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  • Das Schwarze Auge: Schicksalsklinge im Test - trotz Patches eine Katastrophe

    Das Schwarze Auge: Schicksalsklinge im Test: Bug-Alarm statt Retro-Charme. Ein solch trauriges Schicksal hat Aventurien wahrlich nicht verdient! Auch mit den aktuellen Patches ist das einstige Kult-Rollenspiel nur schwer zu ertragen.

    Einen Rollenspielklassiker neu aufzulegen, ist ein ehrenwertes Anliegen. Dafür zollen wir dem kleinen Team von Crafty Studios auch unseren Respekt, sich an Attics Nordlandtrilogie zu versuchen. Ganz wie im Original von 1992 begebt ihr euch im neuen Schicksalsklinge auf die Suche nach dem gleichnamigen, legendären Schwert. Ihr könnt Charaktere getreu der Regelvorlage erstellen, die 3D-Welt erkunden, kämpfen und durch Aventurien reisen. Und damit sind wir auch schon am Ende der positiven Fahnenstange angelangt.

    Bugs statt Spielspaß, ein bitteres Konzept

    Bei den Zwölfen! Was in aller Welt ist da bloß bei der Entwicklung schiefgelaufen, dass zum Release ein solch desaströses Stück Software-Müll als Verkaufsversion in den Handel gelangt? Dass PC-Spiele Bugs haben, man ist's gewohnt. Doch selten in solch großen Ausmaßen wie in diesem Fall. Schicksalsklinge war am ersten Verkaufstag schlicht unspielbar, so dass wir nach etlichen Stunden den Test abgebrochen haben. Auch die ersten Patches änderten kaum etwas daran. Abstürze und schwere Bugs blieben weiter bestehen. Inzwischen haben die Entwickler, das muss man ihnen lassen, ohne Unterlass weitere Patches nachgeschoben, mit denen das Fantasy-Abenteuer spielbar sein soll. Unser Test basiert daher auf der Spielversion 1.13, 130807-2251.

    Doch Schicksalsklinge bleibt ein Trauerspiel. Mit der schlechten Grafik und dem hässlichen Figurendesign kann man leben, die statische und fehlerhafte Beleuchtung tolerieren. Das sperrige Regelwerk und die kaum vorhandenen Erklärungen für Talente, Zauber und dem grundsätzlichen Rollenspielsystem von DSA – das war schon im Originalspiel so und doch fragt man sich (auch als eingefleischter DSA-Spieler), ob man sich beim Wort Neuauflage nicht doch ein wenig Gedanken für mehr Bedienkomfort hätte machen sollen. Immerhin, es gibt eine Minimap und Orte auf der Karte sind markiert, schön. Ansonsten fällt die Steuerung recht hakelig aus. Immer wieder bleibt man an unsichtbaren Wänden festhängen und auch die Kamerasteuerung im Kampfmodus ist behäbig und träge.

    Hier funktioniert einfach nichts richtig!

    Doch selbst wenn es das Ziel der Entwickler gewesen ist, sich eben möglichst 1:1 an der Vorlage zu orientieren, dann muss das Spiel doch in seinen Kernelementen funktionieren. Und genau das ist beim neuen Schicksalsklinge nicht der Fall. Nehmen wir als zentrales Beispiel mal die Kämpfe her. Da bleiben Figuren an unsichtbaren Wänden hängen oder verweigern die ihnen erteilten Befehle. Damit es fair bleibt, verhalten sich die Gegner zum Glück oft genau so dämlich, drehen sich auf der Stelle, zucken wild zappelnd im Kreis oder machen auch mal gar nichts.

    Die Animationen sind oft nicht korrekt dargestellt, so bleiben besiegte Gegner einfach stehen, man weiß alsbald nicht mehr, wer überhaupt noch zu bekämpfen sein soll. Ebenso unverständlich: Trotz freier Schussbahn behauptet da ein Fernkämpfer, er habe keine Sichtlinie zum Ziel. Durch solche Fehler kommt einfach keinerlei spannende Atmosphäre auf.

    Die an und für sich halbwegs passable Außenwelt leidet unter ständigen Grafikfehlern, was die Atmosphäre trübt. Die an und für sich halbwegs passable Außenwelt leidet unter ständigen Grafikfehlern, was die Atmosphäre trübt. Quelle: PC Games/Fantasy Productions Die Zugreihenfolge gerät manchmal durcheinander, da sich die Charakterporträts ineinander verschieben, dann dürft ihr raten, wer nun an der Reihe ist. Solltet ihr es dennoch schaffen, einen Kampf erfolgreich zu beenden, enttäuscht euch die magere Belohnung. Ein halbe Stunde Rundenkampf für einen rostigen Dolch? Nein danke. Aber gut, den kann man ja verkaufen.

    Handeln und Feilschen gehören ja auch zum DSA-Flair. Doch ihr ahnt es sicher schon, auch bei solchen simplen Dingen packt euch das Grausen. Um etwa unsere fünf überzähligen Dolche zu verkaufen, suchen wir den passenden Händler auf, der sich jedoch nicht immer ansprechen lässt. Warum, wissen die Götter. Wenn es dann doch mal klappt, sehen wir im offenen Handelsmenü auch unsere fünf Dolche, prima. Ein Schieberegler für die Anzahl ist auch da, doch wenn ihr denkt, ihr könnt die gewünschte Ziffer einstellen, habt ihr euch geschnitten. Ihr könnt immer nur einen Dolch nach dem anderen auswählen. Sicher, das ist eine Kleinigkeit, angesichts all der anderen, schwer wiegenden Bugs, trägt aber zum insgesamt negativen Spielerlebnis bei. Zu viele Features sind einfach schlecht umgesetzt.

    Aber gut, lassen wir das mit dem Waren verscherbeln und reisen ein wenig durch Aventurien. Die klassische Reisekarte ist eigentlich ganz hübsch, ebenso die Sache mit dem nächtlichen Lager und den dazugehörigen Rollenspieltugenden wir Kräuter sammeln, Proviant beschaffen, Magie anwenden, Wache schieben. Doch so sehr man dem Spiel zugestehen möchte, dass es vielleicht Spaß machen könnte, dies ist zum Scheitern verurteilt. Denn es ist völlig egal, welches Feature ihr euch herauspickt, keines funktioniert vernünftig.

    Die an sich ordentliche Sprachausgabe mutiert zum unfreiwilligen Witz, da keinerlei Namen eingesprochen wurden. Zudem zeigt das Programm oft auch die falschen Textzeilen an, dann heißt es Konfusion statt Kommunikation. Die musikalische Untermalung greift die Original-Tracks auf, allerdings klingen sie technisch recht schwach.

    Die fünf schlimmsten Spielspaßverderber
    Die Neuauflage von Schicksalsklinge als fertiges Spiel zu bezeichnen, ist eine schlichte Übertreibung. Selbst wenn man Atmosphäre und Grafik komplett außen vor lässt, ist das Werk von Crafty Studios die reinste Zumutung. Ein paar Beispiele gefällig?

    • Miesmacher 1: Bugs, Bugs, Bugs: Eine Truhe, die wir in der Zwingfeste geknackt haben, ist mit Beute gefüllt. Wir prüfen kurz unser Inventar und öffnen die Truhe wieder – Pech, da hat sich wohl Diebesgott Phex schon am Inhalt vergriffen, alles leer.
    • Miesmacher 2: Kämpfe sind hoffnungslos verbuggt, Aktionen werden oft einfach nicht ausgeführt. Die Figuren bleiben hängen, fangen an herumzuzappeln. Im schlimmsten Fall ist für keine eurer Figuren eine Bewegung möglich, dann bleibt euch nur, das Spiel abzubrechen.
    • Miesmacher 3: Bedienungsfehler finden sich an allen Ecken und Enden im Spiel. So kam es im Test immer wieder vor, dass aktuelle Statusänderungen in der Porträtleiste plötzlich nicht mehr angezeigt werden. Zum Beispiel, wenn eure Truppe in der Taverne einen über den Durst getrunken hat oder eure Charaktere erkranken. Zudem schweben immer wieder Textfenster wild in der Gegend herum, es fehlen noch etliche Texte – insgesamt wirkt Schicksalsklinge immer noch ziemlich unfertig.
    • Miesmacher 4: Bugs beim Reisen. In Schicksalsklinge kommt es schon mal vor, dass man beim Lagern angegriffen wird! Während der Rast schaltet das Spiel dann in den Kampfmodus um. Nur doof, wenn aber gleichzeitig das Reisemenü eingeblendet wird. So bestreiten wir mehrere Tagesmärsche mit der Gruppe, während der Kampfbildschirm weiterhin stets sichtbar war und gar kein Kampf stattfand.
    • Miesmacher 5: Das katastrophale Figurendesign macht jedes Rollenspielgefühl zunichte, zudem ist die Interaktion mit Spielwelt immer wieder fehlerhaft. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich inzwischen auch die DSA-Pen&Paper-Schmiede Ulisses GmbH öffentlich vom PC-Spiel distanziert hat.

    Keine Kaufempfehlung möglich
    Auf der Webseite der Entwickler heißt es: "Wir haben immer den Spieler im Fokus. Ein Spiel ohne den Blick auf den Benutzer zu designen, zu entwickeln und zum Laufen zu bringen, wäre nutzlos." Wie wahr. Vielleicht, nach vielen, vielen weiteren Patches wird dieser Satz auch für Schicksalsklinge gelten. Bis dahin sagen wir "Finger weg von diesem Produkt." Mehr zu DSA: Schicksalsklinge lest Ihr auf unserer Themenseite.


    Das schwarze Auge: Die Schicksalsklinge (PC)

    Spielspaß
    0,6 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Hübsche Charakterportäts
    Am Original orientierte Musik
    Ordentliche Sprecher
    Gut gemeinter Retro-Versuch …
    … der jedoch aufgrund der vielen Mängel fehlschlägt
    Völlig veraltete Grafik
    Katastrophales Figurendesign
    Verbuggte Kämpfe
    Schlechte Performance
    Umständliche Menüs
    Bugs beim Reisesystem
    Fehlende und falsch platzierte Texte
    Hakelige Steuerung
    Unsichtbare Wände
    Unmotivierendes Beutesystem
    Grafik- und Beleuchtungsfehler
    Hässliche Animationen
    Viele Programmabstürze

    10:22
    DSA Schicksalsklinge: Die katastrophale Neuauflage im Video
  • Das schwarze Auge: Die Schicksalsklinge
    Das schwarze Auge: Die Schicksalsklinge
    Publisher
    Fantasy Productions
    Developer
    Attic Entertainment Software GmbH
    Release
    1992

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
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http://www.gamesaktuell.de/Das-schwarze-Auge-Die-Schicksalsklinge-Spiel-20917/Tests/Das-Schwarze-Auge-Schicksalsklinge-im-Test-1082799/
12.08.2013
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2013/08/DSA_HD_02-pc-games.jpg
dsa schicksalsklinge,rollenspiel
tests