Das schwarze Auge: Drakensang
Die letzten Hochkaräter im Genre der Rollenspiele, Oblivion und Gothic 3, enttäuschten mit allzu Action-reichen Kämpfen sowie mit unzähligen Bugs. Da auch kein anderes Rollenspiel überzeugen konnte, waren 2006 und 2007 für Rollenspieler zwei sehr schlechte Jahre. Nun beruhen die Hoffnungen vieler Fans auf "Das schwarze Auge: Drakensang". Mit diesem Artikel werde ich erörtern, was man von DSA erwarten kann.
Das schwarze Auge: Drakensang ist ein klassisches Rollenspiel, welches auf dem gleichnamigen Pen & Paper-Spiel basiert. Sie steuern eine Heldengruppe, mit der sie Echtzeit-Kämpfe austragen, Quests lösen und die riesige Welt erforschen. Dabei hebt sich DSA schon jetzt mit stark taktischen Scharmützeln angenehm von den nervtötenden Klickorgien in anderen Spielen dieses Genres hervor.
Schauplatz des Spiels ist die bildhübsche Welt Aventurien. Diese hat einen ungefähren Umkreis von 80 Meilen. Doch in Aventurien spielen sich schreckliche Dinge ab: Eine Mordserie findet im Schatten der sogenannten Drachenqueste statt. Wer diese Queste besteht, darf den Schild des Fendra tragen, ein magisches Artefakt.Im Laufe der Geschichte finden Sie heraus, dass hinter der Mordserie die Drachen stecken. Sie müssen den Drachen ein Ende setzen, und später sogar, wie es sich bei Drachengeschichten gehört, ein Prinzessin aus den Fängen eines Lindwurms befreien.
Ihre Karriere beginnt in Avestreu, wo Sie sich erstmal einen Helden aussuchen. Zwar können Sie nicht frei zwischen Charakterklassen und Berufen wählen, doch bietet DSA ein breites Soriment: Sie dürfen aus 11 Archetypen, also vorgefertigten Abenteurer-Paketen wählen, wobei unter anderem Waldläufer der Auelfen, Piraten, mittelländische Kampfmagiere und viele andere zur Auswahl stehen. Einziger Wermutstropfen: Ihr Aussehen können sie in keiner Hinsicht verändern, stattdessen hat jeder Held ein vorgegebenes Modell.
Jeder Charakter hat 8 Charakterwerte, die Anzahl der Talente hingegen sei noch nicht bestimmt. Laut Radon Labs wolle man erst testen,"welche Anzahl an Talenten Sinn macht". Zusätzlich zu den Talenten können Bogner Fernwaffen herstellen, Schmiede Rüstungen und Schwerter. Rohstoffe dazu findet man in der Wildnis. Unerfahrene Bogner und Schmiede könnten aber auch Fehler machen - und dadurch ihr ganzen Rohstoffe verlieren.
Jedoch haben die hergestellten Hilfsmittel auch einen hohen Wert, da sie nirgendwo gekauft werden können. Magier lernen in etwa 40 Zaubersprüche, die alles Wesentliche abdecken sollten. Im PC-Spiel ist aber leider nur das astrale Magiesystem vorhanden, das heißt, mit Hexerei, Karma-Wundern und Druiden-Magie können Sie leider keine Monster schnetzeln.
Bei Trainern kann Ihr Held gegen Geld und sogenannte Abenteuerpunkte neue Talente erlernen oder bereits vorhandene verbessern. Abenteuerpunkte erhalten Sie durch das Lösen von Quests oder auch, wenn Sie bestimmte Orte erkunden. Jeder getötete Gegener bringt dem Held Erfahrung, Levelaufstiege erhöhen die Effizienz ihrer Zauber und Talente. Der Schaden eines Angriffs wird mithilfe von zwanzigseitigen Würfeln berechnet.
Bei Streitern der Stufe 1 steht bloß ein Würfel zur Verfügung, pro Levelaufstieg kommt ein weiterer hinzu. Manche Fähigkeiten kann man logischerweise erst mit gewissem Level erreichen. Als Obergrenze zu erreichender Stufe, sei derzeit 15 geplant.
In der Geschichte stößt der Held auf mehrere Verbündete, die er auf seine Reisen mitnehmen kann. Deren Inventar und Talente kann der Spieler verwalten. Die Zusammensetzung Ihrer Gruppe können Sie jederzeit mit wenigen Knopfdrücken ändern. Auch "unbenutzte" Begleiter steigen in der Stufe auf, damit sie später nicht nutzlos sind.
Sie steuern entweder klassisch mit den WASD-Tasten oder mit Mausklicks. Die Gruppe rennt hinter Ihrem Recken hinterher. Während Sie sich bewegen, können können Sie mit der Kamera frei rotieren und zoomen. Im Gegensatz zu Oblivion und Gothic3 ist die Welt Aventurien in Abschnitte gegliedert. Während Sie reisen können Ihnen alle möglichen Leute begegnen: Händler, Verbündete und natürlich Feinde. Von denen gibt es in Aventurien jede Menge. Das Spektrum reicht von schlitzohrigen Goblins, die auf Wildschweinen reiten, bis hin zu fetten Sechsbeinern, die nur darauf warten, die Giftzähne in das Fleisch Ihres Helden zu bohren.
Gegen Feinde kommt das taktische Kampfsystem zum Einsatz. Krieger in etwa dürfen nur alle 2-3 Sekunden zuschlagen. Der Erfolg von Attacken wird ausgewürfelt, der Angriff kann jedoch auch schief gehen und die Astral-Punkte(das Gegenstück zu Mana) verschwenden. In Modifikationen dürfen Sie die Stärke Ihrer Attacken erhöhen, jedoch steigt dann auch das Risiko, dass der Zauber schiefgeht.
Fazit:
Das Spiel ist jetzt schon eine Wohltat, obwohl es erst zu 70% fertig ist. Die Welt wirkt schon jetzt sehr stimmig, und dass das Spiel auf nervige Konzepte wie Rastpausen und Esszwang verzichtet ist sehr lobenswert. In jeder Hinsicht ist DSA jetzt schon ein Hoffnungsschimmer im von Klickorgien verseuchtem Genre.
PROs:
Spannende Geschichte
Schöne und sehr große Welt
tolles Kampfsystem
Keine 0815-Quests
KONTRAs:
Eingeschränkte Charakterwahl
nichts für Action-Fans
Richtig, für klassische Rollenspieler gehört die Charaktererstellung genauso dazu wie das Spiel ansich.;)
Hm, es stand doch ein Spiel für klassische Rollenspieler, oder?