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  • Das Parfum

    Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Tom Tykwer stellten sich der Herausforderung, Patrick Süskinds weltberühmten Bestseller zu verfilmen und lockten über 5,5 Millionen Zuschauer in die deutschen Lichtspieltheater. Setzt sich die Erfolgsstory in den Heimkinos fort?

    Das Parfum Literaturverfilmungen sind eine heikle Angelegenheit. Abweichungen und Veränderungen können speziell bei Romanen, die eine große Anhängerschaft besitzen, schnell Ablehnung und Kritik hervorrufen. Dabei gibt es mehr als genug Beispiele für gelungene, auf literarischen Vorlagen basierende Produktionen. So galt eine Filmadaption von J.R.R. Tolkiens Epos "Der Herr der Ringe" über mehrere Dekaden hinweg als nicht realisierbar. Bis der neuseeländische Regisseur Peter Jackson mit seiner mehrfach "Oscar"-preisgekrönten Interpretation 2001 alle Zweifler eines Besseren belehrte.

    Umberto Ecos 600 Seiten starker historischer Thriller "Der Name der Rose" wurde 1986 ebenfalls erfolgreich, wenngleich nicht allzu nah am Text, von Jean-Jacques Annaud verfilmt. Der italienische Autor hatte vorher betont, mit dem Bernd Eichinger-Projekt nichts zu tun haben zu wollen.

    Dies hatte sich auch Patrick Süskind für die Verfilmung seines Verkaufsschlagers "Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders" ausbedungen, als er mehr als zwei Jahrzehnte nach deren Veröffentlichung endlich seine Zustimmung für eine Adaption gab. Der 1949 am Starnberger See geborene, introvertierte und zurückgezogen lebende Schriftsteller, Hörspiel- und Drehbuchautor hatte sich lange Zeit geweigert, die Rechte zu verkaufen. Gerüchten zufolge soll der einzige Regisseur für "Das Parfum", den Süskind sich vorstellen konnte, Stanley Kubrick gewesen sein. Nach dessen Tod 1999 sah Produzent Bernd Eichinger ("Der Untergang") seine Chance gekommen.

    Geld regiert die Welt

    Fünfzehn Jahre lang war Eichinger bereits hinter der Geschichte des Serienmörders Grenouille her gewesen. Im Jahr 2000 konnte er endlich für angeblich rund zehn Millionen Euro die Rechte erwerben. Damit war die entscheidende Hürde der mit insgesamt etwa 50 Millionen Euro bezifferten, bis dato teuersten deutschen Filmproduktion genommen.

    Das Parfum Mit Regisseur Tom Tykwer ("Der Krieger und die Kaiserin"), dem britischen Drehbuchautor Andrew Birkin ("Der Name der Rose") und dem deutschen Kameramann Frank Griebe ("Lola rennt") holte sich Eichinger kreative und erfahrene Köpfe ins Team. Hinzu kam ein internationales Schauspieler-Ensemble mit dem zweifachen "Oscar"-Preisträger und US-Star Dustin Hoffman, dem Briten Alan Rickman und den deutschen Talenten Karoline Herfurth, Corinna Harfouch und Jessica Schwarz. Für die Hauptrolle eines der größten Scheusale der Literaturgeschichte wurde der 26-jährige Brite Ben Wishaw ausgewählt.

    Der Duft der Frauen

    Das Parfum Wishaw stellt den unscheinbaren Sonderling Jean-Baptiste Grenouille dar, der am 17. Juli 1738 auf dem stinkenden Pariser Fischmarkt das Licht der Welt erblickt. Grenouille ist mit einem außergewöhnlichen Talent gesegnet: Er vermag es, die feinsten Gerüche wahrzunehmen und in ihre kleinsten Bestandteile zu zerlegen. Diese Fähigkeit ist für den Außenseiter, der selbst keinen Geruch aufweist, Gabe und Fluch zugleich. Das olfaktorische Genie quält sich im Waisenhaus durch eine einsame Kindheit und schuftet als Jugendlicher in einer Gerberei.

    Durch einen Zufall trifft er eines Tages auf den Parfumeur Baldini (Dustin Hoffman) und kann diesen überzeugen, ihn in seine Dienste aufzunehmen. Grenouille mischt für Baldini bald die betörendsten, ausgefallensten Düfte und erlernt im Gegenzug die Kunst, wie man Aromen destilliert. Doch Grenouille legt keinen Wert auf Rosenblüten oder edle Hölzer -- er will den Geruch junger Frauen konservieren.

    Als ihm dies bei Baldini nicht gelingt, zieht es ihn in die Parfum-Metropole Grasse. Getrieben vom Wahn, den perfekten Duft erschaffen zu wollen, tötet er mitleidlos Jungfrauen und Prostituierte und schafft es schließlich tatsächlich, deren unverwechselbaren Körpergerüche in eine Essenz zu verwandeln. Die letzte, alles entscheidende Nuance wittert er an der adeligen Schönheit Laura (Rachel Hurd-Wood). Doch das Fräulein wird von ihrem allein erziehenden Vater Antoine (Alan Rickman) keine Sekunde aus den Augen gelassen.

    Im Reich der Sinne

    Das Parfum Im Bonusmaterial der 2-Disc Edition locken drei deutschsprachige Audiokommentare mit einer Fülle an Hintergrundinformationen. Im Regiekommentar verrät Tykwer beispielsweise, dass die unappetitlichen Aufnahmen des mit Fischabfällen beschmutzten Säuglings tatsächlich unter Aufsicht eines Arztes in einem Krankenhaus gedreht wurden und dass man für den in Barcelonas Altstadt nachgebauten Fischmarkt gut 2,5 Tonnen Fisch und eine Tonne Fleisch antransportieren ließ. Den zweiten Kommentar lieferten die Produktionsdesigner Kai Koch und Uli Hanisch, den dritten sprachen Kameramann Frank Griebe und Cutter Alexander Berner ein.

    Das Gros der Extras befindet sich auf der Bonus-Scheibe. Das Making of gewährt einen spannenden und ausführlichen Einblick in die verschiedenen Prozesse der Dreharbeiten. In Interviews überschütten sich Eichinger, Tykwer, Hoffman, Wishaw, Rickman oder Andrew Birkin gegenseitig mit Lob. Wer tiefer in die Materie eindringen will, ist mit den Featurettes "Motivsuche", "Die deutsche Synchronisation" und "Visualisierung der Gerüche" gut beraten.

    Opium fürs Volk

    Neben der Single-DVD und der Premium Edition bietet Highlight allen Sammlern eine limitierte "Duft Edition", die ab dem 15. März 2007 ausschließlich in den Müller-Drogeriemärkten erhältlich ist. In einer Holzschatulle finden sich neben der Disc die fünf passend zu Schlüsselszenen des Films ausgesuchten Duft-Proben "Baby", "Virgin No 1", "Amor & Psyché", "Eremit" und "Absolut Jasmin". Es geht aber noch ausgefallener: In autorisierten Thierry-Mugler-Parfümerien wird ein auf 2500 Stück limitiertes Coffret mit insgesamt 14 Düften und dem Elixier "Aura" angeboten. Ob dieses Set auf die Konsumenten unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt, bleibt bei einem Preis von 550 Euro allerdings abzuwarten.

    Fazit
    Film-Check: Das Wagnis, "Das Parfum" in Bildern zu erzählen, ist zweifellos geglückt. Der Film ist nicht nur ein gut recherchiertes und visualisiertes Geschichtsstück, sondern vor allem auch die Reise in die Innenwelt eines Sonderlings. Produzent Bernd Eichinger wollte die Vorlage mit dem für ihn typischen Mix aus Filmkunst, Kommerz und Schauwerten in Szene gesetzt haben und bewies mit der Entscheidung, Tom Tykwer die Regie zu übertragen, einen guten Riecher. Der Etat von 50 Millionen Euro schlug sich in prominenter Besetzung und glänzender Optik nieder. Das bildprächtige Epos wurde mit viel Liebe zum Detail gedreht, Ausstattung und Kostüme sind großartig.
    DVD-Fazit: Die DVD-Umsetzung ist ein Fest für die Sinne. Die audiovisuelle Qualität wird auch hohen Ansprüchen gerecht, die üppige Sonderausstattung lässt mit mehr als 2,5 Stunden Laufzeit und drei Audiokommentaren kaum Wünsche offen.
  • Das Parfum
    Das Parfum
    Vertrieb
    Highlight Film und Home Entertainment
    Regie
    Tom Tykwer
    Verkaufstart
    02.02.2006
    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von nOOb
    Also mir hat der Film im Großen und Ganzen ganz gut gefallen. Nur fand ich das Ende ziemlich unrealistisch...auch wars…
    Von wuddi
    Also, ich kenne das Buch nicht und fand den Film - sagen wir mal - gut. Nicht überragend, aber gut. Ausstattung,…
    • Es gibt 2 Kommentare zum Artikel

      • Von nOOb
        Also mir hat der Film im Großen und Ganzen ganz gut gefallen. Nur fand ich das Ende ziemlich unrealistisch...auch wars nicht übermäßig spannend...
        Buch hab ich allerdings nicht gelesen.
      • Von wuddi
        Also, ich kenne das Buch nicht und fand den Film - sagen wir mal - gut. Nicht überragend, aber gut. Ausstattung, Kostüme und "visuelle Qualität" sind - wie im Artikel schon erwähnt wurde - meiner Meinung nach ausgezeichnet (das hohe Budget hat sich also bemerkbar gemacht und wie ich meine auch ausgezahlt).…
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Das Parfum
Das Parfum
Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Tom Tykwer stellten sich der Herausforderung, Patrick Süskinds weltberühmten Bestseller zu verfilmen und lockten über 5,5 Millionen Zuschauer in die deutschen Lichtspieltheater. Setzt sich die Erfolgsstory in den Heimkinos fort?
http://www.gamesaktuell.de/Das-Parfum-DVD-223924/Tests/Das-Parfum-724085/
13.04.2007
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2007/03/das_parfum_pe_dvd_c.jpg
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