Dirt 3 (X360)

Release:
24.05.2011
Genre:
Rennspiel
Publisher:
Codemasters

Dirt 3: Test der Rallye-Simulation von Codemasters

20.05.2011 15:00 Uhr
|
Neu
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Dirt 3 im Test: Der Mix aus klassischen Etappen-Rallyes und Offroad-Rennen mit sieben Gegnern wurde dieses Jahr um die Geschicklichkeits-Sportart Gymkhana erweitert. Also Aufgaben satt, doch wie viel dreckige Rallye-Atmosphäre kann Dirt 3 dabei versprühen? Unser Test zeigt es.

Verkalkuliert: Die Rückspulfunktion bietet euch bis zu fünf Mal die Möglichkeit, eure Fahrfehler auszubessern. Verkalkuliert: Die Rückspulfunktion bietet euch bis zu fünf Mal die Möglichkeit, eure Fahrfehler auszubessern. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Kann Dirt 3 in unserer Test-Rallye die Konkurrenz in Grund und Boden fahren? Weder die Offroad-Rennen in Gran Turismo 5 noch die offizielle WRC-Simulation von Milestone dürfte eingefleischte Rallye-Fans restlos begeistert haben. Die sprichtwörtliche Liebe zum Detail fehlte bei beiden Kandidaten, um so mehr waren wir gespannt, ob das dritte Dirt - das erstmals ohne "Colin McRae" im Titel erscheint - eine packende Rallye-Atmosphäre erzeugen kann. Wir haben die Versionen für PC, PS3 und Xbox 360 getestet. Alle Fassungen sind inhaltsgleich. Bei der Grafik-Betrachtung gehen wir aber natürlich auf die Versionsunterschiede ein, die durchaus ins Auge stechen. Was uns alles positiv oder negativ aufgefallen ist, erfahrt ihr nachfolgend in unserem ausführlichen Games-Aktuell-Test von Dirt 3.

Das hat uns an Dirt 3 gefallen:

Trailblazing: Auf Schnee mit mehr als 100 Stundenkilometer durch die Gegend düsen - Adrenalin pur. Trailblazing: Auf Schnee mit mehr als 100 Stundenkilometer durch die Gegend düsen - Adrenalin pur. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Fahrzeugauswahl
Samt der Bonusautos, die man kostenlos runterladen können, stehen gut 50 lizenzierte Karossen bereit. Das klingt erst mal nach nicht allzu viel, doch die Vielfalt macht hier den Reiz aus: Wir finden WRC-Boliden wie den Citroën DS3 von Serien-Champion Sébastien Loeb, Gruppe-B-Monster. etwa den Audi Quattro S1 mit 800 PS, dazu Trucks, Buggys sowie Klassiker, unterteilt in das Jahrzehnt ihres Auftritts. Wer also gerne mit Legenden wie Renault R4 oder Opel Manta durchs Gelände brettern möchte, darf das in Dirt 3 tun.

Streckenvielfalt
Müsstet ihr zwischen den Events der Dirt-Tour selbst die Reifen wechseln, hättet ihr alle Hände voll zu tun. Ständig wechseln Location, Untergrund, Wetter und Tageszeit. Gerade noch spielt ihr in Finnland den Schneepflug, dann staubt ihr eure Karosse in der Wüste Kenias ein. Enge Rundkurse wie das L.A. Coloseum oder der Hafen von Monaco (mehrere Streckenvarianten, aber kein F1-Kurs) bringen zusätzliche Abwechslung. Da die Dirt-Tour sehr umfangreich ist, wiederholen sich die Strecken zwar auf die Dauer, Langeweile kam bei uns aber zu keiner Zeit auf. Zumal Regen, Schneefall oder Sonnenblender immer wieder für zusätzliche Würze sorgen.

Landrush: Im Gegensatz zu den Rallye-Autos haben die Buggys ein anderes Fahrverhalten. Landrush: Im Gegensatz zu den Rallye-Autos haben die Buggys ein anderes Fahrverhalten. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Viele Event-Arten
Rund 60 Prozent der umfangreichen Dirt-Tour verbringt ihr mit klassischen Stage-Rallyes. Dazu kommen Runden-Rennen mit sieben Mitstreitern, Überlandfahrten ohne Beifahrer, Head-to-Head-Turniere mit Viertelfinale, Halbfinale und Finalrennen sowie neuerdings die populäre Geschicklichkeits-Sportart Gymkhana. Auch hier gibt es verschiedene Aufgaben: Meistens absolviert ihr einen Parcours aus Kreiseln, Sprüngen oder Drift-Passagen, ab und an müsst ihr aber auch Papproboter überfahren ohne die angrenzenden Häuser zu berühren. Abhängig von eurer Event-Platzierung erhaltet ihr Punkte, durch die ihr weitere Events der Dirt-Tour freischaltet. Zudem kassiert ihr Ruf-Punkte mit denen ihr euch neue Teamangebote mit frischen Autos sichert.

Steuerung
Die Fahrzeuge lassen sich angenehm direkt steuern. Je nach Bolidenart reagieren die Karossen dabei mehr oder minder sensibel auf eure Aktionen - Buggys schaukeln extrem auf. Allerdings lassen sich selbst 800-PS-Protze bei komplett ausgeschalteten Fahrhilfen ohne größere Mühe mit dem Controller beherrschen, Dreher passieren ganz selten. Eine absolut realistische Fahrphysik darf man also nicht erwarten, was Hardcore-Rallye-Fans vielleicht enttäuschen wird. Drei Fahrhilfe-Stufen stehen zur Auswahl: Amateur, Anfänger, Profi. Natürlich lassen sich die Stufen noch anpassen, etwa beim KI-Schwierigkeitsgrad, der sich von 1 bis 6 einstellen lässt.

Hier seht ihr weitere Screenshots aus unserer Testversion von Dirt 3. Hier seht ihr weitere Screenshots aus unserer Testversion von Dirt 3. [Quelle: Siehe Bildergalerie] KI
In Shift 2 haben wir uns über die zu agressive KI beklagt, Dirt 3 findet einen optimalen Mittelweg. Zwar sind die KI-Mitstreiter ambitioniert und versuchen auch mal innen durchzuschlüpfen. Dabei agieren sie aber in den meisten Fällen fair und stecken auch mal zurück, wenn man die Lücke zumacht. Zudem hilft ein weißer Pfeil, der in der Stoßstangen- oder Motorhauben-Perspektive anzeigt, wo sich der Verfolger gerade befindet. Gut gefallen hat uns auch, dass die KI-Gegern Fehler machen. Nach einem weiten Sprung überschlägt sich manch Mitstreiter. Auch Positionskämpfen zwischen zwei Widersachern gehen nicht immer ohne Verluste vonstatten. Zudem haben wir einige Male erlebt, dass sich unser Vordermann zu einem Fehler hinreißen lässt, wenn wir nur lange genug von hinten Druck ausüben.

Rückspulfunktion
Für mach einen ist die Rückspulfunktion ein Cheater-Feature, für uns ist es eine willkommene Frustbremse. Fünf Mal darf man während eines Rennens oder einer Etappe das Geschehen um einige Sekunden zurückfahren, um beim zweiten Anlauf einen Crash zu verhindern oder eine Kurve besser zu fahren. Wenn man bei vollständig aktiviertem Schadensmodell mit zerstörtem Auto an einem Baum klebt, darf man sich dank des Features wiederbeleben - sobald man noch eine Rückspul-Option übrig hat.

Rally-Cross: Durch den aufgewirbelten Schnee und die Dunkelheit wird euch die Sicht versperrt. Rally-Cross: Durch den aufgewirbelten Schnee und die Dunkelheit wird euch die Sicht versperrt. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Rallye-Atmosphäre
Wer in der Cockpit-Perspektive über die detaillierten Kurse rast, fühlt sich fast als würde er in einem echten Rallye-Boliden sitzen. Bei der Schotter-Rallye in den USA werdet ihr extrem durchgeschüttelt, während der sich hektisch bewegende Scheibenwischer verzweifelt versucht, die Regentropfen wegzuschleudern. Mit einer Hand am Lenkrad haltet ihr das Fahrzeug auf Kurs, die andere Hand zerrt am Schaltknüppel. Aber auch die Von-hinten-Ansicht hat ihren Reiz, zeigt sie doch wie die Reifen eine Menge Sand, Schnee oder Kiesel nach oben schleudern, was dann teilweise an der Karosserie kleben bleibt - Dirt (= Dreck) macht seinem Nahmen alle Ehre.

Grafik
Codemasters' EGO-Engine hat bereits bei F1 2010 gezeigt, wie gute Wetter- und Lichteffekte aussehen. Dirt 3 profitiert ebenfalls davon, zudem ist die Streckengrafik schön detailliert. Pop-up sieht man kaum, auch Ruckler treten höchstens in Gegner-Rennen miminal auf, sind aber nicht störend. Speziell in Stoßstangen- oder Motorhauben-Perspektive kommt auf langen Geraden ein prima Tempogefühl auf. Das Schadensmodell liegt auf einem ebenso hohen Niveau. Stoßstangen und Türen zeigen recht schnell wie locker sie sitzen. Bei einem Totalcrash machen sich auch Räder selbstständig. Während wir bei der Xbox-360-Version insgesamt eine leichte Unschärfe erkannt haben, fällt diese bei der PS3-Fassung noch deutlicher auf. Zudem leidet Dirt 3 auf der Sony-Konsole unter einer schwächeren Kantenglättung, auch die Lichteffekte sind auf der Xbox 360 besser. Am besten hat uns die PC-Version gefallen, da sie in Full-HD-Auflösung am schärfsten und detailreichsten aussieht.

Head-2-Head: Hier findet ihr viele Sprünge und Kurven. Head-2-Head: Hier findet ihr viele Sprünge und Kurven. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Splitscreen
Die Splitscreen-Rennen sehen ähnlich gut aus, wie die Einzelspieler-Fahrten und laufen angenehm flüssig. Da das Spiel noch nicht erschienen ist, können wir zur Performance der Online-Rennen leider noch nichts sagen.


Das hat uns an Dirt 3 nicht so gut gefallen:

Präsentation
Wer den Vorgänger kennt, hat sicher noch den Wohnwagen und den Fan-Trubel vor Augen, der einen während der Karriere begleitete. Vergesst das alles, Dirt 3 bietet davon nichts mehr. Stattdessen erwarten euch Menüs in poppigen Farben und dreieckige Objekte im Überfluss. Alles in allem fällt die Präsentation also recht spartanisch aus.

Hier seht ihr weitere Screenshots aus unserer Testversion von Dirt 3.(2) Hier seht ihr weitere Screenshots aus unserer Testversion von Dirt 3.(2) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Abseits der Strecken gibt es fast nichts zu tun
Seid ihr gerade nicht mit dem Fahren beschäftigt, habt ihr so gut wie keine Betätigungsfelder. Optik-Tuning gibt es keines, man darf lediglich vor Rennstart aus verschiedenen Lackierungs-Varianten wählen. Das Leistungs-Tuning beschränkt sich aufs Wesentliche wie Stoßdämpfer oder Bremsen. Netterweise bekommt man auf Knopfdruck erklärt, inwiefern sich Änderungen auswirken. Vergleicht man das Drumherum von Dirt 3 allerdings mit dem von Gran Turismo 5, wäre der Sony-Racer ein fetter Maybach und Dirt 3 lediglich der Aschenbecher.

Nervige Sprecher
Vermutlich ist Dirt 3 das einzige Spiel, in dem gleich drei Sprecher durch die Menüs führen. Leider nervt das deutschprachige Gesabbel schon nach wenigen Minuten, weil es entweder unpassend ist oder sich wiederholt. Die bessere englische Sprachausgabe befindet sich auch auf der Disc, ihr müsst dann aber das Spiel komplett in Englisch zocken.

Dirt 3 (X360)
Spielspaß-Wertung

9 /10
Leserwertung
(5 Votes):
89 %
Exzellente Rallye-Atmosphäre
Dröge Präsentation
Viele Event-Arten
Kaum Betätigungsfelder abseits der Strecke
Vielfältiger Fuhrpark
Deutsche Sprecher nerven
Fazit
Süchtigmachendes Rallye-Spektakel mit beeindruckender Offroad-Atmosphäre!
   
Andreas Szedlak
Dirt 3 spritzt der Konkurrenz eine große Ladung Dreck ins Gesicht - meine Rallye-Referenz!
Bei Gran Turismo 5 und der offiziellen WRC-Simulation habe ich noch über die lieblosen Offroad-Rennen geschimpft. Mangelnde Akribie und Detailiebe kann man Codemasters nun wirklich nicht vorwerfen. Egal ob in Innen- oder Außenperspektive, die Atmosphäre-Zange greift mit jedem gefahrenen Meter fester zu und lässt einen so schnell nicht mehr los. Zumal sich die Bedingungen ständig ändern. Mir haben Stage-Rallyes und Rundenrennen mit Gegnern gleichermaßen Spaß gemacht. Für Gymkhana konnt ich mich aber nicht so richtig begeistern. Wahrscheinlich fehlt mir einfach das nötige Geschick, ich mags lieber schnell, wild und richtig dreckig! Dirt 3 ist für mich derzeit das beste Rallye-Spiel!
   
Redaktion

20.05.2011 15:00 Uhr
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Dein Kommentar
Beta-Tester
Bewertung: 0
13.11.2012 23:10 Uhr
Dirt 3 war der Hammer.
Mitglied
Bewertung: 0
13.11.2012 23:05 Uhr
Zitat: (Original von Donevan)
Für mich das beste Rally Spiel überhaupt!


Mir persönlich gefiel Dirt 2 besser. Die Menüs, die Aufmachung, einfach alles. War nach Dirt 2 von Dirt 3 zwar nicht enttäuscht aber es konnte mich auch nicht so wirklich fesseln wie der zweite Teil.
Mitglied
Bewertung: 0
13.11.2012 22:22 Uhr
Für mich das beste Rally Spiel überhaupt!

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