobe davon sehen Sie im Video auf unserer DVD.

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