Der Untergang

Test Patrick Köllner

Bernd Eichinger präsentiert einen tief beeindruckenden Film über das Ende des Nazi-Regimes, wie man es noch nie gesehen hat. Hauptdarsteller Bruno Ganz ging dafür an die Grenzen der Schauspielkunst und trug durch seine Leistung entscheidend dazu bei, dass "Der Untergang" für einen "Oscar" als bester ausländischer Film nominiert wurde. Die in fast jeder Hinsicht gelungene Premium Edition ist für DVD VISION ganz klar die DVD des Monats

Seitdem der Homo sapiens sich als Menschheit begreift, gehören militärische Auseinandersetzungen der einzelnen Völker leider zum tragischen Teil seiner Existenz. Eine besonders schlimme Sonderstellung nimmt dabei der Zweite Weltkrieg ein. Zwischen 1939 und 1945 fielen unvorstellbare 50 Millionen Menschen einem Wahnsinn zum Opfer, der bis heute kaum in Worte zu fassen oder rationell begreifbar ist.

Das meiste Leid erwuchs aus dem Hass, den Adolf Hitler säte. Hitler, ein 1889 im oberösterreichischen Braunau geborener Teilzeitobdachloser ohne Schulabschluss und Versager im Leben, fand nach seiner Auswanderung nach Deutschland schließlich sein Unheil in der Politik.

Mit blindem Zorn auf Juden und einfach alle, die irgendwie anders waren, rissen Hitler und die Nazi-Verbrecher um ihn herum die Macht an sich. Sie vergifteten die Bevölkerung mit ihrer falschen Ideologie einer überlegenen arischen Rasse und bauten die Armee zu einem gigantischen Angriffsapparat aus, mit dessen Hilfe sie Europa gnadenlos in Schutt und Asche legten. Das eigene Land eingeschlossen.

Der ganze Schrecken kam dann erst nach Kriegsende ans Licht. Nie zuvor in der Geschichtsschreibung wurden solche Gräueltaten verübt wie in Auschwitz und den anderen von Deutschen erbauten Konzentrationslagern, in denen sechs Millionen Juden einen automatisierten, gar industrialisierten Tod fanden. Sechzig Jahre ist das mittlerweile her, und noch immer sind Historiker und Journalisten damit beschäftigt, die Zusammenhänge zu erkennen und anschaulich zu machen.

Denn eines ist unbestreitbar: Die sachliche und ungeschönte Rekapitulation der Ereignisse gehört zu den wichtigsten Instrumenten wider das Vergessen und stellt eine Verpflichtung für alle Folgegenerationen dar.

Filmische Aufarbeitung

In Hollywood versuchte man sich schon frühzeitig an der komplizierten und sensiblen Thematik, kam aber nicht immer zu zufrieden stellenden Ergebnissen. Die große Falle, in die Studios bei Kriegsfilmen regelmäßig tappten, war, die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs als Rahmen für harte Männerabenteuer mit reichlich Action und ausladenden Schlachten zu verwenden. Keine Frage: Natürlich sind "Gesprengte Ketten", "Der längste Tag" oder "Das dreckige Dutzend" grandios unterhaltende Meilensteine der Filmgeschichte. Den Wahnsinn und die Hintergründe des Krieges klammern Werke dieser Art aber weitgehend aus.

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