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  • Review: Driver: Parallel Lines

    Dunkle Gassen, schmutzige Geschäfte und rasante Verfolgungsjagden: Die Driver-Reihe ist zurück. Nicht in alter Bestform, aber auf dem besten Wege dorthin.

    Falls Sie ein Fan des ewigen GTA-Konkurrenten Driver sind, dann müssen Sie jetzt ganz stark sein. Wir möchten an dieser Stelle nämlich noch einmal an das versaubeutelte Driver 3 (Wertung PC PowerPlay 05/2005: 61) erinnern, das die kultige Reihe mit mieser Steuerung, unterirdisch schlechten Missionen auf Schusters Rappen und unzähligen Bugs in den Schmutz zog. Ein Jahr später erschien Driver: Parallel Lines für Konsolen und erntete Applaus. Nicht, weil alles wieder war wie früher, sondern weil alles wieder etwas mehr war wie früher. Mit Verspätung will der vierte Teil jetzt auch auf dem PC versöhnen – wir prüfen, ob die Driver-Reihe wirklich wieder fahrtüchtig ist.

    Beschäftigungstherapie

    Verfolgungsjagden sind das Aushängeschild des neuen Driver und mit guter Fahrphysik gut zu beherrschen. Verfolgungsjagden sind das Aushängeschild des neuen Driver und mit guter Fahrphysik gut zu beherrschen. Das Wichtigste vorweg: Parallel Lines hat tatsächlich nichts mehr mit dem Driver 3-Desaster gemein. Die Fahrzeuge steuern sich simpler durch den Stadtverkehr, Einsätze zu Fuß sind nur noch sporadisch eingestreut und weit weniger frustig – uns sind keine gravierenden Probleme aufgefallen, abgesehen von einigen KI-Aussetzern. Eingebettet sind die Verbesserungen in den klassischen Driver-Spielablauf.

    Wir klauen Autos, fahren damit zu auf einer Übersichtskarte markierten Einsatzorten, an denen wahlweise eine Verfolgungsjagd oder aber eine Schießerei entbrennt. Zwischendurch können wir uns in kurzweiligen Minispielen austoben und über echte Rennstrecken heizen, in rüpelhaftester Crazy Taxi-Manier Fahrgäste von A nach B katapultieren oder Checkpoint-Rennen bestreiten. Der Redaktions-Liebling: Donut-Büdchen zu Klump fahren und vor aufgebrachten Polizisten fliehen.

    Auch wenn die Minispiele allesamt ein netter Zeitvertrieb sind – sie sind recht sinnlos. Zur Belohnung gibt’s zwar Bargeld, bloß können wir das lediglich in ein rudimentäres Auto-Tuning investieren. Da wir aber alle Nase lang den fahrbaren Untersatz wechseln, ignorieren wir fette Spoiler oder bessere Motoren und widmen uns lieber direkt der Solo-Kampagne mit ihren 35 Missionen.

    Zahltag

    Wie im Kino vor der Polizei flüchten. Dank des Soundtracks sind diese Momente atmosphärisch enorm stark. Wie im Kino vor der Polizei flüchten. Dank des Soundtracks sind diese Momente atmosphärisch enorm stark. Driver: Parallel Lines erzählt die Geschichte vom Nachwuchs-Ganoven »The Kid«, der schlicht TK genannt wird und sich 1978 in New York die Hörner abstößt. Nach dem Aufstieg vom schnöden Fluchtwagenfahrer zum Auftragskiller kommt dann aber, was kommen muss: TK wird übers Ohr gehauen und wandert für 28 Jahre ins Gefängnis. Im New York des Jahres 2006 wird aus der Gangster-Klamotte dann eine waschechte Vendetta; TK spürt seine ehemaligen Geschäftspartner auf und liquidiert einen nach dem anderen.

    Herausragend ist der Plot nicht, in vielen gut gemachten Renderszenen aber spannend inszeniert und allemal auf Augenhöhe mit klassischen Blutrache-Streifen aus Hollywood.

    Mädchen für Alles

    Der Clou: Sie spielen beide Erzählstränge nach. Der spielerische Unterschied zwischen 1978 und 2006 ist zwar nichtexistent, unterschiedliche Autos und ein verändertes Stadtbild sorgen aber für einen netten Touch. Und abwechslungsreich ist Parallel Lines allemal, denn die Entwickler geben sich redlich Mühe, aus der Raserei das Maximum herauszukitzeln. Sie überfallen einen Gefangenentransport der Polizei, lassen den gepanzerten Wagen mitgehen und brechen damit in einen Hochsicherheits-Knast ein. Sie rücken sich durch spektakuläre Verkehrsunfälle in den Mittelpunkt des polizeilichen Interesses und locken die Ordnungshüter zu Schmuggler-Verstecken, um einem Konkurrenten die Tour zu vermasseln. Oder Sie lotsen durch gut getimte Brückensprengungen einen Konvoi in einen Hinterhalt und kidnappen den gut bewachten kolumbianischen Gangsterboss.

    Dein Freund und Verfolger

    Nettes Gimmick, spielerisch sinnentleert: Tuning. Nettes Gimmick, spielerisch sinnentleert: Tuning. Das Aushängeschild der Driver-Reihe ist natürlich wieder mit an Bord: Ein Fahrgefühl, das die abgenutzte Bezeichnung intuitiv verdient. Nach wenigen Kilometern hinter dem Steuer geht uns das Handling der Wagen in Fleisch und Blut über – Parallel Lines ist zwar sehr arcade-lastig und ermöglicht auch Laien gefühlvolle Drifts, trotzdem brechen die Boliden bei zu rasanten Manövern aus und enden in der Leitplanke. Bereits bei der zweiten Verfolgungsjagd mit der Polizei rasen wir dann halsbrecherisch und ohne anzuecken durch den dichtesten Verkehr – in Sachen Adrenalinschub muss da selbst die Hochglanz-Raserei Need for Speed einpacken.

    Apropos Polizei: Die KI der Gesetzeshüter gibt sich realistisch. Wenn Sie sich also an grundlegende Verkehrsregeln halten, werden Sie nicht behelligt. Brausen Sie aber bei Rot über Kreuzungen, haben Sie ein Problem. Zumindest so lange, bis Sie außerhalb des Sichtfeldes der Cops das Auto wechseln. Verfolgt wird nämlich nur Ihr Auto. Erst wenn die Blaumänner Sie zu Fuß erwischen, wird’s haarig. Dann hilft nur die Flucht in eines Ihrer Verstecke, um den Fahndungslevel auf Null zu stellen.

    Das muss doch zu schaffen sein

    Solche Einlagen sind schwer zu steuern und frustig. Solche Einlagen sind schwer zu steuern und frustig. Die Entwickler kehren mit dem vierten Driver-Teil nicht nur zu alten Tugenden zurück, sie pflegen auch alte Krankheiten. Kaum sind wir aus dem Gefängnis entkommen und in der Gegenwart gelandet, schon zieht der Schwierigkeitsgrad mächtig an. Immer mehr Einsätze fordern und überfordern mit einem knackigen Zeitlimit, immer regelmäßiger scheitern wir an Verfolgungsjagden, spielen Einsätze wiederholt, bis wir die Strecke im Schlaf beherrschen. Das Speichersystem ist dabei keine große Hilfe, gesichert wird nur nach einem erfolgreich abgeschlossenen Einsatz. Nur wenige der oftmals mehrteiligen Aufträge sind mit mehreren Speicherpunkten ausgestattet. Eine gesunde Portion Durchbeißer-Mentalität sollten Sie für Parallel Lines also mitbringen, wenn Sie den Abspann sehen wollen.

    Best Of

    Reine Baller-Einlagen – ob zu Fuß oder auf einer Ladefläche postiert – sind selten. Dank guter Zielerfassung spielen sie sich besser als im Vorgänger. Reine Baller-Einlagen – ob zu Fuß oder auf einer Ladefläche postiert – sind selten. Dank guter Zielerfassung spielen sie sich besser als im Vorgänger. Akustisch ist das neue Driver ein echter Hochgenuss. Nicht wegen der Motorengeräusche, die sind eher besserer Durchschnitt, sondern wegen des phänomenalen Soundtracks, der mit seiner »Faust aufs Auge«-Qualität an Filme von Quentin Tarantino heranreicht. Im New York der Vergangenheit gibt’s Krachmacher wie Iggy Pop und The Stranglers auf die Ohren und das Rasen macht gleich doppelt Spaß. Der Soundtrack der Gegenwart ist selbstredend weniger spektakulär, trumpft aber mit einem gesunden Mix aus Rock und Rap auf.

    Die Grafik hinkt da meilenweit hinterher. Allenfalls Automodelle und Lichteffekte gehen gerade noch als State of the Art durch. Der Detailgrad der Spielwelt ist mangelhaft, Charaktermodelle sind auf schlechtem Playstation-2-Niveau. Aber das fällt zum Glück nicht weiter auf, wenn Sie mit 100 Sachen durch die Innenstadt brettern – und das macht ohnehin mehr Spaß als virtuelles Sightseeing.

  • Driver: Parallel Lines
    Driver: Parallel Lines
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Reflections Interactive
    Release
    29.03.2007

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http://www.gamesaktuell.de/Driver-Parallel-Lines-Spiel-22180/Tests/Review-Driver-Parallel-Lines-727814/
03.09.2007
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tests