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  • Earth 2160 v1.1

    Der vierte Teil der Earth-Reihe ist nichts für Einsteiger. Profi-Strategen dagegen haben ihre helle Freude, bauen ihre Armee selbst zusammen und tüfteln stundenlang an Erfolg versprechenden Taktiken.

    Marketingmaßnahmen treiben manchmal skurrile Blüten. Publisher Zuxxez etwa trumpft für Earth 2160 mit der vielleicht eigenwilligsten Verpackung des Jahres auf. Neben Klappcover und einem schmucken Hologrammbildchen auf der Rückseite blinkt dank eingebautem Bewegungssensor nämlich ein blaues Lämpchen aus der Front und schreit vorbeigehenden Käufern förmlich entgegen: »Kauf mich!«

    Wer dem Ruf folgt, bekommt ein Spiel völlig ohne Kopierschutz, dafür aber mit Steam-ähnlichem Aktivierungsmodell (siehe Extrakasten »Steam lässt grüßen«), Soundtrack, Poster mit dem gesamten Forschungsbaum des Echtzeit-Strategiespiels und extradickem Handbuch, das sogar Platz fürs Eintragen eigener Tastaturbelegungen lässt. In Sachen Ausstattung spielt Earth 2160 also bei den ganz Großen mit. Ob das auch fürs Spiel selbst gilt, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

    Intergalaktische Dickköpfe

    Die Science-Fiction-Story von Earth 2160 ist schnell erzählt. Nachdem der Krieg um die Erde in den Vorgängern zum Exitus des blauen Planeten geführt hat, geht die Kabbelei im All weiter. Zunächst auf dem Mars, aber da wurde es den Streithähnen auch schnell zu eng. Also werden neue Welten erschlossen. Vorzugsweise mit viel Platz, noch mehr Ressourcen und keinen Nebenbuhlern.

    Klappt natürlich nicht, und deshalb übernehmen Sie in 28 Missionen die Geschicke der vier Fraktionen: Eurasian Dynasty, United Civilized States, Lunar Corporation sowie eine mysteriöse Alienrasse.

    Andere Seiten, andere Sitten

    Die vier Parteien sind eine der großen Stärken von Earth 2160, spielen sie sich doch vollkommen unterschiedlich. Die Eurasian Dynasty etwa muss alle ihre Gebäude über Röhrensysteme miteinander verbinden und schickt Sammler aus, um Rohstoffe abzubauen. Die Lunar Corporation hingegen stapelt ihre Gebäudetypen zu Türmen aufeinander und arbeitet mit Minenkomplexen statt flexibler Sammler. Die Aliens wiederum pfeifen auf Basen und klassischen Echtzeit-Strategie-Schnickschnack. Stattdessen lädt sich jede extraterrestrische Einheit an Rohstoffvorkommen auf und kann sich klonen oder in einen fortgeschrittenen Einheitentyp transformieren, sobald die Speicher gefüllt sind. Die United Civilized States liegen mit ihren sechs Grundgebäuden, die mit Upgrades für Truppenproduktion, erhöhten Energieausstoß und weitere Funktionen erweitert werden, irgendwo im Strategie-Allerlei.

    Von den alles verschlingenden Aliens abgesehen, streiten sich alle Völker um die drei Rohstoffe Wasser, Eisenerz und Kristalle -- jede Fraktion baut zwei der Güter ab und investiert in Basenbau, Armee und Forschung.

    Pimp my Army

    Anders als etwa Blizzard bei StarCraft und WarCraft 3 setzt Entwickler Reality Pump für Balancing und Abwechslung nicht vorrangig auf vollkommen unterschiedliche Völker. Von den Aliens abgesehen, ähneln sich die drei Fraktionen bei Gebäuden, Einheiten und Waffensystemen relativ stark. Stattdessen entscheiden Sie im umfangreichen Forschungsbaum von Earth 2160, wo's mit Ihren Jungs und Mädels lang geht.

    Haben Sie ausreichend Rohstoffe beisammen, erforschen Sie besser entwickelte Lasertechnologien oder Panzerungen, Raketenwerfer oder ganz neue Einheiten wie Mechs und Panzer. Upgrades wie aufgemotzte Waffensysteme bekommen die Einheiten dann automatisch verpasst. Um eine wirklich schlagkräftige Armee auf die Beine zu stellen, müssen Sie allerdings selbst ab in die Schrauberwerkstatt und Hand anlegen.

    In einer Art Einheitenbaukasten wählen Sie nämlich Panzer, Buggys, Mechs und Konsorten als Grundgerüst und rüsten diese dann mit bestimmten Komponenten auf. Soll es der Highspeed-Antrieb sein, oder doch eher die kostengünstige Alternative? Soll der Panzer Flugeinheiten mit Lasern vom Himmel holen oder eher mit dem imposanten doppelläufigen Kanonenrohr feindlichen Gebäuden das Leben schwer machen? Und, besonders wichtig: Ist die Panzerung für den Angriff von Energie- oder Chemiewaffen ausgelegt?

    Sind Sie dann mit Ihrem neuen Schätzchen zufrieden, verpassen Sie ihm noch einen Namen, und schon landet es neben den Standardtypen im Produktionsmenü und kann in die Massenfertigung gehen. Kleiner Designschnitzer: In der Einzelspielerkampagne werden zwar von Mission zu Mission bereits erforschte Technologien übernommen, selbst entworfene Einheiten müssen Sie zu Beginn jedes Einsatzes aber erneut zusammenklicken. Das wird hoffentlich bald mit einem Patch behoben.

    Hausgemachte Strategie

    Das individuelle Zusammenstellen der eigenen Armee lässt wesentlich mehr Freiheiten zu als das klassische Stein-Schere-Papier-Prinzip anderer Echtzeit-Strategiespiele. Bei denen müssen meist eher die Spieler ihre Taktik ans Spiel anpassen -- Earth 2160 macht's genau andersherum. Ist dafür allerdings auch bockschwer und nichts für Genre-Neueinsteiger oder Spieler, die lange Einarbeitungszeiten scheuen. Wer genug Rohstoffe beisammen hat, um sein Panzer-Grundgerüst mit den besten Technologien auszustatten, der hat nämlich nicht automatisch die Oberhand. Ist die Panzerung beispielsweise gegen Chemiewaffen ausgelegt und der Feind kommt mit Lasern daher, sind die vermeintlichen Superwaffen innerhalb von Sekundenbruchteilen Altmetall, die investierten Ressourcen für Forschung und Produktion verloren.

    Das ist einerseits sehr fordernd und für versierte Strategen eine echte Herausforderung -- für Spieler, die sich abends nur ein oder zwei Stündchen entspannen wollen, wird Earth 2160 aber eher zu einer frustigen Angelegenheit. Zumal man den Gegner mit falsch produzierten Einheiten noch nicht einmal in Schach halten kann, sie sind tatsächlich völlig wertlos. Umso schwerer wiegt die Tatsache, dass das Ausbaldowern adäquater Gegenmaßnahmen durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen kann, denn an den Feindeinheiten selbst erkennt man nur mit geschultem Auge und guten Spielkenntnissen, welche Upgrades installiert sind. Also schickt man weitere sinnlos produzierte Truppen in Testläufen ins Verderben, bis eine wirkungsvolle Zusammenstellung gefunden ist.

    In der Kampagne ist es uns jedenfalls immer wieder passiert, dass wir komplette Verbände verloren haben, nur weil sie sich an den extrem starken Verteidigungsanlagen und den besser ausgerüsteten Feinden die Zähne ausgebissen haben.

    Licht und Schatten

    Nicht nur für Profis, sondern auch für Einsteiger geeignet ist die Grafik von Earth 2160, die das frei dreh- und zoombare 3D-Geschehen mit hervorragendem Bump-Mapping, realistischen Licht- und Schatteneffekten sowie hohen Polygonzahlen technisch sehr eindrucksvoll inszeniert. Einheiten sehen auch aus nächster Nähe noch sehr gut aus, die Animationen sind gut ausgearbeitet, und die pompösen Explosionen stellen selbst das Effektfeuerwerk Command & Conquer Generäle kalt. Allerdings schaffen die Entwickler das Kunststück, die beeindruckende Technik stellenweise ungenutzt zu lassen. Durch den konsequenten Verzicht von Farben gibt es auf dem Bildschirm meistens nur Grau-, Rot- und Brauntöne zu sehen -- farbenfrohe Settings, in denen auch mal mehrere Farben existieren, sind die Ausnahme. Den tristen Look kann man zwar mit dem Science-Fiction-Hintergrund entschuldigen. Allerdings beweist StarCraft, dass auch Planetenoberflächen und Raumbasen hübsch aussehen dürfen. Trotz der Farbarmut ist Earth 2160 vor allem dank der Effekte dennoch das Echtzeit-Strategiespiel.

    Schön: Der Bildausschnitt lässt sich weit hinauszoomen, das schafft Übersicht. Allerdings verschwinden Objekte dabei sehr schnell, die oftmals ohnehin nur schwer mit der Maus anzuwählen sind, da die Steuerung zuweilen etwas ungenau ist.

    Von Helden und Strategen

    Die Einzelspielerkampagne beschäftigt auf einem hohen Niveau, das über »Mach' alles platt«-Missionsziele hinausgeht. Einsätze mit einem begrenzten Einheitenkontingent stehen ebenso auf dem Plan wie Massenschlachten. Besonders wichtig sind die Hauptfiguren der Kampagnen, die ein Inventar besitzen und immer wieder Waffen oder andere Gegenstände aufklauben. Die Jungs und Mädels müssen also je nach Anforderung ausgestattet werden und legen etwa per Hand ganze Vorposten mit Sprengstoff in Schutt und Asche.

    Wer lieber menschlichen Kontrahenten gegenübersteht, der stürzt sich mit bis zu sieben Mitspielern in die Schlacht. Neben dem Deathmatch gibt es noch den Modus »Uncle Sam«: Die Rohstoffe werden vom Spiel direkt an die Spieler ausgeteilt.

    Aber auch für den Mehrspielermodus gilt: Einsteiger haben hier nur wenig Spaß. Erfahrene Spieler, die eine echte Herausforderung suchen, sind hier aber goldrichtig.

    David Bergmann

  • Earth 2160
    Earth 2160
    Publisher
    Deep Silver (DE)
    Developer
    Reality Pump Studios
    Release
    02.06.2005

    Aktuelle Strategie-Spiele Releases

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Earth 2160
Earth 2160 v1.1
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http://www.gamesaktuell.de/Earth-2160-Spiel-22399/Tests/Earth-2160-v11-717457/
01.07.2005
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/t_earth_999_07eps.jpg
tests