
Das zerbrochene Fenster (Kurzgeschichte)
Steven138
Verfasst am: 25.01.2010, 15:35h
Hallöchen liebe Community,
innerhalb des Deutschunterrichts habe ich eine Kurzgeschichte geschrieben, die ich euch auch mal vorstellen möchte.
Ich freue mich über jeden Kommentar und wünsche euch viel Spaß mit dem Text. ;)
Ihr eigentlicher Bus ist bereits vor einer Stunde abgefahren, als sie am Bushäuschen angekommen ist und sich setzte. In dem Häuschen riecht es streng. Sie vermutet eine Mischung aus Urin-, Alkohol- und Nikotingerüchen. Ihr ist übel zumute, nicht wegen der üblen Gerüche, die war sie schon aus ihrem gesamten Wohngebiet gewohnt, sondern weil sie erneut zu spät zur Arbeit kommt.
Sie denkt an ihre Wohnung. Jemand hat ihr Fenster eingeschlagen. Und das im tiefsten Winter. Die junge Frau holt ihre Handschuhe aus der Tasche und streift sie sofort über. Diese Nacht hat sie nicht gut geschlafen. Alpträume plagen sie schon seit Monaten.
Gegenüber des Bushäuschens liegt ein Parkplatz. Sie erinnert sich, wie sie eines Abends verfolgt wurde. Es war ein blauer Ford, ein Neuwagen. Rasch schüttelt sie diesen Gedanken wieder ab und reibt ihre Hände aneinander.
Die junge Frau zuckt zusammen, als der ankommende Bus sie glücklicher Weise aus ihren Gedanken reißt. Ein stechender Schmerz durchdringt ihre Beine, nachdem sie schwungvoll aufgestanden ist. Die Bustüren öffnen sich und eine ältere Dame steigt aus. Sie lächelt. Sie kennt diese Frau. Sie wohnt in demselben Wohnblock wie sie selbst. Eine wohlige Wärme macht sich in ihrem Körper breit, wenn sie an die Nachmittage mit ihr und deren zwei süßen Nichten denkt.
Ihr ist kalt, eiskalt. Sie spürt eine unerträgliche Hitze in ihr auf- und absteigen. Kalt heiß, kalt heiß. Der Busfahrer verschließt die Türen achselzuckend und gibt den Blick auf den Parkplatz frei.
Zwei junge Männer stehen an einem blauen Ford gelehnt und ziehen nervös an der Zigarette. Einer der Männer schnippst seine Zigarette weg und deutet dem anderen ihm zu folgen. Sie kann sich vor Entsetzen nicht rühren. Sie will um Hilfe rufen, doch der Kloß im Hals lässt es nicht zu. Die Männer haben gleich den Straßenrand erreicht. Sie bewegen sich langsam, mit dem Oberkörper nach vorne gebeugt auf sie zu. Einer der Männer sieht zu ihr herüber.
Die junge Frau schnappte beschwerlich nach Luft, die kalte an konzentriertes Ammoniak erinnernde Winterluft brennt in ihrer Lunge. Sie kennt diesen Mann. Der Raubüberfall, die Verfolgung, das zerbrochene Fenster, die Alpträume. Er ist schuld.
Sie tritt einen Schritt nach vorne. Eine leere Bierflasche rutscht während dessen an die Wand des Bushäuschens und zerspringt.
Die ältere Dame ist von hier aus noch gut zu sehen. Ihr Herz pocht wie wild gegen ihre Brust, als sie den Atem der beiden jungen Männer neben sich bemerkte.
Sie sitzt auf einer Parkbank als sie wieder zu sich gekommen ist. Ihre Handschuhe sind verschwunden. Weder an den Händen, noch in der Tasche sind sie aufzufinden. Verwirrt läuft sie zurück zur Bushaltestelle.
Ein Polizist fordert die junge Frau auf woanders langzugehen. Den Grund will er nicht preisgeben. Sein Blick wirkt verstört, wie der eines Jungen, der ein Monster in seinem Schrank vermutet.
Die junge Frau macht kehrt und sieht in der Drehung einen Polizisten eine kaputte Bierflasche aufheben. Sie denkt an ihr zerbrochenes Fenster und an die vermutlich herrschende Kälte in ihrer Wohnung. Verwirrt und in Gedanken verloren geht sie nach Hause. Es fängt an zu schneien.
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TrakLLVerfasst am: 10.07.2010, 13:19h |
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leonynnSteven138Verfasst am: 29.01.2010, 20:37h |
Ich fand es recht schwierig die ganze Zeit in einer Zeitform zubleiben - Man schreibt einfach drauf los und schwupps wird aus der Gegenwart die Vergangenheit -.-
Einen Absatz "rauszulassen" hat mehrere positive Auswirkungen auf Schreiber und Leser^^ ua muss sich der Schreiber keine Gedanken über die ideale Beschreibung einer Situation machen und der Leser muss seine Phantasie mehr in Anspruch nehmen und es erzeugt massiv Spannung.
Die letzten beiden Punkte hat übrigens meine Lehrerin kommentiert - also Kritik gabs keine ;)
PS: Was hättest du denn anders gemacht? *neugierig bin* ;)
PPS: Ich hab die Geschichte heute an einen Schreibwettbewerb geschickt. Das Ergebnis werde ich hier noch posten
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Leonynn_1987Verfasst am: 28.01.2010, 20:12h |
Ich finde diese Kurzgeschichte sehr gut! Das Thema ist einfach - ja, total nach meinem Geschmack! :-D
Auch wenn du sonst keine Geschichten schreibst, meine ich Talent bei dir zu sehen. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass dir das Schreiben Spaß gemacht hat und dass du dir wirklich Gedanken um Struktur und Sprache gemacht hast.
Im Gegensatz zu m einen Vorrednern habe ich nicht das Gefühl, dass der Geschichte ein Teil "fehlt", weil es beabsichtigt wirkt. --> Und du schreibst ja selbst: Es war geplant.
Herrlich! Ich geb dir dafür 5 Sterne und hoffe, dass du irgendwann noch eine Geschichte schreibst. Das wäre wirklich super ^^
Lieben Gruß
Leonynn_1987
PS: Mich würde interessieren, ob dein Lehrer etwas zu kritisieren hatte und wenn ja, was. *Neugierig bin*
Der Text ist zwar nicht perfekt - ich würde ein paar Dinge anders machen, aber für einen Schüler eine Top-Leistung!
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Danke für Kommis^^Steven138Verfasst am: 26.01.2010, 15:40h |
@d.night: Genau das sehe ich als ein positives Resultat nach dem Lesen der Geschichte - verwirrt sein, wie die "junge Frau"
;)
Ich habe heute übrigens eine 1 kassiert mit der Geschichte =)
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?d.nightVerfasst am: 25.01.2010, 17:36h |
Keine Ahnung wie ich das bewerten sollte, also lass ichs lieber bleiben...
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ok nicht schlecht,RaK66Verfasst am: 25.01.2010, 17:24h |
es ist als ob ein absatz oder ein teil der geschichte vergessen wurde.
verstehe schon das der leser seine fantasie bemühen soll,
jedoch ist mir die kurzgeschichte nicht ganz schlüssig.
aber da ich ja viel fantasie habe und mir die schreibweise gefällt,
gibt es 4 sternchen dafür.
lg
rak66





