Wie wichtig die Ballannahme ist, zeigt EA in der 2005er-Version seiner Fußball-Simulation. Dazu gibt's mehr Realismus, mehr Lizenzen und eine gewohnt gute Präsentation.
Die Fifa-Serie entwickelte sich im Vergleich zu Electronic Arts' anderen Sportspiel-Reihen in den vergangenen Jahren entscheidend weiter und ist vor allem immer realistischer geworden. Kein Wunder, denn seit Pro Evolution Soccer auch für den PC erscheint, ist EA Sports auf einmal in der Verfolgerrolle. Allerdings reduzieren sich die Vorzüge von Fifa 2005 nicht allein auf das umfangreiche Lizenzpaket mit 25 Ligen und fast 500 Originalteams. Auch die Defensiv-KI, Komfortfunktion bei der Steuerung und die Präsentation sind besser als beim Erzrivalen. Allerdings simulieren die Pro Evolution Soccer-Titel die Sportart besonders bei der Ballphysik realistischer und besser als Fifa 2005. In einigen Punkten ist aber auch Electronic Arts' Produkt näher an der Wirklichkeit: Beispielsweise ist die Spielgeschwindigkeit glaubwürdiger, außerdem findet ein Großteil des Geschehens im Mittelfeld und nicht etwa in den Strafräumen statt; Chancen müssen sich gerade in den höheren Schwierigkeitsgraden hart erarbeitet werden.
Vorteil durch bessere Annahme
Neu ist die so genannte First-Touch-Steuerung, mit der Sie die Ballannahme der Spieler variieren können. So lassen sich beispielsweise Verteidiger austricksen, indem sich der Passempfänger das Leder direkt ein paar Meter vorlegt und hinterher rennt, während der Bewacher noch steht. Das ist oft die einzige Möglichkeit, sich gegen die sehr starken KI-Verteidiger durchzusetzen. Wie für die Freestyle-Bewegungen benötigen Sie auch für die First-Touch-Aktionen ein Gamepad mit zwei Analog-Sticks.
Zu den umfangreichen Spielvarianten zählen neben Freundschaftsspielen und Training auch Turniere sowie der motivierende Karrieremodus, bei dem Sie ein Team über 15 Jahre von der Durchschnittstruppe zur Spitzenmannschaft formen.
Bis auf die Kommentare: TV-Qualität
Grafisch bewegt sich Fifa 2005 auf dem Niveau des Vorgängers, glänzt aber immer noch mit fernsehreifer Präsentation. Während die Stadionatmosphäre dank authentischer Soundkulisse glaubwürdig wirkt, nerven die aufgesetzten und oft nicht zur Situation passenden Kommentare der RTL-Reporter Tom Bartels und Florian König. Dafür gibt's in den wieder einmal sehr umständlichen Menüs einen gewohnt hochklassigen Soundtrack.
Georg Valtin
