Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • F1 2010 im ausführlichen Leser-Test von Wallbreaker

    Nach über zwei Jahren Wartezeit ist F1 2010 von Codemasters endlich da. Kann das Spiel den hohen Erwartungen gerecht werden? Unser Leser Wallbreaker testet es ausführlich.

    Kennt Ihr schon den mit dem Spanier, dem Deutschen, dem Australier und den zwei Briten? Zugegeben, das Ganze ist kein Kalauer, sondern in der Tat der Status Quo der aktuellen F1-Weltmeisterschaft. Bei noch 3 ausstehenden von insgesamt 19 Rennen haben immer noch 5 Piloten eine realistische Chance auf die Fahrerkrone der Königsklasse des Motorsports - ohne Frage eine der spannendsten Meisterschaften der F1-Geschichte. Und genau zu dieser beschert uns Codemasters ein offiziell lizenziertes Spiel, das erste seit geschlagenen 3 Jahren.

    Mit ein Grund für diese Spannung sind die vielen Fehler, die sich die Meisterschaftsrivalen dieses Jahr leisten. Ihr denkt, von sowas kann man in Rennspielen nur träumen? Dann wird euch F1 2010 eines besseren belehren. Viele Rennspiele versprachen schon eine realistische, menschliche künstliche Intelligenz. Doch F1 2010 ist das erste Spiel, bei dem die KI das "I" auch wirklich verdient hat. Nie verhielten sich die Piloten in einem Spiel Ihren realen Vorbildern ähnlicher. Oft genug werden Euch ein Hamilton oder Alonso aggressiv im Nacken sitzen und auf ihre Chance lauern, und nicht selten treibt Ihr einen Vettel oder Massa in einen Fahrfehler oder sogar Dreher, wenn Ihr sie unter Druck setzt.

    Das Geheimnis? Codemasters hat genauesten Wert darauf gelegt, die Eigenschaften der Fahrer ins Spiel zu übertragen. Beispiel Massa: Ein Pilot, der Hitzerennen und Strecken gegen den Uhrzeigersinn bevorzugt, aber im Regen Schwächen zeigt und Alonso 2010 hoffnungslos unterlegen ist. Genau dieser Massa fährt im Spiel seinem Teamkollegen in der Türkei (Hitzerennen, Strecke gegen den Uhrzeigersinn) meist davon und eben jener macht viele Fehler bei Regenrennen.

    Und mal ganz davon abgesehen: F1 2010 bietet als eines der ganz wenigen Spiele Gegner, die von selbst aggressiv überholen, die Linie wechseln und auch im Falle eines Überholversuchs verteidigen. Die Entwickler haben mit ihrer Passion für den Sport neue Maßstäbe in Bezug auf die künstliche Intelligenz gesetzt. Einzig bei ausgewählten Kurven zeigt die KI deutliche Schwächen in Bezug auf den Bremspunkt, was zu einigen frustrierenden Momenten führen dürfte. Entweder durch einen Auffahrunfall oder durch eine deswegen ausgesprochene Strafe. Dieses Problem soll aber mit dem bereits angekündigten Patch behoben werden

    Jeder einzelne Bolide wurde bis ins kleinste Detail nachemfpunden. Jeder einzelne Bolide wurde bis ins kleinste Detail nachemfpunden. Quelle: Google

    Fahrphysik - Wer braucht schon echten Motorsport?

    Ein Aufschrei des Entsetzens ging durch die Codemasters Community, als die Entwickler ankündigten, eine Fahrphysik zu entwickeln, die sowohl Profis als auch Anfänger zufriedenstellen soll. Ausnahmslos wurde in den Foren eine Hardcore-Sim gefordert. Etwas, das Steven Hood und sein Team marketing-technisch vor Probleme gestellt haben dürfte. Aber Codemasters wäre nicht Codemasters, wenn sie nicht... Lange Rede, kurzer Sinn: Trotz Eingeständnissen an Casual-Rennspieler liefert F1 2010 eine der anspruchsvollsten und realistischsten Fahrphysiken ab, die man sich als Rennspielen wünschen kann.

    Profis, die auf dem Level "Experte" fahren (keinerlei Fahrhilfen aktiv; zu dieser Gruppe zähle ich mich seit wenigen Tagen auch), haben mit jeder Menge Schwierigkeiten beim Beschleunigen und Bremsen zu tun - immer muss man mit blockierenden Vorderrädern oder ausbrechendem Heck rechnen, je nach Aggressivität des Fahrstils. Hier sind vor allem Köpfchen bei der Wahl der Bremspunkte und Gefühl beim Herausbeschleunigen aus Kurven gefragt.

    Aber keine Sorge: Anfänger können aus einer Vielzahl an Fahrhilfen auswählen und so den Schwierigkeitsgrad stufenweise ans eigene Können anpassen. So ist Codemasters der perfekte Balanceakt bei der Fahrphysik tatsächlich gelungen. Ebenfalls mit dabei ist die aus Grid und DiRT 2 bekannte und beliebte Rückblenden-Funktion: Sobald Ihr einen Crash baut, einfach eine Sofortwiederholung auswählen, zum Zeitpunkt vor dem Crash spulen und die Situation noch einmal spielen.

    Und wer es absolut hardcore mag: Das Spiel unterstützt zahlreiche Lenkräder, die Liste der kompatiblen Geräte findet sich im offiziellen Codemasters F1-Forum. Macht Euch dann aber darauf gefasst, dass Ihr der Konkurrenz selbst in einem Hinterbänkler-Team auf dem Schwierigkeitsgrad "Experte" um die Ohren fahrt.

    Lizenzumsetzung - fast perfekt

    F1 2010 im ausführlichen Leser-Test von Wallbreaker Quelle: Google Selbstverständlich enthält das Spiel die Saisondaten 2010. Doch oftmals (gerade bei den Titeln aus dem Hause Sony) ist man recht lieblos mit der Umsetzung der Lizenz umgegangen. Das Entwickler-Studio mit Sitz in Birmingham hat seinen Job perfekt gemacht und eine der besten F1-Umsetzungen seit Jahren abgeliefert. Jeder Fahrer, jedes Auto und jede Strecke bieten einen sensationell hohen Detailgrad, bei dem eingefleischte F1-Fans Tränen in den Augen bekommen. Vor Freude versteht sich.

    Speziell die Strecken weisen haargenau dieselben Bodenwellen, Abweiser und Auslaufzonen auf, die man auch im wahren Leben vorfinden würde. Positive Folge ist, dass sich dadurch die Rundenzeiten mit denen der echten F1-Boliden die Waage halten. Wer sich in einen Ferrari setzt und losfährt, bemerkt auch akustisch, dass es praktisch keinerlei Unterschied zum Alter Ego F10 gibt. Selbst beim Regelwerk hat man nicht mit Details gegeizt. Motoren- und Reifenlimitierung, Reifenregeln fürs Rennen, verstellbare Frontflügel und Motor-Mappings während der Fahrt (bei dem der Fahrer sogar am Lenkrad rumspielt): Die Verliebtheit der Entwickler in den Sport selbst kommt hier am deutlichsten zur Geltung.

    Doch auch wenn viele Dinge im Spiel sind, die es jahrelang nicht gab, eine Sache wird es weiterhin zunächst nicht geben: das Safety Car. Die Entwickler haben darauf angeblich aus Zeitgründen verzichtet. Dasselbe gilt für Motorschäden und die Einführungsrunde. Man wolle diese Dinge absolut richtig machen und dies benötigt Zeit. Ob das stimmt, erfahren wir wohl spätestens beim 2011er-Spiel, bei dem diese Dinge integriert werden sollen.

    Nicht ganz ausgereift zeigt sich zudem das Strafsystem. Vorbildlich funktioniert es bei der Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse oder bei Fahren entgegen der Fahrtrichtung. Doch gerade in Zweikämpfen werdet Ihr das ein oder andere Mal zu oft für eine Feindberührung verantwortlich gemacht. Hoffentlich ein weiterer Punkt, der mit dem Patch behoben werden soll.

    Wetter - eine unberechenbare Variable

    Bereits sehr früh wurde in den Developer Diaries das tolle Wettersystem angesprochen, welches selbst bei trockenen Verhältnissen einen spürbaren Unterschied ausmacht. Zu Beginn des Wochenendes ist die Strecke im Fachjargon noch "grün", sprich ohne Grip, doch je mehr auf ihr gefahren wird, desto mehr Gummi sammelt sich an und desto mehr Haftung bietet die sich dunkel herausbildende Ideallinie - etwas, das sogar mit Controller deutlich zu spüren ist. Die Ego-Engine spielt ihre wahren Trümpfe aber erst bei den Regenrennen aus.

    Spa-Franchorchamps. Rennstart. Die erste Wolken türmen sich zu grauen Bergen zusammen. Die ersten Tropfen fallen, innerhalb weniger Runden ist die Strecke nass, Pfützen bilden sich, in denen sich die Umgebung spiegelt. Tropfen laufen an der Kamera herunter und nur das Rücklicht des Vordermanns ist durch dessen Gischt zu sehen.
    Spa-Franchorchamps. 38. Runde. Der Regen hört auf, die Sonne erscheint das erste Mal seit Rennbeginn wieder am Himmel. Die Ideallinie bildet sich als trockene Fahrspur heraus, doch daneben ist es noch tückisch nass. Bis zur letzten Runde trocknet die Strecke ab, einige Fahrer wechseln auf Slicks, andere retten sich mit völlig abgefahrenen Intermediate-Reifen ins Ziel.

    Ein Szenario, das sich jederzeit so abspielen kann und früher oder später tun wird, sobald ihr das Wetter auf "Dynamisch" stellt. Dass das ganze Handling des Fahrzeugs davon beeinflusst wird, ist angesichts der erstklassigen Fahrphysik selbstredend. Die grafische Opulenz der Regeneffekte ist so verblüffend, dass man meinen könnte, man sieht eine TV-Übertragung im Fernsehen.

    Karriere - Be the driver, live the life

    Diesem Motto ist der Karrieremodus untergeordnet. Zu Beginn startet ihr in einer Pressekonferenz, bei der ihr den anwesenden Journalisten euren Namen, Nationalität und andere Kleinigkeiten angebt, bevor ihr Euch ein Team aussuchen dürft, bei dem ihr eure Karriere beginnt. Die Wahl ist abhängig von der Länge Eurer Karriere. Bei 7 Jahren müsst ihr in einem der neuen Teams Platz nehmen, bei 5 stehen alternativ BMW Sauber und Toro Rosso zur Auswahl, bei nur 3 Jahren kommen noch Williams und Force India hinzu. Einmal ein Team gewählt, geht es bereits zum ersten Rennen nach Bahrain.

    Zentrale des Karrieremodus ist der Hospitality-Truck des Teams, den ihr euch mit eurer Managerin teilt. Sie klärt vertragliche Details mit den Teams, die Interesse daran haben, euch zu verpflichten. Weiterhin sind die Auswahl des Helmes, die Details des aktuellen Vertrags sowie die WM-Stände abrufbar. Von hier aus startet ihr auch zu den jeweiligen Rennen. Wollt ihr den Karrieremodus verlassen, geht ihr einfach aus dem Truck ins Fahrerlager, wo bereits eine Meute von Journalisten wartet, um euch zu interviewen (je erfolgreicher ihr seid, desto größer der Andrang der Presse).

    Hier kommen wir nun zum elementaren Teil des Karrieremodus: den Interviews. Sie werden zu einem großen Teil mitbestimmen, wie eure Karriere verläuft. Dabei gilt es, behutsam die vorgegebenen Antworten auszuwählen. Äußert ihr zu deutlich Kritik, könnte das Team am Ende der Saison möglicherweise die Reißleine ziehen und den Vertrag nicht verlängern. Antworten, mit denen ihr euch zum Teamplayer macht, kommen hingegen sehr gut an und auch andere Teams entwickeln durch euer mediales Auftreten Interesse an einer Verpflichtung. Doch dies hängt auch wie immer mit euren Rennergebnissen zusammen.

    Gerade letztere sind entscheidend für euer Standing im Team. Eine alte Rennfahrerweisheit besagt, dass der erste Gegner immer der Teamkollege ist - und da ist auch F1 2010 keine Ausnahme. Er wird der Gradmesser für das gesamte Jahr sein und der Vergleich mit ihm entscheidet auch, welcher der Piloten welche Updates als erstes bekommt und in welche Richtung das Team entwickelt. Gelingt es euch, regelmäßig den Teamkollegen in den Schatten zu stellen, schlägt sich das Team ganz auf eure Seite. So arbeitet ihr euch den Weg bis an die Spitze der Formel 1 - nie hatte ein Spiel einen so tiefgehenden Karrieremodus wie F1 2010.

    Multiplayer - nur ein Online-Vergnügen

    Beim Multiplayer-Teil hat sich Codemasters wieder einmal (fast) selbst übertroffen. Nicht nur, dass ihr Session beitreten oder erstellen könnt, die genau euren Vorstellungen entsprechen (von Rennen über nur 1 Runde bis hin zu einem kompletten Wochenende auf die volle Renndistanz), im sogenannten Party-Modus gibt es sogar spezielle Spielvarianten: Pole Position, Sprint, Ausdauer und Grand Prix. Bei Pole Position startet ihr in eine 20 minütige Qualifying-Session, bei der der schnellste Spieler gewinnt. Sprint ist ein 3 Runden langes Trocken-Rennen, Ausdauer ein Rennen mit 20% Renndistanz, dynamischem Wetter und mindestens einem Boxenstopp. Und beim Grand Prix startet ihr in die Qualifikation (15 Minuten), um euch anschließend in einem 7 Runden langen Rennen mit ebenfalls einem Boxenstopp mit euren Gegnern zu messen.

    All das bietet enorme Abwechslung. Doch der Online-Modus hat auch seine Macken. Teilweise gibt es doch Probleme, bestimmten Session beizutreten, ebenso scheitern oftmals die Einladungen. Wenn ihr aber erstmal in einer Session seid, kann der Spaß beginnen. Dabei gibt es vom Gameplay her praktisch keinen Unterschied und keine Grafikeinbußen im Vergleich zum Einzelspieler-Modus. Einziger Wermutstropfen, der bleibt: Splitscreenduelle gegen menschliche Kontrahenten bleiben euch wohl bis zum Erscheinen des 2011er-Spiels verwehrt, ebenfalls eines der Features, die man gerne schon in F1 2010 integriert hätte, dies aus Zeitmangel aber nicht geschafft hat.

    Pro & Contra

    +tiefgehender Karrieremodus nach dem Kredo "Be The Driver, Live The Life"
    +dynamisches Wettersystem
    +ständig wechselnde Streckenverhältnisse
    +menschlich agierende KI, die von den echten Fahrern inspiriert ist
    +fantastische Fahrphysik
    +absolute Detailverliebtheit

    -kein Safety Car, keine Frühstarts
    -mangelhaftes Strafsystem
    -fehlender Splitscreenmodus

    Wertung: 90%

    Fazit

    Zunächst einmal muss man den Entwicklern zugestehen, dass sie bei der Entwicklung bei 0 angefangen haben und ein Spiel aus dem Boden stampfen mussten, an das extrem hohe Erwartungen geknüpft wurde. Einen Großteil dieser haben sie mit Bravour erfüllt, an F1 2010 fallen wirklich nur Kleinigkeiten negativ auf. Nach 3 Jahren F1-Abstinenz auf Spielekonsolen und 8 auf PC kann sich F1 2010 dank einer Liste fantastischer Features wirklich sehen lassen und muss sich in Bezug auf die Fahrphysik selbst vor einem Gran Turismo nicht verstecken. Mission erfüllt, Codemasters.

    Einen ausführlichen Videotest findet Ihr hier:

  • F1 2010
    F1 2010
    Publisher
    Codemasters
    Developer
    Codemasters
    Release
    23.09.2010
    Es gibt 15 Kommentare zum Artikel
    Von Masterschelm
    da ist wohl jemand äußerst neidisch, dass er nicht selbst so gute Tests schreiben kann  nicht hinhören walli, der…
    Von d.night
    Super geschriebener Test. Zum Spiel kann ich ja nix sagen da ich es nicht habe, aber interessieren tuts mich schon.…
    Von Wallbreaker
    Aha. Womit begründest du das?

    Aktuelle Rennspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Forza Horizon 3 Release: Forza Horizon 3 Microsoft
    Cover Packshot von F1 2016 Release: F1 2016 Koch Media , Codemasters
    Cover Packshot von Trials of the Blood Dragon Release: Trials of the Blood Dragon Ubisoft , RedLynx
    Cover Packshot von The Collider 2 Release: The Collider 2 Techland
    • Es gibt 15 Kommentare zum Artikel

      • Von Masterschelm
        Zitat von s-vettel-gamer
        einer der schlechtesten tests die ich je gelesen hab!!
        da ist wohl jemand äußerst neidisch, dass er nicht selbst so gute Tests schreiben kann 
        nicht hinhören walli, der Test ist klasse:hoch:
      • Von d.night
        Super geschriebener Test. Zum Spiel kann ich ja nix sagen da ich es nicht habe, aber interessieren tuts mich schon. Aber ich denke ich werd warten bis es billiger wird.^^

        @svettel gamer: Machs besser :kaffee:
      • Von Wallbreaker
        Zitat von s-vettel-gamer
        einer der schlechtesten tests die ich je gelesen hab!!


        Aha. Womit begründest du das?
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 12/2016 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
795277
F1 2010
F1 2010 im ausführlichen Leser-Test von Wallbreaker
Nach über zwei Jahren Wartezeit ist F1 2010 von Codemasters endlich da. Kann das Spiel den hohen Erwartungen gerecht werden? Unser Leser Wallbreaker testet es ausführlich.
http://www.gamesaktuell.de/F1-2010-Spiel-22956/Lesertests/F1-2010-im-ausfuehrlichen-Leser-Test-von-Wallbreaker-795277/
23.10.2010
f1 2010,codemasters,rennspiel
lesertests