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  • Fable 3 - Leser-Test von Miches

    Albion öffnet zum dritten Mal seine Tore und zieht den Spieler in eine Welt voller Macht, Entscheidungen und skurriler Charaktere. Wie viele seiner Versprechen konnte Peter Molyneux dieses Mal einhalten?

    Die Sonne steht bereits weit oben am Firmament, als der Held vom Butler geweckt wird. Neben ihm schnarcht gemütlich sein Hund unter der Bettdecke und außerhalb des prunkvollen Palastgemäuers stürzt der Bruder gerade das Volk in Angst und Armut. Ein typischer Morgen also. Möchte man zunächst annehmen, doch hier beginnt Fable 3 und es liegt nun in der Hand des Spielers, die Taten des Bruders fortzusetzen oder der gewaltsamen Tyrannei zuwider zu gehen. Dabei knüpft das Spiel indirekt am Vorgänger an: Man spielt den Sohn des Königs, dem ehemaligen Helden des zweiten Teils, dessen anderer Sohn nach seinem Tod nun die Herrschaft über das Reich übernommen hat.

    Wer Fable 2 gespielt hat, dürfte sich sofort heimisch fühlen, sowohl was die Spielwelt betrifft, als auch das typische Gefühl der Serie. Somit dürfte auch klar sein, dass man auf keine offene Spielwelt, sondern vielmehr Levelschläuche trifft. Dafür sind diese recht schön umgesetzt. So durchstreift man winterliche Gebirgsdörfer, seelenlose Wüsten oder dunkle Wälder. Für Abwechslung ist somit gesorgt, allerdings wird man eben nicht auf weitläufige Areale, wie in klassischen Rollenspielen, treffen.

    Da seit Fable 2 einige Jahre ins Land gezogen sind, hat sich auch das Szenario geändert. Albion ist nun deutlich moderner und besitzt eine florierende Industrie, wodurch sich auch das Abbild so mancher Stadt verändert hat. In Bowerstone gibt es beispielsweise ein eigenes Industrieviertel, was stark an die Industrialisierung im 19. Jahrhundert erinnert.

    Licht und Schatten

    Zwar wurden die Landschaften und Städte schön und stilsicher (im typischen Fable-Look) umgesetzt, auf der technischen Seite sieht aber bei Weitem nicht alles so rosig aus: So kämpft Fable 3 mit häufigen Slowdowns, die das Spiel einige Sekunden in Zeitlupe ablaufen lassen. Außerdem verfällt das Bild manchmal in einen unscharfen Zustand, vor allem bei Bewegungen. Es ist gut möglich, dass dies von den Entwicklern so vorgesehen war, mich persönlich hat es aber, insbesondere am Anfang, sehr gestört. Dazu gesellen sich viele kleine Ungereimtheiten, wie zum Beispiel die teils sichtbaren Levelkanten oder die wirklich sehr matschigen Texturen in der Ferne.

    Als Ausgleich werden einem aber sehr schöne und abwechslungsreiche Landschaften geboten. Die an vorgesehenen Stellen platzierten Schatteneffekte sind zwar schön anzusehen, wirken aber meist zu sehr "dahingestellt" und kommen in dieser Form auch sonst recht selten vor. Ist man aber mit der Fable-Serie vertraut und konnte sich schon in der Vergangenheit mit dem teils sehr speziellen Grafikstil anfreunden, so gelingt dies auch beim dritten Teil, da man sich bei Lionhead dem Altbewährten bedient hat. Aus technischer Sicht klaffen in der wunderschönen Welt aber zahlreiche Lücken auf, bei denen man schon mehr als zwei Augen zudrücken müsste. Schade, aber vielleicht lässt sich ja der ein oder andere Schnitzer durch einen Patch beheben.

    Liebe und Hass

    Auch im dritten Teil kann man wieder eine eigene Familie gründen. Auch im dritten Teil kann man wieder eine eigene Familie gründen. Quelle: cynamite.de Aber nicht nur der Grafikstil lässt den Fable-Fan an alte Zeiten erinnern, sondern auch das Kernstück der Serie: Das Moralsystem. Wie eh und je kann man sich entscheiden, ob man nun mit erhobenen Hauptes durch die Landschaft stolziert und regelrecht mit Nettigkeiten um sich wirft oder ob man als grimmig schauender Schatten nur Angst und Schrecken verbreitet. Beide Wege haben ihren Reiz und es liegt letztendlich am Spieler, welches Alter Ego er ausleben möchte. Dabei bietet die Story zahlreiche Möglichkeiten, sich für einen dieser Wege zu entscheiden. Bereits zu Beginn des Spiels wird man vor die Wahl gestellt, ob man unschuldige Bürger oder aber die eigene Freundin bzw. den eigenen Freund hinrichten lassen soll. Wie bei allen anderen Entscheidungen, welche die Geschichte maßgeblich beeinflussen, kann man sich auch hier nicht vor einer Wahl drücken. Dies führte beispielsweise bei mir immer wieder dazu, dass ich unbedingt wissen wollte, wie diese oder jene Situation mit der jeweils anderen Entscheidung ausgegangen wäre. Betrachtet man das Spiel als Ganzes, wird nämlich schnell deutlich, dass man darüber entscheiden muss, wie das (eigene) Königreich letztendlich aussehen wird.

    Dies hat allerdings nicht nur visuelle Auswirkungen, sondern zeigt sich auch in der Resonanz der Bewohner. So wird man als wohltätiger Held von den Menschen bejubelt und mit Geschenken überschüttet, als abtrünniger Gauner dagegen beschimpft und ausgebuht. Geschenke bekommt man dann aber nur noch, weil die Bewohner Angst haben.

    In früheren Teilen ließ sich die Gesinnung des Helden noch an seinem Aussehen erkennen, indem er beispielsweise einen Heiligenschein trug oder aus seiner Stirn blutrote Hörner hervorstießen. Dies wurde bei Fable 3 auf einen Minimum zurückge-schraubt. So bekommt der Held am Ende des Spiels entweder weiße oder rote Flügel, welche man auch nur zu Gesicht bekommt, wenn er einen kraftvollen Angriff auflädt. Ansonsten bleibt dieses "Feature" reine Kosmetik und hat darüber hinaus auch keinerlei Sinn.

    Rette das Königreich

    Jene Entscheidungen wird man auch in den zahlreichen Quests antreffen, welche zum einen den Spieler während des Ablaufs vor gewisse Wahlen stellt, indem man beispielsweise den Boss des Banditenlagers nach einem erfolgreichen Kampf entweder hinrichtet oder am Leben lässt, zum anderen aber auch von Grund auf für eine bestimmte Gesinnung gedacht sind. So stärkt ein Mord logischerweise die böse Ader des Helden, die Rettung einer entführten Ehefrau hingegen die gute.

    Abseits dieses moralischen Faktors sind die Quests allesamt sehr spannend und ab-wechslungsreich. Die Palette reicht von typischen "Töte diese und jene Person"-Quests, über Eskortaufträge (welche etwas skurril wirken, da man mit der jeweiligen Person ständig wortwörtlich "Händchen halten" muss), bis hin zur Verteidigung eines Stützpunktes, wo man Heerscharen von Untoten mit einem Mörser zerbröseln muss. Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz. So trifft man schon recht früh im Spiel auf drei Zauberer, welche ihr neues Spiel planen und den Helden zu Testzwecken in die Fantasiewelt schicken. Da sich die drei "Entwickler" aber immer noch nicht einig sind, hört man sie ständig streiten, woraufhin sie sogar Teile der Welt verändern wollen. Eine Anspielung auf die Videospielindustrie ist an dieser Stelle selbstverständlich nur zufälliger Natur, oder auch nicht.

    Der eigene Bruder regiert mit Tyrannei und stürzt sein Volk in Angst und Schrecken. Aber hat er wirklich nur böse Absichten? Der eigene Bruder regiert mit Tyrannei und stürzt sein Volk in Angst und Schrecken. Aber hat er wirklich nur böse Absichten? Quelle: cynamite.de Da man in keiner wirklich offenen Spielwelt unterwegs ist und somit auch keine Karte vorhanden ist, nutzt Fable 3, wie schon in den vorherigen Teilen, eine Art Leuchtspur zur Orientierung. Ist eine Quest aktiv, zeigt der glitzernde Faden auf dem Boden den Weg zum jeweiligen Zielobjekt. Eigentlich könnte man sich somit ja nicht verlaufen, doch zeigt das Spiel auch hier einige kleine Schwächen. Teilweise dauert es einige Zeit, bis der Weg berechnet und die Spur dann aktiviert wird. Manchmal erscheint sie gar nicht. Sehr ärgerlich, zumal es auch kein Questbuch gibt, welches Aufschluss darüber geben würde, wohin man genau gehen muss.

    Ist man hingegen eher der Jäger und Sammler, kann man sich auf die Suche nach verschiedenen Gegenständen, darunter Zwerge, Schlüssel, Bücher und Pflanzen, machen. Diese sind in der gesamten Spielwelt verstreut, aber dank der guten Spür-nase des Hundes größtenteils einfach zu finden. Die Schlüssel bieten wohl die lukra-tivste Belohnung: An einigen Stellen trifft man auf verschlossene Truhen, welch eine Mindestanzahl an Schlüssel voraussetzen. Der Inhalt sind dann meist stärkere Waffen oder schicke Kleidung. Einen allzu großen Vorteil darf man damit aber nicht erwarten, weshalb dieses Feature all diejenigen anspricht, welche entweder das Spiel bis zum Maximum ausreizen wollen oder scharf auf die Achievements sind.

    Ich mag dich!

    Wie eben schon erwähnt, wirkt sich die Gesinnung des Helden auf das Verhalten der Menschen aus. Dies geschieht allerdings nicht ausschließlich durch bestimmte Entscheidungen, welche man während der Quests trifft, sondern auch durch aktive Handlungen mit den jeweiligen Leuten. Steht man neben einer Person, kann man in eine Art Interaktionsmodus wechseln, der aber leider, im Gegensatz zu den Vorgängern, einiges an Tiefgang verloren hat. Besitzt man die entsprechenden Fähigkeiten, kann man sich für eine gute, böse oder witzige Aktion entscheiden. Welche genau, wird vom Spiel zufällig ausgewählt (in den vorherigen Teilen stand einem noch ein ganzer Pool an Möglichkeiten zur Verfügung). Logischerweise fördern gute Taten die Stimmung und das Vertrauen der jeweiligen Person, was mit Hilfe eines Fortschrittsbalkens am unteren Bildschirmrand verdeutlicht wird. Steigt dieser bis zum Maximum an, geht man in die nächste Phase über: Freundschaft. Um in Albion einen Freund bzw. eine Freundin zu gewinnen, muss man allerdings zuvor einen kleinen Auftrag, wie zum Beispiel einen Kurierdienst oder das Beschaffen eines Gegenstandes, erledigen. Treibt man dieses Spiel weiter und wirft die jeweilige Person mit Nettigkeiten zu, kann man die letzte Phase freischalten: Beziehung mit anschließender Hochzeit. Auf der bösen Seite endet dieses Vorhaben schlussendlich in Hass.

    Viel Spannung kommt dabei allerdings nicht auf. Da sind die questrelevanten Cha-raktere schon um einigen interessanter. Wie von der Serie gewohnt, gibt es wieder allerhand lustige und skurrile Personen. So trifft man nicht nur auf die eben angesprochenen Zauberer, sondern auch auf einen Kerl, der einen Haufen Gartenzwerge als seine Familie ansieht und am Boden zerstört ist, als diese plötzlich nach dem Wirken eines Zauberspruchs verschwunden sind (siehe Sammelobjekte: Zwerge). Oder der eigene Butler, welcher immer einen hilfreichen Spruch auf Lager hat und seinen Herrn mit Lob und Anerkennung zu schmeicheln weiß. Dies sind allerdings nur einige wenige Charaktere, die man im Laufe der Geschichte trifft. Man kann also gespannt sein.

    Authentische Personen werden ja in der Regel auch mit Hilfe der Stimme erzeugt, die bei Fable 3 wirklich gut gelungen ist. Die Synchronisation und die Sprecher selbst erweisen sich als äußerst qualitativ. Hier muss ich aber genau das wiederholen, was schon bei der Grafik galt: Stilistisch ist die Soundkulisse gut, technisch nicht. Viel zu oft kommt es vor, dass sich Dialoge überschneiden, wenn man beispielsweise ein Buch findet, welches automatisch vorgelesen wird. Dies lässt sich dann nicht mehr abbrechen und überlagert sich mit wichtigen Questdialogen. Auch fehlen stellenweise bestimmte Soundeffekte, insbesondere bei den Gewehren, die manchmal keinerlei Geräusche mehr von sich geben. Und auch hier gilt wieder: So etwas lässt sich zum Glück per Patch beheben. Dass diese kleinen Macken aber nicht bei der Qualitätssicherung entdeckt und so nicht von vorne herein behoben wurden, ist wirklich schade.

  • Fable 3
    Fable 3
    Publisher
    Microsoft
    Developer
    Lionhead Studios
    Release
    29.10.2010
    Es gibt 6 Kommentare zum Artikel
    Von Sanchez85
    Der Test ist richtig gut geschrieben. Jetzt ist es für mich nur schade das ich leider keine xBox360 habe. Würde jetzt…
    Von Bonkoman
    der test ist gut geschrieben nur schade das ich fable zum kotzen finde xD
    Von Miches
    Sergej, altes Haus  Danke für dein Lob! Mit Two Worlds 2 sieht es aber momentan schlecht aus, obwohl ich es gerne…

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    • Es gibt 6 Kommentare zum Artikel

      • Von Sanchez85
        Der Test ist richtig gut geschrieben. Jetzt ist es für mich nur schade das ich leider keine xBox360 habe. Würde jetzt gerne eine Runde Fable zocken. Trotzdem großes Lob für deinen Test.
      • Von Bonkoman
        der test ist gut geschrieben nur schade das ich fable zum kotzen finde xD
      • Von Miches
        Sergej, altes Haus 
        Danke für dein Lob! Mit Two Worlds 2 sieht es aber momentan schlecht aus, obwohl ich es gerne spielen würde. Da fehlt mir einfach die Zeit, weil Brotherhood und Hot Pursuit nächste Woche schon kommen. Die wollen ja auch einen Test spendiert bekommen.

        Two Worlds 2 steht aber weit oben auf meiner Liste 
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Fable 3
Fable 3 - Leser-Test von Miches
Albion öffnet zum dritten Mal seine Tore und zieht den Spieler in eine Welt voller Macht, Entscheidungen und skurriler Charaktere. Wie viele seiner Versprechen konnte Peter Molyneux dieses Mal einhalten?
http://www.gamesaktuell.de/Fable-3-Spiel-23038/Lesertests/Fable-3-Leser-Test-von-Miches-798972/
13.11.2010
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2010/11/fable_3__003__100817143310.jpg
fable,rollenspiel,microsoft
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