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  • Preview: Crysis

    Kaum ein anderes PC-Spiel wird so heiß erwartet wie das neue Werk der FarCry-Macher. Andere reden nur davon -- wir haben es gespielt! Und klären die alles entscheidende Frage: Ist Crysis Grafik-Blendwerk oder Shooter-Revolution?

    Achtung, liebe Leser: Bevor wir uns einem der aufregendsten Spiele 2007 zuwenden, erlauben Sie uns bitte einen kleinen Exkurs. Erinnern Sie sich an das Genre »Interaktiver Film«?

    Das war vor einer guten Dekade und kurz nach Erfindung der CD-ROM eine beliebte Masche, ahnungslosen Käufern das sauer verdiente Geld für einen Haufen digitalen Sondermüll aus der Tasche zu ziehen. Man nehme ein paar schäbige Videosequenzen mit drittklassigen Schauspielern der Marke Lenßen&Partner, schludere dazu Retorten-Interface und eine hochgradig alberne Story, und stelle die Mogelpackung für einen beschämenden Preis in die Regale. Gottlob flogen die Machwerke im Rekordtempo von der Festplatte, die Kunden waren gewarnt, die Gattung starb den verdienten Tod.

    Die Shooter-Evolution

    Ein paar Jahre später betrat ein ernster Herr namens Gordon Freeman die Bühne, und alles wurde anders: Erstmals gab’s glaubwürdige Charaktere, eine fesselnde Geschichte mit fantastischer Spannungskurve, kinoreif inszenierte Action. Das fühlte sich tatsächlich an wie ein interaktiver Film, den man selbst durch(er)lebt, ganz ohne dilettantische Videos. Nachteil daran: Der streng lineare Spielweg, der jegliche Freiheit im Keim erstickt. Und die technische Umsetzung, die zwar nett, aber irgendwie eben doch nicht nach Special-Effects-Schlacht à la Hollywood aussieht.

    Hier ist Jakie!

    Und jetzt klopfen Sie bitte auf Holz: Die graue Shooter-Eminenz Mr. Freeman verneigt sich nämlich und macht erst mal die Biege, zumindest bis sein neues Abenteuer Half-Life 2: Episode 2 erscheint. Als frisches Gesicht betritt Jake Dunn die Bühne.

    Der Mann mit dem Rambo-kompatiblen Namen ist Held von Crysis, dem neuen Ego-Shooter der Yerli-Brüder, die 2004 mit FarCry einen internationalen Überraschungshit feiern konnten. Jake ist Angehöriger eines Delta-Force-Teams der US-Armee, und erhält den Auftrag, auf einer Inselgruppe im südchinesischen Meer nach dem Rechten zu sehen. Wir schreiben das Jahr 2019, und unlängst ist ein gigantischer Asteroid aufs besagte Eiland geplumpst.

    Ice, Ice, Baby

    Heikles Detail: Die Nordkoreaner (in der Crysis-Zukunft eine mächtige Militärmacht) sind vorher eingetroffen und haben sich auf der Insel eingenistet. Was genau mit Jake und seinem Team geschieht, und warum er größtenteils allein die Insel unsicher macht, können wir Ihnen nicht verraten, weil Entwicklerchef Cevat Yerli den umfassenden Handlungsbogen noch unter Verschluss hält.

    Fest steht nur: Im späteren Spielverlauf entpuppt sich der Asteroid als Kokon für das Mutterschiff einer mächtigen Hitech-Alienrasse. Die nicht viel mit Raumschiff Enterprise-Romantik zu tun hat, was sie fix unter Beweis stellt, indem sie die halbe Insel einfriert -- freilich nur für den Anfang und getreu dem Motto »demnächst auch vor Ihrer Haustür!«

    Dass jetzt der ideale Zeitpunkt gekommen ist, die Achsen des Guten und Bösen ein wenig zu verlagern, lernen bald sowohl amerikanische als auch nordkoreanische Soldaten auf die harte Tour -- und stellen sich fortan gemeinsam dem eiskalten Feind entgegen.

    Besser als Uwe Boll?

    Na? Finden Sie nicht auch, dass diese Story nach der Kurzfassung einer Koproduktion von Jerry Bruckheimer (Armageddon), Steven Spielberg (Der Krieg der Welten) und Roland Emmerich (The Day After Tomorrow) klingt? Wie gut passt es da ins Bild, als Cevat Yerli uns offenbart, dass Crysis möglicherweise nur der Beginn einer groß angelegten Trilogie ist. Wenn dann noch von Entwicklungskosten in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro die Rede ist, könnte man wirklich glauben, Crytek produziere einen waschechten Film und kein PC-Spiel.

    Wo die Kohle geblieben ist, sehen wir eine knappe Sekunde, nachdem wir selbst hinter dem Rechner Platz genommen haben. Der enthält übrigens eine Grafikkarte des Typs Geforce 8800, einen Intel Core2-Duo-Prozessor, zwei GByte RAM und Windows Vista mit DirectX 10. Opulente Rechenpower, die angesichts der folgenden technischen Brillanz durchaus angemessen ist.

    Ein Platz im Grünen

    Wir stehen mitten im Dschungel. In einem kleinen Tal in der Nähe, zwischen den Bäumen nur schemenhaft erkennbar, befindet sich eine Militärbasis der Nordkoreaner. Vor unserer Nase sind einige Trampelpfade auszumachen: Einer davon führt direkt hinunter ins Fort, ein anderer verliert sich im Dickicht westlich der Stellung. Cevat dazu: »Im Gegensatz zu FarCry wollen wir dem Spieler noch mehr Freiheit bei der Bewältigung seiner Aufgaben gewähren und ihn zu einer alternativen Herangehensweise ermutigen«. Mit anderen Worten: Wir könnten jetzt einfach mit gezücktem Sturmgewehr ins Lager rennen und versuchen, so viele Gegner wie möglich umzublasen. Dumm nur, dass wir dann wie ein Elefant im Porzellanladen gewaltigen Krach verursachen und alle Soldaten in der Nähe auf uns aufmerksam machen würden. Inklusive des unfreundlichen Scharfschützen droben auf dem Wachturm. Nicht unmöglich zu schaffen, aber unnötig und bockschwer.

    Dann lieber den dezenten Hinweis in Form des zweiten Pfades zu Herzen nehmen und erst mal mit gezücktem Fernglas um die Basis herumschleichen. Wie Jack Carver in FarCry kann auch Jake Dunn die Gegner so »taggen«. Dadurch erscheinen sie als roter Punkt in unserer Minimap am linken unteren Bildschirmrand, und wir können ihre aktuelle Position jederzeit überwachen.

    Mein Anzug und ich

    Zeit, den Nanosuit ins Spiel zu bringen. Dabei handelt es sich um einen hoch entwickelten Kampfanzug, der uns diverse Spezialfähigkeiten verleiht (siehe Kasten auf Seite 36). Wir schalten ihn zunächst in den Tarnmodus. Das intelligente Kleidungsstück nimmt nun die Farbe unserer Umgebung an -- das heißt, wir können den Gegnern gefährlich nah kommen, ohne dass sie uns bemerken.

    So schleichen wir uns heimlich näher an die Basis heran (dabei verrät uns ein Stealth-Meter, wie gut wir getarnt sind) und haben schon bald genug gesehen, um einen Angriffsplan zu schmieden. Als Erstes müssen wir den fiesen Scharfschützen seines Amtes entheben -- freilich ohne seine Kollegen darauf aufmerksam zu machen, aus welcher Richtung das metallene Kündigungsschreiben geflattert kommt. Also rüsten wir unsere Flinte im Waffenmenü mit Zielfernrohr oder Schalldämpfer aus. Zubehörteile dieser Art sind übrigens für das komplette Arsenal in Crysis vorhanden.

    Der unglaubliche Hulk

    Zwei gut gezielte Schüsse später herrscht unten im Lager große Aufregung. Die allgemeine Verwirrung nutzen wir aus und passen unseren Nanosuit blitzschnell der veränderten Situation an. Das geht leicht von der Hand: Wir drücken das Mausrad, und ein Auswahlmenü erscheint auf dem Bildschirm. Jetzt bewegen wir die Maus in Richtung der gewünschten Option, und der Kampfanzug ist programmiert -- alternativ dürfen wir natürlich auch Tasten belegen, für noch schnelleren Zugriff auf die Spezialfähigkeiten.

    Wir entscheiden uns für den Geschwindigkeitsbonus. Schon sausen wir im Affenzahn auf die gegenüberliegende Seite der Basis. Direkt unter uns befinden sich einige Wellblechhütten, davor lungern bereits die ersten Soldaten.

    Noch im Sprint wählen wir schnell den »Stärke«-Bonus. Diese Eigenschaft beschert uns nicht nur herkulöse Muskelkraft, sie lässt uns auch enorm weit springen. So hüpfen wir vor den Augen der verdutzten Soldaten auf das Dach der Hütte. Ganz so leicht lassen sich die KI-Gegner nicht austricksen: Sie ziehen sich ein Stück zurück, und schon sausen uns Kugeln um die Ohren.

    Jakeson auf dem Dach

    Da wir unsere Knarre notfalls auch als Schlagwerkzeug einsetzen können, knien wir nieder und zerschmettern das Dach. Das Blech gibt nach, und wir fallen ins Innere des Schuppens. Auch das hat die künstliche Gegnerintelligenz mitbekommen, die offenbar bestens über unsere Fähigkeiten informiert ist: Schon taucht nämlich vor dem Fenster ein zeternder Nordkoreaner auf. Wir drehen uns um die eigene Achse und nutzen erneut unsere Flinte, um in die hintere Wand ein Loch zu dreschen. Wir laufen ins Freie, direkt in die Arme eines Gegners!

    Auch in einem solchen Fall müssen nicht zwangsläufig die Waffen sprechen: Wir packen den Feind in Darth-Vader-Manier an seiner Gurgel, heben ihn in die Höhe und schleudern ihn gefühlte 20 Meter in die Luft. Dann drehen wir uns um, schnappen uns einen herumstehenden Müllcontainer aus Stahl, kegeln damit gleich drei weitere Fieslinge um.

    Component Damage

    Plötzlich nähert sich von der Straße ein Geländewagen, voll mit feindlicher Verstärkung! Wir legen an und zielen auf den unteren Bereich des Autos. Glück gehabt: Ein Reifen platzt, und der Tank fängt Feuer. Die Explosion erschüttert den Jeep, das Trägheitsmoment schleudert ein paar Soldaten hochkant aus dem Wagen. Die verbliebenen Schergen legen sofort auf uns an. Da müssen wir halt doch das schnöde Maschinengewehr bemühen. Wir haben fast ein schlechtes Gewissen, dass wir die Situation nicht eleganter gemeistert haben.

    Nachdem wir den restlichen Widerstand ausgeschaltet haben, naht die letzte Verteidigungsbastion: ein Kampfhubschrauber, bestückt mit Raketenwerfern. Die wir mit dem Geschütz des Jeeps als erstes abschießen -- die Entwickler nennen das stolz »Component Damage«. Da wir -- rein zufällig -- in der Basis ebenfalls eine Raketenschleuder finden, ist der Hubschrauber nach einem spannenden Katz-und-Maus-Spiel und exzessiven Einsatz des Nanosuits schnell vom Himmel geholt. Der Bildschirm wird dunkel, der Beispieleinsatz ist vorbei, wir sind fix und fertig.

    Besser als Uwe Boll!

    Bereits der toll inszenierte Kurzeinsatz macht einfach Lust auf mehr. Daran hat natürlich auch die Grafik hohen Anteil. Zugegeben: Begriffe wie Fotorealismus sind übertrieben. Dennoch gehört Crysis in der gezeigten Qualität optisch zum Besten, was je auf PC oder auch Konsole zu sehen war. Dank Schmankerln wie HDR- und Parallax-Mapping, dynamischem Tag-/Nachtwechsel, Motion-Blur- und Tiefenschärfe-Effekten sieht Crysis wirklich aus wie Bombast-Kino ersten Ranges. Freilich: Besitzer derzeitig üblicher PCs werden das so nicht zu sehen bekommen.

    Was kein Drama ist. Denn zum einen läuft Crysis auch auf deutlich schwächeren Rechnern. Zum anderen ist es um das eigentliche Spiel gut bestellt: Der Nanosuit ist perfekt benutzbar und fügt sich wunderbar in die Spielmechanik ein. Gimmicks wie konfigurierbare Waffen, die »Component Damage«, zerstörbare Umgebung, viele Fahrzeuge, die wir besteigen können -- das alles ist blendend aufeinander abgestimmt und macht bereits jetzt eine Riesenlaune.

    Crysis ist keine Revolution -- aber ein Shooter mit unfassbar guter Optik, großer spielerischer Freiheit und vielen coolen Ideen. Ein interaktiver Popcorn-Film eben, der auch wirklich nach Hollywood-Bombast aussieht.

  • Crysis
    Crysis
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Crytek
    Release
    14.11.2007
    Es gibt 12 Kommentare zum Artikel
    Von crysis_67
    man braucht kein vista, um crysis zu spieln!!
    Von kabal
    Eine Frage ich bin gerade dabei mir ein neuen Recjner zusammen zustellen welcher Prozessor wäre besser der 6850 2 Core…
    Von Böller
    das spiel wird der hit

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    • Es gibt 12 Kommentare zum Artikel

      • Von crysis_67 Gelöscht
        Zitat von Desaster
        Ließe sich sicher so oder so besorgen lassen.
        Nur zu dumm das ich dafür wahrscheinlich für die Anforderungen schon wieder einen neuen PC kaufen müsste:( um es zu spielen der auch noch Vista drauf hat:motz: den soviel ich gehört habe braucht es auch DX10.
        man braucht kein vista, um crysis zu spieln!!
      • Von kabal
        Eine Frage ich bin gerade dabei mir ein neuen Recjner zusammen zustellen welcher Prozessor wäre besser der 6850 2 Core oder 6600 Quadcore und welche 8800 wäre am besten reicht die GTS 640 oder solchte ich doch zur 8800GTX greifen…
      • Von Böller
        das spiel wird der hit
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Crysis
Preview: Crysis
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http://www.gamesaktuell.de/Crysis-Spiel-20597/News/Preview-Crysis-723320/
26.04.2007
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