FIFA 11 im Test für PS3, Xbox 360 und PC: Jetzt im Handel erhältlich!

Test Andreas Szedlak

FIFA 11 im Test: Diesmal erscheinen die beiden Titelkandidaten FIFA und PES auch noch am selben Tag - wer die Nase im Duell vorn hat, zeigt unser Test!

Unser FIFA-11-Test für PS3, Xbox 360 und PC startet mit einer kleinen FIFA-Historie: Der frühere Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff wurde 1987 zum ersten Welttorhüter des Jahres gewählt. Torhüter genießen seit jeher einen besonderen Stellenwert im Fußball. Eigentlich verwunderlich, dass wir bis zum Jahr 2010 warten mussten, bevor wir auch virtuell die Torwarthandschuhe anziehen dürfen. Im FIFA 11-Modus „Be a Pro: Torwart“ ist es euer Job, den Kasten sauber zu halten. Mehrere Assistenz-Stufen ermöglichen Anfängern, sich aufs Wesentliche, nämlich auf das Abwehren der Bälle, zu konzentrieren. Eine Kreismarkierung hilft beim Stellungsspiel. Erfahrene Keeper verzichten auf alle Hilfen und kümmern sich selbst ums Timing beim Herauslaufen oder das Pflücken von Flankenbällen. Die gelungene Keeper-Steuerung aus der Hinter-Tor-Kamera verlangt nur kurze Eingewöhnung. Erfolgreiche Aktionen erhöhen eure Live-Bewertung. „Be a Pro: Torwart“ ist eine sinnvolle Erweiterung, die vor allem im Online-Teamwork 11-gegen-11 begeistern kann.

FIFA 11 im Test: Stars und Sternchen
Abgesehen von „Be a Pro: Torwart“ und dem überarbeiteten Karriere-Modus – auf den wir später eingehen – liegen die Veränderungen heuer im Detail. Doch wie im echten Fußball-Leben entscheiden oft Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Das Pass-System differenziert nun mehr zwischen Star- und Durchschnittsspieler: Während Franck Ribéry dem startenden Miro Klose den Ball exakt in den Lauf spielt, bleibt Tymoschuks Pass in der Abwehr hängen – meistens jedenfalls. Lange, hart getretene Steilpässe kommen nun viel seltener an. Gut so, denn per „tödlichem“ Pass konnte man in FIFA 10 zu häufig die Abwehr aushebeln.
FIFA 11: Verbesserte Zweikampfsituationen Quelle: Electronic Arts FIFA 11: Verbesserte Zweikampfsituationen
Die Verteidiger sind aufmerksamer als im Vorgänger und stellen Passwege besser zu. Stars wie Barcelonas Carles Puyol erahnen Zuspiele, lösen sich rechtzeitig vom Stürmer und leiten mit dem abgefangenen Ball einen Konter ein – da geht jedem Fußball-Fan das Herz auf! Gefallen hat uns auch das verbesserte Zweikampfverhalten. Während Spieler bisher häufig stur auf den Ball blickten, haben sie nun auch den Gegenspieler im Auge. Da streckt ein Bastian Schweinsteiger seinem Kontrahenten bereits vor dem Zuspiel den Allerwertesten entgegen und breitet die Arme aus, um den Zugriff auf das Leder zu verhindern. Ohnehin sehen die Zweikämpfe dank neuer Animationen noch dynamischer und realistischer aus als im letzten Jahr, was die Matches ungemein authentisch werden lässt.

FIFA 11 im Test: Dreiecks-Beziehung
Das Angriffsspiel ist nun weniger schemenhaft als in FIFA 10, wo eine Handvoll Spielzüge zum Torerfolg führten. Aktionen über die Flügel sind effektiver, da die Stürmer sich im Kopfballduell besser behaupten können. Zudem bewegen sich die KI-Kollegen so, dass Bayern-Coach Louis van Gaal seine hellste Freude hätte: Die Spieler versuchen, Dreiecke auf dem Feld zu bilden. Da ihr dadurch oft eine freie Anspielstation habt, ist ein effektives Kombinationsspiel möglich. Wie gut ihr euch nach vorn arbeitet, hängt natürlich davon ab, wie genau und kreativ ihr das Pass-Spiel aufzieht – und wie viel Qualität in eurem Team steckt.

FIFA 11: Kann es im Test überzeugen? Quelle: EA FIFA 11: Kann es im Test überzeugen? FIFA 11 im Test: Die Hand zum Ball?
So wie es für ehrgeizige Fußball-Trainer kein perfektes Match gibt, haben auch wir an FIFA 11 etwas auszusetzen: Neuerdings pfeift der Schiedsrichter Handspiele ab. Dies ist im Grunde eine sinnvolle Ergänzung, würde der Referee nicht viel zu häufig auf Handelfmeter entscheiden. Beispiel: Ihr versucht mit zwei Verteidigern einen Schuss zu blocken. Plötzlich zeigt der Schiri auf den Punkt. In der Replay seht ihr, dass der Verteidiger-Arm aus kürzes­ter Distanz angeschossen wurde. Dies kam bei unseren Test-Matches häufig vor. Zum Glück lässt sich das Hand-Feature im Optionsmenü deak­ti­­vieren, ansonsten würden wohl rei­hen­weise Controller vor Wut durchs Zimmer flie­gen.

Apropos Replay: Bei Sofort-Wiederholungen ist EA knauserig. Die Handelfmeter-Situation mussten wir selbstständig noch einmal anzeigen lassen. Auch manch hochkarätige Torchance wird nicht automatisch wiederholt, wenn etwa das Leder weiter am Tor vorbeigeht. Aber: Dies alles sind nur Kleinigkeiten, die den exzellenten Gesamteindruck nicht wirklich schmälern können.

Flexible Kicker-Karriere FIFA 11: Realistische Animationen tragen zur Atmosphäre bei Quelle: EA FIFA 11: Realistische Animationen tragen zur Atmosphäre bei
Den Karriere-Modus hat EA grundlegend überarbeitet. Zu Beginn entscheidet ihr, ob ihr als Spieler, Trainer oder Spielertrainer fungieren möchtet. Tretet ihr lieber selbst gegen den Ball, könnt ihr vor jeder Partie auswählen, ob ihr nur euren selbst erstellten Spieler oder das ganze Team steuern wollt. Auch neu: Das Kommentatoren-Duo heißt nun Manni Breuckmann und Frank Buschmann. Während „die Stimme des Westens“ brav den ballführenden Spieler nennt, ist Buschi für die – meist emotionalen – Analysen zuständig. Wir finden: ein gelungenes Debüt!

Wertung zu FIFA 11 (PS3)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Torhüter lässt sich steuernGrandiose ZweikämpfeKI-Spieler verhalten sich realistisch
Häufige HandelfmeterZu wenige Sofort-ReplaysViele Bundesliga-Stars nicht originalgetreu
Fazit

Jedes Jahr ein Stückchen besser. EA ist auf dem Weg zum perfekten Fußballspiel und FIFA 11 ein überragender Meilenstein!

Seit David Rutter das Zepter als FIFA-Producer übernommen hat, geht es mit der Serie steil bergauf. Wer den Engländer – den man selten ohne Three-Lions-Jersey sieht – mal kennengelernt hat, weiß auch, warum. Rutter ist Fußball-Fanatiker seit frühester Kindheit und dies merkt man FIFA mittlerweile an jedem Pixel an! Die Zweikämpfe sind sensationell realistisch, das KI-Verhalten vorbildlich und das Torwart-Feature eine tolle Neuerung. Wer den Controller in der Hand hat, legt ihn erst wieder weg, wenn Live-Fußball im TV läuft!

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