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  • Faszination eSports – LoL, DotA, CS, FIFA, CoD: Stars, Geld, Fans & Trends – Teil 2 des großen Specials

    [b]Apropos "Nerds haben doch eh keine Freunde": [/b]
30.000 Besucher in der Kölner Lanxess-Arena bei der ESL One Cologne. Quelle: Patrick Stark, ESL

    Einst belächelt, heute ein Massenphänomen: In den populärsten eSports-Titeln League of Legends und Dota 2 wird im Jahr 2016 um Preisgelder in Millionenhöhe gekämpft - und Millionen schauen auch live auf Twitch zu. Höchste Zeit, einen Blick auf die Geschichte des eSports zu werfen, aktuelle Trends zu analysieren, mit den Stars der Szene zu sprechen und einen Blick in die Zukunft zu wagen. In Teil 2 unseres Specials werfen wir einen Blick auf Deutschlands bestverdienende eSportler und die Bedeutung von Titeln wie Counter Strike, Call of Duty und Fifa.

    In Teil 1 unseres großen eSports-Specials haben wir ein besonderes Augenmerk auf die großen Konkurrenten League of Legends und DotA 2 gelegt. Im heutigen zweiten Teil widmen wir uns Call of Duty, FIFA und dem eSports-Klassiker schlechthin: Counter-Strike. Zunächst jedoch widmen wir uns jedoch der Frage: Wie verdienen die deutschen eSportler? In diesem Zusammenhang fiel in Teil 1 bereits der Name des deutschen Dota 2-Profis Kuro "KuroKy" Salehi Takhasomi.

    Der reichste eSportler Deutschlands

    Der 24-jährige Berliner mit iranischen Wurzeln gilt als der derzeit bestbezahlte eSportler Deutschlands. Der Pro-Gamer hat seit 2011 bereits 650.000 US-Dollar (571.000 Euro) rein an Preisgeldern verdient. Hinzu kommen Sponsorenverträge und ein Grundgehalt bei Team Liquid, dem er seit Oktober 2015 angehört. Den Clan hat Kuro "KuroKy" selbst gegründet und leitet ihn aktuell auch als Manager.
    Kuro trainiert acht bis zehn Stunden täglich: "Die Karriere ist mein Leben, das ist nicht anders als bei einem Profi-Fußballer oder -Musiker. Freizeit ist selten. Aber das ist okay, ich bin glücklich", schildert er sein Leben als hauptberuflicher Bildschirmsportler. "Der Job erlaubt mir sehr viel zu Selbstversorger: 
Diese Jungs verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit eSport. Selbstversorger: Diese Jungs verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit eSport. Quelle: Games Aktuell reisen, wir haben fantastische Fans und die Preisgelder explodieren."
    Das ist nicht übertrieben. "The International" - die Weltmeisterschaft in Dota 2 - schüttete 2015 im Finale die Wahnsinnssumme von 18.416.970 US-Dollar aus. Jeder der fünf Spieler des Gewinnerteams Evil Geniuses hat also eine gute halbe Million Euro von insgesamt 5,8 Millionen Preisgeld abzüglich der Zahlungen an den Clan eingestrichen. Einer der Pros ist erst 15, die anderen sind unter 26. "Wir haben sicherlich keine Nachwuchsprobleme, allerdings würde ich mir eine gerechtere finanzielle Verteilung wünschen", kommentiert Kuro. "Ein paar Prozent verdient extrem viel Geld, während die breite Masse kaum genug einnimmt, um ihre Miete zu zahlen." Dota 2 leide aktuell an einem Luxusproblem, weil alle sich nur auf The International konzentrieren würden und es zunehmend weniger kleine Turniere mit ein paar tausend Euro an Preisgeld gebe.

    Counter-Strike: Die Wiedergeburt der alten Diva

    Doch es gibt nicht nur LoL und Dota 2 im eSports-Kosmos. Vor allem in Europa und Deutschland ist das altehrwürdige Counter-Strike (CS) nach wie vor ein großes Thema. Der Lieblings-Shooter aller Netzwerk-Partys wird bereits seit 2000 professionell gespielt und lange Zeit dominierten vor allem deutsche Clans wie Alternate aTTaX und SK Gaming die internationale Szene. Das Setup ist hier deutlich simpler als in Dota und LoL: Anti-Terror-Einheiten müssen eine Bombe entschärfen oder Geiseln retten, die Terroristen versuchen, ebendies zu verhindern. CS erlebte jedoch durch das verhunzte und in der Community wenig beliebte Source einen So sehen Sieger aus: 
Die Counter-Strike-Profis von Fnatic feiern ihren Triumph bei der ESL One 2015 in Köln. So sehen Sieger aus: Die Counter-Strike-Profis von Fnatic feiern ihren Triumph bei der ESL One 2015 in Köln. Quelle: Patrick Stark, ESL starken Einbruch und erholt sich wieder durch Valves Engagement für das 2012 veröffentlichte Counter-Strike: Global Offensive (CS: GO).
    Der größte CS-Turnierveranstalter ist die in Köln ansässige Turtle Entertainment GmbH, der die Electronic Sports League (ESL) gehört. Die Preisgelder befinden sich noch nicht auf dem hohen Niveau von LoL oder Dota 2, ein Preisgeld-Kontingent von 220.000 Euro muss sich aber auch international nicht verstecken. Auf der ESL One Cologne im Juni 2015, dem wichtigsten Counter-Strike-Turnier, war zudem erstmals Valve selbst als Hauptsponsor an Bord. Die Veranstaltung in der Kölner Lanxess-Arena avancierte zum größten CS-Wettstreit aller Zeiten. Spätestens mit der ESL One meldete sich damit Counter-Strike zurück in die Top 3 der wichtigsten eSports-Games der Welt.
    Davon ist auch Tom "Spiidi" Richter vom Clan mousesports überzeugt: "27 Millionen Menschen haben die ESL One Cologne gesehen, das ist der absolute Wahnsinn. Wir konnten die Zahlen selbst kaum glauben. Das war schon ein großer Tag für CS, auch wenn wir selbst nicht so gut abgeschnitten haben." Dafür hat der 21-Jährige mit seinen Mitspielern gerade erst die renommierten Acer Predator Masters gewonnen und kann sich über 17.000 Euro Preisgeld freuen. Nach einer sehr langen Durststrecke war das im Februar 2016 der erste deutsche eSports-Titel in einem großen internationalen Wettbewerb seit über zehn Jahren.

    Call of Duty: Der 3-Millionen-Aufsteiger

    Im Prinzip funktioniert es bei eSports genauso wie im klassischen Sport: Geld lockt Talente an, die werden zu Stars und sorgen für Zuschauerrekorde. Dadurch wird der Sport interessant für Sponsoren und Werbepartner, die mehr Geld in die Liga pumpen. Gibt's keine Sponsoren, müssen die Entwickler selbst in die gewöhnlich gut gefüllte Geldbörse greifen. Bei über einer Milliarde Umsatz durch Call of Duty: Black Ops 3 ist es für Hersteller Activision kein Problem, jedes Jahr eine Million US-Dollar für die Call of Duty Championship zu stellen. 2016 wird daraus jetzt die Call of Duty World Traurig: 
Selbst die vergleichsweise junge Disziplin eSport hat bereits mit Doping zu kämpfen. Traurig: Selbst die vergleichsweise junge Disziplin eSport hat bereits mit Doping zu kämpfen. Quelle: Games Aktuell League mit umgerechnet 2,6 Millionen Euro an Preisgeld. Die Liga wird allerdings aktuell noch gnadenlos von den Top-Teams der USA dominiert, allen voran OpTic Gaming. Deutsche Clans wie SK Gaming, Killerfish und FABE Germany halten mit Engagement und Einsatz dagegen, tun sich aber in den Finals regelmäßig sehr schwer.
    "Die US-Dominanz zu knacken, ist verdammt schwierig", erklärt FABEs Team-Captain Kevin "Kivi" Fiala. "Die deutschen Spieler haben alle reguläre Berufe, die Amerikaner hingegen sind fast alle Profis." Clans wie OpTic Gaming seien durch Sponsorendeals mit Firmen wie Red Bull und dem Controller-Hersteller SCUF zudem finanziell exzellent ausgestattet. "Es macht einen großen Unterschied, ob man sich nur für Turniervorbereitungen an Wochenenden trifft oder jeden Tag in einem Clan-Haus trainiert."
    Call of Duty hat offensichtlich das gleiche Problem wie viele eSports-Arten: In den großen Turnieren lassen sich zwar Millionen absahnen - es gibt aber immer weniger kleine Events mit niedrigeren Preispools, durch die sich Teams finanzieren könnten, die nur national, aber nicht international oben mitspielen.

    Jagd nach alten Glanzzeiten

    Während wir im realen Fußball Weltmeister und Weltklasse sind, versucht die deutsche FIFA-Szene seit Jahren, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen, beißt sich aber an der internationalen Konkurrenz die Zähne aus. Beim FIFA Interactive World Cup reckte am Ende Abdulaziz Alshehri aus Saudi-Arabien den Pott in den Münchner Nachthimmel. Die deutsche Hoffnung Daniel Butenko musste sich bereits in der Vorrunde geschlagen geben. Für ihn wäre ein Traum in Erfüllung gegangen, denn der Sieger wurde zur Verleihung des Fußballers des Jahres, dem FIFA Ballon d'Or, geladen. "Christiano Ronaldo zu treffen hätte für mich einen viel höheren Wert als Im großen Check: 
Sind Doom, Overwatch und Paragon eSport-tauglich? Im großen Check: Sind Doom, Overwatch und Paragon eSport-tauglich? Quelle: Games Aktuell die 17.000 Euro. Das wäre ein Erlebnis gewesen, das man sich nicht kaufen kann", so der Kölner. Er ist allerdings auch erst 15 Jahre alt - es bleibt ihm also noch jede Menge Zeit, um Preisgelder zu kassieren und Promis zu treffen.
    Bislang hat es kein FIFA-Profi geschafft, an die Dominanz Deutschlands in den Jahren 2003 bis 2006 anzuknüpfen. Die Zwillinge Daniel und Dennis Schellhase glänzten damals nicht nur mit dem Triple, weil sie gleich drei Mal die World Cyber Games - ehemals so etwas wie die Olympiade des eSports - gewannen, sondern vor allem, weil sie den Bildschirmwettkampf zum Geschäft machten und die Szene professionalisierten. Die beiden Vermarktungsgenies zogen Werbedeals mit Adidas, Intel und sogar BMW an Land und tingelten als "FIFA-Twins" von Stefan Raab zu stern TV und durch zahlreiche Talkshows.
    Aber auch ihre Bilanz bleibt bis heute ungeschlagen: Beide gewannen über die Hälfte aller gespielten Turniere. Dennis Schellhase setzte als Manager von SK Gaming zwischen 2006 und 2010 sogar noch einen drauf, indem er seinem Team zu einer Gewinnquote von 100 Prozent Siegen verhalf und maßgeblich am Gewinn der Weltmeisterschaft beteiligt war.

    Die Zukunft des eSports

    Den aktuellen Zustand des eSports kann man getrost als äußerst vital bezeichnen. Doch wie wird sich das Ganze weiterentwickeln? Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht abzusehen: Die Kicker-Prominenz: 
David Alaba vom FC Bayern München unterstützt die Virtuelle Bundesliga, eine eigens von EA Sports veranstaltete Liga für FIFA 16. Kicker-Prominenz: David Alaba vom FC Bayern München unterstützt die Virtuelle Bundesliga, eine eigens von EA Sports veranstaltete Liga für FIFA 16. Quelle: EA Sports Zuschauerzahlen bei den großen Events gehen kontinuierlich nach oben und immer mehr Menschen schalten auf Twitch ein, um sich per Streaming von spannenden Duellen und reichlich Stadionatmosphäre begeistern zu lassen. Ein Grund, warum aktuell viele Entwickler überlegen, wie sich das Erleben der Wettkämpfe spannender und interaktiver gestalten lässt. Die Antwort könnte Virtual Reality lauten, schließlich starten gerade Oculus Rift und HTC Vive im PC-Markt durch. Allerdings mit Preisen von 700 bis 900 Euro, lediglich Samsung bietet aktuell mit der Gear VR eine mit 100 Euro sehr günstige Alternative für Smartphones an. Bis VR also in der breiten Spielermasse ankommt, dürfte es noch ein paar Jahre dauern. Da Valve aber ohnehin zusammen mit HTC die Vive entwickelt und vermarktet, zeigt man bereits jetzt, was in Zukunft in Dota 2 in Sachen virtueller Realität möglich sein könnte: Mit der Vive auf der Nase seht ihr das normale Schlachtfeld oben, senkt ihr euren Blick nach unten, wird die gesamte Karte in 3D eingeblendet, wichtige Punkte lassen sich per Fingerzeig auswählen und die Statistiken jedes einzelnen Spielers gegen einen beliebigen Kontrahenten des gegnerischen Teams stellen.
    Doch auch andere Entwicklerteams wollen ein Stück vom eSports-Kuchen abhaben - und planen einen Großangriff auf die Platzhirsche: Blizzard Statistik: 
Fakten und Zahlen zum eSport im Jahr 2015. Statistik: Fakten und Zahlen zum eSport im Jahr 2015. Quelle: Games Aktuell etwa versucht sich mit Overwatch an seinem ersten Team-Shooter und hat damit ersten Betatest-Erfahrungen zufolge voll ins Schwarze getroffen. Epic Games, die insbesondere für Unreal Tournament und Gears of War 3 bekannt sind, wollen mit ihrem grafisch edlen MOBA-Shooter Paragon League of Legends und Dota 2 angreifen. Und dann ist da ja noch ein alter Bekannter namens Doom, dessen Quake-Väter von id Software 1997 den weltweiten eSports schließlich ins Rollen brachten und 2016 mit dem Reboot des Klassikers zurück auf den Shooter-Thron wollen. Wir sind uns sicher: Um die Zukunft des eSports braucht man sich vorerst keine Sorgen zu machen, ganz im Gegenteil.

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http://www.gamesaktuell.de/E-Sports-Thema-119060/Specials/Faszination-E-Sports-Teil-2-1202275/
04.08.2016
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