Licht aus, Schock an! Extraction Point setzt mit blutigen Schockeffekten und spannenden Feuergefechten den Mystery-Thriller um Alma und ihre beiden Söhne fort.
Cliffhanger ist nicht nur der Name eines Spiele-Oldies aus C64-Zeiten, sondern ein in Literatur und Film äußerst beliebtes Stilmittel. Dabei lässt der Autor eine Geschichte auf dem Höhepunkt der Spannung abrupt enden -- etwa wenn der Held überm Abgrund an einer Klippe hängt. Für den Actionkracher Fear nutzten die Entwickler ein klassisches Cliffhanger-Ende, das jetzt allerdings mit dem Addon Extraction Point aufgelöst wird.
Wie geht's weiter?
Die Story setzt nämlich da ein, wo Fear endete. Wir erinnern uns: Im Epilog flüchtet unser namenloser Held mit zwei Kollegen im Hubschrauber vom finalen Showdown bei Armacham. Der Helikopter ist natürlich abgestürzt, wir wurden von unseren Mitstreitern getrennt und müssen nun einen Weg zurück zu ihnen. Gleich in den ersten Minuten des neuen Abenteuers wird aber klar, dass irgendetwas nicht stimmt.
Die Klonsoldaten, die nach dem Tod von Paxton Vettel ins Koma gefallen sind und wie abgeschaltet in der Gegend herum stehen, sind plötzlich wieder quicklebendig und greifen uns munter an. Einige Augenblicke später wird das Rätsel -- wenigstens teilweise -- gelöst: Vettel erscheint uns in einer verstörenden Horrorvision, und verkündet grimmig, dass das zwar keinen Sinn ergebe, er aber keineswegs tot sei.
Keine Überraschungen
Was dann folgt, dürfte Besitzer des Hauptprogramms nicht wirklich überraschen. Wir kämpfen uns in der Dunkelheit durch leere Fabriken und Bürogebäude. Lösen simple Schalterrätsel und ballern uns dabei durch Horden von intelligenten Gegnern. Zwischendurch streut das Spiel immer wieder Schock- und Alptraumsequenzen ein, in denen uns Vettel und Alma erscheinen und erschrecken. Welche Geschichte Extraction Point erzählen will, wird dabei nie richtig klar. Warum hilft uns Alma? Warum ist Vettel wieder da, und lebt er wirklich noch? Und woher kommen diese fliegenden Zombies? All diese Fragen lassen zu Beginn auf eine Story mit überraschendem Ende hoffen, bleiben letztlich aber unbeantwortet.
Macht aber nix, denn die Geschichte ist eh nicht viel mehr als eine Kulisse für spektakuläre Schusswechsel mit den vielleicht schlausten Ego-Shooter-Gegnern aller Zeiten. Mit fiesen neuen Feinden macht uns das Spiel hier die Hölle heiß. Gepanzerte Klonkrieger, hochgerüstete Sturmsoldaten mit Gatling-Guns oder wieselflinke (und fast unsichtbare) Viecher im Gollum-Look sorgen dafür, dass die Schnellspeichern-Taste bald unser bester Freund ist. Im Mehrspielerpart kommen diese Verbesserungen allerdings nicht zum Tragen. Die neuen Waffen Gatling-Gun und Lasergewehr waren in unseren Netzwerk-Partien nicht aufzutreiben.
Sascha Gliss
