Fear
Die cleveren Feinde versuchen immer wieder, euch in die Zange zu nehmen. Wer blind in eine Richtung ballert, hat schnell ausgedient.
Das First-Encounter-Assault-Recon-Team sorgte 2005 auf dem PC für Furore: Außergewöhnlich intelligente Gegner und eine superspannende Gruselatmosphäre hoben den Einsatz der hochgerüsteten Geisterjäger in den Ego-Shooter-Olymp. Nach einem Gastspiel auf der Xbox360 im vergangenen Jahr macht sich die unerschrockene Truppe jetzt fit für ihre Premiere auf der PS3. Wir haben eine fast fertige Version des Launch-Titels gezockt und können mit einem lachenden und einem weinenden Auge berichten: Viel hat sich nicht getan.
Übersinnliche Gefahr
Spätestens wenn die Kampfroboter aufkreuzen, lernt ihr die Zeitlupenfunktion schätzen.
Nach wie vor verschlägt es euch in eine von Terroristen eingenommene Forschungseinrichtung. Anfangs sucht ihr noch nach euren hier verschollenen Kollegen, doch schon bald stoßt ihr auf deren bis auf die Knochen abgenagten Gerippe. Spätestens als ihr von haarsträubenden Visionen geplagt werdet, ist klar: Die Kacke ist mächtig am Dampfen! Unverzüglich wollt ihr nun herausfinden, was hier vor sich geht -- und denjenigen dingfest machen, der für die ganze Schweinerei verantwortlich ist.
Schöne Sauerei: Derartig saftige Szenen bleiben euch in der deutschen Version erspart.
Auch nach fast zwei Jahren noch cool: Bei den Feuergefechten mit den bis an die Zähne bewaffneten Terror-Schergen hilft euch eine übersinnliche Begabung: Auf Kommando aktiviert ihr eure Superreflexe, um das anstürmende Feindvolk sodann in Zeitlupe aufs Korn zu nehmen. Wenn euch die Kugeln in bester "Matrix”-Manier sichtbar um die Ohren pfeifen und in Slow Motion die Fetzen fliegen, sieht das nicht nur unglaublich spektakulär aus -- es ist sogar überlebenswichtig. In "F.E.A.R.” bekommt ihr es nämlich mit außerordentlich intelligenten KI-Schergen zu tun. Die Jungs hüpfen über Mauern und kriechen unter Tischen hindurch, nehmen euch gekonnt in die Zange oder verstecken sich clever, wenn es ihnen zu brenzlig wird. So kommt es zu Schusswechseln, die weit über die sonst üblichen Deckungsspielchen hinausgehen.
Kein Fest für alle Sinne
Die Fieslinge überraschen euch mit unerwarteten Moves. Sie springen über Geländer oder durch Fenster und krabbeln auch mal unter Hindernissen hindurch.
Im Jahre 2007 nicht mehr ganz so beeindruckend ist der Rest der Präsentation. Abgesehen von Slow-Motion-Effekten, dynamischer Beleuchtung und guter Physikengine zeugt nicht viel von Next-Gen-Grafikpower. Die Levelausstattung ist eher detailarm: Die meiste Zeit latscht ihr durch triste Gänge und spartanisch ausgestattete Büroräume inklusive polygonarmer Einrichtungsgegenstände. Viereckige Kontrollpulte, deren Instrumente aus flachen Texturtapeten ohne jegliches Bump-Mapping bestehen, wollen wir heutzutage nicht mehr sehen. Besonders auf einem etwas größeren HD-TV -- das Spiel läuft übrigens mit maximal 720p -- fällt die karge, manchmal schon fast steril wirkende Umgebung unangenehm auf.
Immer wieder trefft ihr auf übel zugerichtete Opfer der geheimnisvollen Eindringlinge.
Dafür gibt sich "F.E.A.R.” bei der Atmosphäre wieder alle Mühe. Gespenstische Störgeräusche, unheimliche Schatten, flackernde Lampen, plötzliche Einblendungen und wirre Visionen von einem kleinen Mädchen in blutigen Szenarios sorgen für Gänsehaut und die eine oder andere Schrecksekunde. Die mysteriöse Story, bei der ihr lange Zeit keine Ahnung habt, wem oder was ihr da eigentlich auf der Spur seid, tut ihr Übriges.
Sinnvoller Hinweis
Ragdoll-Physik und gelungene Effekte machen die Slow-Motion-Kämpfe zu einem grandiosen Schauspiel.
Splatter-Freunde seien jedoch gewarnt: Um einer Indizierung vorzubeugen, werden die gröbsten Szenen (wie schon bei der Xbox360-Variante) in der deutschen Version nicht zu sehen sein. Das hat vor allem Auswirkungen auf die Ballereien. Wo in der ungeschnittenen Version schon mal abgetrennte Körperteile in Zeitlupe an euch vorbeisegeln, gibt es hier zu Lande weder fliegende Gliedmaßen noch Blut. Der Herausforderung tut das natürlich keinen Abbruch, allerdings sind die Gefechte deutlich weniger intensiv.Auf der ganzen Welt gleich sind hingegen die exklusiven Features: PS3-User kommen in den Genuss eines zusätzlichen Levels und der neuen vollautomatischen Pumpgun SAS-12. Wie gesagt: Viel hat sich nicht getan, aber wenigstens ein bisschen was!