"Killerspiele": Becksteins Antwort auf Protest-Mail
Post vom Staatsministerium: Unser Leser Ralph B. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) protestierte mit folgender Mail gegen das »Killerspiel«-Verbot, das die bayrische Landesregierung in Deutschland durchboxen will:
Sehr geehrter Herr Dr. Beckstein,
nach dem Amoklauf des Schülers in Emsdetten forderten Sie lautstark das Verbot von sogenannten PC-Killerspielen und wollen sogar den Besitz von solchen Spielen unter Strafe setzen. Dadurch haben Sie mal eben einen Großteil der Computer-spielenden Bevölkerung, inklusive mich als potenziellen Verbrecher und Straftäter abgestempelt. Ich bin ein 38-jähriger Familienvater, der gemäß Ihren Schlußfolgerungen eine tickende Zeitbombe ist. Vielen Dank auch.
Offensichtlich haben Sie sich gar nicht, oder nur unzureichend über Computerspiele informiert. Anderenfalls würden Sie wissen, das Spiele in Deutschland einer sehr scharfen Kontrolle unterzogen werden und entsprechende Altersfreigaben für Spiele existieren. Gewaltverherrlichende Spiele werden in Deutschland nicht zugelassen und indiziert. Übrigens gibt es ein 1000 Jahre altes Spiel, bei dem man mit Gewalt versuchen muss, zuerst die Bauern des Gegners zu erschlagen, um dann später deren König zu bezwingen. Der Name dieses Spiels ist Schach. Sollte man vielleicht auch verbieten und den Besitz unter Strafe stellen. Es könnte ja mal ein Schachspieler Amok laufen.
Als steuerzahlender Wähler macht man sich bei solchen Forderungen seiner Spitzenpolitiker natürlich so seine Gedanken. Wenn Sie bei so einem banalen Thema wie Computerspiele schon so eine Unwissenheit an den Tag legen, frage ich mich natürlich, wie Sie mit ernsthaften Themen wie Arbeitslosigkeit, Renten, Gesundheitsreformen oder den Einsatz unserer Bundeswehr im Ausland umgehen. Auch ist es mir bis heute unverständlich, dass es unsere Politik es nicht schafft, die NPD zu verbieten. Selbstverständlich geht von Computerspielen die größere Bedrohung für unser Land aus.
Mit freundlichen Grüßen,
Ralph B.
Die Antwort des Staatsministeriums haben wir auf der nächsten Seite:
Die Freiheit hat ihren Preis und wenn deswegen ab und zu jemand sterben muss, dann soll es so sein ja,…