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  • Darkstar One

    Ostwestfalen schlägt die USA: Ascarons Weltraumspiel stellt sogar Freelancer in den Mondschatten!

    Wären wir bloß nicht so gierig gewesen! Schließlich sind Videospiele in diesem System illegal -- und bringen deshalb jede Menge Credits, wenn wir die Handelsstation erreichen. Wenn. Denn davor tummeln sich zwei Polizeischiffe, die uns bestimmt gleich scannen. Aber wir haben vorgesorgt und einen Jammer dabei, der den Scanvorgang stört. Zumindest theoretisch. In der Praxis versagt das Billigteil, die Polizei entdeckt unsere illegale Ladung, eröffnet das Feuer, ruft nach Verstärkung. Letzte Rettung: die Station vor uns!

    Spätestens jetzt wäre in den meisten Weltraumspielen Feierabend. Etwa bei X3: navigieren, Landeerlaubnis einholen, dem Feuer ausweichen, Schilde umkonfigurieren, vorsichtig andocken -- keine Chance. Nicht so bei Darkstar One: Hier steuern wir unseren gleichnamigen Raumer mit den WASD-Tasten und der Maus wie einen Ego-Shooter. Strafen seitlich an den Cops vorbei. Schmeißen mit der rechten Maustaste den Schild-Boost und mit W den Nachbrenner an. Unsere Geschütztürme feuern automatisch auf die Verfolger. Die Landeerlaubnis haben wir schon längst, wir donnern auf das Stationstor zu. Drin. Uff!

    Idiotensicher

    Egal, ob Sie per Joystick oder Maus fliegen -- Darkstar One steuert sich einfacher als ein Tretroller mit Stützrädern. Zwei Beispiele: Statt ewig rumzueiern, um eine Station zu finden und anzudocken, macht's Ihnen das Spiel leicht. Pro Sektor gibt's nämlich nur eine Handelsstation. Und die liegt immer direkt gegenüber dem (ebenfalls einzigen) Hypersprungtor, durch das Sie in einen Sektor hüpfen. Noch besser: Auf jeder Station liegt der Andockschacht direkt dem Sprungtor gegenüber, Sie fliegen also direkt auf ihn zu. Und falls Sie sich doch mal verirren: Einfach die T-Taste gedrückt halten, schon poppt eine Zielliste auf, auf der alle Schiffe und Stationen im Sektor aufgeführt sind. Per Maus das Ziel wählen, schon ist's anvisiert.

    Beispiel zwei: Um einen Sektor zu verlassen, brauchen Sie kein Sprungtor anzufliegen. Sondern nur etwas Abstand zur Station und die Taste H, mit der Sie Richtung Zielsektor in den Hyperraum hüpfen. Wohin die Reise geht, wählen Sie vorher einfach auf der strategischen Karte an. Nach dem Austritt spulen Sie mit V quasi die Zeit vor -- mit einem schicken Verwischeffekt saust Ihr Weltraumkahn dann aufs Ziel zu.

    Beruf: Schmuggler-Jäger-Killer-Lauscher-Händler

    Darkstar One bietet Ihnen (alias Pilotenheld Kayron) vier Missionsgruppen, aus denen Sie auf Stationen wählen können. Zunächst die Storymissionen, in deren Verlauf Sie weitere Cluster entdecken -- also Gruppen von Sonnensystemen. Dann die Nebenaufträge (einer pro Cluster), in denen Sie etwa Frachter schützen oder eine Waffenübergabe verhindern sollen. Die dritte Variante: An Stationsterminals verraten Nachrichtentexte, wo sich kriminelle Gangs verstecken -- wenn Sie die ausradieren, gibt's neben dem normalen Kopfgeld pro Abschuss eine fette Prämie für den schwer zu knackenden Gangsterboss.

    Richtig deftig ist vergleichsweise das Sektorbefreien: In jedem Cluster gibt's mindestens ein System, in dem sich Piraten oder Rebellen breitgemacht haben. Wenn Sie die erledigen, kassieren Sie nicht nur Credits en masse, sondern auch einen Sektorenschlüssel und ein Artefakt (zu beiden später mehr).

    Als vierte Verdienstmöglichkeit klicken Sie auf der Station das Terminal an -- hier gibt's Standardjobs à la Kopfgeldjagd oder Verräter belauschen (einfach zum Zielgebiet fliegen und Funksprüche abfangen). Diese Nebenjobs haben wir aber nur kurz ausprobiert, denn die anderen drei Kategorien sind wesentlich spannender und finanziell lohnender.

    Kleinvieh statt Grosswild

    Darkstar One ist vor allem auf eins ausgelegt: schnelle Action. Dogfights gegen Kleinraumer sind an der Tagesordnung, Kämpfe gegen große Schiffe deutlich seltener. Das zeigt auch unser Bodycount, Zwischenstand nach rund 20 Stunden (etwa ein Drittel Spielzeit): 371 zerlegte Piraten und Jäger, neun Frachter, ein (!) Kreuzer. Klar, wenn Sie als Freibeuter gerne Frachtschiffe überfallen, verarbeiten Sie automatisch mehr große Ziele zu Schrott -- aber generell ist Darkstar One kein X-Wing mit seinen Dutzenden von Schlachtschiffen, Kreuzern und Zerstörern.

    In den Kämpfen gilt vor allem eine Regel: Wer geradeaus fliegt, verliert. Ständig müssen Sie mit dem Nachbrenner arbeiten, ausweichen, plötzlich abbremsen und enge Wenden fliegen. Falls Sie doch mal ein dickeres Ziel vor dem Bug haben, heißt's schlicht draufhalten, am besten mit dicken Raketen. Sie können zwar gezielt etwa auf Geschütztürme feuern, aber in der Regel geht's einfach darum, erst die Schilde, dann den Rumpf Ihres Opfers wegzuknabbern: Anflug, Dauerfeuer, abdrehen, wiederholen.

    Breiter, fetter, tödlicher

    Das ist neu: Sie kriegen nicht irgendwann ein besseres Schiff, sondern bauen Ihre Darkstar One aus. Das passiert auf zwei Arten. Die klassische: Jede Station hat eine Werft, in der Sie Strahlenwaffen, Raketenwerfer samt Munition, Schildgeneratoren, Kompensatoren, Nachbrenner, Minenlaser und so weiter kaufen können. Neu: Wie viel Equipment Sie in welcher Qualität in Ihr Schiff packen können, bestimmt der Level Ihres Raumers. Und den steigern Sie durch Artefakte. Diese grünlichen Alien-Relikte bekommen Sie entweder durchs Sektorbefreien (siehe oben), oder indem Sie eins im Inneren bestimmter Asteroiden aufklauben. Wo genau die insgesamt 100 Artefakte stecken, verraten Ihnen die strategische Karte und die oben erwähnte Zielliste.

    Alle paar Artefakte steigt Ihr Schiff einen Level auf -- und Sie dürfen einen der drei Bereiche Rumpf, Flügel und Antrieb bis zu zehn Mal ausbauen. Beispiel Rumpf: Mit jedem Upgrade steigen nicht nur dessen Trefferpunkte -- Sie können alle paar Levelsprünge auch einen weiteren Geschützturm montieren oder eine zusätzliche Bugwaffe, beides in besserer Qualität.

    Käferlose Kampfsau

    Das Leveln ist verflixt motivierend, zumal Ihr Schiff auch immer fetter aussieht und sich von der schmalbrüstigen Nussschale zur waffenstarrenden Kampfsau mausert. Lediglich das Artefaktsammeln nervt: Viermal hintereinander Asteroiden durchfliegen ist nicht sonderlich motivierend. Das findet Projektmanager Daniel Dumont (Port Royale) auch und verriet uns, dass Ascaron bereits an einem Update arbeitet, mit dem Sie die Artefakte bei einem Schmuggler auf der benachbarten Station kaufen können. Apropos Update: Wer bei Ascaron-Spielen immer noch ein flaues Bug-Gefühl hat, sei beruhigt. Beim Testen gab's nur einmal ein kurzes Extremruckeln und einen kleinen Raketen-Bug, den Sie aber leicht knacken können -- siehe unsere Kurztipps weiter hinten im Heft.

    Reich durch Hüpfer

    Das Schöne an Darkstar One: Sie bestimmen, wo's lang geht. Wollen Sie der Hauptstory um eine Alien-Invasion folgen, gespickt mit insgesamt 55 schicken Videominuten inklusive Ihrer noch schickeren Co-Pilotin Eona? Oder die Story ignorieren, die Cluster erforschen und nebenbei handeln? Pirat oder Kopfgeldjäger werden, oder beides? Erz aus Asteroiden lasern? Auch motivierend: Manche Missionen bringen Ihnen Sektorschlüssel ein, mit denen Sie versteckte Systeme bereisen können -- oder endlich den Cluster nebenan erreichen.

    Auch grafisch ist das Epos klasse und richtig schön bunt: Sternennebel in psychedelischen Farben wechseln sich mit Waschküchen-Sektoren ab, in denen wir reflexartig den Monitor freiwischen wollten. Dazwischen trudeln Asteroiden und Schiffswracks -- und natürlich jede Menge aggressive Raumjäger, Piraten und Eskortschiffe. Alle mit einem ganz eigenen Look -- die Raptorenrasse steht etwa auf Schuppendesign. Und alle mit quietschbunten Antriebsspuren, Waffenstrahlen, Raketenschweifen. Macht zusammen mit der wummernden 7.1-Surround-Kulisse und erstklassiger Sprachausgabe eine bombastische Weltraumoper!

    Martin Deppe

  • Darkstar One
    Darkstar One
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Ascaron Entertainment GmbH (DE)
    Release
    28.02.2010
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Darkstar One
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http://www.gamesaktuell.de/Darkstar-One-Spiel-20867/Tests/Darkstar-One-715410/
01.06.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/t_darkstarone_01_06eps.jpg
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