Def Jam: Icon

Test Patric Roos

Bei diesem abgefahrenen Beat'em-Up wird zum Takt der Musik aufeinander eingeprügelt, was das Zeug hält - Gangsta Style!

Die Optik des neuen Def-Jam-Prüglers ist wirklich erste Sahne. Charaktere, Animationen, Hintergründe und Effekte sehen einfach klasse aus. (PS3) Die Optik des neuen Def-Jam-Prüglers ist wirklich erste Sahne. Charaktere, Animationen, Hintergründe und Effekte sehen einfach klasse aus. (PS3) In einem verruchten Club fallen Sie dem großen Plattenboss Mister Carver auf, als Sie einem seiner Schützlinge helfen und dem miesen Big Herc mitten auf der Tanzfläche kräftig den Hintern versohlen. Angetan von Ihrem Mut und Ihrer Schlagkraft, will Carver mit Ihnen ins Geschäft kommen. Und zwar sollen Sie nicht sein neuer Bodyguard werden, sondern als Producer für ihn arbeiten ... aha! Von nun an nehmen Sie haufenweise Rapper unter Vertrag und kümmern sich um deren Popularität, Finanzen und Probleme. Doch das geschieht natürlich nur am Rande. Meist müssen Sie sich einfach nur prügeln -- Gründe dafür haben sich die amerikanischen Entwickler zur Genüge ausgedacht.

Homebase

Die Animationen, wenn einer derKontrahenten getroffen wird, sind richtig gut gemacht - man kann denSchmerz förmlich spüren. (PS3) Die Animationen, wenn einer derKontrahenten getroffen wird, sind richtig gut gemacht - man kann denSchmerz förmlich spüren. (PS3) Ausgangspunkt ist stets Ihre Bude. Dort finden Sie einen Kleiderschrank, den Sie nach und nach mit den angesagtesten XXL-Klamotten füllen, ein Navigationssystem und natürlich einen PC. Hier können Sie Ihren Kontostand einsehen, E-Mails checken oder News anschauen. Außerdem finden Sie dort die aktuellen Top 5 der Billboard-Charts inklusive der Verkaufszahlen der Tonträger. Im so genannten Labelmanager legen Sie fest, wie viel Kohle Sie in PR, Marketing, Airplay etc. der einzelnen Scheiben Ihrer Künstler stecken.

Bei besonders starken Beats müssen Sie Ihre Gegner in die Umgebungs-Fallen bugsieren, um extra Schaden anzurichten. (PS3) Bei besonders starken Beats müssen Sie Ihre Gegner in die Umgebungs-Fallen bugsieren, um extra Schaden anzurichten. (PS3) In den Fights um Reichtum, Macht und Respekt geht es, wie erwartet, wenig zimperlich zu. Da werden Gegner getreten, mit Fäusten malträtiert, geohrfeigt, gegen Häuserwände geschleudert und auch schon mal in Brand gesteckt. Der Clou: Die dazu erklingende dröhnende Mucke wird ins Spielgeschehen mit eingebunden. Stellen Sie sich die Arena als eine Art überdimensionalen Grafik-Equalizer vor: Wände beben, Autos wackeln, Leitungen vibrieren im Takt. Jeder Song hat seine starken Momente, wobei bestimmte Stellen innerhalb der Levels besonders gefährlich sind. Dann fallen zum Beispiel Teile der Club-Beleuchtung von der Decke oder ein Sicherungskasten explodiert. Merken Sie sich diese Stellen. Merken Sie sich auch, wann in den Songs die harten Beats kommen, denn jeder Rapper in "Icon" hat seine eigene Kampfmusik.

Egal ob Sie sich im Haus eines Rappers oder im Backyard kloppen - die Kampfschauplätze sind immer gut in Szene gesetzt. (PS3) Egal ob Sie sich im Haus eines Rappers oder im Backyard kloppen - die Kampfschauplätze sind immer gut in Szene gesetzt. (PS3) Das Tolle daran: Sie können selbst bestimmen, wann die Platte gewechselt wird. Wie das? Die Programmierer haben neben den unterschiedlichen Schlägen auch einen Scratch-Move eingebaut: Bei gedrückter Schultertaste müssen Sie zunächst am linken Stick die (unsichtbare) laufende Platte zurückdrehen, um anschließend am rechten Knüppel die neue Scheibe einzuspielen -- eine Art DJ-Battle im eigentlichen Battle -- wow! Allerdings brauchen Sie dafür schon ein bisschen Übung und mehrere ruhige Sekunden Zeit. Ihr jeweiliger Widersacher sollte also bereits ziemlich k.o. sein, wenn Sie so eine musikalische Aktion planen.

Stylishe Optik

Je nachdem, wer gerade am Zug ist, wird ein anderer Farbfilter über den ganzen Bildschirm gelegt. (PS3) Je nachdem, wer gerade am Zug ist, wird ein anderer Farbfilter über den ganzen Bildschirm gelegt. (PS3) Der Wechsel der Schallplatte hat auch grafische Veränderung zur Folge: Je nachdem, welcher Rapper gerade am Drücker ist, verfärbt sich der komplette Bildschirm. Doch das ist noch nicht alles. Geht's einem der Akteure richtig an den Kragen, kommt ein weiterer Filter zum Einsatz. Leuchtende Farben werden dann noch schriller, dunklere kommen noch kräftiger zur Geltung. Solche Effekte haben wir in dieser Form noch in keinem Videospiel gesehen -- ein großes Lob an die Designer!

Charaktere und Szenario könnten direkt aus einem MTV-Musikvideo stammen. (PS3) Charaktere und Szenario könnten direkt aus einem MTV-Musikvideo stammen. (PS3) Die aggressiven MCs sehen aus, als wären sie gerade einem Musikvideo entsprungen, auch wenn die Animationen nicht immer absolut flüssig ineinander übergehen. Die Klamotten kleben den Charakteren nicht steif am Körper, sondern werfen je nach Bewegung Falten. Die Umgebungsgrafik ist, neben der erwähnten Sensibilität für Beats, überaus detailliert: Überall liegen Gegenstände herum. Allerdings lassen die sich meist nicht als Waffe missbrauchen. Größere Objekte sind akribisch genau nachgebildet und verformen sich bei entsprechender Krafteinwirkung.

YoungJeezy versucht sich am Scratchen, um den laufenden Song zu wechseln. (PS3) YoungJeezy versucht sich am Scratchen, um den laufenden Song zu wechseln. (PS3) Fans der Hip-Hop-Kultur freuen sich auf Young Jeezy, E-40, Jim Jones oder Sean Paul, also auch auf Leute außerhalb von Def Jam. Wer mit dieser Art von Musik nichts anfangen kann, hat mit der 360-Version die Nase vorn: Stöpseln Sie einfach Ihren iPod, MP3-Player oder irgendein anderes Speichermedium per USB an die Xbox360. Nun können Sie Ihren Lieblingssong aus Ihrer Playlist auswählen und ins Spiel laden. Vor Beginn des Kampfes sollten Sie nur noch das Genre des Liedes auswählen, damit die Umgebung auch richtig auf die neue Mucke reagiert -- nettes Feature! Außerdem werden selbst Hip-Hop-Hasser zugeben müssen, dass der coole Stil von "Icon" seinesgleichen sucht.

Wertung zu Def Jam: Icon (PS3)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Tolles Musikkonzept für einen PrüglerSehr stylisher LookViele freispielbare Extras
Lange Eingewöhnungsphase notwendigKein richtiges TutorialZu lange Ladezeiten
Fazit

Als passionierter DJ bin ich begeistert von den Scratch-Einlagen, mit denen man mitten im Kampf den Song wechseln kann -- tolle Idee!

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