User-Profil

Blog Nr. 59
10
4
Sound und Musik in Videogames
GenX3601966
Verfasst am: 05.01.2012, 02:26h
![]() |
"Ich laufe, ich renne, ich bin eine Botschafterin der Freiheit, ich renne um mein Leben und um das Leben der zukünftigen Menschheit!"
So, oder so ähnlich muss wohl Protagonistin Faith aus "Mirror's Edge" gedacht haben. Aber lassen wir uns das überprüfen:
Faith lebt in einer Art Orwell'schen Universum, voller totalitärer Überwachung und düsterer Zukunftsvisionen. Überall sind Kameras und Securitys an der Tagesordnung. Kein normaler Mensch tut mehr einen Schritt, ohne dass der Staatsapparat etwas davon mitbekommt. Faith ist eine "Runnerin", eine Übermittlerin von wichtigen Botschaften, die dem Feind niemals in die Hände fallen dürfen.
Faith rennt, sie atmet, sie schnauft, sie spingt und ächtzt, wenn sie sich an einem Vorsprung fest hält! Sie verkörpert das gehetzte Wesen einer gejagten jungen aber dennoch sehr sportlichen Frau, die das Schlechte in der Welt durch Elan und Schnelligkeit bekämpfen und überholen möchte. Und sie keucht und rennt durch die Level... voll mit Emotionen - der Spieler wird eins mit ihr!
Es gibt viele totalitäre Welten, es gibt GLaDOS, es gibt den G-Man, es gibt so einige Bösewichter, die aber alles, im Gegensatz zu den meisten Helden, eines gemeinsam haben: Sie haben extrem coole (deutsche) Stimmen!
Doch was wäre eine gute Synchronisation ohne einen guten Sound in einem Videogame? Insbesondere bei Survival-Horror-Games muss der Sound einfach eine Priorität bilden. Wer keines Dolby 5/7.1-Systems mächtig ist, soll aber nicht gleich die Flinte ins Korn werfen! Es kommt nämlich in erster Linie auf die Komposition an!
Eine gute Komposition besteht aus drei Komponenten: der Hintergrundmelodie, die immer zum entsprechenden Setting passen muss, dem Umgebungssound, der sich ständig der Situation anpassen muss, sowie der Effekte, die gezielt eingesetzt werden müssen, um Spannung, bzw. Horror zu erzeugen.
Dynamische Musik, wenn es etwa zu Kampfhandlungen kommt (Crysis, The Darkness) sind selten, doch sie verstärken das Spielerlebnis um ein vielfaches!
Bleibt die Musik ein sich immer wiederholendes Hintergundgedudel (Final Fantasy-Reihe), dann langweilt die Musik, so genial sie auch komponiert sein mag. Irgendwann mag man sie nicht mehr hören.
![]() |
Bei GTA gibt es eine "reale" Welt in der jeder Passant etwas (vermeindlich) anderes zu sagen hat, als der nächste, den man trifft. Bei Bethesda's letztem Streich, Skyrim, gibt es noch mehr Vielfalt. Die Wachen scheinen zunächst immer das gleiche zu sagen, vollbringt der Held dann aber Taten, reden die Wachen ganz anders.
Umgebungssound kann spannend sein: "Crysis" (Tiere, die man sieht und sogar fangen kann) oder langweilig: Far Cry 2 (Tiergeräusche, ohne dass Tiere vorhanden oder zu sehen sind, bis auf wenige Ausnahmen).
Effekte...
... sind das A und O der Videogames. Denn was wäre "Frogger" ohne das so herrliche "sqatch!", wenn der liebenswerte Frosch von einem LKW erfasst wurde? Oder was wäre der Held von "Pitfall" damals gewesen, wenn er nicht vor seinem "Game Over"-Tod so einen markerschütternen digitalen "Schrei" ausgestoßen hätte?
Früh hat es angefangen und es setzt sich bis heute fort. Wer einen virtiuellen Bildschirmtod stirbt, tut das in der Regel nicht lautlos. Es soll weh tun, und wie könnte man so etwas besser audiovisualisieren, als mit einem Schrei der Verzweiflung?
![]() |
Hier haben die Entwickler es geschafft, vor allem durch eine bestechene Soundkulisse die Spieler an sich zu reißen, obwohl diese es nie so empfunden haben. Ein Großteil der Emotionen beim Spieler wurden aber durch Musik und Sound beeinflusst. Es sind Meisterwerke der Spieleindustrie bei den Kritikern bis heute, nicht ganz zu unrecht. Viele Spieler waren damit aber nicht zufrieden.
Horror- und Survival
Horror-und-Survival-Games leben von Sound und Musik. Wie auch im Film-Genre, wird ein Spannungsbogen durch Sound und Musik erzeugt. Manchmal skurril, manchmal abstrakt, ja sogar harmonisch aber immer gruselig, stets im Ungewissen.
Das Spiel "Dead Space" von 2008 ist wohl der ungekrönte König der "Wie mache ich einen passenden Sound zu einem guten Spiel?`"-Frage.
Der Komponist des Soundtracks kannte das fertige Spiel nicht, sollte sich aber am Film "Alien" von Riddley Scott während der Entwicklung orientieren und erschuf eben genau die Atmosphäre, die so ein Spiel erzeugen wollte: nämlich allen Spielern die Angst am eigenen Leibe zu spüren erleben lassen. Ohne Zweifel, es ist ihm gelungen!
Ein Wort gebührt den Rennspielen.
Forza Motorsport 4 hat wohl einen neuen Standard eingeführt, wenn es realistischen Motorensound angeht. Die Unterstützung der Crew von Ex-Bizarre-Creations-Mitarbeitern (PGR4) hat Früchte getragen, denn jedes Auto in Forza Motorsport 4 wurde mit Hilfe eines Original-Autos digitalisiert. Daran hätte sich Sony-Konkurrent "Gran Turismo 4" mal ein Beispiel nehmen sollen, denn kein Rennspiel macht Spaß, wenn es nicht authentisch klingt.
Soundtracks
Zweifelsohne sind Soundtracks eine gute Untermalung zu jedem Spiel. Vorraussetzung ist, dass sie passen müssen. Klassische Musik bei Rennspielen ist Geschmackssache. Jedoch trffen es Kandidaten wie die Dirt-Reihe oder Need for Speed oft ganz gut und viele Leute erkennen die Songs aus dem Spiel, wenn sie oft erst viel später im TV oder auf Youtube laufen. Erwähnenswert wäre hier Test Drive Unlimited, die mit gleich zwei passenden Radiosendern den Nerv getroffen haben. Der Elektro-Acid-Dance-Sound passt zur Location Ibiza wie die Faust aufs Auge!
Epische Soundtracks, wie von Skyrim, Bioshock oder Uncharted werden auch gerne von Leuten gekauft, die mit Videospielen eigentlich nicht viel zu tun haben - so gut sind sie teilweise.
Andere Games nutzen bekannte Bands wie z.B. Linkin Park, um auf ihr Spiel aufmerksam zu machen (Medal of Honor), obwohl der Aufhänger im eigentlichen Spiel keine große Rolle spielt und oft nur im Abspann zu hören ist.
Auch hier bildet die GTA-Reihe mit ihren vielfältigen Radiosendern eine Ausnahme. Für jeden ist etwas dabei, witzige Kommentare eingeschlossen. Fast wie im richtigen Leben.
Dolby 5.1 - brauche ich das überhaupt?
Nein, natürlich nicht! Aber wenn man Hardcore-Gamer sein will und z.B. ständig bei Battlefield 3 oder Modern Warfare 3 unterwegs ist, dann ja, ja, ja! Wer steht hinten links und schießt auf mich? Dann brauche ich Dolby 5.1, möglichst ein entsprechendes Headset!
Die räumliche Wahrnehmung ist ein wichtiges Spielelement bei den aktuellen Ego-Shootern und kann tatsächlich über Sieg und Niederlage entscheiden.
Will ich aber nur Welten erforschen und Drachen töten, dann reicht auch ein alter Röhrenfernseher oder ein Stereo-Kopfhöhrer. Als Einzelspieler sowieso, denn diese Welten sind auch so komplex und schön genug.
Von Surround-Systemen- bzw. Headsets/Kopfhöhrern kann ich aber wirklich absolut niemanden abraten. Es bereichert das Sounderlebnis immens und man kann im Zweifelsfall all seine alten Spiele nochmal mit einem ganz neuen Feeling erneut erleben.
Kommentare
|
Alsod.nightVerfasst am: 08.01.2012, 20:23h |
|
GenX3601966Verfasst am: 05.01.2012, 10:14h |
Ich habe den Blog noch mal um das Kapitel "Soundtracks" ergänzt. Du hattest recht - sowas darf hier nicht fehlen. Danke für den Hinweis! :)
|
nicht dein bester blogMirja67Verfasst am: 05.01.2012, 09:36h |
|
TurricanVerfasst am: 05.01.2012, 03:32h |
Trozdem mal wieder ein Top Blog von dir.
Noch was, ein gutes spiel lebt auch von soundtrack den ohne guten soundtrack macht mir ein spiel nur halb so viel spaß.










