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  • Divinity: Dragon Commander im Test: Endlich mal was Neues - Update mit Wertung

    Jetpackdrachen im erbitterten Kampf um Macht, Politik und Homo-Ehe: Dank Dragon Commander weht endlich wieder frischer Wind durch's Strategie-Genre. In unserem Test klären wir, ob Larian Studios' neues Werk nicht nur originelle Ideen, sondern auch handfesten Spielspaß liefert. Update: Wir haben den Test um die finale Wertung erweitert.

    Frische Ideen sind selten im Strategie-Sektor. Zweiter Weltkrieg, Fantasy, Sci-Fi oder Historisches – das kennt man, alles schon da gewesen. Wie lässig dagegen Larian Studios' Dragon Commander daherkommt, kann man gar nicht genug loben: Endlich traut sich ein Entwickler wieder was! Und das Ergebnis ist nicht nur schön unverbraucht, sondern auch spielerisch gelungen: Vielleicht kein Meisterwerk nach Punkten, aber ein solides, kompetentes Strategiespiel, das mit viel Seele, Witz und Stil so manche Schwachstelle vergessen macht.

    Feldzug als Politsatire

    Dragon Commander spielt im gleichen Universum wie Larians Divinity- Rollenspiele, setzt aber keine Vorkenntnisse voraus. Der Spieler übernimmt die Rolle des aufstrebenden Imperators, ein Mischwesen aus Mensch und Drache. Sein Job: Das Land Rivellon zurückerobern, das nach dem Tod des Königs von mehreren Armeen besetzt wurde. Alles beginnt auf der Raven, einer Art Steampunk-Fantasy-Luftschiff, das dem Spieler als Basis dient. Ähnlich wie in Starcraft 2: Wings of Liberty kann man hier mehrere fantasievoll gestaltete Räume besuchen, um dort seinen Feldzug zu planen, Upgrades zu kaufen und vor allem um mit verschiedensten NPCs zu quatschen. Diese witzig umgesetzten Gesprächspartner sind nämlich nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern liefern im Grunde schon alles, was das Spiel an Story zu bieten hat.

    Divinity: Dragon Commander im Test Divinity: Dragon Commander im Test Quelle: PC Games Eine durchgängige Handlung gibt's selbst in der Kampagne nicht, nur eine Handvoll kleiner Videos wird mal zwischen den Kapitelübergängen eingespielt. Wo es an Erzählung und Dramatik fehlt, müssen also die NPCs für Atmosphäre sorgen – und das gelingt ihnen auch ganz gut: Vier Generäle, fünf Ratsmitglieder, vier mögliche Ehefrauen, dazu ein Mechaniker, ein Magier und eine weitere Figur (die hier nicht verraten wird!) treiben sich auf der Raven rum – eine verrückter und charismatischer als die andere. So bekommt man es etwa mit Religionsfanatikern, militanten Feministinnen, sprengwütigen Imps, rassistischen Echsen und geldgeilen Zwergen zu tun. Sie alle haben eigene Ansprüche, um die sich der Spieler zwischen den Strategie-Einsätzen kümmern muss, stets in Form aufwendig vertonter Multiple-Choice-Dialoge.

    Mit welchem Anliegen ein NPC auf den Plan tritt, wird dabei zufällig bestimmt. Larian Studios wagt hier einen kniffligen Spagat zwischen Satire und Ernsthaftigkeit, denn die meisten Themen haben aktuelle Bezüge: Da will ein Ratsmitglied etwa die Homo-Ehe legalisieren, der andere wünscht sich Einschnitte in die Pressefreiheit und die Dritte fordert eine Frauenquote beim Militär. Auch wenn die Entwickler hier meist mit Feingefühl und einem guten Schuss Ironie zu Werke gehen, geraten manche Themen, über die der Spieler entscheiden muss, unerwartet ernst für ein Fantasy-Spiel, das sich ansonsten eher leichtfüßig und heiter gibt: Über strengere Waffengesetze nach einem Hochschul-Amoklauf oder härtere Strafen für Soldaten, die sich sexuell an Zivilisten vergehen, möchte vielleicht nicht jeder Spieler in seiner Freizeit grübeln.

    Drachenkrieg im Brettspiel-Design

    Welche Entscheidungen man in den Dialogen trifft, sorgt nicht nur für witzig-harsche Reaktionen der übrigen Ratsmitglieder, sondern wirkt sich auch auf den Kriegsverlauf aus. Den verfolgt und lenkt man auf einer hübsch gestalteten Strategiekarte, die an den Brettspielklassiker Risiko erinnert. Runde für Runde werden hier Truppen – stilecht in Form kleiner Holzfigürchen – von einer Region in die nächste verschoben. So werden Gebiete eingenommen, die dann Gold und Forschungspunkte generieren. In jeder Region herrscht dabei ein anderes Volk, das durch einen der Berater vertreten wird. Hat man beispielsweise die Untoten durch eine religionskritische Haltung verärgert, so werden die von ihnen bewohnten Gebiete weniger Unterstützung liefern. Dadurch sinken die Siegeschancen im Kampf, etwa weil man weniger Einheiten bauen kann oder der Gegner einen Vorteil beim Missionsstart erhält.

    Ebenso erhält man einen Bonus, sobald man sich mit dem entsprechenden Volksvertreter gut stellt: Das kann ein kleiner Goldtribut sein oder aber eine der vielen Vorteilskarten, die man im Spielverlauf erbeutet. Diese Karten – ebenfalls passend im Design von Trading-Card- und Brettspielen – lassen sich nur im Runden-Modus ausspielen und liefern Boni wie zusätzliche Einheiten oder Vorteile im Kampf. So hübsch dieser simple Rundenstrategie-Part auch gestaltet ist, allzu viel taktische Tiefe bietet er nicht. Außer kriegerischer Eroberung ist auf der Strategiekarte nämlich kaum etwas zu tun: komplexe Diplomatie, Spionage, Wirtschaft, Zufallsereignisse – alles Fehlanzeige. Vom Tiefgang eines Total War ist Dragon Commander meilenweit entfernt.

    Auto-Kampf für Ungeduldige

    Kommt es zum Kampf, hat man zwei Optionen. Die erste: Man lässt das Ergebnis automatisch ausfechten, dazu gibt es eine schlichte Übersicht der Truppenstärken und Gewinnchancen. Um die Aussicht auf einen Sieg zu verbessern, kann man hier einen der vier Generäle einsetzen und weitere Vorteilskarten ausspielen. Dadurch erhält man Bonuseinheiten oder verpasst dem Gegner einen fiesen Nachteil, was sich allerdings stets nur in der prozentualen Gewinnchance niederschlägt – weitere Details zum bevorstehenden Kampf verschweigt das Interface nämlich. Hat man alle Vorbereitungen getroffen, entscheidet dann das Spiel zufällig, wer das umkämpfte Gebiet erhält. Besonders bei schlechten Siegeschancen lohnt es sich aber, auf diesen Zufallsfaktor zu verzichten und die Partie selbst auszufechten – denn das Spiel hat noch mehr zu bieten.

    Echtzeitstrategie mit Drachenaction

    Divinity: Dragon Commander im Test - Tolle Idee: Als Drache mit Jetpack brausen wir übers Schlachtfeld und unterstützen unsere Truppen. Divinity: Dragon Commander im Test - Tolle Idee: Als Drache mit Jetpack brausen wir übers Schlachtfeld und unterstützen unsere Truppen. Quelle: PC Games Jeder Kampf lässt sich nämlich auch in einem Echtzeitstrategie-Modus bestreiten. Auf verschiedensten kleinen Karten steht man bis zu drei KI-Gegnern gegenüber, stets mit dem Ziel, die feindlichen Truppen plattzumachen, bevor sie die Oberhand gewinnen. Das Besondere: Alle Einsätze laufen nach dem Skirmish-Prinzip ab, es gibt also keine vorgefertigten Skripte oder Story-Ereignisse, die Gegner-KI agiert völlig frei. Überraschungen braucht man daher nicht erwarten, selbst Schlachten um die feindliche Hauptstadt spielen sich exakt so wie die dutzenden Einsätze davor.

    Jede Seite legt mit den Einheiten los, die sie zuvor im Rundenmodus in das Kriegsgebiet mitgebracht hat. Mit skurrilen Steampunk-Mechs, Panzern, Flugapparaten, Zeppelinen, Booten und schweren Kreuzern gilt es zunächst, festgelegte Bauplätze auf der Map zu sichern. Nur an diesen Slots kann man nämlich eine winzige Auswahl an Gebäuden errichten – Fabriken für Boden-, Luftund Marine-Einheiten, außerdem sind drei verschiedene Abwehrtürme im Angebot.

    Die nötigen Rohstoffe generieren eigens dafür vorgesehene Gebäude, allerdings ist die Menge an Ressourcen begrenzt: Je nachdem, wie die Unterstützung in dem Gebiet ausfällt, hat man viele oder nur sehr wenige Ressourcen zur Verfügung, um neue Einheiten zu produzieren. Manche Partien können darum schon nach wenigen Minuten entschieden sein. Denn sind die Rohstoffe erst mal verbraucht, geht es nur noch darum, den Gegner möglichst effektiv vonb der Karte zu fegen. Hier kommt die meist schlau agierende Feind-KI zum Tragen: In unserer Spielzeit erlebten wir etwa, wie der Gegner mit zwei Landungsbooten gleichzeitig anrückte und unsere Basis so von zwei verschiedenen Seiten attackierte. Ein cleveres Manöver! Mehrmals beobachteten wir auch, wie der Feind seine Bodentruppen zurückzog, als wir entsprechende Kontereinheiten bauten – wenige Minuten später rückte er dann mit überlegenen Lufteinheiten an.

    Im Laufe der letzten Beta-Wochen vor dem Release haben die Entwickler zahllose Patches nachgelegt. Neben kleineren Interface-Verbesserungen (die unter anderem mehr Durchblick bei den Berater-Entscheidungen geben) haben die Patches vor allem am Balancing und der Gegner-KI geschraubt. So erlebten wir mit der Version 1.0.12.0 deutlich mehr Szenen, in denen unser KI-Widersacher die Spezialfähigkeiten seiner Einheiten nutzte, außerdem mussten wir auf der Rundenstrategie-Karte häufiger in die Defensive gehen und feindliche Landungsboote abwehren. Allerdings gerieten wir auch mehrfach in Situationen, in denen sich der KI-Gegner nicht zu rühren schien - ob er nur seine Truppen sammeln oder seine Niederlage einfach nicht länger rauszögern wollte, ließ sich in solchen Momenten nicht nachvollziehen.

    Ballerspaß in Drachengestalt

    Ein cooles Extra und auch spielerisch sinnvoll: In den Echtzeitschlachten darf sich der Dragon Commander jederzeit in einen Drachen verwandeln. So kann er wie in einem Actionspiel über die Map düsen (der Drache trägt ein Jetpack!) und ins Gefecht eingreifen. Das sieht gut aus, spielt sich schön unkompliziert und kann hin und wieder sogar den Sieg bedeuten: Mit Drachenschreien kann man etwa seine unterlegenen Truppen zu Höchstleistungen anspornen oder heilen. Oder man wehrt einen gegnerischen Stoßtrupp mit Feuerbällen ab, während die eigenen Armeen derweil in Richtung Feindbasis marschieren. Und wer keine Lust auf diese launigen Action-Einlagen hat, kann auch meist darauf verzichten, denn wirklich entscheidend sind diese nicht. Erst im dritten Akt der Story-Kampagne nutzten wir unseren hochgezüchteten Drachen häufiger: Hat man erst mal die besten Fähigkeiten freigeschaltet, kann man so im Handumdrehen eine überlegene Feindarmee einäschern, ohne empfindliche Verluste zu riskieren. Schade allerdings, dass die Gegner-KI nie einen Drachen nutzt - anderen Flugechsen begegnet man ausschließlich im Mehrspielermodus.

    05:30
    Divinity: Dragon Commander - Drachen in Aktion
  • Divinity: Dragon Commander
    Divinity: Dragon Commander
    Developer
    Larian Studios
    Release
    3. Quartal 2013

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http://www.gamesaktuell.de/Divinity-Dragon-Commander-Spiel-21804/Tests/Divinity-Dragon-Commander-im-Test-1081411/
07.08.2013
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2013/08/divinity_dragon_commander_test_0001-pc-games.jpg
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