Duke Nukem Forever - Leser-Test von Qu!ks!lver
Es war einmal vor 14 Jahren…
Die Story ist recht simpel gestrickt. Vor 13 Jahren überfielen Außerirdische (zum dritten Mal) die Erde und gingen nach dem üblichen Schema vor. Unsere Frauen wurden entführt, die Männer getötet. Doch die außerirdischen Wesen hatten die Rechnung ohne Duke Nukem gemacht. Bewaffnet bis an die Zähne zeigte Amerikas Ein-Mann-Armee den Aliens, wo der Hammer hängt. Die Erde schien gerettet, die Damen befreit…
Duke Nukem Forever setzt den Vorgänger praktisch direkt fort…naja…setzt 14 Jahre später an, würde demzufolge eher passen. Denn erst nach 14 Jahren lässt sich der mit Steroiden vollgepumpte Muskelprotz wieder blicken. Auch im Spiel sind 14 Jahre vergangen. Der ehemalige Weltenretter wird verehrt wie ein Rockstar. Die Frauen liegen ihm buchstäblich zu Füßen, Denkmäler wurden ihm zu Ehren errichtet, was das Promidasein eben alles mit sich bringt. Doch die Ruhe währt nicht lange. Die bösen Aliens sind wieder da und wollen nun mit noch härteren Mitteln versuchen, die Frauen gefügig zu machen, und dabei haben sie noch eine Rechnung mit dem blonden Kraftpaket offen.
Die Fahrabschnitte sind eine willkommene Abwechslung
Die Waffen eines Dukes
Mit einem reichlich bestücktem Duke geht es nun ans Alien rösten. Dabei könnt ihr maximal zwei Waffen gleichzeitig und einen Satz Granaten bzw. Minen mit euch führen. Das Kampfsystem ist wie alles im Spiel recht simpel aufgebaut. Keine überladenen Funktionen wie in Crysis 2. In Duke Nukem Forever gilt es zu ballern, bis man nicht mehr weiß, welcher Torso zu welchem Alien gehört. Das Spiel wirkt recht brutal, wird aber durch den Humor und die überzogene Gewaltdarstellung wieder entschärft. Die Invasoren sehen teilweise Nutztieren sehr ähnlich und wirken kaum bedrohlich, dennoch kommt es vor, dass man besonders bei hohem Gegneraufkommen schnell unter Druck gerät und bei zu starkem Beschuss schneller ins Gras beißt, als einem lieb ist. Um länger seinen Mann stehen zu können, gilt es Deckung suchen, viel rumlaufen und vor allem nie stehen zu bleiben. Damit Duke sich einen entscheidenden Vorteil verschaffen kann, stehen ihm einige Aufputschmittel zur Verfügung. Steroide etwa sorgen für kurze Unverwundbarkeit, mit Bier kann er vorrübergehend stärker zuschlagen und Gegner mit seinen blosen Fäusten zerlegen. Schusswaffen stehen euch dann nicht zur Verfügung.
EGO
Duke Nukem verfügt nicht über einen Panzer wie etwa der Master Chief, stattdessen fungiert ein Ego-Balken als Gesundheitsanzeige. Ist der Balken fast weg, gilt es sich schnell in Sicherheit zu bringen. Ihr könnt euer Ego aufpeppen und verbessern, indem ihr mit der Umgebung agiert. So könnt ihr z.B. beim Pinball oder mit der Benutzung von Enarmigen Banditen Dukes Widerstandskraft verbessern. Außerdem können Wasser lassen und andere Spielerein mit seinem besten Stück für einen gehörigen Ego-Boost sorgen.
Ab und zu müßt ihr mit schwerem Geschütze Alien-Schiffe vom Himmel holen
Die Grafik
Trotz 14 Jahren Entwicklungszeit ist es den Entwicklern nicht gelungen, einen grafischen Leckerbissen zu kreieren. Die Grafik zeigt schwächen an fast allen Stellen. Lediglich ein ordentlicher plastischer Effekt bei Gegnern und Dukes Statuen ist zu erkennen. Während innerhalb von Räumen, die schlechte Grafik noch nicht so drastisch ins Auge fällt, wird vor allem in Außenarealen sichtbar, was ich meine. Grafisch bewegt sich Duke Nukem Forever leider auf sehr niedrigem Niveau. Das Spiel strotzt nur so vor Detailarmut und matschigen Texturen.
Sound
Der Sound ist nicht übel und wird auf der PS3 sogar in DTS präsentiert. Die Musikstücke sind zwar fetzig und versetzen einen teilweise in der Zeit 14 Jahre zurück, wirken aber recht belanglos und fallen daher kaum auf. Lediglich die Titelmelodie hat Ohrwurmgarantie.
Der Duke spricht deutsch
Duke wurde nun erstmals komplett synchronisiert. Dafür engagierte Gearbox niemand geringeren als Manfred Lehmann. Die deutsche Stimme von Bruce Willis und Gerard Depardieu hat bereits Erfahrungen mit Videospielen gesammelt. Zuletzt war er in Crysis 2 als Colonel Barclay zu hören. Aber trotz seiner guten Leistungen als Duke will kein richtiges Aha-Gefühl aufkommen. Wenn man weiß, wie Duke aussieht und sich gibt, empfindet man Lehmanns Stimme leider als völlig deplatziert. Warum konnte keine deutsche Stimme gefunden werden, die der Originalstimme ähnlich ist? Es wird daher dringend empfohlen, zur englischen Sprachausgabe zu wechseln.
Sexy Ladies gibt es zu hauf im Spiel
Fazit
Duke Nukem Forever ist nicht der erhoffte Überflieger geworden, der uns versprochen wurde. Zu altbacken die Grafik, zu öde das Gameplay. Lediglich die Interaktion mit der Umgebung und die Minispiele sorgen für Abwechslung. Duke Fans der allerersten Stunde werden Duke Nukem Forever zwar mindestens 10 Punkte als Duke-Bonus hinzuaddieren, allen anderen, die Duke Nukem nur aus Geschichtsbüchern kennen, könnte es schnell zu langweilig werden. Vor allem ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad wird das Spiel recht schwer. Viel darf man also nicht einstecken. Wenn man denn mal sein virtuelles Leben verwirkt, muss man jedes Mal mit langen Ladesequenzen vorlieb nehmen, um beim letzten Checkpoint wieder anfangen zu dürfen. Positiv anzurechnen ist, dass Duke Nukem Forever für Ego-Shooter-Verhältnisse eine gute Spieldauer besitzt, doch aufgrund der teils recht langweiligen Missionen, muß man sich fragen, ob das ein Segen ist oder ein Fluch. Wer dennoch auf halbnackte Weiber, schlüpfrigen Humor, Bier und Steroide steht, kann sich Duke Nukem Forever durchaus zulegen.
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Also ich spiele es gerade zum zweiten Mal, auf Verrückt und werde es sicher noch öfter spielen. Mir gefällt der trashige Charme besonders
Für eine Runde (oder mehrere) stupides Rumgeballer mit markigen…