"Geschichten aus der Ego-Ansicht" oder "Wie ein Krieger loszog, um das Action-Genre zu revolutionieren" -- eine wahrhaft unterhaltsame Erzählung!
S pätestens seit "The Elder Scrolls IV: Oblivion" hat auch der größte Sturkopf geschnallt, dass Action- und Rollenspiel-Elemente prima miteinander harmonieren.
Ubisoft treibt diesen Mix nun auf die Spitze. Mit "Dark Messiah of Might & Magic" veröffentlichen die Franzosen ein Software-Spektakel, das intensivste Ego-Gefechte mit traditionellem Charakter-Aufleveln verquickt. Was dabei herauskommt, wollen Sie wissen? Ein echter Spielspaß-Hammer!
Details zur Geschichte wollen wir nicht verraten, denn sonst geht Ihnen ja die ganze Spannung flöten.
Nur so viel: Die Story um den Zauberschüler Sareth steckt voller Überraschungen und denkwürdiger Momente -- beileibe keine Selbstverständlichkeit im sonst mit Holzhammer-Handlungen gespickten Genre.
Das beste aus zwei welten
Hinsichtlich der Spielmechanik wandelt der dunkle Messias auf sicheren Pfaden. Monster plätten, Gegenstände verwalten, Rätsel lösen -- stellen Sie sich einfach vor, "Half-Life 2" und "Oblivion" steigen in die Kiste und zeugen ein Software-Baby. Vom Valve-Shooter haben sich die "Dark Messiah"-Macher gleich noch die komplette Technik ausgeborgt. Sowohl Physik- als auch Grafikroutinen entstammen der Ballerreferenz. Diese Tatsache hat zwei folgenschwere Auswirkungen. Zum einen flimmern wunderhübsche Levels über Ihren Monitor, zum anderen können Sie nahezu jedes Objekt realistisch rumschubsen. Entsprechend warten an nahezu jeder Polygon-Ecke kluge Physikspielereien auf experimentierfreudige Abenteurer. So kappen Sie beispielsweise die Seile einer Hängebrücke, um einen anrückenden Feindestrupp abstürzen zu lassen.
Grobes Goblin-Gulasch
Stolpert Ihnen doch mal ein Monster vor die Klinge, kommt das ebenso intuitive wie tiefgründige Kampfsystem zum Einsatz. Während die linke Maustaste leichte und schwere Hiebe auslöst, ist die rechte fürs Blocken zuständig. Außerdem kann Ihr Recke fatale Superschläge austeilen, sobald sich die entsprechende Adrenalinleiste gefüllt hat. Derbe: Im Eifer des Gefechts verlieren Ihre Kontrahenten schon mal den Kopf, und auch mit Blutfontänen geht das Spiel freizügig um. Minderjährige müssen also draußen bleiben.
Nun aber zur größten Stärke von "Dark Messiah of Might & Magic": Wenn Sie keinen Bock auf brutale Nahkämpfe haben, können Sie Ihr Schwert auch im Rucksack lassen. Die Charakterverwaltung offeriert nämlich drei verschiedene Gesinnungen: kämpferisch, diebisch und magisch. Je nachdem, wie Sie verdiente Talentpunkte verteilen, entwickelt sich Sareth also zum Schleichexperten, Feuerballwerfer oder Schwertschwinger -- hat da gerade jemand Wiederspielwert gesagt?
Nach dem umfangreichen Solo-Abenteuer kann man sich im Mehrspieler-Bereich des Hauptmenüs austoben. Besonders gut hat uns die Crusade-Variante gefallen. Hier balgen sich zwei Teams mit jeweils bis zu 16 Mitgliedern um die Vorherrschaft in fünf Gebieten. Wer eine Karte erobert, verschiebt die Front weiter ins feindliche Gebiet. Ähnlich wie bei der "Battlefield"-Reihe wählen Sie vor jeder Partie eine von fünf Charakterklassen: Krieger, Bogenschütze, Dieb, Priester und Magier verfügen über grundverschiedene Eigenschaften. Eine taktisch ausgewogene Team-Zusammenstellung ist also erste Zockerpflicht. Ach ja, Deathmatch und Team-Deathmatch stehen ebenfalls auf dem Spielplan, wirklich spannend sind die beiden Traditions-Modi aber nicht.tk n
